Moin,
zum Thema AI habe ich mich gefragt, ob eine KI – in diesem Fall ChatGPT 5.5 – Schach spielen kann und wenn ja, wie gut. Hat sie aktuelles Schachwissen, um eine gute Partie zu spielen?
Mein Workaround: Ich habe eine Windows-UCI-Engine geschrieben, die sich in BearChess oder andere GUIs einbinden lässt. Diese Engine kommuniziert über meinen OpenAI-API-Key mit ChatGPT und spielt Schach. Die Züge werden anschließend in die GUI transportiert.
Frage 1: Funktioniert das?
Antwort: Ja.
Frage 2: Macht das Sinn?
Antwort: Nein.
Ich hatte mir da mehr vorgestellt. Fakt ist: ChatGPT versteht die Schachregeln. Es versteht aber keinerlei Zusammenhänge. Es weiß absolut nichts über Taktiken, hängende Figuren, Drohungen usw. Das war eine riesige Enttäuschung.
Nachdem ich das bemerkt habe, habe ich eine Partie gestartet und gar nicht mehr darauf geachtet, ob ich etwas opfere oder ob irgendwo etwas hängt. Ich wollte nur sehen, ob ich ihn schnell mattsetzen kann oder einfach Schwerfiguren vom Brett nehme.
Das Resultat ist krass.
Bedeutet das, dass jede der heutigen angeblichen Schach-AIs sich aktuell tiefes Wissen oder große Netze zunutze machen muss – wobei es letztlich wieder auf eine Engine hinausläuft?
Ich könnte mir nun eine lokale LLM bauen und diese trainieren. Das wäre am Ende aber nichts, was ich auf einem Mikrocontroller laufen lassen könnte. Für eine Engine dieser Art brauche ich Rechenpower.
Im Fazit komme ich wieder zu dem Schluss, dass alles, was heute im Markt als AI verkauft wird, am Ende eine Engine oder eine Art AlphaZero ist. AI scheint zu bedeuten, dass ein Netz einbezogen wird. Definiert man es so, sind Stockfish und auch WASP ebenfalls AI-Engines – was die Hersteller ja exakt so nutzen.
LLM's allein sind für Schach völlig wertlos.
LG Dirk
[Event "BearChess"]
[Site ""]
[Date "2026.02.13"]
[Round ""]
[White "Sommerfeld, Dirk"]
[Black "chatti"]
[Result "1-0"]
1.e4 c6 2.Nf3 d6 3.d4 a6 4.d5 e5 5.Bg5 f6 6.Bh4 g6 7.g4 c5 8.g5 Nc6 9.gxf6 Bg4 10.f7+ Kd7 11.Bxd8 g5 12.dxc6+ Ke6 13.Nxg5# 1-0