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Alt 19.03.2018, 14:50
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AW: Match 120'/40 Elite V6 - Portorose 68020

Match 120'/40, 8. Partie, ECO D18: Slawische Verteidigung (Hauptvariante) | Bediener: Rolf Bühler | Stand: 5:3 (+4 -2 =2) für den Elite V6 | Endlich gewinnt der Portorose 68020 wieder eine Partie und verbessert seinen schlechten Tabellenstand. In einem ruhig verlaufenen Kampf, der sich vor allem im Zentrum und am Damenflügel abspielt, kann keine der beiden Kontrahenten spürbare Vorteile erzielen. Der weissen Offensive am Damenflügel begegnet der Elite V6 mit einem Gegenangriff am Königsflügel, führt diesen dann aber nicht zu Ende, vergibt dadurch das Remis, denn in der Zwischenzeit wird er am anderen Brettabschnitt völlig überspielt. Ein weisser Turm dringt auf die 7. Reihe ein, erobert den schwarzen a7-Bauern und Weiss muss in der Folge keinen grossen Widerstand überwinden, um den Punkt ins Trockene zu bringen.

[Event "Elite V6_Portorose 68020"]
[Site "Zurich SUI"]
[Date "2018.03.14"]
[Round "8"]
[White "Mephisto Portorose 68020"]
[Black "Fidelity Elite V6"]
[Result "1-0"]
[ECO "D18"]
[WhiteElo "2118"]
[BlackElo "2107"]
[Annotator "K. Utzinger"]
[PlyCount "96"]
[EventDate "2018.03.14"]

1. d4 d5 {Match 120'/40, 8. Partie, ECO D18: Slawische Verteidigung
(Hauptvariante) | Bediener: Rolf Bühler | Stand: 5:3 (+4 -2 =2) für den
Elite V6 | Endlich gewinnt der Portorose 68020 wieder eine Partie und
verbessert seinen schlechten Tabellenstand. In einem ruhig verlaufenen Kampf,
der sich vor allem im Zentrum und am Damenflügel abspielt, kann keine der
beiden Kontrahenten spürbare Vorteile erzielen. Der weissen Offensive am
Damenflügel begegnet der Elite V6 mit einem Gegenangriff am Königsflügel,
führt diesen dann aber nicht zu Ende, vergibt dadurch das Remis, denn in der
Zwischenzeit wird er am anderen Brettabschnitt völlig überspielt. Ein
weisser Turm dringt auf die 7. Reihe ein, erobert den schwarzen a7-Bauern und
Weiss muss in der Folge keinen grossen Widerstand überwinden, um den Punkt
ins Trockene zu bringen.} 2. c4 c6 {Gegenüber dem klassischen Damengambit mit
2...e6 will Schwarz die Schwierigkeiten mit der Entwicklung des Lc8 vermeiden
und diesen Läufer nach f5 entwickeln. Also ähnliche Beweggründe wie der
Unterschied zwischen der Französischen Verteidigung 1.e4 e6 und der
Caro-Kann-Vereidigung 1.e4 c6. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass Schwarz in
der Slawischen Verteidigung in der Regel erst mit d5xc4 das Zentrum aufgeben
muss, bevor der Läufer nach f5 gehen kann. Dies deshalb, weil die
frühzeitige Entwicklung des Lc8 eine ernstliche Schwächung des schwarzen
Damenflügels verursachen kann. Für den ungeübten Spieler nicht verschwiegen
werden darf, dass die Slawischen Verteidigung trotz der geschilderten Vorteile
bedeutend schwieriger zu behandeln ist, als das Klassische bzw. orthodoxe
Damengambit und auch mehr theoretische Kenntnisse erforderlich sind, um alle
Fallstricke zu umgehen, die ihm Weiss auftischen kann. Dazu in den späteren
Bemerkungen mehr.} 3. Nc3 (3. cxd5 cxd5 {ist die harmlos aussehende Slawische
Abtausch-Variante, die jedoch beidseits feines Positionsspiel voraussetzt, um
nicht in Nachteil zu kommen.}) 3... Nf6 {Die älteste bekannte Partie mit der
Slawischen Verteidigung aus dem Jahr 1837 hatte 3...Lf5 zum Inhalt.} (3... Bf5
4. Bf4 e6 5. e3 Bb4 6. Bd3 Ne7 7. c5 f6 8. h4 Nd7 9. g4 Bxd3 10. Qxd3 e5 11.
Bg3 b6 12. a3 Bxc3+ 13. Qxc3 bxc5 14. dxe5 fxe5 15. Bxe5 Nxe5 16. Qxe5 Qa5+ 17.
Qc3 Qxc3+ 18. bxc3 h5 19. g5 Rb8 20. Nf3 Rb3 21. c4 O-O 22. Ne5 Rf5 23. Nd7
dxc4 24. O-O Rd5 25. Rfd1 Rxa3 26. Rab1 Rb3 27. Rbc1 Rbd3 28. Rxd3 cxd3 {
0-1 (28) Von Heydebrand und der L,T-Mayet,C Berlin 1837}) 4. Nf3 dxc4 {Für
eine rasche Entwicklung seiner Figuren gibt Schwarz das Zentrum auf und droht,
den Bauern c4 mit b5 zu verteidigen. Hier gibt es zum Textzug einige
Alternativen wie:} ({a)} 4... a6 {Das so genannte Chebanenko-System;
einerseits ein Abwartezug und den weissen Figuren das Feld b5 verwehrend,
andererseits die Möglichkeit bietend, einmal mit b7-b5 selbst aktiv zu werden.
Es entstehen schwierig zu behandelnde Stellungen.}) ({b)} 4... e6 {Das
widerspricht zwar den Zielsetzungen der Slawischen Verteidigung, was die
Entwicklung des Lc8 betrifft, ist aber ein gesunder Zug, der jedoch zu
wiederum äusserst scharfen Stellungen führen kann nach beispielsweise} 5. Bg5
dxc4 6. e4 b5 7. e5 h6 8. Bh4 g5 9. Nxg5 hxg5 10. Bxg5 {das Botvinnik-System})
({c)} 4... Bf5 $2 {Ein typischer Zug der Amateure, da die Schwächung des
Damenflügels sofort akut wird nach} 5. cxd5 cxd5 {etwas besser das Schlagen
mit dem Springer, der dem Weissen jedoch das Zentrum überlässt} 6. Qb3 {
und mit diesem den Punkt b7 und den Bauern d5 doppelt angreifenden Zug ist
Schwarz bereits in Schwierigkeiten, zeigt doch die beste Antwort ...Lc8, wie
schlecht der Läuferzug nach f5 war; andere Verteidigungen machen ein
schlechten Eindruck, so ...Dd7 Se5 bzw.} Qb6 7. Nxd5 Nxd5 8. Qxd5 e6 9. Qb3
Qxb3 10. axb3 {mit weissem Mehrbauern}) 5. a4 {Führt zur Hauptvariante der
Slawischen Verteidigung, macht indessen das Feld b4 für die gegnerischen
Figuren frei. Schwarzspieler müssen hier aber auch zwingend (gefährliche)
Alternativen kennen wie} ({a)} 5. e4 {Ein Gambit, nämlich die Geller-Variante,
wonach Schwarz den Bauern c4 festhalten kann mit} b5 6. e5 {oder 6.Dc2
(Spassky)}) ({b)} 5. e3 {Die Aljechin-Variante} b5 6. a4 b4) 5... Bf5 {Die
beste gegen e2-e4 gerichtete Antwort.} 6. e3 {Erneut gibt es wichtige Optionen:
} ({a)} 6. Ne5 {Auch diesen vormals beliebten Zug, der unter anderem in den
WM-Kämpfen zwischen Aljechin-Euwe 1935 und 1937 zur Anwendung gelangte, muss
Schwarz kennen.} e6 {Wiesbaden-Variante} ({oder} 6... Nbd7 {Krause-Angriff})) (
{b)} 6. Nh4 {Die Baarner-Variante, in der Schwarz ebenfalls wissen sollte, was
zu tun ist.}) 6... e6 (6... Bd3 {Der damit beabsichtigte Tausch des weissen
Angriffsläufers hat den grossen Nachteil, dass er zu viel Zeit kostet und dem
Weissen das Zentrum überlässt.} 7. Bxd3 cxd3 8. Qxd3 e6 9. O-O Be7 10. e4 O-O
11. Rd1 {und Weiss steht sehr gut}) 7. Bxc4 Bb4 {Ein wichtiger systemgemässer
Zug, der sich gegen e3-e4 stemmt, weil ja der Sc3 gefesselt ist. Auf jede
andere Fortsetzung käme das weisse Übergewicht im Zentrum rasch zur Geltung.
Beide Parteien haben nun drei Figuren entwickelt. Interessant dabei, dass der
weisse Damenläufer c1 unentwickelt geblieben ist, während es Schwarz
gelungen ist, beide Läufer herauszubekommen. Deshalb hat Schwarz ein gewisses
Gegengewicht gegen die Mehrheit des Gegners in der Mitte.} 8. O-O O-O {Ende
Buch} 9. Qb3 {Ende Buch | Einigermassen ungebräuchlich, aber durchaus
spielbar. Weiss hofft, den Tausch des Lb4 zu erzwingen oder den Bauern b7 zu
erobern. Da dieser Plan jedoch nicht aufgeht und die weisse Dame auf b3 nichts
im Kampf ums Zentrum leistet, erweist sich die übliche Fortsetzung 9.De2 mit
dem Plan e3-e4 als erfolgreicher. Allgemein verhält es sich so, dass Züge in
der Eröffnungsphase, die der Zentralisierung dienen, fast ausnahmslos den
Vorzug vor anderen Varianten verdienen.} Qb6 (9... Qe7 {was den Lb4 und den
Bauern b7 verteidigt, findet allgemein mehr Zuspruch.}) 10. Nh4 {Den lästigen
Läufer auf der schönen Diagonale h7-b1 zu beseitigen und sich das
Läuferpaar zu sichern, ist keine schlechte Idee. Für Schwarz stellt sich nun
insbesondere die Frage, ob er zwecks Vermeidung eines Doppelbauern seinen
Läufer wegziehen oder lieber einen Entwicklungszug ausführen soll.
Vermutlich ist das weitgehend Geschmacksache.} Nbd7 (10... Bg6 11. Nxg6 hxg6
12. Rd1 Nbd7 13. g3 Rad8 14. Bf1 e5 15. Bg2 Rfe8 16. Na2 Bd6 17. Qxb6 Nxb6 18.
a5 Nbd5 19. a6 bxa6 20. Nc3 Nb4 21. Kf1 exd4 22. exd4 c5 23. dxc5 Bxc5 24. Rxd8
Rxd8 25. Bg5 Re8 26. Rd1 Ng4 27. Ne4 Bf8 28. h3 Ne5 29. Rd8 Rxd8 30. Bxd8 Ned3
31. b3 Nc1 32. Nd2 Bc5 33. Bb7 Kf8 34. h4 Bb6 35. Bg5 Ncd3 36. Ke2 Nxf2 37. Nc4
Nfd3 38. Nxb6 axb6 39. Bxa6 Nxa6 40. Kxd3 Ke8 41. Kc4 Kd7 42. Kb5 Nc5 43. b4
Nd3 44. Be3 f5 45. Bxb6 f4 46. gxf4 Nxf4 47. Ka6 Ne6 48. Be3 Nc7+ 49. Kb7 Nb5
50. Kb6 Nd6 51. Bf4 Nf5 52. b5 Nd4 53. Be3 Nf5 54. Bc5 Nxh4 55. Ka6 Nf3 56. b6
Ne5 57. b7 Nc6 58. Bf2 Nb8+ 59. Ka7 Nc6+ 60. Kb6 Kd6 61. Bg3+ {1-0 (61)
Vaganian,R (2617)-Sakaev,K (2648) Bugojno 1999}) 11. Nxf5 exf5 {Der
Doppelbauer stellt hier keine grosse Schwäche dar und trägt dazu bei, dass
dieser das wichtige Zentralfeld e4 beherrscht und die halb-offene e-Linie dem
Schwarzen zugute kommt.} 12. Ne2 {Interessant war 12.Sa2, um den Damentausch
anzustreben und später zu versuchen, im Endspiel die Stärke des weissen
Läuferpaars auszuspielen.} (12. Rd1 Rac8 13. Bd2 c5 14. Bb5 Rfd8 15. a5 Qd6
16. dxc5 Bxc5 17. Be1 Qe7 18. Nd5 Nxd5 19. Rxd5 g6 20. Rad1 Nf6 21. Rxd8+ Rxd8
22. Rxd8+ Qxd8 23. Bc4 Qc7 24. g3 Bd6 25. Qd3 Be5 26. b4 Ne4 27. Kg2 Kg7 28. b5
Nd6 29. Bd5 Qc5 30. a6 bxa6 31. bxa6 Qb6 32. Bb3 Qc6+ 33. Qd5 Qxd5+ 34. Bxd5
Nb5 35. f3 Bd6 36. Bc4 Na3 37. Bc3+ Kf8 38. Bd3 Bc5 39. e4 fxe4 40. fxe4 Ke7
41. Kf3 Kd6 42. Kf4 h6 43. Bg7 Kc6 44. Ke5 Be7 45. Bxh6 Nb5 46. Be3 {1-0 (46)
Ljubojevic,L (2553)-Stellwagen,D (2630) Amsterdam 2009}) 12... Rae8 {Auch das
prophylaktische 12...a5 sieht gut aus, womit die schwarze Dame wieder frei
würde.} 13. Qd3 {Das sieht für mich gekünstelt aus, zumal damit auch das
harmonische Zusammenspiel der weissen Figuren eher verschlechtert als
verbessert wird. Anders sähe das bei 13.Dc2, später gefolgt von Ld3 aus.} Ne4
{Ohne langwierige Fernschach-Analyse ist es für Schachamateure unmöglich
abzuschätzen, welches hier der Bestzug darstellt: 12...Se4, oder 12...g6 oder
12...Da5.} 14. Ng3 {Mir hätte das Springermanöver 14.Sf4 besser gefallen,
weil der Textzug nie Sxe4 droht wegen ...fxe4 mit Auflösung des Doppelbauern.
Auf f4 stünde der Springer zentraler.} Nxg3 {Für diesen Tausch bzw. den
Wegzug des auf e4 super stark stehenden Springers bestand kein Anlass. Gut war
14...Da5.} 15. hxg3 Qa5 16. Rd1 Rd8 {Möchte dem Weissen wohl d4-d5 verleiden.
Konsequent sieht indessen 16...Sf6 nebst Se4 aus.} (16... Nf6 17. Bd2 g6 18.
Bxb4 Qxb4 19. Qc3 Qd6 $11) 17. Qc2 Rfe8 18. Bd3 g6 19. Bd2 Bxd2 20. Qxd2 {
Am Brett könnte ob dem Problem, Damentausch ja/nein und wenn nein, wohin mit
der Dame, viel Bedenkzeit den Bach runtergehen. Schwarz entscheidet sich gegen
den Tausch der Damen und somit für eine weniger klare Fortsetzung, also
typisch Fidelity.} Qb6 {Wenn schon dem Damentausch ausweichen, dann bitte
sofort nach c7 gehen, um kein Tempo zu verlieren, wie es in der Partie
geschieht.} ({Nach} 20... Qxd2 21. Rxd2 c5 {haben wir ein Endspiel auf dem
Brett, das bestimmt nicht schlechter steht für Schwarz. Weiss kann nicht gut
dxc5 antworten, vermag jedoch die ungünstige Isolierung seines d4-Bauern
gerade noch vermeiden mit} 22. Rad1 (22. dxc5 $2 Nxc5) 22... cxd4 23. Bb5 a6
24. Bxd7 Rxd7 25. Rxd4 Rxd4 26. Rxd4 $11 {und jetzt lässt sich ohne
schlechtes Gewissen die Remispfeife rauchen.}) 21. a5 (21. b4 $5 {ist meines
Erachtens eine Spur besser, was vorerst c6-c5 verhindert und später, nach
geeigneter Vorbereitung natürlich, die Möglichkeit eröffnet, den üblichen
Minoritätsangriff mit b4-b5 in die Wege zu leiten. In der vorliegenden
Situation hat dieser Angriff selbstverständlich bei weitem nicht die Kraft,
wie wenn noch ein schwarzer Bauer auf d5 stünde und Schwarz b4-b5 einfach mit
cxb5 beantworten wird, ohne eine Bauernschwäche auf d5 zu hinterlassen.})
21... Qc7 22. Qb4 $6 {Hier hat die weisse Dame nichts verloren und vergibt
damit seinen kleinen Vorteil, der mit 22.a6 zu festigen war.} Nf6 $6 {Vorerst
a5-a6 mit 22...a6 zu stoppen, war die logische Folge.} 23. a6 b6 24. Rdc1 {
Weshalb nicht das natürlichere 24.Tac1, nachdem der weisse a-Turm keine
Verpflichtungen mehr auf seinem ursprünglichen Posten hat? Ferner bliebe der
weisse Ld3 gedeckt.} Qd7 {Der Elite V6 vermeidet die höchst interessante
Fortsetzung 24...c5, weil er offenbar mehr Nachteile für sich sah als nach
dem Textzug.} (24... c5 $5 25. Bb5 (25. dxc5 Rxd3 26. cxb6 Qxb6 27. Qxb6 axb6
28. Rc6 Nd7 29. Rc7 Ne5 30. Rb7 Red8 31. Kh2) 25... Qb8 26. dxc5 bxc5 27. Qa5
Re6 28. Rxc5 Red6 29. Rf1 Ne4 30. Rc7 Rd5 31. Rb7 Qe5 32. Qa2 Nxg3 33. fxg3 (
33. Rxa7 Nxf1 34. Bxf1 f4 35. exf4 Qxf4 36. Ra8 $1 Qd4 37. Rxd8+ Rxd8 38. b3
$11) 33... Qxe3+ 34. Kh2 Qh6+ 35. Kg1 Qe3+ 36. Kh2 Qh6+ 37. Kg1 Qe3+ {Remis 3x}
) 25. Qa4 Re6 26. Bc4 Rd6 {Droht die Gabel b5. Auf den ersten Blick bekommt
man den Eindruck, dass Weiss besser steht, ist doch der schwarze Bauer c6
leicht angreifbar. Wenn man indessen etwas tiefer in die Stellung eindringt,
erkennt man, dass Weiss wohl seinen Läufer nach f3 stellen müsste. Abgesehen
davon, dass Schwarz unter Umständen die Kraft eines weissen Lf3 mit ...Se4
oder ...Sd5 abblocken könnte, gibt es eine zweite Lösung. Diese basiert auf
dem Umstand, dass eben auch der weisse a6-Bauer angreifbar ist und Schwarz
sich das zunutze machen kann mit b6-b5, gefolgt von ...Tb8 und Tb6. Dann wäre
einerseits der c6-Bauer geschützt und gleichzeitig der gegnerische a6-Bauer
angegriffen. Somit hat also Weiss keine freie Hand, um den schwarzen c6-Bauern
in Ruhe zu belagern.} 27. Qa3 (27. Be2 Rb8 28. Bf3 b5 29. Qc2 Rb6 $11 {
Ausgleich}) 27... Qe8 {Kein Fehler, aber der gerade erläuterte Plan mit 27...
b5 hätte auch jetzt funktioniert.} (27... b5 28. Be2 Rb8 29. Bf3 Rb6 30. Rc2
Ne4 31. Bxe4 fxe4 32. b4 Kg7 33. Rc5 f6 $11) 28. b4 Qf8 {Einerseits ein
unnötiger Tempoverlust, die Deckung c6 und die Kontrolle des Feldes e4
aufhebend, andererseits aber noch immer kein Fehler.} (28... b5 $11) 29. Bb3
Ng4 {Nun zeigt sich, dass der Elite V6 doch einen Plan hat, nämlich mit ...
Dh6 auf den weissen Königsflügel loszustürmen, was sich zwar leicht
abwehren lässt, aber dem Schwarzen das Remis sichert.} 30. Bd1 Re6 $2 {
Weshalb der Elite V6 auf die konsequente Fortsetzung seines Plans verzichtet,
ist unergründlich.} (30... Qh6 31. Bxg4 (31. Bf3 $4 {verliert wie folgt} Qh2+
32. Kf1 Rxd4 $1 33. exd4 Re8 $19 {und gewinnt angesichts der Mattdrohung Dh1,
so dass Weiss mit} 34. Qe3 {die Dame opfern müsste} Nxe3+) 31... fxg4 32. b5
c5 33. dxc5 Rd5 34. cxb6 Rh5 35. Kf1 Rhd5 36. Kg1 Rh5 $11) 31. Bf3 Rdd6 $2 (
31... Qh6 {genügt nun schon nicht mehr, das Gleichgewicht völlig zu wahren,
aber war die beste praktische Chance} 32. Bxg4 fxg4 33. b5 c5 (33... cxb5 34.
Rc7 Ra8 35. Rac1 $16 {mit deutlichem Vorteil: alle weissen Figuren stehen sehr
gut, was man von den gegnerischen nicht behaupten kann.}) 34. dxc5 Re5 35. Rd1
Rxd1+ 36. Rxd1 Qf8 37. Qb4 Qxc5 38. Qxg4 Qxb5 39. Qd7 Kg7 40. Qxb5 Rxb5 41. Rd7
Ra5 42. Rxa7 $16 {und Weiss steht besser mit seinem Mehrbauern, obwohl Schwarz
in diesem Turmendspiel doch Chancen hat für ein Remis}) 32. b5 $1 $16 {
Jetzt hat der Mephisto Portorose 68020 Blut gerochen.} cxb5 {Mehr Widerstand
leistet 32...Te8} 33. Rc7 $18 {Weiss hat eine Gewinnstellung, da der schwarze
a7-Bauer erobert wird und hernach die Kraft des weissen Freibauern auf der
a-Linie sowie die Beherrschung der 7. Reihe den Kampf entscheiden.} Qe8 34.
Rxa7 Rd8 35. Rc7 b4 36. Qxb4 Nf6 37. a7 Ne4 38. Rb7 Ra8 39. Rxb6 {Und schon
sind zwei schwarze Bauern gefallen und zusätzliche Gefahr droht dem Schwarzen
durch den weissen Freibauern auf der d-Linie.} Rxb6 40. Qxb6 Qc8 41. Bxe4 fxe4
42. d5 {Der Freibauer setzt sich Tod bringend in Bewegung.} Qe8 43. d6 Kg7 44.
Qb7 Kh6 45. d7 Qh8 46. Rc1 {Bricht angesichts der Drohung Tc8 den letzten
Widerstand.} f5 47. Kh2 f4 48. Rc8 Rxa7 {Schwarz gibt auf} 1-0

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breizatao (29.03.2018), Egbert (19.03.2018), Hartmut (19.03.2018), marste (20.03.2018), Michael (19.03.2018)