
Zitat von
steffen
In der Hektik der Abreise griff ich dann doch tatsächlich zu den zwei Brüdern Sphinx Concerto und Krypton Regency. Trotzdem blieb – nicht nur aufgrund des Ergebnisses, sondern auch wegen des Spielstils – der Eindruck, dass da kleine Unterschiede existieren.
Um dies vorweg zu nehmen: Der Regency wirkte trotz gleicher Einstellungen der beiden Geräte (voreingestellter Spielstil, Level 53) manchmal zu unüberlegt forsch, der Concerto könnte eventuell etwas schneller getaktet sein. Auf jeden Fall war die Stellungsbewertung häufig stark unterschiedlich.
Außerdem nahm ich den klaren Turnierfavoriten Mephisto Modena (ein Dominator-Klon) und den schwer einschätzbaren Millennium Genesis mit.
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Positiv überrascht hat mich der Regency. Wäre er manchmal etwas ruhiger gewesen (wie der Concerto), wäre er noch etwas stärker. Auf jeden Fall aber ein Schachcompi, der in meinen Augen recht interessant – gerade für den durchschnittlichen menschlichen Gegner! – spielt. Die Einstellbarkeit der verschiedenen Spielstile ist hier ein tolles Feature.
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Modena und Regency sind überdies Computies, die meist für wenig Geld auf ebay zu haben sind. Der Modena ist und bleibt DIE interessante Alternative für diejenigen Sammler, die sich einen Dominator nicht leisten können oder wollen bzw. diesen einfach nicht finden. Ein bisschen fehlt mir da das Argument für den großen Preisunterschied.
Hallo Steffen !
Netter Urlaubs-Turnierbericht !
Mich hat am meisten der Concerto überrascht, der ja im Verdacht steht ein Clone zu sein. Wie groß ist nun die Familienähnlichkeit mit Krypton Regency (= Krypton Challenge) ?
Um dies herauszufinden:
Könntest Du bitte diese 2 Viersteiner dem Concerto auf Analysestufe eingeben:
Mackenzie 3# (W:Kc6,Lb8,Bc7; S:Ka8) 1. La7!
Sowohl Regency als auch Krypton Challenge finden das dreizügige Matt mit Läuferopfer und Unterverwandlung erst nach 2:11, recht viel für einen Dreizüger.
Weist Concerto auch dieselbe prägnante Lösezeit auf ?
Modena findet auf Analysestufe die kurzzügige Lösung überhaupt nicht und setzt stattdessen nach 5:04 umständlich mit Kd7 matt.
Noch schlimmer patzt Modena bei dem Problem von Siers:
Siers 5# (W:Kd4,Dg2; S:Kd1,Be2) 1.Kc3!
statt der Lösung verfällt Modena auf den Schnapszug 1. Kd3?? mit Mattankündigung, Kd3 wird aber einfach mit e1S+! widerlegt, Remis.
Modena beherrscht wie einige andere Morsch-Programme keine Unterverwandlung im Suchbaum, sondern nur im Schlüsselzug.
Regency wie erwartungsgemäß auch Krypton Challenge haben an diesem Problem einige Zeit zu knabbern, wenn ich meine Schrift richtig entziffern kann: 2:45:00 Kc3! 64.97.
Braucht Concerto auch fast 3 Stunden für diesen Viersteiner ?
Mephisto Modena ist ein gezähmter, "stubenreiner" Dominator.
Technisch gesprochen handelt es sich beim Modena mit großer Wahrscheinlichkeit um die späteste Dominator-Version 2.05 (eventuell mit winzigen Programmunterschieden).
Wer hingegen die "Unarten" und haarsträubenden Bugs liebt, dem sei der Dominator empfohlen, auch die Sphinx Galaxy, ein weiterer, früherer Clone hat gerade dadurch besonderen Liebhaberwert (chronologisch gesehen müßte man eigentlich vom Galaxy- statt Dominator-Clone sprechen). Sphinx Galaxy, eine wahre "Fundgrube" für Bugs, hatte weiland noch mehr Fehler als der dafür berühmt-berüchtigte Nachfolger Dominator 2.00. In diesem Zusammenhang sei auch an die Holzausführung des Dominator, den Sphinx Commander erinnert.
Ach ja, ein Blick in die aktuelle Elo-Aktivschachliste sei gestattet:
dort wird der Dominator 2.04 nach 70 Partien mit Elo 1934 geführt, der nachfolgende Clone Modena (m.E. = Dominator 2.05) bringt nach 199 Partien 26 Elo mehr auf die Waage: Elo 1960. Fühlt sich gut an...
Viele Grüße
Hans-Jürgen