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  #1  
Alt 06.06.2018, 18:12
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applechess applechess ist offline
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 Zitat von Hartmut Beitrag anzeigen
Allerdings ist eines richtig. Die taktische Anfälligkeit ist in letzter Zeit wirklich geringer geworden. Aber es gibt trotzdem noch zu viele taktische Aussetzer...
Hallo Hartmut
Nach einiger Beschäftigung mit Leela Cuda 9.2 sind mir folgende Dinge
aufgefallen. Das Programm wechselt (sehr) selten den zuerst erwogenen
Zug. Taktisch hat Leela stark zugelegt, wobei nicht immer die allerbesten
Varianten bevorzugt werden, aber meistens ebenfalls Gewinn bringende Züge
angeboten werden. Geradezu sensationell werden die Bauern eingesetzt.
Grottenschlecht sieht es bei Mattangriffen aus, wo auch 2-Züger übersehen
werden können, wie unten stehendes Beispiel zeigt ...Sc3, Dxc3 De2 Matt.
Taktisch scheint Leela z. B. dann auch Schwierigkeiten zu haben, wenn
es nur eine einzige, zwingende und langzügige Gewinnführung gibt ... also
nicht verschiedene Wege nach Rom führen. Unter Berücksichtigung der noch
vorhandenen Schwächen bin ich aber mit dem Analysemodus doch recht
zufrieden, werden doch vor allem in positionell/strategischer Hinsicht eben
Vorschläge angeboten, die von anderen Engines nicht kommen.
Gruss
Kurt

[Event "Paris-match"]
[Site "Paris"]
[Date "1862.??.??"]
[Round "?"]
[White "Turgenev, Ivan"]
[Black "Kolisch, Ignac"]
[Result "0-1"]
[ECO "C58"]
[Annotator "GM Lubomir Kavalek/The Huffington Post"]
[SetUp "1"]
[FEN "r1b1r1k1/pp3pp1/7p/2Pp4/4n3/1P3Q1P/P1PN2q1/R1BK1R2 b - - 0 1"]
[PlyCount "6"]
[EventDate "1862.??.??"]
[EventCountry "FRA"]
[Source "ChessPublishing"]

{[#]} 1... Bxh3 $2 (1... Nc3+ 2. Qxc3 Qe2#) 2. Qxf7+ Kh7 3. c3 Nxd2 4. Rf2 0-1


Geändert von applechess (06.06.2018 um 22:44 Uhr)
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Alt 06.06.2018, 19:01
rollinghills rollinghills ist offline
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AW: Selbstlernende KI: Neue Engine spielt auf Profi-Niveau

Hallo zusammen!

Ich hätte da mal eine Frage: Wenn ein Schach Programm 2018 kaum mehr "weiß" als:
- die Schachregeln
- den Wert der Figuren
- dass Figuren in der Mitte i.d.R. besser stehen, als am Rand

Es - das Programm - also einfach rechnet, und die Schlussstellungen bewertet, etc.

Wie stark wäre es dann so in etwa - nach Eurer Meinung. Alleine aufgrund der Rechenleistung heutiger handelsüblicher Prozessoren?

Der Hintergrund meiner Frage: Wie viel künstliche "Intelligenz" ist für einen Rechner eigentlich noch nötig, um besser als M. Carlsen zu spielen?
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  #3  
Alt 07.06.2018, 16:00
Hartmut Hartmut ist offline
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AW: Selbstlernende KI: Neue Engine spielt auf Profi-Niveau

 Zitat von rollinghills Beitrag anzeigen
Hallo zusammen!

Ich hätte da mal eine Frage: Wenn ein Schach Programm 2018 kaum mehr "weiß" als:
- die Schachregeln
- den Wert der Figuren
- dass Figuren in der Mitte i.d.R. besser stehen, als am Rand

Es - das Programm - also einfach rechnet, und die Schlussstellungen bewertet, etc.

Wie stark wäre es dann so in etwa - nach Eurer Meinung. Alleine aufgrund der Rechenleistung heutiger handelsüblicher Prozessoren?

Der Hintergrund meiner Frage: Wie viel künstliche "Intelligenz" ist für einen Rechner eigentlich noch nötig, um besser als M. Carlsen zu spielen?
Dass kann man relativ einfach beantworten:

http://home.hccnet.nl/h.g.muller/max-src2.html

Micromax hat im wesentlichen eine Bewertungsfunktion die geradezu minimalistisch ist. Da man ein sehr kurzes Programm schreiben wollte sind auch die Suchalgorithmen allerdings nicht sehr effizient. So ein Programm kommt in der CCRL Liste allenfalls auf knapp 1900 ELO. Ganz ohne etwas Wissen in der Bewertungsfunktion geht es also auch nicht. Allerdings kann das Programm auch nur einen Thread benutzen. Somit könnte man eventuell - vorsichtig geschätzt - nochmal knapp 300 ELOpunkte draufpacken, wenn es multithreadfähig wäre und auf 16 Kernen laufen würde. Das reicht aber für den guten Magnus ebenfalls noch lange nicht aus. Ein wenig mehr muss es schon können.

Ähnliches gilt z.B. für das didaktische Steinwender-Programm Minimax. Dieses kommt in der Delphi-Version (DelphiMax) etwa 100 ELO-Punkte weiter als Minimax, hat zwar bessere Bewertungsfunktionen, dafür aber sehr ineffiziente Suchalgorithmen.

Wie gesagt, etwas mehr muss man schon machen. Mit den modernen Suchalgorithmen eines Stockfish würde ich einem solch minimalistischen Programm durchaus 2400-2500 ELO zutrauen. Mehr wird es aber auch da ncht werden, wenn man nicht was an der Bewertungsfunktion macht. Die Frage, die die Programmierer zu allen Zeiten beschäftigt hat ist eben genau das: Wieviel Schachwissen muss sein, und ab wann geht es so auf die Geschwindigkeit, dass es sich wieder negativ auswirkt. Und spätestens seit LCZero muss man diese Frage wohl erneut neu bewerten.
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Alt 07.06.2018, 16:55
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 Zitat von Hartmut Beitrag anzeigen
Dass kann man relativ einfach beantworten:

http://home.hccnet.nl/h.g.muller/max-src2.html
Hallo Hartmut
Eine sibylinnische Antwort. Bei dem von rollinghills beschriebenen Programm kann man eigentlich von einem Programm ohne Bewertungsfunktion sprechen, denn mit Schachregeln, dem Wert der Figuren und dem Wissen, dass Figuren in der Mitte i.d.R. besser stehen, als am Rand, wird eine herkömmlich programmierte Schach-Engine wohl kaum besser als ein Anfänger agieren können. Oder sehe ich das falsch?
Gruss
Kurt

Geändert von applechess (08.06.2018 um 10:16 Uhr)
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Alt 08.06.2018, 08:49
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AW: Selbstlernende KI: Neue Engine spielt auf Profi-Niveau

Hallo,

könnte es auch eine Version für die PS4 geben?


Viele Grüße
Jürgen
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  #6  
Alt 08.06.2018, 15:11
Hartmut Hartmut ist offline
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 Zitat von applechess Beitrag anzeigen
Hallo Hartmut
Eine sibylinnische Antwort. Bei dem von rollinghills beschriebenen Programm kann man eigentlich von einem Programm ohne Bewertungsfunktion sprechen, denn mit Schachregeln, dem Wert der Figuren und dem Wissen, dass Figuren in der Mitte i.d.R. besser stehen, als am Rand, wird eine herkömmlich programmierte Schach-Engine wohl kaum besser als ein Anfänger agieren können. Oder sehe ich das falsch?
Gruss
Kurt
Nein das siehst du ziemlich richtig. Aber die genannten Programme kommen den Voraussetzungen so ziemlich am nächsten. Die Bewertungsfunktion ist bei denen zwar da, hat aber allein aufgrund der Größe des Source-Codes eher eine "Alibifunktion".
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Alt 13.06.2018, 12:05
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Die Engine läuft inzwischen auch auf picochess.

Al will noch ein kleines Turnier machen um die tatsächliche Stärke auf der Rasp3 Hardware herauszufinden. Würde mal raten, das die Spielstärke für die meisten immer noch reicht

Jürgen
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Hartmut (14.06.2018), Theo (13.06.2018)
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Alt 13.06.2018, 16:15
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Aha, jetzt also doch. Freut mich sehr
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  #9  
Alt 19.06.2018, 12:19
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Hallo,

es gibt seit neustem einen Blog, wo alles Interessante zum Thema Weiterentwicklung von LC Zero zusammengefaßt wird, was man sonst nur durch mühsames und recht zeitaufwendiges Mitlesen aller Postings in der Discord-App erfahren kann. Natürlich bleibt abzuwarten, wie oft der Blog aktualisiert wird und wie umfassend alle wichtigen Themen dort aufgegriffen werden. Aber der Anfang ist interessant!

https://blog.lczero.org


Stefan
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Alt 08.07.2018, 07:18
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Hallo,

soeben habe ich meine Website mit dem letzten Testrun von LC0 Cuda Net 452 aktualisiert. Jeder Testrun besteht aus mindestens 300 Partien mit 12'+5'' (Partiedauer ca. 30-35 Minuten) gegen 10 Engines mit einem Elo-Schnitt von 3000 CEGT-Elo (40mvs/20', singlecore Eloliste).

https://www.sp-cc.de/long-thinkingtime.htm

Mittlerweile sind 5 Testruns mit LC0 CUDA durch (insgesamt wurden 1520 Partien gespielt), wobei das erste getestete Net 322 40 Tage älter ist, als das zuletzt getestete Net 452. Somit hier nun ein erstes Fazit:

Zunächst einmal ist festzustellen, daß LC0 Cuda in der Fritz16 GUI stabil läuft, es gab weder Crashes noch timelosses.

Interessant ist die Entwicklung der Spielstärke von LC0 CUDA: In 40 Tagen stieg die Elo-performance von 2944 Elo auf 3019 Elo. Das bedeutet, es wurden +75 Elo in 40 Tagen dazugewonnen. Das wären im Schnitt also +1.875 Elo pro Tag. Das finde ich sehr beeindruckend. In einem Spielstärkebereich von um die 3000 Elo fallen die Elopunkte nun sicher nicht vom Himmel. In solchen Spielstärkeregionen ist im Gegenteil die Luft für weitere Elo-Fortschritte sehr, sehr dünn.
Natürlich sind 300 Partien pro Testrun nicht eben viel und die Errorbars sind deshalb hoch. Dennoch zeichnet sich in den 5 Testruns ein klarer Trend ab, siehe dazu auch die Grafik auf meiner Website.

Jetzt läuft der Testrun mit Net 473. Das wird jetzt wieder eine Woche dauern.

Stefan (SPCC)
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