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Alt 08.02.2021, 19:14
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AW: Scorpio 68000 sel.4 vs Saitek D++ EGR 10 MHz

Liebe Schachfreunde
Das Match ist zu Ende und der überraschende Sieger heisst
Saitek D++ EGR 10 MHz. Hier noch die letzte kommentierte Partie.
Dann eine Zusammenfassung und die 20 kommentierten Partien
zum Download. Mit ihren Tipps von 10:10 (Paul) und 10,5:9,5
(Oberstratege) lagen die beiden am besten.
Beste Grüsse
Kurt


[Event "Match Nr. 60"]
[Site "Zürich"]
[Date "2021.??.??"]
[Round "20"]
[White "Saitek D++ EGR 10 MHz"]
[Black "Scorpio 68000 sel. 4"]
[Result "1-0"]
[ECO "C50"]
[WhiteElo "2022"]
[BlackElo "2080"]
[Annotator "KUT (10,5-9,5)"]
[PlyCount "144"]
[EventDate "2021.??.??"]

1. e4 e5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 20. Partie: Weiss (Saitek
D++ gewinnt | Endstand: 47,5% für Scorpio 68000 (9,5-10,5) | Vergleich mit
Super Forte C 6 MHz sel. 4 = 50% für SFC (10-10) | Vergleich Scorpio 68000 - Saitek D+ EGR 10 MHz = 60% für Scorpio 68000 (12-8) | Ein ruhiger
Partieaufbau im Giuoco Pianissimo (Italienisch) ergibt ein ausgeglichenes
Mittelspiel. Nicht zu gefallen vermag, dass sich der Scorpio 68000 sel.4 ohne
Not die Rochade verderben lässt. Doch gelingt es dem Saitek D++ nicht,
genügend Druck aufzubauen, so dass die verpasste Rochade durch h7-h6 und
später Kg8-h7 wieder in Ordnung gebracht werden kann. Das ruhige und
ausgeglichene Mittelspiel hätte noch lange ohne wesentliche Änderungen
fortgeführt werden können. Als sich Weiss dann endlich doch noch zum
Zentrumsvorstoss d3-d4 bequemt, erhält Schwarz geringfügigen Vorteil,
manövriert in der Folge aber ungenau und muss die Initiative dem Gegner
überlassen. Von hier ab agiert der Saitek D++ ausgezeichnet und der Novag
Scorpio 68000 wird langsam überspielt. Mit diesem Sieg holt sich das
selektive Programm von Julio Kaplan völlig überraschend den Matchsieg.} 2.
Nf3 Nc6 3. Bc4 Bc5 4. O-O Nf6 5. Nc3 d6 6. d3 Bg4 7. Be3 {***ENDE BUCH***} Nd4
8. Bxd4 Bxd4 {***ENDE BUCH***} 9. Nb5 $6 {Ein seltsamer Ausflug, lag doch 9.h3
auf der Hand.} Bxb2 {Das vom Super Forte C 6 MHz sel. 4 gewählte 9...Lb6
hinterlässt einen besseren Eindruck.} (9... Bb6 10. h3 Bh5 11. g4 Bg6 12. Qe2
c6 13. Nc3 Qc7 14. Na4 Ba5 15. Nc3 O-O-O 16. Bb3 Qd7 17. Qe3 Bb6 18. Qe2 Nxg4
19. Na4 Nf6 20. Nxb6+ axb6 21. Kh2 Nh5 22. Qe3 Kc7 23. d4 exd4 24. Qxd4 Nf4 25.
Ng1 Rhe8 26. f3 Ne6 27. Qc3 Ra8 28. Rfd1 Ra5 29. Bc4 Qe7 30. Rd2 Qh4 31. Kh1
Nf4 32. Qd4 Rd8 33. Bf1 Qg3 34. Bg2 Rb5 35. c4 Ra5 36. Qf2 Qxf2 37. Rxf2 Rda8
38. a3 Ra4 39. Rc2 Nxg2 40. Kxg2 f5 41. exf5 Bxf5 42. Rc3 Re8 43. Rac1 c5 44.
Kf2 Kc6 45. Rd1 Bg6 46. Ne2 Bf7 47. Rdc1 Bg8 48. Ng3 Re7 49. Nh5 b5 50. cxb5+
Kxb5 51. Re3 Rd7 52. Rg1 Rh4 53. Rxg7 Rxg7 54. Nxg7 Rxh3 55. Kg2 Rh6 56. Re7 b6
57. Nf5 Rf6 58. Nh4 Kc4 59. Rb7 d5 60. a4 d4 61. Kf2 h6 62. Rb8 Bd5 63. Ke2 d3+
64. Kd2 Re6 65. b3+ Kb4 66. Kxd3 Bxb3 67. Rb7 c4+ 68. Kd4 c3 69. Ng2 Rd6+ 70.
Ke5 c2 71. Rc7 Rd1 72. Nf4 Kxa4 73. Ra7+ Kb5 74. Ne2 Re1 75. Kd4 Rxe2 76. Ra1
Rd2+ 77. Kc3 Rd1 78. Kxb3 Rxa1 79. Kxc2 h5 80. f4 {0-1 (80) Saitek D++ EGR 10
MHz (2022)-Super Forte C 6 MHz sel. 4 (2022) Zurich 2020 [10-10]}) 10. Rb1 c6
$6 {Ungenauer als 10...a6 =} 11. Rxb2 cxb5 12. Bxb5+ Kf8 $6 {Der Novag Scorpio
68000 gibt freiwillig und ohne Zwang das Rochaderecht auf. Das kann nicht gut
sein.} 13. Bc4 $14 {Die weisse Stellung verdient jetzt den Vorzug.} Qe7 14. c3
Rc8 15. Qe2 {Den gegnerischen Läufer durch h2-h3 zur Klärung zu zwingen, was
der Saitek D+ gegen Scorpio 68000 spielte, ist zweifellos etwas stärker.} (15.
h3 Bh5 16. Qe2 Kg8 17. Rfb1 b6 18. a4 h6 19. Rb5 Kh7 20. a5 Nd7 21. Ra1 Rhd8
22. Rb3 Nc5 23. Rb5 Nd7 24. Qe3 a6 25. Rxb6 Nxb6 26. axb6 Rc5 27. Rxa6 Rb8 28.
Ra7 Qd8 29. g4 Qxb6 30. Ra6 Qb7 31. Rxd6 Qc7 32. Rd5 Rxd5 33. exd5 Bg6 34. Qxe5
Rb1+ 35. Kg2 Qd8 36. Qe2 Qb8 37. Qe7 Rb7 38. Qe5 Qd8 39. Qd4 Qd6 40. h4 Kg8 41.
Ne5 Bh7 42. Qf4 f6 43. Ng6 Qxf4 44. Nxf4 Kh8 45. Ne6 Bg8 46. h5 Ra7 47. Kf3 Ra3
48. d6 Bxe6 49. Bxe6 Rxc3 50. Ke4 Rc6 51. Kd5 Rc3 52. d4 Ra3 53. d7 Ra8 54. Kc6
g5 55. Kb7 Rf8 56. Kc7 f5 57. gxf5 Kg7 58. d8=Q Rxd8 {1-0 (58) Saitek D+ EGR
10 MHz (2022)-Scorpio 68000 sel. 4 (2080) Zürich 2021 [KUT (8-12)]}) 15... Kg8
{Schön wäre es, wenn man die Verbindung der Türme durch g7-g6 nebst Kg7
herstellen könnte. Doch das gibt Weiss eine gute Angriffsstellung und Druck
auf der f-Linie (s.Variante).} (15... g6 16. h3 Bxf3 17. Qxf3 Kg7 18. Qe3 b6
19. f4 $16) 16. Qe3 b6 {Weiss steht geringfügig besser. Sobald es Schwarz
gelingt, h7-h6 gefolgt von Kg8-h7 zu spielen, hätte Weiss gar nichts mehr.}
17. Ng5 {Bringt nichts ein, weshalb erneut h2-h3 den Vorzug verdient, wenn
auch Schwarz danach keine Probleme mehr haben sollte.} (17. h3 Bxf3 18. Qxf3 h6
19. Qf5 Rc5 20. f4 exf4 21. Qxf4 Kh7 $11) 17... Bh5 18. Qh3 {Ein pseudoaktiver
Zug ohne Wirkung.} Rc7 19. Re1 {Der Versuch, mit f2-f4 die f-Linie zu öffnen,
fiele nun gar zum Nachteil von Weiss aus.} (19. f4 $6 exf4 20. Qf5 (20. Rxf4 $2
h6 21. Nf3 d5 $19 {und gewinnt}) 20... h6 21. Nh3 Bg6 22. Qxf4 Bxe4 $1 $17)
19... h6 20. Nf3 Kh7 {Endlich ist das Problem des Th8 gelöst: Schwarz steht
schon nicht mehr schlechter. Vor allem die weisse Dame steht abseits nicht gut.
Dagegen sollte Weiss rasch etwas unternehmen.} 21. a4 $6 (21. Nd2 {nebst
Dh3-e3 war die richtige Wahl.}) 21... Rhc8 $6 {Verpasst es, den Läufer auf
die Diagonale c8-h3 zu bringen mit schwarzem Vorteil.} (21... Bg4 22. Qg3 Bd7
$15) 22. Nd2 $1 {Befreit die weisse Dame aus ihrem Abseits.} Qe8 23. Ra1 Bg4
24. Qg3 {Besser ginge die Dame nach e3. Das gibt dem Gegner später keine
Möglichkeit, mit Sf6-h5 ein Tempo zu gewinnen für den Rösselsprung nach f4.}
Bd7 25. Rb4 Rc5 (25... Nh5 26. Qe3 Nf4) 26. d4 {Jetzt wird es auf der c-Linie
etwas wacklig. Mit 26.Sb3 Tc7 27.Sd1 hätte Weiss den Status Quo
aufrechterhalten können.} R5c7 27. Qd3 Kh8 {Wenn schon ein Königszug, dann
eher nach g8, wo der Bauer f7 gedeckt bleibt und so die Dame von dieser
Aufgabe entlastet wird.} 28. h3 {Das schwächt das Feld f4, weil ein auf
diesem Feld auftauchender Springer nicht mit g3 vertrieben werden kann.} Qe7 {
Konsequenter sieht 28...Sh5 aus, was den gegnerischen Zug sofort ausgenutzt
hätte.} 29. Rc1 exd4 30. Qxd4 {Leider erzwungen.} (30. cxd4 $2 {verliert wegen
} d5 $19 {mit Figurengewinn, weil Tb4 und Lc4 gleichzeitig hängen.}) 30... Qe5
{Damit wirft Schwarz seinen geringfügigen Vorteil weg.} 31. Bxf7 Bxh3 {
Logischer sieht Ld7xa4 aus, um allenfalls in Form des Freibauern auf der
a-Linie ein Pfand im Köcher zu haben.} 32. Qxe5 dxe5 33. Bd5 Bg4 34. c4 Rd8 $6
{Danach geht der Vorteil an Weiss über, weshalb 24...Ld7 angesagt war.} 35.
Ra1 Be2 {Eine bessere Verteidigung ist 25...Sd7.} 36. a5 $16 {Schon steht
Weiss deutlich besser.} bxa5 37. Rxa5 Kh7 $2 {Wieder war nur Sf6-d7 ein
Rettungsversuch. Nach dem Textzug attestieren die Engines: Weiss gewinnt.} 38.
Rb2 {Weiss kann das Motiv des eingeschlossenen schwarzen Läufers nicht
erkennen und gibt sich mit einer zweitklassigen Fortsetzung zufrieden, die
aber immer noch gut genug ist, sich grossen Vorteil zu sichern.} (38. f3 {
Es droht Kf2 mit baldiger Eroberung des Läufers.} Nh5 {Will das durch ...Sf4
verhindern.} 39. g3 Nxg3 40. Kf2 Nh5 41. Kxe2 Nf4+ 42. Ke3 Ng2+ 43. Kf2 Nf4 44.
Rb1 $18) 38... Kh8 39. Rba2 Rdd7 40. f3 $18 {Hoppla, jetzt kommt der Saitek
D++ doch noch auf die richtige Idee. Weiss steht derart gut, dass man ohne
Übertreibung von einer gewonnenen Stellung sprechen kann.} Nh5 41. Kf2 Nf4 42.
g3 Nxd5 43. Rxd5 Bd3 44. Ke3 Rxd5 45. exd5 Bf5 {Die Alternative 45...Lxc4
genügt auch nicht mehr.} (45... Bxc4 46. Nxc4 Rxc4 47. d6 Rc8 48. Ke4 Kg8 49.
Rxa7 Kf8 50. Kxe5 Re8+ 51. Kf5 h5 52. Rc7 Rd8 53. Ke6 Re8+ 54. Re7 Ra8 55. Rf7+
Kg8 56. d7 Ra6+ 57. Ke7 Ra7 58. Rf8+ Kh7 59. Ke8 $18) 46. g4 Bh7 47. Ra5 Rd7
48. Ra6 Kg8 (48... Re7 49. c5 $18) 49. Re6 {Die schwarze Stellung fällt nun
zusammen wie ein Kartenhaus. Die technische Phase dieses Endspiels meistert
der Saitek D++ souverän.} Kf7 50. Rxe5 Kf6 51. f4 g5 52. Re6+ Kg7 53. fxg5
hxg5 54. Nf3 a5 55. Nxg5 Bc2 56. d6 Bb3 57. Kd4 Ra7 58. Re7+ Rxe7 59. dxe7 Ba4
60. Ke5 Be8 61. Ne4 Bg6 62. Nd6 a4 63. Nb5 Be8 64. Nd6 Bg6 65. Kd4 a3 66. Kc3
Kf6 67. e8=Q Bxe8 68. Nxe8+ Ke6 69. Kb3 Ke7 70. Ng7 Kf6 71. c5 Ke5 72. Kxa3 Kd5
{Schwarz gibt auf} 1-0



Fazit des 120'/40 Matches über 20 Partien zwischen
Novag Scorpio 68000 sel. 4 - Saitek D++ EGR 10 MHz


Bekanntlich hat das Match Novag Super Forte C sel. 4 - Saitek D+ EGR 10 MHz friedlich mit 10:10 (+8 =4 -8) geendet. Das Fazit zu diesem Match steht hier: https://www.schachcomputer.info/foru...6&postcount=54 Die Wiederholung dieses Matches gegen den Saitek D++ EGR 10 MHz mit denselben Eröffnungen war insbesondere deshalb interessant, als man allgemein davon ausgeht, dass der D+ stärker eingeschätzt wird als der weit selektiver rechnende D++. Diese Annahme hat sich in diesem Wettkampf nicht bestätigt. So trennten sich beide Programme ebenfalls Unentschieden und zwar mit 10:10 (+7 =6 -7). Aufgrund der gespielten Partien gibt es meines Erachtens keinen erwähnenswerten Abweichungen zu meinem Fazit zum ersten Match des D+. Die Abweichungen, die der D++ in 20 Partien aufs Brett brachte waren fast allesamt unwichtig in dem Sinne, dass die echten Fehler/Ungenauigkeiten früher geschahen. Mit anderen Worten: dort wo es wirklich ans Lebendige geht, agieren D+ und D++ nur ganz ausnahmsweise verschieden, bzw. produzieren meistens denselben "Mist". Allerdings scheint der D++ in der Verteidigung schlechter(er) Stellungen etwas besser abzuschneiden, wobei die höhere Selektivität - wenigstens auf Turnierstufe - eine Rolle spielen mag. Für eine verlässliche Aussage fehlt eine genügende Anzahl von Partien, so dass wir keine simple Empfehlung abgeben können wie "für Turnierstufe D++" und "für alles unter Turnierstufe D+" zu nehmen.

P.S. Ein Indiz, dass der D++ im Turnierschach den Vorzug gegenüber dem D+ verdient, mag das Match Novag Star Diamond - Saitek D+ EGR 10 MHz (17-3) sein, man sehe hier https://www.schachcomputer.info/foru...4&postcount=96 wie das bislang nicht publizierte (eröffnungstechnisch identische) Match Novag Star Diamond - Saitek D++ EGR 8 MHz (15,5-4,5) zeigt. Aber natürlich noch immer zu wenig Partien.

Nun sollte der Novag Scorpio 68000 (ELO 2080) gegen den Saitek D++ EGR 10 MHz (ELO 2022) seine Überlegenheit im Vergleich zum Novag Super Forte C 6 MHz sel. 4 beweisen und mehr als ein Unentschieden erreichen. Dabei stand auch das Vergleichsmatch Novag Scorpio 68000 gegen den Saitek D+ EGR 10 MHz mit einem Sieg von 12-8 für das Programm von David Kittinger zur Verfügung, siehe https://www.schachcomputer.info/foru...5&postcount=83 Die Trauben für einen noch höheren Sieg des Scorpio 68000 gegen den Saitek D++ lagen also hoch. Schauen wir, was all diese Vergleiche nun zeigen:

Code:
Match Nr. 49  2020

                                             12345678901234567890
1   Saitek D++ EGR 10 MHz       2022     0   01½101010½½0½1½0½110   10.0/20  100.00
2   Super Forte C 6 MHz sel. 4  2022     0   10½010101½½1½0½1½001   10.0/20  100.00
Code:
Match Nr. 59  2021

                                       12345678901234567890
1   Scorpio 68000 sel. 4  2080   +12   ½1½101½101½½1½10½½10  12.0/20
2   Saitek D+ EGR 10 MHz  2022   -12   ½0½010½010½½0½01½½01   8.0/20
Code:
Match Nr. 60  2021

                                        12345678901234567890
1   Saitek D++ EGR 10 MHz  2022   +75   1½01½1100½0000111½½1  10.5/20
2   Scorpio 68000 sel. 4   2080   -75   0½10½0011½1111000½½0   9.5/20
Mit seinem knappen Verlust von 9,5:10,5 (+7 =5 -8) gegen den 58 ELO schwächeren Saitek D++ EGR 10 MHz gab es also eine echte Überraschung. Zu erwarten gewesen wäre eine Gewinnquote von 58% oder ein Sieg von wenigstens 11,5:8,5. Dass der Scorpio 68000 aber gar schlechter abschneidet als Super Forte C 6 MHz sel. 4 gegen denselben Gegner, und auch schlechter als gegen den Saitek D+, ist schon etwas enttäuschend. Darüber mag auch der Umstand nicht trösten, dass vom Partieverlauf her - wer hatte jeweils in einer Partie zuerst eine Gewinnstellung - der Scorpio 68000 mit 11:9 hätte gewinnen müssen, was zeigt, dass dieses Programm mehr Chancen als der Gegner ausgelassen hat. Ganz generell lässt sich die gleiche Aussage machen wie im Match gegen den Saitek D+: "Die Einzelresultate der Partien stimmen eher selten mit dem effektiven Spielverlauf überein, was nicht weiter verwunderlich ist, ob dem dauernden Auf und Ab in fast jeder einzelnen Partie. Es galt auch in diesem Match nur die unumstössliche Regel: Wer den letzten Fehler macht, verliert." Bezüglich Spielverhalten sowie Stärken und Schwächen der beiden Programme in diesem Match gelten fast ausnahmslos die schon hier gemachten Aussagen https://www.schachcomputer.info/foru...5&postcount=83 .

Interessant festzustellen war auch, dass der Saitek D++ in sieben Partien andere/bessere Züge als der Saitek D+ gefunden und damit 2,5 Pkt. mehr geholt hat als der Saitek D+. In drei Partien produzierte der Saitek D++ einen anderen/schlechteren Zug als der Saitek D+, was ihn 1,0 Pkt. kostete. Gesamthaft ergibt das aus den abweichenden Zügen in 10 Partien ein Plus von 1,5 Pkt. (oder 15%) für den Saitek D++. Aus den bisher gespielten Vergleichspartien von D+ und D++ gegen die gleichen Gegner mit denselben Eröffnungen lässt sich (vielleicht) die Tendenz erkennen, dass der Saitek D++ auf Turnierstufe dem Saitek D+ wohl vorzuziehen ist.
Angehängte Dateien
Dateityp: pgn Scorpio 68000 vs Saitek D++_20 commented games.pgn (121,9 KB, 140x aufgerufen)

Geändert von applechess (08.02.2021 um 19:21 Uhr)
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