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  #121  
Alt 24.12.2025, 18:40
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mephisto Explorer Pro

Match Nr. 82 mit 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 48. Partie: Remis | Zwischenstand: 25-23 für Mephisto Explorer Pro | Stand hypothetisch: 27,5-20,5 für Mephisto Explorer Pro | Eröffnung: Sizilianisch, Alapin Variante 2.c3 | Buchzüge 2 (241) von Scorpio und 2 (195) von Mephisto Explorer Pro | Partieverlauf: In einem ausgeglichenen Kampf, bei dem sich die gegenseitigen Vor- und Nachteile abwechseln, gelingt keinem der beiden Programme der grosse Coup, so dass sich am Ende ein friedliches Remis durch Zugwiederholung ergibt. Von einer ruhigen Partie kann allerdings keine Rede sein. Denn nach 29.Dh6 stand das Brett in Flammen und der Scorpio 68000 sel. 4 offenbar unabwendbar vor dem Matt auf g7. Mit dem Turmopfer 29...Txg2+! leitet Schwarz die Rettung ein. Der weisse König darf nicht schlagen, würde er doch selbst Matt gesetzt. Also weicht der König nach h1 aus. Und wiederum steht Schwarz scheinbar unabwendbar vor dem Matt durch Dg7. Das erneute Turmopfer 30...Tg1+! bringt aber wieder Rettung für Schwarz. Dieses Mal muss der Mephisto Explorer Pro den Turm schlagen. Das erlaubt dem Gegner dank optimaler Zusammenarbeit von Dame und Läufer ein Dauerschach, wobei sich Schwarz richtigerweise nicht dazu verleiten liess, den weissen Turm zu schlagen. Das hätte wieder Matt in wenigen Zügen zur Folge gehabt. Die kritische Phase der Partie habe ich mit CB-Emu, MessChess, untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass beide Programme trotz völlig falschen Bewertungen, jeder wähnte sich im Vorteil, korrekt alle taktischen Klippen umschifft haben. Dies war deshalb möglich, weil in den entscheidenden Momenten jede Abweichung der gespielten Züge zur Katastrophe geführte hätte.

[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"]
[Date "2025.??.??"]
[Round "48"]
[White "Mephisto Explorer Pro"]
[Black "Scorpio 68000 sel. 4"]
[Result "1/2-1/2"]
[Annotator "25-23 for Explorer"]
[ECO "B22"]
[WhiteElo "2017"]
[BlackElo "2043"]
[WhiteFideId "-1"]
[BlackFideId "-1"]
[PlyCount "87"]
[GameId "2258311632990319"]
[EventDate "2025.??.??"]
[EventType "match"]
[EventRounds "50"]

1. e4 c5 {Match Nr. 82 mit 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 48. Partie: Remis | Zwischenstand: 25-23 für Mephisto Explorer Pro | Stand hypothetisch: 27,5-20,5 für Mephisto Explorer Pro | Eröffnung: Sizilianisch, Alapin Variante 2.c3 | Buchzüge 2 (241) von Scorpio und 2 (195) von Mephisto Explorer Pro | Partieverlauf: In einem ausgeglichenen Kampf, bei dem sich die gegenseitigen Vor- und Nachteile abwechseln, gelingt keinem der beiden Programme der grosse Coup, so dass sich am Ende ein friedliches Remis durch Zugwiederholung ergibt. Von einer ruhigen Partie kann allerdings keine Rede sein. Denn nach 29.Dh6 stand das Brett in Flammen und der Scorpio 68000 sel. 4 offenbar unabwendbar vor dem Matt auf g7. Mit dem Turmopfer 29...Txg2+! leitet Schwarz die Rettung ein. Der weisse König darf nicht schlagen, würde er doch selbst Matt gesetzt. Also weicht der König nach h1 aus. Und wiederum steht Schwarz scheinbar unabwendbar vor dem Matt durch Dg7. Das erneute Turmopfer 30...Tg1+! bringt aber wieder Rettung für Schwarz. Dieses Mal muss der Mephisto Explorer Pro den Turm schlagen. Das erlaubt dem Gegner dank optimaler Zusammenarbeit von Dame und Läufer ein Dauerschach, wobei sich Schwarz richtigerweise nicht dazu verleiten liess, den weissen Turm zu schlagen. Das hätte wieder Matt in wenigen Zügen zur Folge gehabt. Die kritische Phase der Partie habe ich mit CB-Emu, MessChess, untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass beide Programme trotz völlig falschen Bewertungen, jeder wähnte sich im Vorteil, korrekt alle taktischen Klippen umschifft haben. Dies war deshalb möglich, weil in den entscheidenden Momenten jede Abweichung der gespielten Züge zur Katastrophe geführte hätte.} 2. c3 {***ENDE BUCH***'} e6 {***ENDE BUCH***} 3. Bb5 {Keine Offenbarung, aber mit Weiss kann man sich solches Tun gerade noch leisten.} a6 {[#]} ({Die folgende Partie ist aber über die Zugfolge 1.e4 e6 2.Lb5 c5 3.c3 entstanden} 3... b6 4. Qe2 Bb7 5. Nf3 Nf6 6. d3 Be7 7. Nbd2 O-O 8. O-O Bc6 9. Bc4 d5 10. Bb3 dxe4 11. dxe4 Bb7 12. Rd1 Qc7 13. e5 Nfd7 14. Bc2 Bd5 15. Nc4 Nc6 16. Ne3 Bxf3 17. Qd3 f5 18. Qxd7 Qxd7 19. Rxd7 Be4 20. Bb3 Kf7 21. f3 Nxe5 22. Rxe7+ Kxe7 23. fxe4 f4 24. Nc4 Nxc4 25. Bxc4 Rad8 26. Kf2 g5 27. a4 Rd1 28. a5 Rfd8 29. axb6 axb6 30. b4 cxb4 31. cxb4 Rc8 32. Ke2 Rxc1 33. Rxc1 b5 34. Kd3 Rxc4 35. Rxc4 bxc4+ 36. Kxc4 e5 37. h3 h5 38. Kd3 Kd6 39. Kc3 Kc6 {0-1 Wahls,M (2440)-Hausner,I (2425) Delmenhorst 1988}) 4. Qa4 $146 {Diese Neuerung dürfte keine Anhänger finden.} (4. Ba4 b5 5. Bc2 Bb7 6. Qe2 Qg5 7. f3 c4 8. Na3 Bxa3 9. bxa3 Qe5 10. Nh3 Nc6 $11 {0-1 (24) Gass,U (2082)-Juhnke,J (2227) Berlin 2017}) 4... b6 {Plant einfach ...Lb7, wonach der Läufer zurück muss und Schwarz dann gar ...b5 mit Tempo folgen lassen kann.} (4... Qc7 5. Be2 Nf6 6. Nf3 Nc6 7. O-O Be7 8. Qc2 d5 $15) 5. d4 Bb7 6. Bd3 $17 Nf6 $11 {Nicht am besten.} ({Schwarz sollte} 6... f5 $17 {spielen} 7. Nd2 (7. exf5 $2 Bxg2) 7... Nf6 $17 {und Schwarz steht bereits besser.}) 7. Nd2 $11 cxd4 8. cxd4 b5 9. Qb3 $6 $17 {Ergibt wieder Vorteil für Schwarz.} (9. Qd1 $1 $11 {bleibt ausgeglichen.}) 9... Nc6 10. Ne2 Nb4 {Den Vorzug verdient 10...Db6 -/+} 11. O-O {Und umgekehrt sollte Weiss mit 11.Lb1 reagieren und sich den weissfeldrigen Läufer erhalten.} Be7 $6 {Logisch war es, mit 11...Sxd3 den gegnerischen Angriffsläufer zu tauschen.} 12. a4 (12. Bb1 $1 $14 {und Weiss behält die Oberhand.}) 12... O-O (12... Nxd3 $1 $17 13. Qxd3 O-O) 13. axb5 (13. Bb1 $1 $14 {war erzwungen, um noch Vorteil zu erhalten.}) 13... Nxd3 $17 {Ein wichtiger Läufer verschwindet.} 14. Qxd3 Qb6 15. Nc3 $2 $17 {ungenau} axb5 16. Rxa8 Rxa8 17. e5 $19 {Danach steht Schwarz deutlich besser.} (17. Qxb5 $17 {ist eine bessere Verteidigung.} Qxb5 18. Nxb5) 17... Nd5 $19 18. Nf3 Nxc3 19. bxc3 {Vermasselt seinen Vorteil.} Ra2 $2 (19... Qc6 $19 {Droht durch ...b4 zu gewinnen.} 20. Re1 d6) 20. Ng5 $1 $11 Bxg5 21. Bxg5 {Weiss ist nun schwach auf den weissen Feldern.} Qc6 22. Qg3 Kf8 23. Rd1 $15 ({Genauer} 23. Bf6 $5 g6 (23... gxf6 24. exf6 Qxg2+ 25. Qxg2 Bxg2 26. Kxg2 $11) 24. h4 Qe4 $11) 23... Qc4 $11 (23... Qe4 24. Bf6 Qg6 25. Qxg6 fxg6 26. Bd8 $14) 24. Bf6 $1 {Weiss nutzt die gegnerische Schwäche der Grundlinie aus. Der Läufer ist tabu.} g6 (24... gxf6 $4 25. exf6 $18 {und Schwarz kann das Matt nicht mehr verhindern.}) 25. Qg5 Qc6 26. Rc1 Kg8 27. f3 {Droht Matt mit Dh6.} Qc8 $1 28. Rb1 {Droht wiederum mit Dh6 zu gewinnen.} Qxc3 $1 {Schwarz findet bzw. spielt die einzige Fortsetzung, die den Ausgleich sichert. Mit seiner positiven Bewertung 02.28, d09 33-35 liegt der Scorpio zwar richtig, aber nur, weil er die folgende Verlustvariante für Weiss berechnet: 29.d5? Dc2 30.Tc1 Df2+ 31.Kh1 h6 und Schwarz gewinnt. Die logische Partiefolge 29.Dh6, statt 29.d5? wird nicht berücksichtigt.} 29. Qh6 (29. d5 $2 $19 Qc2 30. Rf1 h6 31. Qg3 Bxd5 (31... b4 $1 $19) 32. Qf2 b4 33. Qxc2 Rxc2 34. Be7 b3 35. Rb1 b2 36. Ba3 Rc3 37. Bxb2 Rb3 38. Kf2 Rb5 39. Ke3 Ba2 $19) {[#]Das Brett steht in Flammen. Und es sieht jetzt mehr als düster aus für Schwarz. Das Matt auf g7 scheint nicht abwendbar.} 29... Rxg2+ $1 $11 {Der Scorpio sieht sich auf Tiefe d08 mit -01.06 (Kh1), erkennt also nicht, dass die Stellung ausgeglichen ist. Das Opfer scheint somit aus der Not geboren, weil alles andere das Matt nicht verhindern kann.} 30. Kh1 $1 {Und wiederum sieht es so aus, als ob sich das Matt auf g7 nicht abwehren lässt. Der Saitek GK 2100, Original des Mephisto Explore Pro Clones, sieht Weiss mit +1.0 im Vorteil.} ({Aber ja nicht} 30. Kxg2 Qxf3+ 31. Kg1 Qg2#) 30... Rg1+ $1 $11 {Der nächste taktische Schlag: ein weiteres nettes Opfer, das der Verteidigung des Matts auf g7 dient. Mit der Bewertung -01.07 bei Tiefe d08 erkennt der Scorpio die reale Lage noch nicht.} 31. Kxg1 Qxd4+ $11 {Alles andere verliert. Bewertung Scorpio: -01.04, d08 (Kf1), während sich der Saitek GK 2100 mit +1.9 im Vorteil sieht.} 32. Kf1 (32. Kg2 Qg4+ 33. Kf2 Qxf3+ 34. Ke1 Qe4+ $11 {und Schwarz hat Dauerschach.}) 32... Qd3+ {Erneut der einzige Zug. Die Bewertung von Scorpio ist auf -00.39 gesunken.} 33. Ke1 (33. Kg1 $5 Qd4+ $8 (33... Qxb1+ $4 34. Kf2 Qb2+ 35. Kg3 {und Schwarz wird im 38. Zug Matt.}) 34. Kg2 Qg4+ ({oder} 34... Bxf3+ 35. Kg3 $11 (35. Kxf3 Qd3+ {Dauerschach}) 35... Qg4+ 36. Kf2 Qg2+ 37. Ke3 Qe2+ 38. Kd4 Qc4+ {Dauerschach}) 35. Kf2 Qxf3+ (35... Bxf3 36. Qg7#) 36. Ke1 Qe4+ 37. Kf2 (37. Kd2 Qd5+ 38. Ke3 Qe4+ 39. Kf2 Qg2+ 40. Ke3 Qe4+ 41. Kf2 Qg2+ 42. Ke3 Qe4+ $11) 37... Qg2+ 38. Ke3 Qe4+ 39. Kf2 (39. Kd2 Qd5+ 40. Ke3 Qe4+ 41. Kf2 Qg2+ 42. Ke3 Qe4+ $11) 39... Qf3+ 40. Ke1 Qe4+ 41. Kd2 Qd4+ $11 {Dauerschach}) 33... Qc3+ $8 {Der einzige Zug, der nicht verliert. Lobenswert, dass Scorpio 68000 sel. 4 erkennt, dass der Turmschnapp 33...Dxb1+ verlieren würde. Der Scorpio benötigt jedoch mehr als 11 Min und Suchtiefe d08, Bewertung -00.80 (Dd2), um zu erkennen, dass er nicht verliert.} (33... Qxb1+ $4 34. Kf2 Qc2+ 35. Kg3 {und Matt durch Dg7# im nächsten Zug.}) 34. Qd2 {Der Saitek GK 2100 sieht sich noch mit +1.3 im Vorteil.} (34. Ke2 Qxf3+ $11) 34... Qxf3 35. Qxd7 {Der Saitek Gk 2100 meint irrtümlich +2.10 zu seinen Gunsten.} Qe3+ {Jetzt zeigt der Scorpio mit 0.00 das erste Mal eine ausgeglichene Bewertung.} 36. Kd1 Bf3+ 37. Kc2 Qe2+ ({Und nicht} 37... Be4+ $2 38. Kb2 Qf2+ 39. Ka1 $18) 38. Kc3 {Jetzt endlich bequemt sich auch der Saitek GK 2100 zu 0.00.} (38. Kb3 $5 Qc4+ $8 39. Ka3 (39. Kb2 Qb4+ 40. Kc2 Be4+ 41. Kd1 Qxb1+ $17) 39... Qa4+ 40. Kb2 Qb4+ $8 41. Kc2 (41. Ka2 $2 Bd5+ $19) 41... Be4+ 42. Kd1 Qxb1+ 43. Kd2 Qa2+ 44. Ke3 $11) 38... Qc4+ 39. Kd2 (39. Kb2 Qb4+ 40. Kc2 (40. Ka2 $2 Bd5+ $19) 40... Be4+ 41. Kd1 Qxb1+ $11) (39. Kb2 $5 Qb4+ $8 40. Kc2 Be4+ 41. Kd1 Qxb1+ 42. Ke2 Qa2+ 43. Ke3 $19) 39... Qf4+ 40. Kd3 (40. Kc2 $5 Qc4+ $8 41. Kd2 (41. Kb2 Qb4+ 42. Kc2 Be4+ 43. Kd1 Qxb1+ $17) 41... Qe2+ 42. Kc3 Qc4+ 43. Kb2 (43. Kd2 $11) 43... Qb4+ 44. Kc2 Be4+ 45. Kd1 Qxb1+ $17) 40... Qe4+ 41. Kc3 Qc4+ 42. Kd2 (42. Kb2 Qb4+ 43. Kc2 (43. Ka2 $2 Bd5+ $19) 43... Be4+ 44. Kd1 Qxb1+ $17) (42. Kb2 $5 Qb4+ $8 43. Kc2 Be4+ 44. Kd1 Qxb1+ 45. Ke2 Qa2+ 46. Ke3 $17) 42... Qf4+ 43. Kc2 Qc4+ 44. Kd2 {***3x REMIS***'} ({Oder} 44. Kb2 $5 Qb4+ $8 45. Kc2 Be4+ 46. Kd1 Qxb1+ 47. Ke2 Qa2+ 48. Ke3 Qa8 $11) 1/2-1/2

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Folgende 10 Benutzer sagen Danke zu applechess für den nützlichen Beitrag:
Chessguru (27.12.2025), Egbert (24.12.2025), kamoj (29.12.2025), Major Chaos (24.12.2025), Mapi (24.12.2025), mickihamster (24.12.2025), Oberstratege (25.12.2025), Roberto (25.12.2025), spacious_mind (24.12.2025), Tibono (24.12.2025)
  #122  
Alt 26.12.2025, 20:58
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mephisto Explorer Pro

Match Nr. 82 mit 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 49. Partie: Schwarz (Mephisto Explorer Pro) gewinnt | Zwischenstand: 26-23 für Mephisto Explorer Pro | Stand hypothetisch: 28,5-20,5 für Mephisto Explorer Pro | Eröffnung: Italienisch, Evans Gambit | Buchzüge 5 (246) von Scorpio und 5 (200) von Mephisto Explorer Pro | Partieverlauf: In der vorletzten Partie zeigt sich das holländische Programm von Frans Morsch seinem Gegner in allen Spielphasen überlegen, holt sich verdientermassen den Sieg und vorzeitig den Matchgewinn.

[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"]
[Date "2025.??.??"]
[Round "49"]
[White "Scorpio 68000 sel. 4"]
[Black "Mephisto Explorer Pro"]
[Result "0-1"]
[Annotator "26-23 for Explorer"]
[ECO "C51"]
[WhiteElo "2043"]
[BlackElo "2016"]
[WhiteFideId "-1"]
[BlackFideId "-1"]
[PlyCount "113"]
[GameId "547081191045"]
[EventDate "2025.??.??"]
[EventType "match"]
[EventRounds "50"]

1. e4 e5 {Match Nr. 82 mit 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 49. Partie: Schwarz (Mephisto Explorer Pro) gewinnt | Zwischenstand: 26-23 für Mephisto Explorer Pro | Stand hypothetisch: 28,5-20,5 für Mephisto Explorer Pro | Eröffnung: Italienisch, Evans Gambit | Buchzüge 5 (246) von Scorpio und 5 (200) von Mephisto Explorer Pro | Partieverlauf: In der vorletzten Partie zeigt sich das holländische Programm von Frans Morsch seinem Gegner in allen Spielphasen überlegen, holt sich verdientermassen den Sieg und vorzeitig den Matchgewinn.} 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Bc5 {[#]} 4. b4 {Das Evans Gambit. Dazu schreibt Dr. Max Euwe in Theorie der Schacheröffnungen, 2. Ausgabe 1968: "Im Jahre 1824 hatte der englische Schiffskapitän W.D. Evans den klugen Einfall, die aggressive weisse Zentrumsaktion in der Hauptvariante der Italienischen Partie (c2-c3 und d2-d4) mittels eines Bauernopfers zu beschleunigen. Er setzte deshalb nach 3...Lc5 mit 4.b4 fort, um nach Annahme dieses Bauernopfers mit Tempogewinn c2-c3 und d2-d4 folgen zu lassen. Der wackere Seemann erlebte mit dieser seiner Idee einen riesigen Erfolg, denn das Evans Gambit wurde von allen Schachspielern mit Begeisterung begrüsst und blieb bis Ende des vorigen Jahrhunderts die *Königin der Eröffnungen*. Als Evans 1872 starb, spielte sein Gambit in den internationalen Turnieren fast die gleiche Rolle wie heutzutage das Damengambit. Auch dem grossen Steinitz, dem erbittertsten Gegner sämtlicher Gambits, gelang es nicht, den Nachweis zu führen, dass die Idee des Kapitäns Evans unzureichend sei. Auch heutzutage kann man nicht behaupten, dass das Evans Gambit widerlegt ist, denn als beste Verteidigung wird heute eine Variante betrachtet, in der Schwarz unter gleichzeitiger Vereinfachung der Stellung den Bauern zurückgibt. Diese besonders von Lasker empfohlene Verteidigung hat jedoch dazu geführt, dass das Evans Gambit allmählich aus der Mode gekommen ist und in den modernen Meisterturnieren kaum mehr gespielt wird." In der Zwischenzeit ist das Rad nicht still gestanden, ohne dass erstaunlicherweise die grundsätzliche Meinung von Dr. Max Euwe über den Haufen geworfen wurde (Utzinger,K). So meint Sam Collins: Schacheröffnungen richtig verstehen: "Nach dem Fehlschlag des weissen Plans mit c3 und d4 (Anmerkung: gemeint ist die alte Hauptvariante der Italienischen Partie) haben sich einige GMs dieser alten Vorliebe von Kapitän Evans zugewandt. Die Idee ist ziemlich geradlinig, weil die Zeit eine so wichtige Rolle bei der Umsetzung des weissen Zentrumsvorstosses spielt, wird der schwarze Läufer auf ein Feld gelockt, wo er nach dem Zug c3 wieder fliehen muss. Ein subtiler Grund ist, dass nach dem Verschwinden des b-Bauern in einigen Varianten La3 ins Spiel kommen kann. Wie so viele der romantischen Eröffnungen gilt das Evans Gambit heute als spielbar, aber harmlos. Schwarz hat eine Reihe von Möglichkeiten, das Material zurückzugeben und dabei vollen Ausgleich zu erreichen.} Bxb4 5. c3 {***ENDE BUCH***} {[#]} Be7 {***ENDE BUCH*** Dieser Läuferrückzug ist für den Schwarzspieler die bequemste Erwiderung auf das Evans-Gambit. Damit kann Schwarz nach Expertenmeinung in diesem System risikolos auf Ausgleich (oder sogar mehr) rechnen. Die Idee 5...Le7, anstatt des Hauptzuges 5...La5, besteht darin, dass Schwarz den weissen Lc4 mit ...Sa5 attackieren möchte, was dann den Durchbruch mit d7-d5 ermöglicht. Wichtig dabei ist, dass Schwarz nicht zögern soll, den Mehrbauern zurückzugeben (durch Anbieten von e5), um seine Aufgabe zu vereinfachen.} 6. Qb3 {Dieser frühzeitige Angriff sieht gut aus, ist aber recht harmlos, sofern Schwarz richtig reagiert.} (6. d4 Na5 7. Nxe5 (7. Bd3 d6 $1 $11) 7... Nxc4 8. Nxc4 d5 $1 9. exd5 Qxd5 10. Ne3 Qa5 $11 11. O-O Nf6 12. c4 O-O 13. Bd2 Bb4 14. Bxb4 Qxb4 15. Qd3 b6 16. Nc3 Bd7 17. Rfd1 Rad8 18. a4 a5 19. h3 Qd6 20. Rac1 Rfe8 21. c5 bxc5 22. dxc5 Qxd3 23. Rxd3 Rb8 24. Rcd1 Bc6 25. Nc4 Rb4 26. Nxa5 Bxa4 27. Rd4 Rxd4 28. Rxd4 Re1+ 29. Kh2 Be8 30. Nb3 {½-½ Fressinet,L (2707)-Efimenko,Z (2701) Tata Steel-B 73rd Wijk aan Zee 2011 (2)}) 6... Nh6 7. d4 Na5 {Das ist die Pointe des Läuferrückzugs 5...Le7. Schwarz kann den gefährlichen weissen Läufer beseitigen.} 8. Qb5 Nxc4 {C50: Evans-Gambit} 9. Bxh6 gxh6 {Das sofortige Zurückschlagen ist nicht Pflicht.} (9... Nd6 10. Qxe5 f6 (10... Nxe4 $5 11. Qxe4 (11. Bxg7 Rg8 $11) ({oder} 11. Qxg7 $2 Bf6 $17) 11... gxh6 $11) 11. Qh5+ Kf8 12. e5 (12. Bf4 Nxe4 $17) 12... fxe5 13. dxe5 Nf7 14. Be3 g6 $11) 10. Qxc4 exd4 11. cxd4 d5 $1 {Wieder dieser systematische Durchbruch.} 12. exd5 {Schwache Bauern Weiß (a2, d4+d5), Doppelbauer (d4)} Rg8 $15 {Schwarz steht etwas besser. Insbesondere stellt sich die Frage, auf welche Seite Weiss rochieren sollte. Die kurze Rochade sieht wegen der halboffenen g-Linie ebenso unerfreulich aus wie die lange Rochade, wo der König keinerlei Bauernschutz hätte. Die Engines plädieren für die kurze Rochade und die Hergabe der Qualität und attestieren nur leichten Vorteil für Schwarz.} 13. Rg1 $2 $17 {Eine komische Idee, den Turm an die Verteidigung eines Bauern zu binden und die kurze Rochade zu verunmöglichen. Der Erwartungswert für Weiss sinkt von 47% auf läppische 12% -/+ (-1.25) (+0% =24% -76%) Tiefe: 41/65} ({Rems M-091224-avx2:} 13. O-O {-0.34(48%)/49} Bh3 14. g3 Bxf1 15. Kxf1 Kf8 16. Nbd2 Kg7 17. Kg2 Re8 18. Nf1 Bd6 19. Ne3 Kh8 20. Rb1 b6 21. Nf5 Qd7 22. Qd3 Rad8 23. Rc1 b5 24. Rc6 a5 25. N3h4 Bf8 26. Ne3 Re6 27. Nf3 Rxc6 28. Ne5 Qe8 29. Nxc6 Rd6 30. Nxa5 Ra6 31. Nc6 Rxa2 32. Ng4 Bg7 33. Qf5 Kg8 34. Nge5 Ra1 35. Nd3 Rd1 36. Qf3 Rd2 37. Nc5 Re2 38. Qb3 Kh8 39. Qxb5 {-0.34/49}) 13... Bf6 $11 {Nicht die beste Wahl.} (13... Qd6 14. Nbd2 Kf8 15. Ne4 Qf4 $17) 14. Nc3 a6 {Aus Computersicht eine verständliche Fortsetzung, die gegen den Doppelangriff Sc3-b5xc7 gerichtet ist. Für unsere Oldies ist mangels Rechentiefe nicht zu erkennen, dass diese Drohung ignoriert werden kann.} (14... Kf8 {Das macht die e-Linie frei und ermöglicht eine künstliche Rochade mit ...Kg7.} 15. Nb5 {Dieses Spiel auf Bauerngewinn schlägt klar zugunsten von Schwarz aus.} c6 $1 16. dxc6 bxc6 17. Qxc6 Bd7 {und Schwarz steht auf Gewinn, wie Stockfish 17.1 bestätigt:} 18. Qd6+ (18. Qc5+ Be7 19. Qc4 Qa5+ 20. Nc3 Rc8 $19) 18... Be7 19. Qxh6+ Rg7 20. Rb1 Qe8 21. Kd2 Bxb5 $19) 15. O-O-O (15. Ne5 {verdient Beachtung.}) 15... Be7 {Schwarz liebäugelt mit einem Schach auf a3. Stockfish 17.1 sieht auf Suchtiefe 50 drei gleichwertige Fortsetzung mit einer 0.00 Bewertung:} ({Stockfish 17.1: 1)} 15... b5 {0.00(50%)/50} 16. Qb3 Kf8 17. Ne5 Bxe5 18. dxe5 Qg5+ 19. Kb2 Qxe5 20. Qb4+ Kg7 21. Rge1 Qf6 22. Rd3 Bf5 23. Rf3 Rge8 24. Rxe8 Rxe8 25. g4 Re2+ 26. Ka3 a5 27. Qxa5 Qe7+ 28. Qb4 c5 29. Qxb5 c4+ 30. Qb4 Qa7+ 31. Qa4 Qc5+ 32. Qb4 Qa7+ {0.00/50}) ({Stockfish 17.1: 2)} 15... Kf8 {0.00(50%)/50} 16. Ne5 b5 17. Qb3 Bxe5 18. dxe5 Qg5+ 19. Kb2 Qxe5 20. Qb4+ Qd6 21. Qd4 Qb6 22. Qb4+ Qd6 {0.00/50}) ({Stockfish 17.1: 3)} 15... Bf5 {0.00(50%)/50} 16. Ne5 h5 17. d6 Be6 18. d5 Bf5 19. Qxc7 Bxe5 20. d7+ Kf8 21. Qxe5 Bxd7 22. Rge1 Qg5+ 23. Qxg5 Rxg5 24. g3 Rc8 25. Re3 Rg4 26. a3 h4 27. Rd2 hxg3 28. fxg3 Rgc4 29. Kb2 Bf5 30. h4 h6 31. Kb3 Bd7 32. Ne4 Ba4+ 33. Kb2 Rc2+ 34. Rxc2 Rxc2+ 35. Kb1 Rc4 36. Nf6 Kg7 37. Rf3 Kg6 38. Rf2 Rd4 39. Kb2 Rd3 40. g4 Rb3+ 41. Kc1 Rc3+ 42. Kb2 {0.00/50}) 16. Ne5 $14 {Starkes Feld Weiß (e5)} Ba3+ 17. Kd2 $11 Qg5+ $6 $16 {Nutzt das Ausgleichspotenzial mit 17...Ld6 oder 17...Kf8 nicht aus.} 18. Ke1 $6 $11 {Wer verstellt mit einem Königszug freiwillig die Verbindung seiner Türme: nur ein "dummer" Schachcomputer". So geht der weisse Vorteil wieder völlig verloren.} Bd6 19. Ne4 Qe7 20. Qe2 $11 Bb4+ $16 {Der gesunde Entwicklungszug 20...Lf5 = verdient bei weitem den Vorzug.} 21. Kf1 Bf5 22. Qf3 $6 $11 {Verpatzt seinen soeben vom Gegner ihm gewährten Vorteil.} (22. g4 Bxe4 23. Qxe4 Rg7 24. Qf3 $16) 22... Bxe4 $1 23. Qxe4 $11 Rg7 {Die lange Rochade macht einen logischeren Eindruck.} (23... O-O-O 24. Rb1 f6 25. a3 fxe5 26. Rxb4 Rge8 $11) 24. Rb1 $11 {Die Varianten mit 24.Df5 sind leicht besser für Weiss.} ({Nach} 24. Qf5 Rd8 25. a3 Bxa3 26. Re1 ({oder} 26. Nc6 bxc6 27. Re1 Qxe1+ 28. Kxe1 Rg6 29. dxc6 Rxc6 30. Ke2 Rxd4 $11) 26... Kf8 27. Nc4 Qb4 28. Qd3 Rxd5 29. Nxa3 Qxd4 30. Qxd4 Rxd4 31. Ke2 Rg6 32. Nc2 Re6+ 33. Ne3 c5 34. Ra1 $14 {steht Weiss leicht besser.}) 24... a5 {Die Verwicklungen nach 24...f6 sind zu schwierig für unsere Oldies.} (24... f6 25. Ng4 O-O-O 26. Qxe7 Bxe7 27. Ne3 f5 28. Nxf5 Rf7 29. Nxh6 Rf4 30. g3 Rxd4 31. Nf5 Re4 32. Nxe7+ Rxe7 33. Rd1 Red7 34. f4 Rxd5 35. Rxd5 Rxd5 $11) 25. Qd3 Kf8 26. a3 Bxa3 27. Rxb7 Bd6 28. Qe3 Qe8 $11 {[#]} 29. Nf3 $2 $19 {***VERLIERT*** Weshalb eine stark postierte Figur auf einen schlechteren Platz stellen? Und dieser unglückliche Rückzug führt auch noch zu entscheidendem Vorteil für Schwarz. Richtig wären 29.g3 oder 29.Sc4 gewesen mit ausgeglichenen Chancen.} ({Stockfish 17.1: 1)} 29. g3 {0.00(50%)/66} Qc8 30. Rb2 Qh3+ 31. Ke2 f6 32. Qf3 Kg8 33. Rgb1 Rf8 34. Nc6 a4 35. Rb8 Rgf7 36. Nd8 c6 37. Nxf7 Rxb8 38. Rxb8+ Bxb8 39. Nd8 Qd7 40. Qxf6 cxd5 41. Nc6 Bd6 42. Ne5 Qe7 43. Qxe7 Bxe7 44. Kd2 Kg7 45. Nd3 h5 46. Kc3 h4 47. Nf4 Bd6 48. Nxd5 hxg3 49. fxg3 a3 50. Kb3 h5 51. Ne3 Kf6 52. Nc4 Bf8 53. Nxa3 Kf5 54. Nb5 Kg4 55. Kc4 Kh3 56. Kd5 Kxh2 57. Ke4 Kxg3 {0.00/66}) ({Stockfish 17.1: 2)} 29. Nc4 {0.00(50%)/66} Qd7 30. Qxh6 Qa4 31. Qc1 Bxh2 32. Rh1 Bf4 33. Qa3+ Qxa3 34. Nxa3 a4 35. g3 Bd6 36. Nb5 a3 37. Ke2 Rg5 38. Nxc7 Bxc7 39. Rxc7 a2 40. Ra1 Rxd5 41. Rc2 Rda5 42. d5 Ke7 43. Kf3 Kd6 44. Rd2 Ra3+ 45. Kg2 R8a5 46. Kf1 R5a4 47. Kg2 h5 48. Kf1 Ra7 49. Kg2 R3a4 50. Kf1 {0.00/66}) 29... Qc8 $1 $19 {Für meine Engine ist Weiss mit -+ (-2.83) (0% +0% =0% -100%) Tiefe: 56/24 bereits verloren.} 30. Rb1 {Noch die beste Verteidigung.} Qa6+ ({Stärker ist} 30... Qf5 31. Ra1 Qxd5 {und Schwarz steht deutlich besser.}) ({Am besten ist} 30... a4 $1 31. Ra1 Qb7 32. g3 Qxd5 33. Kg2 Rg6 34. Rgd1 Rf6 $19 {und aus der gegnerischen Umklammerung kann sich Weiss nicht mehr retten.}) 31. Qe2 Qxe2+ $2 {Ein so genannter "Minustausch", wird doch der gegnerische König sofort zentralisiert. Und vor allem sind die weissen Türme auf einen Schlag verbunden und kampfbereit. In diesem Sinne verdient 31...Dc8 den Vorzug -/+..} 32. Kxe2 Ke7 $11 33. g4 {Eher würde man 33.g3 erwarten, was die schwarzen Felder nicht schwächt und dem gegnerischen Läufer das Feld f4 verwehrt.} a4 34. Nh4 {Droht auf f5 mit der Springergabel.} Kd7 35. Nf5 Rg6 36. h4 $1 $15 {Weiss hat sich schon fast erholt.} a3 37. h5 Rgg8 $11 {[#]} 38. Nxh6 $2 {Das ***VERLIERT*** wieder, wie die Folge ergibt. Der Scorpio 68000 sel. 4 sieht sich innert der getesteten Zeit von 14 Min. bei Suchtiefe d08 04-36 mit -00.14 und hat bis 40.Kf3 die korrekte Variante im Köcher, möchte dann aber 40...Ta3+ 42.Kg2 Te4 spielen und übersieht aber den stillen Gewinnzug 40...Lb4. Es zeigt sich jedoch, dass der Scorpio selbst nach diesem entscheidenden Läuferzug noch immer völlig im Dunkeln tappt. Einmal mehr wird man sich bewusst, mit welch äusserst beschränkten Mitteln in Bezug auf Rechenkraft und Schachwissen unsere Oldies ausgestattet sind.} (38. Rb3 a2 39. Ra1 Rxg4 40. Rb2 Rg5 41. Ne3 Rxh5 42. Rbxa2 Rb8 $11 {und Ausgleich.}) 38... a2 39. Ra1 Rge8+ 40. Kf3 {Der Scorpio ist mit -00.04 bei Tiefe d08 04-05 nach 27 Min noch immer völlig ahnungslos und schiebt die Niederlage mit Zwischenzügen wie g6, Sg4 und der Drohung Sf6+ über den Horizont.} (40. Kd3 $2 Ra3+ {und gewinnt}) 40... Bb4 {Die tödliche Drohung ...Lc3 kann nicht verhindert werden.} 41. g5 {Noch immer "schläft" Weiss, was seine Bewertung -00.25, Tiefe d08 21-22 nach über 10 Min. zeigt. Meine Engine meint hingegen -+ 4.51 zugunsten von Schwarz.} (41. Rgc1 {scheitert an} Bd2 42. Rc6 Re1 $19 {und Schwarz gewinnt.}) 41... Bc3 {[#]} 42. Ng4 {Nach 10 Min. 26s Bedenkzeit meint Scorpio 68000 sel. 4: -00.66, d09 24-25, Sg4 Lxd4, Sf6 Lxf6, gxf6 Ta6, Tg7 Txf6} Reb8 {Auch 42...Lxd4 gewinnt.} 43. Nf6+ {Weiss wird mit -01.08 etwas einsichtiger.} Kc8 44. d6 {Endlich scheint der Scorpio 68000 sel. 4 mit -03.39 den Ernst der Lage begriffen zu haben.} Bxa1 45. d7+ Kd8 46. Re1 c6 47. Rxa1 Rb1 48. Rxa2 Rxa2 {Auf weitere Kommentare kann verzichtet werden.} 49. Nxh7 Kxd7 50. h6 Rh1 51. Nf6+ Ke6 52. Kg2 Raa1 53. Kf3 Kf5 54. Ne4 Rh3+ 55. Kg2 Rh4 56. Nd6+ Kf4 57. Nf5 {***AUFGEGEBEN*** (Schönheit=6.6)} 0-1


Geändert von applechess (26.12.2025 um 21:07 Uhr)
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Egbert (27.12.2025), kamoj (29.12.2025), Major Chaos (27.12.2025), Mapi (27.12.2025), Oberstratege (27.12.2025), Roberto (27.12.2025), spacious_mind (26.12.2025), Tibono (26.12.2025)
  #123  
Alt 27.12.2025, 04:54
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mephisto Explorer Pro

Guten Morgen Kurt,

nach langem spannenden Kampf ist also nun doch eine Vorentscheidung zugunsten des Mephisto Explorer Pro gefallen. Letztendlich ist dies sicherlich auch verdient.

Gruß
Egbert
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applechess (27.12.2025), kamoj (29.12.2025)
  #124  
Alt 27.12.2025, 10:10
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Re: AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mephisto Explorer Pro

Das Evans Gambit. Dazu schreibt Dr. Max Euwe in Theorie der Schacheröffnungen, 2. Ausgabe 1968: "Im Jahre 1824 hatte der englische Schiffskapitän W.D. Evans den klugen Einfall, die aggressive weisse Zentrumsaktion in der Hauptvariante der Italienischen Partie (c2-c3 und d2-d4) mittels eines Bauernopfers zu beschleunigen. Er setzte deshalb nach 3...Lc5 mit 4.b4 fort, um nach Annahme dieses Bauernopfers mit Tempogewinn c2-c3 und d2-d4 folgen zu lassen. Der wackere Seemann erlebte mit dieser seiner Idee einen riesigen Erfolg, denn das Evans Gambit wurde von allen Schachspielern mit Begeisterung begrüsst und blieb bis Ende des vorigen Jahrhunderts die *Königin der Eröffnungen*. Als Evans 1872 starb, spielte sein Gambit in den internationalen Turnieren fast die gleiche Rolle wie heutzutage das Damengambit. Auch dem grossen Steinitz, dem erbittertsten Gegner sämtlicher Gambits, gelang es nicht, den Nachweis zu führen, dass die Idee des Kapitäns Evans unzureichend sei. Auch heutzutage kann man nicht behaupten, dass das Evans Gambit widerlegt ist, denn als beste Verteidigung wird heute eine Variante betrachtet, in der Schwarz unter gleichzeitiger Vereinfachung der Stellung den Bauern zurückgibt. Diese besonders von Lasker empfohlene Verteidigung hat jedoch dazu geführt, dass das Evans Gambit allmählich aus der Mode gekommen ist und in den modernen Meisterturnieren kaum mehr gespielt wird." In der Zwischenzeit ist das Rad nicht still gestanden, ohne dass erstaunlicherweise die grundsätzliche Meinung von Dr. Max Euwe über den Haufen geworfen wurde (Utzinger,K). So meint Sam Collins: Schacheröffnungen richtig verstehen: "Nach dem Fehlschlag des weissen Plans mit c3 und d4 (Anmerkung: gemeint ist die alte Hauptvariante der Italienischen Partie) haben sich einige GMs dieser alten Vorliebe von Kapitän Evans zugewandt. Die Idee ist ziemlich geradlinig, weil die Zeit eine so wichtige Rolle bei der Umsetzung des weissen Zentrumsvorstosses spielt, wird der schwarze Läufer auf ein Feld gelockt, wo er nach dem Zug c3 wieder fliehen muss. Ein subtiler Grund ist, dass nach dem Verschwinden des b-Bauern in einigen Varianten La3 ins Spiel kommen kann. Wie so viele der romantischen Eröffnungen gilt das Evans Gambit heute als spielbar, aber harmlos. Schwarz hat eine Reihe von Möglichkeiten, das Material zurückzugeben und dabei vollen Ausgleich zu erreichen.

Hello Kurt,

Thank you for your wonderful account of the Evans Gambit!

Best

Clive
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applechess (31.12.2025), Egbert (27.12.2025), kamoj (29.12.2025), Tibono (27.12.2025)
  #125  
Alt 31.12.2025, 15:56
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mephisto Explorer Pro

Liebe Schachfreunde

Das Match Nr. 82 auf Turnierstufe ist zu Ende. Der etwas überraschende Sieger mit 27-23 heisst Mephisto Explorer Pro. Hier folgt nun noch die letzte Partie. Dann mein Fazit dieses Matches und der Download aller 50 kommentierten Partien.

Viele Grüsse
und allen einen guten Rutsch ins 2026.
Kurt

[Event "Match 82__120'/40"]
[Site "Zürich"]
[Date "2025.??.??"]
[Round "50"]
[White "Mephisto Explorer Pro"]
[Black "Scorpio 68000 sel. 4"]
[Result "1-0"]
[Annotator "27-23 for Explorer"]
[ECO "A65"]
[WhiteElo "2016"]
[BlackElo "2043"]
[WhiteFideId "-1"]
[BlackFideId "-1"]
[PlyCount "128"]
[GameId "547081191046"]
[EventDate "2025.10.05"]
[EventType "match"]
[EventRounds "50"]

1. d4 Nf6 {Match Nr. 82 mit 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 50. Partie: Weiss (Mephisto Explorer Pro) gewinnt | Endstand: 27-23 für Mephisto Explorer Pro | Endstand hypothetisch: 29,5-20,5 für Mephisto Explorer Pro | Eröffnung: Benoni | Buchzüge 6 (252) von Scorpio und 3 (203) von Mephisto Explorer Pro | Partieverlauf: In der letzten Partie des Matches verpasst es der Scorpio 68000 sel. 4, sein Ergebnis noch etwas aufzubessern. Im Gegenteil hat das Programm von David Kittinger schon frühzeitig um den Ausgleich zu kämpfen. Und mit 10...Sg4? schlittert Schwarz bereits in eine verlorene Stellung. Zwar vermag der Mephisto Explorer Pro aus diesem Fehler nur einen kleinen Vorteil zu retten. Durch das Schnappen eines Bauern mit 18...Dxb2? stürzt Schwarz dann allerdings wieder ins Elend. Trotz zwischenzeitlichem Bauerngewinn tut sich Weiss nach dem Damentausch aber schwer, das schwierige Doppelturm-Endspiel sachgerecht zu behandeln. So erhält das Novag Programm die einmalige Chance, das Endspiel doch noch zu retten. Mit 40...Tac8? geht Schwarz an seinem Glück vorbei und muss schliesslich seine letzte bittere Niederlage einstecken und das Match mit 23-27 verloren geben.} 2. c4 c5 3. d5 $14 {***ENDE BUCH***} e6 4. Nc3 exd5 5. cxd5 d6 6. e4 g6 $16 {***ENDE BUCH***} 7. Bb5+ {Keine ambitiöse, aber trotzdem gesunde Fortsetzung.} ({Zu} 7. f4 {bemerkt der Eröffnungsreport von ChessBase 26: "Der Zug 7.f4 kommt aus der Mode. Die Beliebtheit sinkt von 80% auf 52%, wenn dieser Zug gespielt wird. Moderne Spieler bevorzugen: 7.h3 (114%), 7.Sf3 (69%), 7.Ld3 (63%). Dieser Rückgang (Anmerkung Utzinger,K: unter 100%) betrifft alle nachfolgenden Stellungen in dieser Variante." Ob dieser Trend anhält, wird sich zeigen, denn die modernen Engines haben eine Vorliebe für 7.f4 (Utzinger,K).}) 7... Bd7 8. Qe2 {Andere Züge sind gemäss der ChessBase Online Datenbank hier beliebter:} (8. a4 {62 Partien, 56.5% Gewinnquote} Bg7 9. Nf3 O-O 10. O-O Bxb5 11. axb5 {0.49/25 Fritz 19}) (8. Bxd7+ {6 Partien, 27.2% Gewinnquote} Nbxd7 9. Nf3 $11) (8. Bd3 {40 Partien, 32.5% Gewinnquote} Bg7 9. Nge2 $14) (8. Be2 {15 Partien, 20% Gewinnquote} Bg7 9. Bf4 Qe7 10. Nf3 Nxe4 {-0.14/41 Stockfish 20250928}) (8. Bc4 Bg7 9. Qb3 Na6 10. Nf3 O-O {-0.62/26 Stockfish 15}) 8... Qa5 {Spielbar, auch wenn 8...a6 normaler wirkt,} (8... a6 9. e5 dxe5 10. Bd3 Bd6 11. Bg5 h6 12. Ne4 $2 (12. Bh4 $11) 12... Be7 $2 (12... hxg5 $17) 13. Bxf6 $11 {0-1 Korennoi,V (2223)-Butkiewicz,L (2328) Wroclaw op 2009 (7)}) 9. Bd2 { (0.35) Nichts spricht auch gegen 9.Ld3 oder 9.Lxd7+.} a6 $2 {Das ist schlecht, wie auch die Bewertung +- (2.17) (99% +98% =2% -0%) Tiefe: 41/62 zeigt.} (9... Bg7 10. Bc4 O-O 11. h3 $14) 10. Bd3 {[#]} Ng4 $2 {Schwarz ***VERLIERT***, denn diese erneute Ungenauigkeit vermag die schwarze Stellung nicht mehr zu ertragen.} 11. Nd1 {Das genügt noch für deutlichen Vorteil. Aber mit 11.e5! hätte Weiss einen rascheren Sieg erzwungen.} (11. e5 Nxe5 (11... Bh6 12. f4 O-O 13. h3 $18) (11... dxe5 12. h3 $18) 12. f4 Bg4 13. Nf3 Nbd7 14. fxe5 Nxe5 15. Ne4 Qd8 16. Bg5 Be7 17. Bxe7 Nxd3+ 18. Qxd3 Qxe7 19. O-O O-O-O 20. Rae1 $18) 11... Qb6 12. Bc3 Ne5 13. Nf3 (13. f4 $18 {ist wirksamer}) 13... Bg4 14. Bxe5 $2 {Vergibt fast seinen ganzen Vorteil. Besser sind:} (14. Qe3 Bxf3 15. gxf3 Nxd3+ 16. Qxd3 Rg8 17. Ne3 $16) (14. Ne3 Bxf3 15. gxf3 Bh6 16. Ng2 Nxd3+ 17. Qxd3 O-O 18. h4 Nd7 19. h5 $16) 14... dxe5 15. O-O Bh6 (15... Qf6 {ist besser} 16. a4 $14) 16. Ne3 Bxe3 17. Qxe3 Bxf3 18. Qxf3 $14 {[#]} Qxb2 $2 $18 {Es ***VERLIERT*** dieser materialistisch begründete Bauernschnapp, denn Weiss erhält nun eine überwältigende Stellung.} 19. Rfb1 {Obowhl 19.Tab1 gemäss den Engines noch stärker ist, genügt auch diese Fortsetzung, welche für einen Oldie zudem einfacher zu spielen ist.} (19. Rab1 $1 Qxa2 20. Rxb7 O-O 21. h4 h5 22. g4 $18 {und die Abwehr des weissen Angriffs wird Schwarz entscheidend Material kosten.}) 19... Qd4 20. Rd1 {Es droht Lb5+ mit Damengewinn.} Qa4 21. Qf6 O-O 22. Qxe5 c4 23. Be2 Nd7 24. Qc3 Rfc8 {Besser war es, einen Turm nach e8 zu stellen, um den nun möglichen und vernichtenden Vorstoss e4-e5 zu verhindern.} 25. Rdb1 {Aber selbst nach diesem zweitbesten Zug hat Schwarz gar nichts zu lachen. Von einer möglichen Rettung kann keine Rede sein. Bewertung: +- (2.94) (100%) (+100% =0% -0%)} ({Rems M-091224-avx2:} 25. e5 Nf8 26. h4 Qd7 27. Qd4 h5 28. Bxc4 Qa4 29. Bb3 Qxd4 30. Rxd4 b5 31. Re1 Ra7 32. e6 fxe6 33. dxe6 Re7 34. Rd6 a5 35. Rb6 a4 36. Bd5 Nh7 37. Rxb5 Nf6 38. Bf3 Rc2 39. Re2 Rc1+ 40. Kh2 Rc3 41. Ra5 a3 42. Rae5 Kg7 43. R5e3 Rxe3 44. Rxe3 Kf8 45. Bd1 Ra7 46. Rf3 Kg7 47. Rg3 Ra8 48. Re3 Nd5 49. Rf3 Ra7 50. Bb3 Nf6 51. Rd3 Kf8 52. f3 Ke8 53. Rd1 Ra5 54. Kg3 Ke7 55. Rd4 {3.71/42}) 25... Nc5 26. f3 {Genauer sind 26.e5 +- oder 26.Lf3 +-} Qd7 27. Qxc4 {Weiss hat bei klar besserer Stellung einen Bauern mehr.} Na4 28. Qd3 {Nach d4 wäre noch besser.} Nc3 29. Rb3 Qc7 30. Kh1 Nxe2 31. Qxe2 b5 ({Vielleicht bietet} 31... Qc1+ 32. Qd1 Qxd1+ 33. Rxd1 b5 {bessere praktische Schwindelchancen.}) 32. Rd1 {Nicht am besten.} ({Systematischer ist} 32. Rd3 Qc2 33. Rd2 Qc4 34. Qe1 a5 35. e5 $18) 32... Qc4 {Der falsche Weg.} (32... Qc2 {bietet noch gewisse Rettungschancen} 33. Rb2 ({aber nicht} 33. Rd2 $2 Qxa2 $1 {sowas kann man gut übersehen} 34. Qd1 (34. Rxa2 $4 Rc1+ 35. Qe1 Rxe1#) 34... Qa4 $11) 33... Qxe2 34. Rxe2 Kf8 35. h4 a5 36. Rd4 b4 {und das Programm von Frans Morsch müsste noch zeigen, ob er das gewinnen kann.}) 33. Qd2 Qc2 34. Rb2 $6 (34. g4 $1 $18) 34... Qxd2 35. Rbxd2 Kf8 {So gut, im Sinne von "nicht sonnenklar verloren", stand Schwarz schon lange nicht mehr.} 36. g3 Ke7 37. Kg2 Kd6 38. f4 f6 $1 {Natürlich muss e4-e5 verhindert werden.} 39. Re1 Re8 $1 {Wiederum gegen e4-e5 gerichtet.} 40. Re3 $2 $14 {Praktisch vermasselt Weiss auf diese Weise endültig den Sieg. Nun kann und sollte Schwarz seine Bauernmehrheit am Damenflügel in die Waagschale werfen.} (40. g4 {ist der einzige Gewinnversuch, um mit gelentlich g4-g5 das Feld e5 freizukämpfen.}) {[#]} 40... Rac8 $2 $18 {Diese schwache Fortsetzung macht alles wieder zunichte und Schwarz ***VERLIERT*** wieder. Meine beste Engine, PROMENADE (ein SF Derivat) sieht die Stellung nach 40...a5, auf Suchtiefe 54, im Gleichgewicht.} ({PROMENADE-avx2:} 40... a5 {0.10(50%)/54} 41. Kf3 Rac8 42. Ra3 a4 43. Rb2 Rc5 44. Rd3 Rb8 45. Re2 Re8 46. h4 h5 47. Rd4 Rc3+ 48. Re3 Rc5 49. a3 Rc2 50. Rd1 Rc4 51. Rd2 Rc1 52. Rb2 Rb8 53. e5+ fxe5 54. fxe5+ Kxd5 55. e6 Kc6 56. Rd2 Re8 57. e7 Rf1+ 58. Kg2 Rf7 59. Rc3+ Kb7 60. Rd7+ Kb6 61. Rd6+ Kb7 62. Rc5 b4 63. Rd7+ Kb6 64. axb4 Rfxe7 65. Rd6+ Kb7 66. Rxg6 Re5 67. Rcc6 Rb5 68. Ra6 Rxb4 69. Ra5 Rh8 70. Kh3 Kb8 71. Rc6 Kb7 72. Re6 Rg4 73. Rb5+ Kc7 74. Rf6 Rh7 75. Rg5 Rg7 76. Rxg7+ Rxg7 77. Ra6 Rg4 78. Ra5 {0.10/54}) 41. Ra3 Ra8 ({Nichts ändert} 41... Rxe4 42. Rxa6+ Ke7 43. Ra7+ Kf8 44. Rxh7 Kg8 45. Rb7 Rb4 46. Kf3 $18 {mit leichtem Gewinn für Weiss.}) 42. Kf3 Rec8 43. Re3 $1 Rf8 (43... Re8 44. Rc3 Rac8 45. Rdc2 Rxc3+ 46. Rxc3 $18) 44. Rc3 h6 45. Rdc2 {Schwarz ist absolut hilflos.} Ra7 46. Rc6+ Kd7 47. Re6 g5 48. Rcc6 {Die Kraft der weissen Türme ist gewaltig.} gxf4 49. Red6+ Ke7 50. gxf4 f5 51. e5 h5 52. Rh6 Kd8 53. Rxh5 {Die Partie ist gelaufen.} Rc7 54. Rxa6 Rc3+ 55. Ke2 Rc2+ 56. Kd3 Rc5 57. d6 {Weiss hat Mattangriff.} Re8 58. Rh7 Rd5+ 59. Ke3 Rc5 60. Ra8+ Rc8 61. Rxc8+ Kxc8 62. d7+ Kd8 63. dxe8=R+ Kxe8 64. Kd4 Kf8 {***AUFGEGEBEN***} 1-0



Fazit
Match Nr. 82, 120’/40, Novag Scorpio 68000 sel. 4 (Elo 2043) – Mephisto Explorer Pro (Elo 2016)
Resultat: 23,0 – 27,0 (+21 =12 -17) für das Programm von Frans Morsch


Ein (fast) gleiches Match zwischen den beiden Geräten über 20 Partien haben wir schon früher durchgeführt mit dem Ergebnis 10,0 : 10,0 (+6 =8 -6), d.h. völlig ausgeglichen. Das Fazit dieses Matches findet man hier: https://www.schachcomputer.info/foru...8&postcount=56 Nun sind wir der Meinung, dass so wenige Partien kein verlässliches Bild abgeben können. Deshalb haben wir beschlossen, das Match auf 50 Partie auszudehnen. Dann kam jedoch die Idee auf, den Wettkampf neu zu starten, mit dem einzigen Unterschied, dass das Novag-Gerät mit der grossen Eröffnungsbibliothek spielen soll. Das erspart dem Bediener viel Arbeit von wegen diversen Neustarts, bis jeweils eine neue Eröffnungsvariante auf dem Brett steht.

Code:
120'/40+60'/20+30'  2025
	
1	Mephisto Explorer Pro		2016	 +54	+21/=12/-17	54.00%	27.0/50
2	Scorpio 68000 sel. 4		2043	 -54	+17/=12/-21	46.00%	23.0/50
Im neuen Match ergab sich folgender Verlauf (aus Sicht des Novag Geräts):

Code:
Partien 1-10	5½ : 4½ für Novag Scorpio 68000 sel. 4
Partien 11-20	4½ : 5½ für Mephisto Explorer Pro
Partien 21-30	5,0 : 5,0 unentschieden
Partien 31-40	3½ : 6½ für Mephisto Explorer Pro
Partien 41-50	4½ : 5½ für Mephisto Explorer Pro	
Total		23 : 27   für Mephisto Explorer Pro
Interessant ist der Vergleich nach jeweils 20 Partien in den zwei Matches: In beiden Fällen stand es 10 : 10 ausgeglichen. Ein m.E. wohl ganz zufälliges Resultat.

Aufgrund der neuen Elo-Liste betrug die Elo-Differenz zwischen den beiden Programmen nur noch 27 Elo. Und somit war ein Matchausgang von 27 : 23 (Gewinnquote 54%) zugunsten von Novag Scorpio 68000 sel. 4 zu erwarten. In diesem Sinne ist das exakt umgekehrte Endresultat mit 27 : 23 (Gewinnquote 54%) für den Mephisto Explorer Pro, bzw. einer Gewinnquote von nur 46% für das Novag Programm, doch überraschend ausgefallen. Scorpio (Elo 2043) hat eine Turnierleistung von lediglich 1989 Elo hingelegt, während der Mephisto Explorer Pro (Elo 2016) eine Turnierleistung von 2070 Elo erzielen konnte.

Im Fazit zum ersten Match hatte ich noch folgendes geschrieben: Spielerisch war der Novag Scorpio 68000 sel. 4 seinem Gegner in allen Belangen überlegen (bessere Eröffnungsbibliothek, stärkeres Mittelspiel, gesunderes Positionsspiel, mehr Endspielwissen) und vom Verlauf der Partien her hätte ein Sieg von 14 : 6 (statt 10 : 10) erzielt werden müssen. In unserem zweiten Match, Nr. 82, über 50 Partien zeigte sich nun allerdings ein anderes Bild. Von einer Überlegenheit des Scorpio 68000 sel. 4 konnte praktisch in keiner Spielphase etwas bemerkt werden. Im Gegenteil hat das Programm von Frans Morsch mehr Gewinnchance verpasst als sein Gegner. Und das hypothetische Resultat (wer hatte in jeder Partie das erste Mal eine Gewinnstellung auf dem Brett) von 29,5 : 20,5 (Gewinnquote 59%) zugunsten des Mephisto Explorer Pro spricht Bände. Was auch in diesem Match gilt, ist die folgende Feststellung: Aufgrund der stark unterschiedlichen Spielstile rechnen die beiden Programme oftmals genug völlig aneinander vorbei, und so entstehen chaotisch anmutende Partien, in deren Verlauf sich die Bewertungen infolge einzelner schlechten Züge vom Gewinn zum Remis oder gar zum Verlust und umgekehrt ändern können. Verantwortlich für diesen Umstand sind vor allem die zu geringe Suchtiefe und die mangelnde taktische Schlagkraft der beiden Programme sowie insbesondere fehlendes Endspielwissen.

Weshalb sich in unserem 50-Partien-Match die spielerische Situation im Vergleich zum 20-Partien-Match spürbar verändert hat, ist schwer zu sagen und zu ergründen, bzw. könnte ebenso gut mit dem Argument von noch immer viel zu wenigen Partien ad acta gelegt werden. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Eröffnungen aus dem grossen Buch des Scorpio ganz allgemein dem Spielstil des Programms wenig Gutes tun. Buchzüge: Scorpio hat in diesen 50 Partien total 252 Buchzüge ausgespielt (Ø 5.04 Züge pro Partie), der Mephisto Explorer Pro total 203 Buchzüge (Ø 4,06 Züge pro Partie). Auch eine Kontrolle in Bezug auf die Qualität der Buchzüge mit dem jeweiligen Ausgang der Partie war interessant. Partien mit minimalem Vorteil (+= oder =+) nach Buchende können vernachlässigt werden. In keiner Partie stand jedoch Weiss/Schwarz nach Buchende auf Gewinn (+- oder -+). Und klare Vorteile nach Buchende (+/- oder -/+) finden sich in nur 8 Partien.

Partie 22: Explorer – Scorpio +/- nach 4…c6, Ergebnis ½-½ (Explorer kann Vorteil nicht nutzen)
Partie 25: Scorpio – Explorer +/- nach 11.Lb5, Ergebnis ½-½ (Scorpio kann Vorteil nicht nutzen)
Partie 26: Explorer – Scorpio +/- nach 2…Sg8, Ergebnis 1-0 (Explorer nutzt Vorteil)
Partie 29: Scorpio – Explorer -/+ nach 8.Le3, Ergebnis 1-0 (Explorer verliert gar)
Partie 44: Explorer – Scorpio +/- nach 2…Sc6, Ergebnis 1:0 (Explorer nutzt Vorteil)
Partie 46: Explorer – Scorpio -/+ nach 3.e4, Ergebnis 1-0 (Explorer nutzt Vorteil)
Partie 47: Scorpio – Explorer +/- nach 4…Lg4, Ergebnis 0-1 (Scorpio verliert gar)
Partie 50: Explorer – Scorpio +/- nach 6…g6, Ergebnis 1-0 (Explorer nutzt Vorteil)

In 6 Partien stand also der Mephisto Explorer Pro mit seinem schmalen Buch nach Buchende klar besser und holte 4,5 Punkte (75%). Der Scorpio 68000 sel. 4 mit seinem grossen Buch stand in nur 2 Partien nach Buchende klar besser und erzielte magere 0,5 Punkte (25%). Also fällt auch dieser Vergleich klar zugunsten des holländischen Programms von Frans Morsch aus.

Ebenso wenig zum Tragen kam der hardwaremässig klare Vorteil des Programms von David Kittinger (16-bit CPU vs 8-bit Singlechip, 96 KB ROM vs 32 KB ROM, Hashtables vs ohne Hashtables, grössere Bibliothek mit 32,000 vs 6,000 Buchzügen). Auf der «verzweifelten» Suche nach Begründungen habe ich ebenfalls noch untersucht, wie viele Fragezeichen (?) für wirklich schlechte Züge die Programme von mir in diesen 50 Partien erhielten: Hier hat der Mephisto Explorer Pro mit 96 ? gegen 113 ? beim Scorpio 68000 sel. 4 die Nase vorn. Ein Plus von 17 schweren Fehlern als der Gegner in 50 Partien muss sich natürlich auf das Endergebnis negativ auswirken. Auch die Statistik der Partien ohne schwere Fehler spricht mit 12 :4 Partien zugunsten des Programms von Frans Morsch. Kurzpartien unter 30 Zügen gab es nur 4 mit dem Ergebnis von 3,5 : 0,5 wiederum für den Mephisto Explorer Pro. Lange Partien mit 70 und mehr Zügen wurden nur 8 Male gespielt mit dem Ergebnis 5 : 3 für den Mephisto Explorer Pro.

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Aber in diesem 50-Partien-Match auf Turnierstufe gab es mit dem Mephisto Explorer Pro einen verdienten Sieger. Das holländische Programm hat in allen untersuchten Punkten die Nase vorn.

Kommen wir nun zu den Prognosen unserer Schachfreunde:

27,5 - 22,5 für Scorpio von Roberto
27,0 - 23,0 für Scorpio von Egbert
26,0 - 14,0 für Scorpio von Chessguru (Micha)

25,0 - 25,0 Ausgleich von CC 7 (Hans-Jürgen)

27,0 - 23,0 für Mephisto Explorer Pro von Eckehard Kopp
26,5 - 23,5 für Mephisto Explorer Pro von Robert
26,0 - 24,0 für Mephisto Explorer Pro von mickihamster

Die drei Votanten, die sich zugunsten des holländischen Programms ausgesprochen haben, dürfen sich die Gold-, Silber- und Bronze-Medaille gerne umhängen. Und ganz herzliche Gratulation an Eckehard, der eine Ziellandung hingelegt hat.
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  #126  
Alt 31.12.2025, 16:20
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mephisto Explorer Pro

Guten Abend >Kurt,

vielen Dank Dir und Rolf für diesen spannenden Wettkampf und einem völlig verdienten Sieger. Du hattest es ja bereits erwähnt, der Sieg des Morsch-Gerätes hätte sogar noch deutliches ausfallen können. Wie gewohnt eine extrem gute Präsentation Deines Wettkampfs und eine Zusammenfassung par excellence (der hat aber gar nicht mitgespielt )

Habe einen fröhlichen Jahresausgang und ein friedliches und gesundes 2026! Dein Hund wird sicherlich froh sein, wenn die Böller und Raketen zur Jahreswende der Vergangenheit angehören.

Gruß
Egbert
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Alt 31.12.2025, 17:08
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mephisto Explorer Pro

Hallo Kurt,

vielen Dank für diesen äußerst ausführlichen, sorgfältig ausgearbeiteten und wie immer sehr lesenswerten Bericht. Man spürt sehr gut, wie viel Arbeit, Analyse und Akribie in dieses Projekt geflossen sind. Dafür ein ganz großes Dankeschön. Nicht zu vergessen, Rolf, den unermüdlichen Spieler an deiner Seite.

Das Ergebnis über 50 Partien ist in der Tat bemerkenswert und gerade vor dem Hintergrund des ersten, ausgeglichenen Matches durchaus etwas überraschend. Aber es zeigt erneut, wie wichtig für eine genaue Einschätzung eine große Datenbasis ist. Umso spannender ist es, dass du die Entwicklung so detailliert aufschlüsselst und mögliche Ursachen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtest, ohne vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Besonders der Vergleich der Buchzüge, der Fehlerstatistiken sowie der „hypothetischen Gewinnstellungen“ liefert interessante Einblicke.

Der Mephisto Explorer Pro ist der verdiente Sieger, keine Frage. Dass sich der vermeintliche Hardware-Vorteil des Scorpio nicht in Punkte ummünzen ließen, macht den Wettkampf nur umso lehrreicher und zeigt einmal mehr, wie komplex und faszinierend solche Vergleiche sind.

Vielen Dank für diesen großartigen Beitrag und die kontinuierliche Bereicherung des Forums.

Gruß
Micha
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Alt 31.12.2025, 18:01
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mephisto Explorer Pro

Hallo ihr Zwei,

danke für diesen erneuten Match-Marathon und dafür, dass du, Kurt, uns mit deinen sachkundigen Kommentaren und deiner Expertise wieder einmal sicher durch alle Verwicklungen geführt hast.

Auf ein Neues im Neuen Jahr.

Einen guten Rutsch wünscht (natürlich auch allen anderen Forumsmitgliedern)

Roberto
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Alt 31.12.2025, 21:05
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mephisto Explorer Pro

Ein Super Wettkampf, und das alles auf Turnierstufe.!
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mephisto Explorer Pro

Hallo Kurt,

Ich schliesse mich meinen Vorrednern an. Hervorragend kommentierte Partien und ein Abschlussbericht, in dem viel Arbeit gesteckt wurde.
Vielen Dank für die vorzügliche Unterhaltung an Rolf und Dich.

frohes neues Jahr,
Markus
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