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Alt 23.03.2018, 23:38
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AW: Worin besteht der Sinn eines Schachcomputers?

Hallo zusammen,
nun will ich doch auch noch meinen Senf zur "Sinnfrage" abgeben ...

Ich möchte mal die kühne These wagen, dass all diejenigen, die in meinem Alter sind, sich einen Teil Ihrer Kindheit bzw. Jugend konservieren ... zumindest ist das bei mir der Fall, keine Frage.

1981 bekam ich zum 14. Geburtstag meinen ersten Schachcomputer ... ein Gerät von Novag, das ich selbst ohne Dame schlagen konnte ... das war schon recht deprimierend.

Geräte von Mephisto waren nicht drin und waren eh zu schwach ... zum Glück hatte Karstadt eine große Abteilung mit massenhaft Schachcomputern ... da habe ich als Schüler viel Zeit verbracht ... in erster Linie, um den anderen Kunden zu zeigen, wie man die Dinger weghaut ... in der Weihnachtszeit gab es von Mephisto Promotoren, die fanden das wenig lustig ...

Na ja, später, als ich studierte, kaufte ich dann den ersten richtigen Brettcomputer ... einen gebrauchten Mephisto III mit ESB 6000 .... war natürlich schwach, aber so erfüllte ich mir als Student einen Kindertraum ... ich hatte den damals für 180,- DM bekommen ... mit UPS geliefert.

Dann kam der Bereich PC Schach auf, hier war ich vom Anfang an dabei ... ich hatte wirklich alle Programme, habe sie getestet, ging bei ChessBase ein und aus, schrieb mein eigenes Schachprogramm ...

Als ich mich selbstständig gemacht habe, ging das Thema dann unter ... einerseits wurden die Programme zu stark auf der anderen Seite fehlte die Zeit ...

Etliche Jahre später dann durch Zufall wieder auf das Thema gekommen ... Erinnerungen an die Teenagerzeit kamen zurück ... und Wünsche, die unerfüllt blieben, wurden umgesetzt ... so begann der Sammeltrieb.

Zum Sinn ... ja, ich nutze die Teile tatsächlich dazu, selbst gegen sie zu spielen ... und ja, obwohl sie keine Chance haben, liebe ich sogar meine Briketts und andere Oldies ... es ist einfach entspannend, gegen einen Mephi III ESB 6000 zu spielen ... fast schon Meditation ...

Aber auch das Spiel der Computer gegeneinander macht mir durchaus Spaß ...

Mich interessieren alle Backgrounds, sowohl was die Software betrifft (Brute Force oder selektiv, viel Wissen oder schnell und dumm), als auch die Hardware und die Geschichten dahinter, wie die Weltmeisterschaften, die Programmierer etc. pp.

So ist für mich jeder Computer ein eigenständiger Charakter und je nach Lust und Laune wähle ich den jeweiligen Schachpartner aus.

Ich denke, bei mir kommen viele Punkte zusammen: Sammeltrieb, aktives Ausleben der Vergangenheit, Schachpartner, passive Bespaßung (wenn sie gegeneinander spielen) ... ein Hobby, das bei mir viele Dinge vereint.

Gegen Menschen spiele ich immer noch ... bzw. wieder ... aber ich schaffe es nicht mehr, Turniere oder Liga zu spielen, dazu fehlt einfach die Zeit ... stattdessen eher Schwachsinn wie Tandem und anderen Unsinn ...

Grüße,
Sascha
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