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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mach III
![]() Gruß Egbert |
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mach III
Guten Abend Kurt,
wirklich lange Zeit eine beeindruckend gute Partie des Spracklen-Programms. Schade das diese bemerkenswert gute Leistung am Ende nicht mit einem Sieg belohnt wurde. Gruß Egbert |
| Folgender Benutzer sagt Danke zu Egbert für den nützlichen Beitrag: | ||
applechess (29.06.2025) | ||
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mach III
Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 3. Partie: Weiss (Scorpio) gewinnt | Zwischenstand: 1,5-1,5 (50%) Ausgleich | Stand hypothetisch: 2-1 für Scorpio | Eröffnung: Benoni, 1.d4 c5 2.dxc5 | Buchzüge: 6 von Scorpio; 1 von Mach III | Partieverlauf: Nur gerade 3 (richtige) Fehler passieren. Von daher eine gute Partie. Indessen lässt sich der taktische Missgriff 15...Se5? des Mach III, der 2 Bauern verliert, nicht mehr reparieren. Die Gewinnführung des Scorpio 68000 s4 gestaltet sich mit 84 Zügen lang und umständlich, aber erfolgreich. Dabei hätte durch 41.Tf5+ unter Hergabe eines Bauern ein unschwer zu gewinnendes Bauernendspiel erlangt werden können. Diese Fortsetzung darf allerdings von unseren Oldies nicht erwartet werden. Deshalb habe ich mir die Mühe gemacht, beide Programme mit diesem Endspiel zu testen. Der Ausgang dieser Übung hat mich erstaunt und mein Vertrauen in die Endspielfähigkeiten des Mach III erschüttert. Dazu mehr in den entsprechenden Varianten.
[Event "Match 81__120'/40"]
[Site "Zürich"] [Date "2025.??.??"] [Round "3"] [White "Scorpio 68000 sel. 4"] [Black "Fidelity Excel Mach III"] [Result "1-0"] [Annotator "1,5-1,5 even"] [ECO "A45"] [WhiteElo "2043"] [BlackElo "2022"] [PlyCount "168"] [EventDate "2025.06.27"] [EventType "match"] 1. d4 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 3. Partie: Weiss (Scorpio) gewinnt | Zwischenstand: 1,5-1,5 (50%) Ausgleich | Stand hypothetisch: 2-1 für Scorpio | Eröffnung: Benoni, 1.d4 c5 2.dxc5 | Buchzüge: 6 von Scorpio; 1 von Mach III | Partieverlauf: Nur gerade 3 (richtige) Fehler passieren. Von daher eine gute Partie. Indessen lässt sich der taktische Missgriff 15...Se5? des Mach III, der 2 Bauern verliert, nicht mehr reparieren. Die Gewinnführung des Scorpio 68000 s4 gestaltet sich mit 84 Zügen lang und umständlich, aber erfolgreich. Dabei hätte durch 41.Tf5+ unter Hergabe eines Bauern ein unschwer zu gewinnendes Bauernendspiel erlangt werden können. Diese Fortsetzung darf allerdings von unseren Oldies nicht erwartet werden. Deshalb habe ich mir die Mühe gemacht, beide Programme mit diesem Endspiel zu testen. Der Ausgang dieser Übung hat mich erstaunt und mein Vertrauen in die Endspielfähigkeiten des Mach III erschüttert. Dazu mehr in den entsprechenden Varianten.} c5 {***ENDE BUCH***} 2. dxc5 Qa5+ 3. Nc3 Nf6 4. Nf3 e6 5. Bd2 Bxc5 6. e3 {***ENDE BUCH***} Nc6 7. Ne4 Bb4 8. Nd6+ Ke7 9. Nxc8+ Raxc8 10. c3 Bd6 11. Bd3 Qd5 12. Qe2 Qh5 13. Rd1 g5 14. h4 Rhg8 15. a3 $11 {[#]} Ne5 $2 {***VERLIERT*** durch diesen taktischen Fehler schlicht zwei (2) Bauern. Das Mach III Programm, Version E2dA, braucht rund 14 Minuten und Suchtiefe 7, Ast 1, bis die anfängliche Bewertung von -0.14 auf -0.99 steigt und dann von 15...Se5 auf 15...Lc7 gewechselt wird. Für mich eine etwas enttäuschende Vorstellung, dass der Mach III seinen Fehlgriff erst zwei Halbzüge später bemerkt. Der Scorpio 68000 s4 sieht sofort, dass 15...Se5? schlecht ist mit 01.18 in Erwartung von 16...Dxe2 17.Lxe2 Lxe5 18.hxg5 Se4 19.Txh7?! Sxg5 und verpasst so das dann in der Partie schliesslich gespielte bessere 19.f4.} (15... g4 {Das wäre die Wahl von Scorpio 68000 s4 mit -00.15 spielen.} 16. Nd4 Ne5 $11 {hält das Gleichgewicht.}) 16. Nxe5 Qxe2+ {Erst jetzt schrillen beim Mach III mit -1.73 die Alarmglocken. Aber eben zu spät.} 17. Bxe2 Bxe5 18. hxg5 Ne4 {Hat der Mach III übersehen, dass 18...Txg5? an der Gabel 19.f4 scheitert?} 19. f4 Bg7 20. Rxh7 {Mit 2 Bauern mehr sollte klar sein, wer hier als Sieger vom Platz gehen wird.} d5 21. Bf3 Nc5 22. f5 {Droht die Gabel f5-f6 mit Figurengewinn.} exf5 23. Bc1 {Wesentlich stärker, 4.50 statt 2.31, war 23.Lxd5, weil sofort g6 droht.} Rh8 24. Rh3 ({Einfacher} 24. Rxh8 Rxh8 25. Bxd5 b6 26. Ke2 Ne4 27. Bc6 Ke6 28. Bd7+ Ke7 29. Rd5 Bxc3 30. Bxf5 Ng3+ 31. Kd3 Nxf5 32. Rxf5 $18) 24... Ne4 25. Rxd5 Nxg5 {Genauer war 25...Ke6.} 26. Rxh8 Rxh8 27. Rb5 {Sofort 27.Txf5 ist stärker.} Rh1+ 28. Kd2 b6 29. Rxf5 f6 30. Bd5 Bh6 31. Kc2 Rh2 32. Kd3 {Rasche Mobilisierung der Bauernmehrheit mit 32.c4 ist logischer, um rasch einen tödlichen Freibauern zu schaffen.} Nf7 33. Bxf7 $6 {Nicht das Gelbe vom Ei. Die Hergabe des Läuferpaars tut weh.} Kxf7 34. Rf2 {Weiss muss seinen Turm passiver aufstellen, eine Folge des sinnlosen Tausches seines starken Läufers im 33. Zug.} Bf8 35. e4 Ke6 36. Be3 Be7 37. a4 Bd6 38. Bd4 Be5 39. b3 {Mit 2 Bauern mehr könnte man auch in ein gewonnenes Turmendspiel durch 39.Lxe5 einlenken.} Rh5 40. Bxe5 {Nun also doch.} Kxe5 $2 {Die schlechteste Lösung, aber verständlich, weil Schwarz nicht damit rechnet, dass der Gegner unter Bauernopfer in ein gewonnenes Bauernendspiel einlenken könnte.} 41. Rf3 $6 {Der Mach III will lieber langsam gewinnen. Natürlich ist er nicht in der Lage, das Bauernendspiel richtig einzuschätzen.} (41. Rf5+ Rxf5 42. exf5 Kxf5 {[#] Dieses Bauernendspiel habe ich unter MessChess (Franz Huber sei Dank) mit beiden Programmen auf mindestens 3 Min/Zug näher untersucht und gemäss den folgenden Varianten doch Erstaunliches erlebt: Der seinerzeit als Endspielkönner bezeichnete Mach III scheitert, während Scorpio 68000 s4 reüssiert und gewinnen kann:} 43. b4 {ist ein einfacher Gewinnweg von vielen. Der Scorpio gewinnt mit 43.Kd4 (Variante A), während der Mach III mit 43.Kc4 (Variante B) nur ein Remis zustande bringt.} ({A) Scorpio 68000 s4} 43. Kd4 {1.70 (Ke6)} Ke6 44. b4 {1.68 (f5)} Kd6 45. Ke4 {1.72 (Ke6)} Ke6 46. g4 {1.85 (Kd6)} Kd6 47. Kf5 {2.13 (Ke7)} Ke7 48. c4 {2.60 (Kf7)} a6 49. c5 {3.50 (bxc5)} bxc5 50. bxc5 {8.86 (a5)} Kf7 51. c6 {8.83 (Ke7)} Ke7 52. c7 {8.82 (Kd7)} Kd7 53. Kxf6 $18 {abgebrochen}) ({B) Mach III} 43. Kc4 {1.48, ST 11.1 (Ke4)} Ke4 44. a5 {1.53, ST 12.0 (f5)} f5 45. Kb5 {1.53, ST 12.3 (bxa5)} Ke3 46. axb6 $4 {2.77, ST 12.2 (axb6) Strauchelt nun doch noch. Der Mach III "weiss" nicht, dass das entstehende Damenendspiel Remis ist. Auch hier macht es das ebenfalls noch getestete Programm von David Kittinger besser.} (46. Kc6 $1 {Scorpio 68000 s4: 1.46 (Kf2)} Kf2 47. a6 $1 {1.78 (Kxg2)} f4 48. Kb7 Kxg2 49. Kxa7 f3 50. Kxb6 f2 51. a7 f1=Q 52. a8=Q+) 46... axb6 47. Kxb6 {1.40, ST 12 (f4)} Kf2 {1.45, ST 13.0 (f4)} 48. c4 Kxg2 49. c5 {1.62, 14.0 (f4)} f4 50. c6 f3 51. c7 f2 52. c8=Q {1.62, 8.0 (f1D)} f1=Q $11 {abgebrochen}) 43... Ke5 44. c4 f5 45. a5 bxa5 46. bxa5 Ke6 47. Kd4 Kd6 48. g3 a6 49. c5+ Kc6 50. Ke5 {Der schnellste Weg. Aber auch 50.Kc4 und 50.Ke3 gewinnen.} Kb5 51. Kd5 Kxa5 (51... Kb4 52. c6) 52. Kc4 Ka4 53. c6 $18) 41... Rg5 $6 {Erlaubt dem Gegner wieder, mit 42.Tf5+ in ein gewonnenes Bauernendspiel abzuwickeln.} 42. g3 {Aber auch so ist die Partie noch immer gewonnen.} Ke6 43. Kd4 a6 44. c4 Rg8 45. Rc3 (45. c5 {ist konsequenter}) 45... Rg4 46. Re3 (46. c5 f5) 46... a5 47. Rf3 {Der Vorstoss c4-c5 ist trotz der harmlosen Drohung ...f5 möglich.} (47. c5 f5 48. cxb6 $1 Kd7 49. b7 Kc7 50. Ke5 fxe4 51. Kf5 Rg8 52. g4 Kxb7 53. g5 $18) 47... Rg8 48. Kd3 Rg6 49. Ke2 Rg4 50. Re3 Rg6 51. Kf3 Rh6 52. Kf4 ({Logischer} 52. Rc3 Kd6 53. Rd3+ Ke6 54. Rd5 {6.20(100%)47}) 52... Rh1 53. Rf3 Rd1 54. Ke3 Re1+ 55. Kd4 Rd1+ 56. Rd3 Rg1 57. Rc3 Rd1+ 58. Ke3 Re1+ 59. Kf3 Rd1 60. c5 {Endlich folgt dieser Vorstoss doch noch, nachdem Weiss in den letzten Zügen einigermassen planlos herumirrte.} bxc5 61. Rxc5 Rd3+ 62. Kf4 Rxb3 63. Rxa5 {Selbst jetzt verlangt die Gewinnführung noch technisches Flair.} Ra3 64. Ra8 Ra2 65. a5 Rf2+ 66. Kg4 Re2 67. Kf3 Ra2 68. a6 Kd7 69. Kf4 Kc7 70. Kf5 Rf2+ 71. Kg6 Rf3 72. g4 Rf4 73. Rd8 {Weiss macht es komplizierter als notwendig. Man sollte immer darauf schauen, den Übergang in ein theoretisch bekanntes gewonnenes Endspiel anzustreben. Dann sind Fehler praktisch nicht mehr möglich.} (73. a7 Kb7 74. Rf8 Kxa7 75. Rxf6 Rxg4+ (75... Rxe4 76. g5 $18) 76. Kf5 {und das Turmendspiel ist leicht gewonnen.}) 73... Kb6 74. Rd6+ {Nur keinen Bauern geben ... solange, bis es nicht mehr weitergeht, bzw. ein Gewinn nicht mehr möglich ist. Der Textzug ist indessen nicht falsch und gewinnt noch immer.} Ka7 75. Rxf6 {Der Scorpio 68000 s4 hat auf grossen Umwegen sein Ziel erreicht. Denn dieses Endspiel ist nun wirklich kinderleicht zu gewinnen.} Rxe4 76. g5 {Wer will etwas gegen diesen Freibauern tun?} Re5 77. Kh6 Re3 78. g6 Rh3+ 79. Kg7 Rc3 80. Kg8 Rd3 81. g7 Rd4 82. Kh7 {Nutzt den bekannten Trick mit dem so genannten Brückenbau.} Rh4+ 83. Rh6 Rg4 84. g8=Q Rxg8 {***AUFGEGEBEN***} 1-0 |
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mach III
Guten Morgen Kurt,
die Gewinnführung des Kittinger-Programms war zwar etwas umständlich, indes war der Sieg jedoch zweifelsfrei verdient. Gruß Egbert |
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mach III
Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 4. Partie: Schwarz (Scorpio) gewinnt | Zwischenstand: 2,5-1,5 (62.5%) für Scorpio | Stand hypothetisch: 2-2 Ausgleich | Eröffnung: Pseudo Trompowsky 1.d4 d5 2.Lg5 | Buchzüge: 3 von Scorpio; 3 von Mach III | Partieverlauf: Trotz nicht einwandfreier Behandlung des Mittelspiels ist es der Scorpio 68000 s4, der zuerst zwei entscheidenden Fehler produziert. Den möglichen Sieg vergibt der Mach III dann aber in Raten und macht schliesslich selbst seinen einzigen schweren Fehler, der die Partie kostet. Man muss aber den beiden Programmen zugestehen, dass sie bei ihren schwerwiegenden Fehlern mit Varianten zu tun hatten, die einfach nicht zu stemmen waren. Das Gleiche trifft zu auf mögliche Verteidigungen, die unmöglich zu erkennen waren.
[Event "Match 81__120'/40"]
[Site "Zürich"] [Date "2025.??.??"] [Round "4"] [White "Fidelity Excel Mach III"] [Black "Scorpio 68000 sel. 4"] [Result "0-1"] [Annotator "2,5-1,5 for Scorpio"] [ECO "D03"] [WhiteElo "2020"] [BlackElo "2043"] [PlyCount "115"] [EventDate "2025.06.27"] [EventType "match"] 1. d4 d5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 4. Partie: Schwarz (Scorpio) gewinnt | Zwischenstand: 2,5-1,5 (62.5%) für Scorpio | Stand hypothetisch: 2-2 Ausgleich | Eröffnung: Pseudo Trompowsky 1.d4 d5 2.Lg5 | Buchzüge: 3 von Scorpio; 3 von Mach III | Partieverlauf: Trotz nicht einwandfreier Behandlung des Mittelspiels ist es der Scorpio 68000 s4, der zuerst zwei entscheidenden Fehler produziert. Den möglichen Sieg vergibt der Mach III dann aber in Raten und macht schliesslich selbst seinen einzigen schweren Fehler, der die Partie kostet. Man muss aber den beiden Programmen zugestehen, dass sie bei ihren schwerwiegenden Fehlern mit Varianten zu tun hatten, die einfach nicht zu stemmen waren. Das Gleiche trifft zu auf mögliche Verteidigungen, die unmöglich zu erkennen waren.} 2. Bg5 Nf6 {Die solide und meist gespielte Antwort, die zu normalen Varianten im Damengambit führen kann, was aber eher selten zutrifft. Gut bekannte und interessante Alternativen sind:} (2... h6 3. Bh4 c5 4. dxc5 g5 5. Bg3 Bg7 6. c3 Na6 $13) (2... f6 $5 {Der moderne Trend.} 3. Bf4 Nc6 4. Nf3 g5 {Die alten Meister würden sich im Grab umdrehen über den schwarzen Aufbau.} 5. Bg3 g4 6. Nh4 e5 7. dxe5 f5 $1 {droht ...Le7 mit Figurengewinn} 8. e4 fxe4 $11) 3. Nd2 {***ENDE BUCH***} ({Nach} 3. Bxf6 {hat Schwarz die Wahl der Qual: a) das grundsolide} exf6 ({oder das dynamische} 3... gxf6)) 3... Nbd7 {***ENDE BUCH***} 4. Ngf3 h6 {Zwingt den gegnerischen Läufer zur Entscheidung, auf welcher Diagonale er bleiben will.} 5. Bh4 {Gleichwertig ist der Rückzug nach f4.} g5 $5 {Seit dem Einzug der übermächtigen Schach-Engines hat sich das königliche Spiel gewandelt. Diesen Vorstoss hätte man früher wohl verdammt: Tut nichts für die Entwicklung, schwächt den Königsflügel und dürfte Schwarz zwingen, die lange Rochade auszuführen. Trotzdem gehört dieser Zug gemäss den Engines neben 3...c5 und 3...e6 zu den drei besten Fortsetzungen.} 6. Bg3 Bg7 7. e3 c5 8. c3 b6 $6 {Das schwächt nur die weissen Felder. Die Bewertung sinkt von "Ausgleich" (52%) zu "Weiss steht besser" (84%).} (8... O-O 9. Qb3 c4 10. Qc2 Nh5 11. Be2 Nxg3 12. hxg3 Re8 13. O-O-O Qa5 $11 {dynamisch ausgeglichen}) (8... Nh5 9. Be5 f6 10. Bg3 O-O 11. Be2 f5 12. Qb3 c4 13. Qb5 Nb8 14. Bxb8 Rxb8 $11 {ausgeglichen}) 9. Bb5 Bb7 10. dxc5 $6 {Weiss macht nichts aus seinem Vorteil. Mit 10.h4 bliebe der Mach III auf Kurs.} bxc5 11. O-O {Erneut verdient 11.h4 den Vorzug.} a6 {Weshalb nicht sofort die kurze Rochade. Mit dem Textzug wird lediglich a6 geschwächt.} 12. Ba4 O-O {Nachdem Weiss kurz rochiert hat, kann sich Schwarz dasselbe ebenfalls erlauben.} 13. Qb3 $2 {Wieder einmal ein Zug aus dem Steinzeitalter der Schachprogramme. Die Dame steht hier schlecht und klemmt den La4 ab.} (13. Ne5 $142 Nxe5 14. Bxe5 $11 {ist eine adäquate und ausgleichende Fortsetzung.}) 13... Nb6 $15 14. Be5 {Genauer 14.h3, was gegen ...g4 gerichtet ist.} Ra7 15. h3 Nxa4 {Den abseits stehenden Läufer zu tauschen verbessert leicht die weisse Stellung. Nach 15...g4 bliebe Schwarz im Vorteil.} 16. Qxa4 Qe8 17. Qc2 Qb5 18. b3 {Die Engines plädieren für 18.b4, aber solche Varianten sind nicht für unsere Oldies gedacht.} e6 $6 {Nach diesem harmlosen Zug springen die Erwartungswerte der Engines für Weiss von 51% auf 64% bis 66%. Für Menschen ist das schwer verständlich. In der Schnelle finde ich dafür keine Begründung, ohne mich in die 50 Halbzüge umfassenden Varianten einzuarbeiten.} 19. c4 $6 {Vergibt gemäss Engines den durch 19.Tad1 möglichen, klaren Vorteil.} dxc4 20. bxc4 Qd7 21. Rab1 Qe7 22. Rb6 {Droht mit Ld6 Qualitätsgewinn.} Rd8 23. Rfb1 {0.53(55%)/43 Weiss hat Druck auf der offenen b-Linie. Auch steht der schwarze Turm auf a7 nicht eben glücklich. Aber es ist für Weiss nicht leicht, weitere Fortschritte zu machen.} a5 $2 {0.84(67%)/42 Ein positioneller Missgriff, indem dieser Bauer auf ein schwarzes Feld gesetzt wird, was ihn nach der Festlegung a2-a4 äusserst angreifbar macht, zumal Weiss ja noch den dunkelfarbigen Läufer hat.} 24. Bc3 $2 {Die soeben beschriebenen Feinheiten vermag der Mach III nicht zu erkennen und erlaubt dem gegnerischen Bauern den Vormarsch nach a4.} (24. a4 $1 {war aus den besagten Gründen angesagt.} Ba8 25. Qc3 Kh7 26. Rb8 Rxb8 27. Bxb8 Ra6 28. Qd3+ Kg8 29. Ne5 {0.78(66%)/44}) 24... a4 25. e4 Ba8 26. e5 {Ein schwieriger Entscheid für Menschen. Mit dem Textzug wird das schöne Zentralfeld e4 für einen Springer frei. Dafür verliert der Lc3 an Wirkung und der Bauer e5 selbst anfällig. Mit 26.Db2 stand eine gute Alternative zur Verfügung, was den Druck auf der Diagonale a1-h8 erhöht. Welcher der beiden Züge zu bevorzugen ist, könnte nur eine tiefe Analyse zeigen.} Nd7 27. R6b2 Bc6 28. Re1 {Ein kleiner Erfolg für Schwarz. Der Druck auf e5 animiert Weiss, die Turmverdoppelung aufzugeben.} h5 ({Der Plan} 28... Nf8 {gefällt mir besser: Der Springer hüpft nach g6, wo er die Punkte e5 und f4 unter Kontrolle hat. Auch kann Schwarz daran denken, die Türme mit Ta7-d7 auf der offenen Linie zu verdoppeln. Auch könnte der Druck mit ...Dc7 gesteigert werden. Weiss muss deshalb zu gewaltsamen Massnahmen greifen, um das Gleichgewicht zu halten.} 29. Ne4 Ng6 30. Nf6+ Kh8 31. Qe2 Nf4 32. Qc2 {droht auf h7 Matt, so dass es nun Remis wird durch dreifache Zugwiederholung} Ng6 33. Qe2 Nf4 34. Qc2 Ng6 35. Qe2) 29. Nh2 Ra6 {Was der Turm hier soll, ist nicht ersichtlich.} (29... a3 30. Rbb1 Nf8 31. Ne4 Bxe4 32. Qxe4 Qd7 $11) 30. Ndf3 a3 31. Rbb1 Nf8 {Schwarz findet die beste Verteidigung.} 32. Bd2 {Geht auf die Schwäche g5 los.} f6 $2 {Ein schwerer Fehler, der zeigt, dass der vorhin gelobte Verteidigungszug 31...Sf8 aus dem falschen Grund ausgeführt wurde. Ansonsten wäre hier 32...Sh7 gefolgt.} 33. exf6 {Nach dem gar stärkeren 33.Dc1 wäre die Partie für Schwarz kaum mehr zu retten gewesen. Aber selbst nach dem Textzug hat es Schwarz sehr schwer.} ({Rems M-091224-avx2:} 33. Qc1 Nh7 34. exf6 Qxf6 35. Rb3 Rf8 36. Bc3 Qf4 37. Qc2 Nf6 38. Qg6 Ra7 39. Bxf6 Be8 40. Qxg5 Rxf6 41. Qxc5 Rc7 42. Qxa3 Rxc4 43. Qe7 Bc6 44. Rxe6 Rf7 45. Qd8+ Rf8 46. Qa5 Rc1+ 47. Nf1 Qf5 48. Qxf5 Rxf5 49. Re1 Rfc5 50. Rb8+ Kf7 51. Rb1 R1c2 52. Ng3 Rxa2 53. Ne4 {2.44/43}) 33... Bxf6 34. Qc1 {[#]} Nh7 $2 $18 {Das ***VERLIERT*** definitiv, wenn auch verständlich ist, dass Schwarz nicht bereit ist, mit 34...Dg7, dem besten Vorschlag der Engine, den g5-Bauern herzugeben.} 35. Rb3 $2 {Vermasselt den Sieg, doch war die komplizierte Gewinnvariante für einen Oldie nicht zu stemmen.} ({Rems M-091224-avx2:} 35. Ne5 {4.50(100%)/42} Qg7 36. Bc3 Ba4 37. Ba1 Bc6 38. Nxc6 Rxc6 39. Qxa3 Bxa1 40. Rxa1 Qf6 41. Nf3 Rc7 42. Ne5 Nf8 43. Qe3 Qf4 44. Qc3 Rb8 45. a4 Rcb7 46. a5 Rb3 47. Qc1 Qxc1 48. Rexc1 Ra8 49. a6 Kg7 50. Rd1 Kf6 51. Re1 Rb4 52. a7 Rb7 53. Nc6 Rc7 54. Reb1 Nd7 55. Ra6 g4 56. Rb3 Ne5 57. Rb8 Rxc6 58. Rxa8 Rxa6 59. Rf8+ Kg6 60. a8=Q Rxa8 61. Rxa8 Nxc4 62. Rc8 Nd6 63. Rxc5) {[#]} 35... Bxf3 $2 {Stürzt wieder in den ***VERLUST*** statt den rettenden Zug 35...Lb2 zu spielen. Aber wie so oft: Eine viel zu tiefe Variante für Schwarz, um das zu erfassen. Hier könnten aber auch Menschen hoffnungslos überfordert sein.} (35... Bb2 $1 36. Bxg5 Nxg5 37. Qxg5+ Qxg5 38. Nxg5 Ba4 39. Rbe3 Rd1 40. Nxe6 Rxe1+ 41. Rxe1 Rc6 42. Nf3 Bc2 43. Nf4 Rb6 44. Nd5 (44. Nxh5 Bd3 45. Ne5 Bxe5 46. Rxe5 Bxc4 47. Rxc5 Bxa2 48. Ra5 Bf7 49. Rxa3 Bxh5 $11) 44... Rb7 45. Re3 Bb3 46. axb3 (46. Nc3 Bxc4 47. Nd2 Bf7 48. Nde4 Re7 $11) 46... a2 47. Re8+ Kf7 48. Ra8 a1=Q+ 49. Rxa1 Bxa1 50. Nd2 h4 51. Kf1 Ke6 52. g4 hxg3 53. fxg3 Bg7 $11 {und auch wenn die Engine diese Stellung als ausgeglichen beurteilt, würde der schwierige Kampf noch lange dauern.}) 36. Nxf3 Qg7 {Weiss steht auf Gewinn und sollte nun mit 37.Lc3 dem Gegner die starke Diagonale h8-a1 streitig machen und die dunkelfarbigen Läufer tauschen.} 37. Qb1 $6 {Wesentlich schwächer als 37.Lc3, aber Weiss hat trotzdem noch klaren Vorteil.} Ra7 38. Qe4 $2 {Das kommt einen Zug zu früh, so dass Schwarz ausgleichen kann.} (38. g4 $1 {legt die Schwäche g5 fest.} hxg4 39. hxg4 Rad7 40. Qe4 Nf8 (40... Rxd2 $2 41. Nxd2 Rxd2 42. Rb7 $18) 41. Be3 Bc3 42. Rf1 Bd4 43. Bxg5 Bf6 44. Be3 Qh7 45. Qxh7+ Nxh7 46. Kg2 e5 47. Rxa3 e4 48. Nh2 Bg5 49. Ra6) 38... g4 $1 {Wohl per Zufall die richtige Antwort zum Ausgleich.} 39. Qxe6+ {Eine minime Ungenauigkeit, statt sofort 39.hxg4 zu spielen.} (39. hxg4 hxg4 40. Qxe6+ Kh8 41. Ne5 Re7 42. Qb6 $11) 39... Qf7 40. hxg4 $2 {Ein Fehler, wonach Schwarz in Vorteil kommt, wobei die abstrakt wirkende Ausgleichsvariante die Rechenpower unserer beiden Kontrahenten bei weitem übersteigt.} (40. Qxf7+ Rxf7 41. hxg4 hxg4 42. Ba5 Ra8 43. Bb6 gxf3 44. Bxc5 Bb2 (44... Rc7 45. Rxa3 Rxa3 46. Bxa3 Rxc4 47. gxf3 $11) 45. gxf3 Rc7 46. Bd6 Rxc4 47. f4 Rc3 48. Rxc3 Bxc3 49. Re3 Bb2 50. Be5 Nf8 51. Rb3 Bxe5 52. fxe5 Ng6 53. f4 Nxf4 54. Rf3 Nd5 55. e6 Ne7 56. Kf2 Nd5 57. Ke1 Ra6 58. Kd2 Ra4 59. Kc2 $11 {weil der a3-Bauern noch fallen wird.}) 40... Qxe6 41. Rxe6 hxg4 {[#]} 42. Rxf6 $2 {***VERLUSTZUG***, wofür mangelnde Rechentiefe und fehlendes Schachwissen verantwortlich ist.} ({Stockfish 17.1 BMI2:} 42. Be3 gxf3 43. Bxc5 Rd1+ 44. Kh2 Rc7 45. Bxa3 Ng5 46. Re8+ Kf7 47. Rf8+ Kg7 48. gxf3 Ne6 49. Ra8 Rxc4 50. f4 Rxf4 51. Kg2 Bd4 52. Rf3 Rg4+ 53. Rg3 Rxg3+ 54. Kxg3 Rd3+ 55. Kg4 Bxf2 56. Bb2+ Kg6 57. Rg8+ Kf7 58. Rh8 Bc5 59. Rh2 Re3 60. Rf2+ Ke8 61. a4 Bd6 62. Rd2 Kd7 63. a5 Re4+ 64. Kh5 Kc6 65. Rc2+ Kb5 66. Rd2 Bb4 67. Rd5+ Nc5 68. Be5 Kxa5 {-0.19/46}) 42... Nxf6 43. Bc3 Ne4 44. Ne1 Nxc3 45. Rxc3 Rd1 46. Re3 Kf7 {auch 48...Ta1 gewinnt.} 47. Kh2 Re7 48. Nc2 Rxe3 49. Nxe3 Rd2 50. Nf5 ({oder} 50. Nxg4 Rxa2 51. Ne5+ Kg7 52. Nd3 Rc2 53. Nxc5 a2 54. Nb3 Rxf2 $19) 50... Kf8 51. Ng3 Rxa2 {Nun könnte selbst top GM Magnus Carlsen die Partie nicht mehr retten.} 52. Ne4 Rb2 53. Nxc5 a2 54. Nd3 g3+ 55. fxg3 Rb1 56. Kh3 a1=Q 57. Nf4 Kf7 58. c5 {***AUFGEGEBEN***} 0-1 |
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mach III
Guten Morgen Kurt,
in dieser Partie war durchaus mehr für den Mach III möglich. Gruß Egbert |
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applechess (04.07.2025) | ||
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mach III
Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 5. Partie: Schwarz (Mach) gewinnt | Zwischenstand: 2,5-2,5 (50%) Ausgleich | Stand hypothetisch: 3-2 für Scorpio | Eröffnung: Sizilianisch, Morra-Gambit | Buchzüge: 5 von Scorpio; 5 von Mach III | Partieverlauf: Dass der Scorpio 68000 s4 diese Partie verliert, hat nichts mit seiner Gambiteröffnung zu tun. Vielmehr erliegt das Programm von David Kittinger dem undurchsichtigen Dschungelschach seines Gegners. Der Mach III behandelt sowohl die Eröffnung wie das Mittelspiel mässig bis schlecht, bleibt in der Entwicklung zurück, kommt nicht zur Rochade und gerät so dreimal in verlorene Stellungen. Doch erweisen sich diese Stellungen recht undurchsichtig und würden für den Scorpio 60000 s4 nicht erreichbare Rechentiefen abverlangen. So kann das amerikanische Programm von Kathe & Dan Spracklen dreimal entwischen. Anscheinend derart frustriert, ist es schlussendlich der Scorpio 68000 s4, der sich nicht mehr zurechtfindet und selbst zwei entscheidende Fehler begeht. Als Folge davon kann der Mach III die Partie mit einem erfolgreichen Königsangriff zu Ende bringen.
[Event "Match 81__120'/40"]
[Site "Zürich"] [Date "2025.??.??"] [Round "5"] [White "Scorpio 68000 sel. 4"] [Black "Fidelity Excel Mach III"] [Result "0-1"] [Annotator "Stand: 2,5-2,5 Ausgleich"] [ECO "B21"] [WhiteElo "2043"] [BlackElo "2020"] [PlyCount "91"] [EventDate "2025.06.27"] [EventType "match"] 1. e4 c5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | Kommentator: Kurt Utzinger | 5. Partie: Schwarz (Mach) gewinnt | Zwischenstand: 2,5-2,5 (50%) Ausgleich | Stand hypothetisch: 3-2 für Scorpio | Eröffnung: Sizilianisch, Morra-Gambit | Buchzüge: 5 von Scorpio; 5 von Mach III | Partieverlauf: Dass der Scorpio 68000 s4 diese Partie verliert, hat nichts mit seiner Gambiteröffnung zu tun. Vielmehr erliegt das Programm von David Kittinger dem undurchsichtigen Dschungelschach seines Gegners. Der Mach III behandelt sowohl die Eröffnung wie das Mittelspiel mässig bis schlecht, bleibt in der Entwicklung zurück, kommt nicht zur Rochade und gerät so dreimal in verlorene Stellungen. Doch erweisen sich diese Stellungen recht undurchsichtig und würden für den Scorpio 60000 s4 nicht erreichbare Rechentiefen abverlangen. So kann das amerikanische Programm von Kathe & Dan Spracklen dreimal entwischen. Anscheinend derart frustriert, ist es schlussendlich der Scorpio 68000 s4, der sich nicht mehr zurechtfindet und selbst zwei entscheidende Fehler begeht. Als Folge davon kann der Mach III die Partie mit einem erfolgreichen Königsangriff zu Ende bringen.} 2. d4 cxd4 3. c3 {Das Morra-Gambit oder Smith-Morra-Gambit ist benannt nach den Schachspielern Pierre Morra, FRA (1900-1969) und Ken Smith, USA (1930-1999). Manchmal läuft diese Eröffnung auch unter dem Tiel "Sizilianisches Mittelgambit". Weiss opfert einen Bauern für Entwicklungsvorsprung. In seiner Einleitung zum Buch "Morra-Gambit" (1980) schreibt Rolf Schwarz, man könne guten Gewissens behaupten, dass dieses Gambit nicht schlechter sei als die vieltausendköpfige "Varianten-Hydra" anderer sizilianischer Systeme. Im Wikipedia heisst es: "Das Prinzip des Morra-Gambits ist es weniger, scharfes Spiel anzustreben, wenngleich dies nach fehlerhaften schwarzen Entgegnungen auch vorkommen kann. Vielmehr erhält Weiß für den Bauern eine langfristige positionelle Kompensation, wie sie für moderne Gambitspiele (z. B. das Wolga-Gambit) typisch ist. Allerdings ist fraglich, ob Weiß für den geopferten Bauern ausreichende Kompensation erhält, denn anders als beim Wolga-Gambit opfert Weiß im Morra-Gambit einen wertvollen Zentral- und keinen Randbauern, wofür der Gewinn eines einzigen Tempos (das Schlagen mit dem Damenspringer auf c3) allgemein nicht als ausreichend angesehen wird. Bei ungenauem Spiel kann Schwarz aber große Probleme bekommen. Daher erfreut sich dieses Gambit vor allem in Amateurkreisen einer gewissen Beliebtheit." Nach heutigem Kenntnisstand muss man Rolf Schwarz zustimmen und feststellen, dass dieses Gambit korrekt ist. Es gibt keine Widerlegung, was sowohl moderne GM-Partien als auch die Engines bestätigen. Der positionelle Druck von Weiss ist meistens derart stark, dass Schwarz gezwungen ist, den Bauern zurückzugeben, um doch noch Ausgleich zu erhalten.} dxc3 {Wer das Morra-Gambit nicht kennt und nicht Gefahr laufen will, allenfalls (rasch) unter die Räder zu geraten, lehnt das Bauernopfer am besten ab. Da das Gambit als gefährlich gilt, lehnen selbst viele nicht genügend vorbereitete GM's das Geschenk mit dem Bauernopfer ab.} ({A)} 3... Nf6 4. e5 Nd5 5. Nf3 (5. Bc4 {ein vergeblicher Versuch, doch noch ein Gambit zu spielen.} Nb6 6. Bb3 d5 $11 {unter Verzicht von je ...dxc3.}) 5... Nc6 6. cxd4 d6 $11 {und man befindet sich in der Alapin Variante, die üblicherweise durch die Zugfolge 1.e4 c5 2.c3 Sf6 entsteht.}) ({B)} 3... d3 {gilt ebenfalls als eine gute Ablehnung des Gambits} 4. Bxd3 {und die Engine attestiert dem Anziehenden einen winzigen Vorteil nach} Nc6 5. c4 e5 {0.33(54%)/55 Eine äusserst rare Fortsetzung. Zum meist gespielten Zug 5...g6 meint die Engine 0.71(63%)/49.}) 4. Nxc3 Nc6 5. Nf3 {***ENDE BUCH***} d6 {***ENDE BUCH***} (5... e6 6. Bc4 a6 7. O-O Nge7 {ist die in einem ChessBase Artikel 2006 (!!) durch Jerzy Konikowski propagierte Variante, die zwar zu ganz anderen Stellungen führt, statistisch jedoch für Schwarz schlechtere Ergebnisse bringt.} 8. Bg5 {Diese meistgespielte Fortsetzung mit einem Score zwischen lediglich 39% bis 44% taucht bei meiner Engine bis Suchtiefe 50 unter den drei Bestzügen nicht auf. Präferiert werden a) 8.Le3, 0.00/50% und b) 8.Lb3, 0.00/50% oder c) 8.Le2, -0.11/49%. In einem Artikel schreibt IM Andrew Martin (Elo 2345): "Es ist eine Streitfrage, ob das gut ist oder nicht“. Ja, das Schieben des f-Bauern ist Standard, aber die Alternativen 8.h6 oder 8...d6, gefolgt von ...h6, verdienen eine genaue Prüfung." Bei den heutigen Engines hat 8...h6 eine ganz leicht bessere und nicht ins Gewicht fallende Bewertung. In der praktischen Partie unter starken Spielern scheint sich zu zeigen, dass 8.Lg5 dem Nachziehenden mehr Probleme bereitet als andere Fortsetzungen.} h6 (8... f6 9. Be3 $11 {-0.12(50%)/52}) 9. Be3 {= -0.12(49%)/52}) 6. Bg5 {Ein ungewöhnlicher Zug, wenn auch keine Neuerung, die hier der Scorpio 68000 s4 auspackt. Meine Lieblingsengine PROMENADE bmi2 würde bei 3 Min/Zug dieses Gambit, welches übrigens als ausgeglichen beurteilt wird, wie folgt behandeln:} (6. Bc4 e6 7. Qe2 Nf6 8. O-O Qc7 9. Rd1 a6 10. Bf4 Be7 11. Rac1 O-O 12. Bb3 Qb8 13. Na4 {depth 53/48} b5 {depth 54/76} 14. Rxc6 {0.00, depth 56/36} bxa4 {0.00, depth 58/48} 15. Bxa4 {0.01, depth 59/64} Bd7 {0.00, depth 58/69} 16. Rc4 {0.00, depth 59/69} Bb5 {0.00, depth 56/59} (16... Bxa4 17. Rxa4 Qb5 18. Rc4 Rac8 19. b3 d5 20. exd5 Nxd5 21. Be5 Nb6 $2 {+/- (1.03 ) (77% +54% =46% -0%) Depth: 42/73} 22. Nd4 {1-0 (54) Nakamura,H (2775)-Yoo,C (2607) Chess.com INT 2023}) 17. Bxb5 {0.00, depth 60/79} axb5 {0.00, depth 58/45} 18. Rcc1 {0.00, depth 60/22} (18. Rc6 Rxa2 19. Bxd6 Bxd6 20. Rcxd6 h6 21. R6d2 Qa8 22. e5 Nd5 23. Qxb5 Rb8 24. Qe2 Qb7 25. Rc1 Rxb2 26. Rxb2 Qxb2 27. Rc8+ Kh7 28. Qe4+ g6 29. Rxb8 Qxb8 30. g3 {½-½ (30) Grigoryev,V (2482)-Zlender,B (2525) ICCF corr 2002}) 18... Qb7 {0.00, depth 57/70} 19. Bxd6 {0.00, depth 59/41} Bxd6 {0.00, depth 60/51} 20. Rxd6 {0.00, depth 59/62} Rxa2 {0.00, depth 60/25} 21. e5 {0.00, depth 59/62 Hier habe ich abgebrochen. Man kann dabei schon fast mit Sicherheit sagen: Das Morra Gambit ist Remis. Eine Fernpartie ging wie folgt weiter:} Nd5 22. g3 Ra4 23. Rdc6 h6 24. R6c5 b4 25. Nd4 Ra2 26. R5c2 Qb6 27. Nb5 b3 {½-½ (27) Baltar,A (2200)-Chronopoulos,A (2237) LSS email 2022}) 6... f6 $6 {Etwas fragwürdig anstelle von 6...h6, was klar besser ist.} 7. Be3 {[#]} f5 $2 $18 {Das ***VERLIERT***, bzw. sollte verlieren, denn diese Schwächung vermag die schwarze Stellung nicht vertragen.} 8. exf5 {Danach steht Weiss nur noch besser: 0.83(67%)/44} (8. Ng5 $1 $18 {gewinnt, aber mit Varianten, die weit über dem liegen, was Brettcomputer zu leisten imstande sind.}) 8... Bxf5 9. Nh4 {besser 9.Le2 oder 9.Ld3.} Be6 10. Bd3 $11 {Der weisse Vorteil hat sich in Luft aufgelöst.} Qa5 $2 {Das gibt dem Gegner wieder Auftrieb. Gut wäre 10...Sf6 mit Entwicklung.} 11. O-O Nf6 {Weiss ist voll entwickelt. Schwarz hat noch nicht rochiert, sein Lf8 steht eingemauert auf der Grundlinie, der Th8 hat keine Perspektiven. Kurzum: Weiss steht klar besser. In solchen Stellungen ist höchste Präzision gefragt, wenn man den Vorteil halten oder gar ausbauen will. Schauen wir, was Stockfish 17.1 hier produziert, bzw. auf welche Art und Weise diese Gewinnstellung behandelt wird:} 12. Nb5 {Dieser nutzlose Rappensprung bringt gar nichts und Weiss geht praktisch seines ganzen Vorteils verlustig.} ({Stockfish 17.1 BMI2:} 12. Re1 {2.52(100%)/53} Bd7 13. Nb5 e5 14. Bg5 Bg4 15. Qb3 O-O-O 16. h3 a6 17. hxg4 axb5 18. Nf5 Kb8 19. Rec1 d5 20. Bxb5 Na7 21. a4 h5 22. Qg3 Nxg4 23. Ne3 Nf6 24. Qxe5+ Bd6 25. Qd4 Qb4 26. Qxb4 Bxb4 27. Nf5 Rhg8 28. Bd3 Ka8 29. a5 Rc8 30. Nxg7 Nd7 31. Rxc8+ Nxc8 32. Ne6 Nc5 33. Bh7 Nxe6 34. Bxg8 Nxg5 35. Ra4 Ne7 36. Rxb4 Nxg8 37. Rf4 Ne7 38. Rh4 b5 {2.52/53}) 12... a6 13. Bd2 Qb6 14. Be3 Qd8 15. Nc3 d5 {Droht zwar die Material erobernde Gabel ...d4. Aber besser wäre 15...Lf7, um mit ...e6 und ...Ld6 endlich seine Entwicklung voranzutreiben.} 16. Na4 (16. Re1 {ergibt noch leichten Vorteil für Weiss} d4 (16... Bf7 17. Nf5 $14) 17. Bg5 dxc3 18. Bxf6 c2 $1 19. Qxc2 gxf6 $8 20. Rxe6 $14) 16... d4 {Nicht das Gelbe vom Ei, weshalb auch hier ...Lf7 den Vorzug verdient.} 17. Bg5 Bf7 $6 {Nun hätte der Läufer auf dem Zentralfeld d5 einen stärkeren Platz gefunden.} 18. Nc5 $2 {Stattdessen müsste Schwarz nach 18.Te1 schwer leiden, um die noch immer unterentwickelte Stellung zu retten.} {[#]} e5 $2 $18 {Das ***VERLIERT*** wieder, während nach 18...Dd5 alles im Lot bliebe.} (18... Qd5 $1 19. Bxf6 Qxc5 20. Rc1 Qh5 21. Qxh5 Bxh5 22. Bg5 $11 {ausgeglichen}) 19. Qc2 $2 $11 {Umgekehrt nutzt der Scorpio 68000 s4 seine Siegeschance nicht. Diese liegt jedoch einmal mehr weit über der notwendigen Rechentiefe des Programms von David Kittinger.} (19. Nxb7 $1 {Ein überraschender Einschlag, scheint doch diesem Springer nach einem Angriff der schwarzen Dame ein Rückzugsfeld zu fehlen.} Qb6 (19... Qd7 20. Bxf6 gxf6 21. Be4 Qxb7 22. Rc1 Rc8 23. Qf3 Be7 24. Rxc6 Qd7 25. Rfc1 O-O 26. Qg3+ Kh8 27. Nf5 Bg6 28. Nxe7 Rxc6 29. Nxg6+ hxg6 30. Rxc6 $18) 20. Bxf6 gxf6 21. Qf3 Qxb7 22. Rac1 Bd5 23. Qxd5 Nd8 24. Qc4 {Schwarz hat gerade noch Materialverlust vermeiden können. Trotzdem liegt seine Stellung in Trümmern: König in der Mitte, unvollständige Entwicklung, unglücklich und unharmonisch aufgestellte Figuren, Schwäche auf den weissen Feldern, null Gegenspiel.} Be7 25. Nf5 Kf8 26. Rfe1 {droht Le4} Rb8 27. Be4 Qd7 (27... Qxb2 28. Rb1 Qc3 29. Qxc3 dxc3 30. Rxb8 $18) 28. Qc7 Qxc7 29. Rxc7 Bb4 30. Rec1 Ba5 31. Rd7 Rg8 32. Rxh7 Rxb2 33. h4 Bc3 (33... Rb8 34. Bd5 $18) 34. Bd5 {und gewinnt Material, hat doch der angegriffene Tg8 nur noch das Fluchtfeld g4, aber nach} Rg4 {wird es Matt} 35. Rh8+ Rg8 36. Rxg8#) 19... Qb6 20. Na4 Qa5 21. a3 Rc8 22. Bf5 Rc7 23. b4 Qd5 24. Bxf6 gxf6 25. Nb6 Qb3 26. Qe4 {[#]} Be6 $2 {***VERLUSTZUG*** in einer nicht nur für Brettschachcomputer recht undurchsichtigen Stellung.} (26... Bh6 $1 {und Weiss behält nur leichten Vorteil nach} 27. Rab1 Qc3 28. Nc8 Nd8 29. Nd6+ Ke7 30. Nxf7 Nxf7 $14) 27. Rfb1 (27. Rab1 {ist noch stärker} Qa2 (27... Bxf5 $2 28. Nxf5 Qxa3 29. Nd5 Rf7 30. b5 $1 $18) 28. f4 $1 Bd6 29. Rf2 Bxf5 30. Nxf5 Qe6 31. Nc4 Bf8 32. Rc1 Rg8 33. Nb6 Rg6 34. Kh1 {und die Bewertung +3.43(100%)/49 der Engine zeigt gewinnbringenden Vorteil für Weiss, was wohl nicht nur für unsere beiden Kämpen noch immer als unklar daherkommt.}) 27... Bxf5 28. Nxf5 Qe6 29. Rc1 {droht ...Sxd4 mit Bauerngewinn} Kf7 $2 {Nur mit dem Qualitätsopfer 29...Tg7 konnte sich Schwarz etwas entlasten.} {[#]} 30. Nd5 $2 $17 {Vergibt nicht nur seinen gewinnbringenden Vorteil, sondern überlässt gar Schwarz spürbaren Vorteil.} (30. a4 $1 {Gegen die Drohung b5 mit Angriff gegen den gefesselten Springer ist Schwarz wehrlos. Denn der Turm hat kein Fluchtfeld, wo er nicht geschlagen wird.} Rg8 31. b5 Rg5 32. Ng3 f5 33. Qf3 Kg8 34. bxc6 bxc6 35. Rab1 {+3.83(100%)/44}) 30... Rd7 31. Nb6 Rd8 32. Qf3 ({Nach} 32. Na4 Qd5 33. f3 Qxe4 34. fxe4 Rg8 35. Rc4 Ke8 36. h3 Ne7 $17 {hat Weiss etwas weniger Sorgen.}) 32... h5 {[#]} 33. Rc4 $2 $19 {***VERLIERT*** endgültig, weil sich die Stellung zu stark verschlechtert. Weiss sollte sich mit 33.Te1 gegen den Vorstoss e5-e4 stemmen, auch wenn die übermächtigen Engines auch dann keine wirklichen Rettungschancen sehen.} Ne7 $1 {Der Mach III findet diesen starken Gewinnzug, wobei er sich nicht um den Bauern b7 kümmert.} 34. Qxb7 (34. Nxe7 Bxe7 35. Qxb7 {alles andere ist nicht besser} (35. Rc7 e4 $19) 35... Rb8 36. Qf3 Rxb6 $19 {und gewinnt}) 34... Qxf5 35. Qxa6 Rd6 {Auch 35...d3 oder 35...e4 gewinnen.} 36. a4 d3 {Ein riesenstarker Freibauer, wobei vor allem die schlecht platzierten weissen Figuren eine traurige Rolle spielen.} 37. Rc3 d2 {Auch 37...e4 gewinnt.} 38. Rd1 Rd4 39. Nc8 Rg8 40. Nxe7 (40. Nd6+ {rettet ebenfalls nicht mehr} Rxd6 41. Qxd6 Qg4 $19 {Doppeldrohung ...Dxg2# und ...Dxd1}) 40... Bxe7 41. a5 Rxg2+ {Dieses nett anzusehende "Scheinopfer" ist die stärkste Fortsetzung mit Matt in 14. Der Mach III zeigt +5.84 bei Suchtiefe 6.1 an.} 42. Kxg2 Qg4+ 43. Rg3 Qxd1 44. Qc8 {Verzögert das Matt am längsten.} Qg4 {Praktisch sofort zeigt Mach III die Bewertung 9.99 an.} 45. Rxg4 Rxg4+ 46. Qxg4 {***AUFGEGEBEN***} 0-1 |
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mach III
Hallo Kurt,
auch wenn es ein etwas glücklicher Sieg für das Programm der Spracklens war, so war der Königsangriff doch sehr hübsch, zumal dies wirklich nicht gerade eine Stärke des Mach III ist. Gruß Egbert |
| Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Egbert für den nützlichen Beitrag: | ||
applechess (06.07.2025), mclane (06.07.2025) | ||
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AW: Match 40/120 Scorpio 68000 sel. 4 vs Mach III
Hallo Kurt,
du hast im Kommentar 30.a4 als Vorbereitung für 31.b5 angegeben; aber was spricht gegen 30...Lxb4?
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Viele Grüße Robert |
| Folgender Benutzer sagt Danke zu Robert für den nützlichen Beitrag: | ||
applechess (07.07.2025) | ||
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