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AW: Die tollen Schachprogramme von Arne Bailliere
Hallo zusammen,
vielen Dank Thorsten ! Auch fürs Testen und Bei beiden Projekten handelt es sich um nicht-kommerzielle Projekte. Es werden keine E-Mails, keine Kartendaten und keine sonstigen persönlichen Daten verlangt. Ich kann nicht einmal sehen, wie oft die Programme heruntergeladen werden. Ich möchte die Projekte einfach mit der Community teilen für Feedback, für Anregungen, oder einfach um Spaß zu haben mit den Großmeister-Persönlichkeiten. Erstmal den link zu den Programmen : Pionier 2 — Sowjetische Schachmaschine mit eigener Engine und sarkastischem Kommentator (114 MB, Windows) https://drive.google.com/file/d/1sSi...ew?usp=sharing ChessMind (wird noch umbenannt) — Schachtrainer mit 7 Großmeister-Persönlichkeiten, strategischer Plananalyse und interaktivem Coaching (850 MB, Windows) https://drive.google.com/drive/folde...usp=drive_link ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin Arne, 48 Jahre alt, wohne in der Nähe von Berlin und bin eigentlich schon seit langem Schachcomputersammler. Die Geschichte hinter meinen Programmen ist eigentlich ganz einfach entstanden: aus dem Wunsch, meine Kinder vom Online-Gaming wieder fürs Schach zu begeistern — und ihnen gleichzeitig zu zeigen, was heute mit modernen Tools wie Claude Code und Visual Studio möglich ist. Damit sie nicht nur Spiele von anderen spielen, sondern auch selbst Spiele gestalten wollen und können. Ursprünglich war das Ganze als Weihnachtsgeschenk für meine eigenen Kinder gedacht. Aber angetrieben durch die modernen Möglichkeiten ist daraus eine Quest geworden — nämlich eine längst abgeschlossene, aber eigentlich fast vergessene Debatte in der Schachcomputerprogrammierung wieder zu öffnen: Ob und wie man eine Maschine menschlich spielen lassen kann — ohne künstliche Abschwächung oder Auffälligkeiten, die mit menschlichem Spiel nichts zu tun haben. Eine kleine Anekdote dazu: Einer der Highlights meines Lebens war, als ich in Berlin-Moabit einen Mephisto Academy auf eBay ergattern konnte — für 25 Euro Nachlass. Ich war schon immer fasziniert von diesem Gerät, weil es so einen harmonischen Spielstil hatte. Ein schwerer Gegner, aber gleichzeitig auch ein sehr guter Lernpartner. Für Leute, die Schach erst im späteren Alter gelernt haben und keinen Coach hatten, war dieses Gerät fast ein echter Freund. Und genau dieses Gefühl wollte ich in meinen Projekten wieder entstehen lassen. Dabei sollte erwähnt werden: Alle Programme wurden mithilfe von Claude Code in Visual Studio entwickelt. Ich bin selbst im Laborinformatikbereich tätig — also in der Verwaltung von Labordaten — und weder Programmierer noch ein besonders guter Schachspieler. Aber mit den Möglichkeiten, die es heute gibt, muss man eigentlich nur die Vision haben und bereit sein, durch viele Iterationen zu gehen, um ein Produkt zu gestalten. Pionier 2 soll ein Erlebnis bieten, wie es eine sowjetische Schachmaschine gewesen sein könnte — mit einer völlig neu entwickelten Python-Engine, die drei verschiedene Spielstärken anbietet. Die Bedienung und Kommunikation soll an die alten Schachcomputer erinnern, aber mit sowjetischem Einschlag. Man versucht, das Gefühl zu vermitteln, ein sowjetisches Computerprogramm zu bedienen. Es gibt auch ein paar Gimmicks: Botwinnik schwebt über den Bildschirm, wenn die Maschine die Partie gewonnen hat. Und die sarkastischen Kommentare der Engine preisen natürlich die ganze Zeit die Überlegenheit des sowjetischen Schachsystems — und versuchen gleichzeitig, dich als Gegner psychologisch unter Druck zu setzen, indem sie mit jedem Zug Unsicherheiten in deine Denkweise streuen. Das Pionier-Programm baut auf den Daten auf, die wir für das größere Projekt ChessMind aufbereitet hatten. (Der Name wird noch geändert, da wir zufällig auf einen Großmeister aus Lateinamerika gestoßen sind, der eine gleichnamige Plattform betreibt aber da wir keine kommerziellen Ziele verfolgen, ist das kein Problem.) ChessMind ist als Spielpartner für Kinder und Erwachsene gedacht und versucht, den Spielstil eines Großmeisters zu emulieren aufgrund umfangreicher Datenanalysen. Und genau hier wird es spannend: Die Entwicklung war eigentlich eine ständige Frage: was können wir noch mehr tun, um den Spielstil besser abzubilden? Es begann mit der Gesamtanalyse aller verfügbaren Partien der Großmeister. Dann die Entscheidungskriterien: Wo weicht ein Spieler von Engines wie Stockfish oder Leela Chess Zero ab? Diese Abweichungen wurden als Tendenzen kartiert und daraus Stilregeln entwickelt. Dazu kamen Muster- und Sequenzanalysen. Der größte Durchbruch kam mit der Idee, rückwärts statt vorwärts zu analysieren. Das heißt: Von der Endstellung her zurück bis zum Anfang, um rückblickend zu entdecken, welche Pläne, welche Muster, welche Sequenzen zur Entstehung einer vorteilhaften Situation beigetragen haben. Diese Pläne werden dann in der Vorwärtssuche wieder eingesetzt, wenn ein ähnliches Stellungsmuster auftaucht über Fuzzy Matching, da es im Schach selten eine ideale Übereinstimmung zwischen zwei Positionen gibt. Das Prinzip funktioniert so: Wenn ein Zug von der Engine vorgeschlagen wird und unser System erkennt, dass er in einen bekannten Plan passt, bekommt er einen Boost. Passt er in einen Plan, der schon im vorherigen Zug aktiv war, also eine Weiterentwicklung eines laufenden Plans, bekommt er einen zusätzlichen Bonus. Dabei bleibt die Engine immer die Grundlage. Es wird immer ein Multi-PV mit bis zu 10 Kandidatenzügen gesucht. Erst dann werden durch unsere Datenanalyse: die Stilregeln, die Pläne, die Muster,... neue Bewertungen durchgeführt. Der Zug, der am meisten mit dem Stil des Meisters und mit den Plänen aus seinen Partien übereinstimmt, wird nach vorne gehoben. Manchmal ist der Einfluss scheinbar gering, aber wenn man 15% der Zeit eine andere Hauptfortsetzung wählt, vielleicht den fünften oder sechsten Vorschlag der Engine, entstehen daraus neue Stellungstypen. Das kumuliert sich über die ganze Partie. Die detaillierte technische Dokumentation steht in der Anleitung, die dem Programm beiliegt. https://drive.google.com/file/d/1QTP...ew?usp=sharing Abschließend möchte ich mich bei den Forenbetreibern bedanken. Ich verfolge dieses Forum schon seit vielen Jahren und habe sehr viele Stunden Spaß gehabt — beim Nachlesen von Testpartien, bei der Suche nach alten Bedienungsanleitungen, und grundsätzlich mit der ganzen Schachcomputerszene. Auch den Produzenten gilt mein Dank — ich habe mir selbst einen Mephisto Genius und den King Performance gegönnt, weil wir jetzt im Alter sind, wo wir uns das leisten können. Und jetzt, wo eigentlich anders ein ganzer Monat meines Lebens verschwunden ist — beim Coden und mit artifizieller Intelligenz reden und weitersuchen — verstehe ich vieles besser und habe natürlich noch einen viel größeren Respekt für die Programmierer aus den Achtzigern und Neunzigern, die mit viel weniger Ressourcen solche tolle Maschinen geschaffen haben. Auch bei Thorsten Czub hatte ich das Glück, dass jemand mit so viel Erfahrung helfen konnte, um bestimmte blinde Stellen aufzuweisen und die Benutzerfreundlichkeit nach vorne zu bringen. Das Ziel war es, positionelles Schach vermitteln zu können und einen Spielpartner mit einstellbarem Elo und Stil zu ermöglichen — damit man auch als Hobbyspieler das Gefühl haben kann, gegen den echten Stil eines Weltmeisters zu spielen, auf seinem eigenen Level. Das war eigentlich der Ansatz. |
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AW: Die tollen Schachprogramme von Arne Bailliere
Hallo Arne,
herzlich willkommen hier. Es scheint als wärst Du aus meiner Umgebung. Das mit der Rückwärtsbetrachtung beim menschlichen Spiel ist ein genialer Ansatz. Ich werde "Mind" unbedingt ausprobieren. Viel Spaß LG Dirk |
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Re: Die tollen Schachprogramme von Arne Bailliere
Danke, ich habe Pioneer gerade ausprobiert, es sieht so aus, als könnte es Spaß machen, damit zu spielen und es zu testen.
Es wirkt sehr retro! Gruss Nick |
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AW: Re: Die tollen Schachprogramme von Arne Bailliere
danke Nick , da es ein neuse pythonprogramm ist und rleativ wenig nps hat , mit python chess zusammenarbeitet, ist es manchmal eine echte Überraschungskiste , Vielleicht was für den Vergleich mit Classic Brettgeräte bis ~ 1850 elo.
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AW: Die tollen Schachprogramme von Arne Bailliere
Moin,
Willkommen im Forum. Habe direkt das erste Programm geladen und habe eine direkte Anmerkung: Ich nutze in erster Linie ein Notebook mit 13" Bildschirm mit hoher Auflösung 2.880x1.800 ... das Ergebnis: Man kann viele Sachen gar nicht lesen und auch sonst ist die Darstellug nicht optimal: ![]() Man kann dann zwar das Ergebnis bzw. die Anzeige etwas verbessern, indem man die Kompatibilitätseinstellungen nutzt, aber optimal wird es nicht. Sprich, als Anregung, vielleicht in Richtung UI Einstellmöglichkeiten einbauen. Beste Grüße, Sascha
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AW: Die tollen Schachprogramme von Arne Bailliere
Danke Sascha , gleich lade ich ein neuer Build hoch, soll hoffenlicht dieses Problem lösen!
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kamoj (15.02.2026) | ||
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AW: Die tollen Schachprogramme von Arne Bailliere
Hi,
gleiche (nein schlimmere) Problematik beim großen Paket. Wenn man hier über Kompatibilität die Einstellung ändert, gibt es massive Probleme im Programm. Zur Info: Bei beiden Programmen werden bei der Deinstallation nicht alle Dateien gelöscht … bei Pioneer nicht schlimm, da Installationsverzeichnis … bei Chess Mind für den Anwender blöd, da im User AppData Roaming Verzeichnis … Ansonsten, erster Eindruck ist vielversprechend. Grüße, Sascha
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AW: Die tollen Schachprogramme von Arne Bailliere
Das berühmte Schachproblem, an dem Chess 4.6 damals scheiterte. Und welches Pionier angeblich löste.
![]() https://www.schachcomputer.info/foru...86&postcount=5 |
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AW: Die tollen Schachprogramme von Arne Bailliere
Ich hatte mir auch das Pionier 2 Programm heruntergeladen. Es funktioniert soweit.
![]() Nur wenn ich auf Deutsch klicke, ändert sich nichts. Aber das ist nicht so schlimm. |
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