11. Partie, ECO-Code D45: Damengambit (Anti-Meraner Variante): Die Eröffnung behandeln beide Programme erstaunlich gut. Den geringfügigen weissen Vorteil vergibt der Saitek D+ durch den Übergang in ein damenloses Mittelspiel. Durch Geringschätzung der Gefahren einer Fesslung auf der c-Linie gegen seinen König, hätte Schwarz in eine verlorene Stellung geraten können. Ab dem 30.Zug beginnt das Drama in dieser Partie bzw. schliesslich die Tragik für das selektive Programm von Julian Kaplan. Reihenweise werden weisse Gewinn bringende Fortsetzungen verpasst. Nicht viel besser agiert der Mach III, indem gegnerische Ungenauigkeiten mit ebenso ungenügender Verteidigung beantwortet werden. Am Ende erreicht der Saitek D+ doch noch ein klar gewonnenes T+L+Bauern Endspiel und nach dem Tausch der Türme ein ebenso einfach zu gewinnendes Läuferendspiel. Dann passiert es; der Saitek D+ verdirbt in einer ersten Phase den Gewinn zum Remis und kommt später auf die höchst seltsame Idee, den schwarzen f5-Bauer zu erobern und dafür seinen a4-Bauer herzugeben. Damit landet Weiss jedoch in eine nicht mehr wieder gut zu machende Verluststellung. Denn der dadurch frei werdende schwarze Freibauer auf der a-Linie kann unaufhaltsam durchmarschieren.
Mit diesem glücklichen und unverdienten Sieg geht der Fidelity Excel 68000 Mach III mit 6:5 (+5 -4 =2) wieder in Führung.
[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"]
[Date "2017.09.23"]
[Round "11"]
[White "Saitek D+ EGR 8 MHz"]
[Black "Excel Mach III"]
[Result "0-1"]
[ECO "D45"]
[WhiteElo "2022"]
[BlackElo "2030"]
[Annotator "K. Utzinger"]
[PlyCount "129"]
[EventDate "2017.09.23"]
1. d4 d5 {11. Partie, ECO-Code D45: Damengambit (Anti-Meraner Variante): Die
Eröffnung behandeln beide Programme erstaunlich gut. Den geringfügigen
weissen Vorteil vergibt der Saitek D+ durch den Übergang in ein damenloses
Mittelspiel. Durch Geringschätzung der Gefahren einer Fesslung auf der
c-Linie gegen seinen König, hätte Schwarz in eine verlorene Stellung geraten
können. Ab dem 30.Zug beginnt das Drama in dieser Partie bzw. schliesslich
die Tragik für das selektive Programm von Julian Kaplan. Reihenweise werden
weisse Gewinn bringende Fortsetzungen verpasst. Nicht viel besser agiert der
Mach III, indem gegnerische Ungenauigkeiten mit ebenso ungenügender
Verteidigung beantwortet werden. Am Ende erreicht der Saitek D+ doch noch ein
klar gewonnenes T+L+Bauern Endspiel und nach dem Tausch der Türme ein ebenso
einfach zu gewinnendes Läuferendspiel. Dann passiert es; der Saitek D+
verdirbt in einer ersten Phase den Gewinn zum Remis und kommt später auf die
höchst seltsame Idee, den schwarzen f5-Bauer zu erobern und dafür seinen
a4-Bauer herzugeben. Damit landet Weiss jedoch in eine nicht mehr wieder gut
zu machende Verluststellung. Denn der dadurch frei werdende schwarze Freibauer
auf der a-Linie kann unaufhaltsam durchmarschieren. Mit diesem glücklichen
und unverdienten Sieg geht der Fidelity Excel 68000 Mach III mit 6:5 (+5 -4 =2)
wieder in Führung.} 2. c4 e6 3. Nf3 Nf6 4. Nc3 c6 5. e3 Nbd7 6. Qc2 Bd6 {
Ende Buch} 7. e4 {Ende Buch} Nxe4 8. Nxe4 dxe4 9. Qxe4 c5 10. Bg5 Qb6 11. O-O-O
cxd4 (11... h6 12. Bh4 cxd4 13. Qxd4 Qxd4 14. Nxd4 Bf4+ 15. Kb1 a6 16. Be2 O-O
17. Nb3 {1/2-1/2 (17) Turov,M (2584)-Rahman,Z (2548) Chennai 2010}) 12. Qxd4
Qxd4 13. Nxd4 Bc5 (13... Be7 14. Be3 a6 15. g3 Nf6 16. f4 Ng4 17. Bg1 e5 18.
fxe5 Nxe5 19. Bg2 O-O 20. b3 Bg4 21. Rf1 Rab8 22. Nf5 Ba3+ 23. Kc2 Rfe8 24. Bd4
Rbd8 25. Bd5 Nf3 26. Bxf3 Bxf5+ 27. Kc3 b5 28. Bd5 Bg6 29. Re1 a5 30. Rxe8+
Rxe8 31. Kd2 Bb4+ 32. Bc3 Be7 33. Bxa5 Bg5+ 34. Kc3 bxc4 35. bxc4 Re2 36. Kb3
Bc2+ 37. Kb4 Bf5 38. c5 Rc2 39. Bb3 Re2 40. Rd1 h5 41. h4 Be7 42. Bc7 Re4+ 43.
Kb5 Bg4 44. Rd2 Be2+ 45. Kc6 Bf3 46. Bd5 Re6+ 47. Kd7 Bxd5 48. Rxd5 {1-0 (48)
Bodiroga,P (2405)-Plenca,J (2294) Pula 2008}) 14. Be2 Nf6 {Beide Programme
haben seit Buchende im 6. bzw. 7. Zug die Partie erstaunlich gut behandelt.
Weiss steht etwas besser und hätte nun mit 15.Lf3 seinen Vorteil gesichert.}
15. Rhf1 {Etwas gar zahm gespielt.} Bd7 16. Bf3 O-O-O {Das damenlose
Mittelspiel steht gleich.} 17. Nb3 ({Auch} 17. Nc2 {ist eine gute Fortsetzung,
um dem Lc5 die Felder d4 und b4 streitig zu machen und das Manöver Lg5-e3 zu
Hand zu haben, so dass man nach ...Lxe3 mit Sxe3 antworten kann.}) 17... Bb4
18. Bxf6 {?! Schade um das Läuferpaar.} gxf6 19. Bh5 {?! Nur um ein kleines
Bäuerlein anzugreifen, zersplittert Weiss seine Kräfte und geht damit seines
kleinen Vorteils verlustig. Gut scheint 19.a3 += usw.} (19. a3 Ba4 20. axb4
Bxb3 21. Rd2 Kb8 22. c5 Rxd2 23. Kxd2 Bd5 24. Bxd5 Rd8 25. Kc3 Rxd5 26. f4 {+=}
) 19... Rhg8 (19... Rhf8 {!}) 20. g3 Rg7 {?! Auf f8 stünde der schwarze Turm
selbst jetzt besser, denn auf g7 hat der Turm nur wenig Wirkung und hebt die
Verbindung der Türme auf.} 21. a3 Be7 22. Rfe1 Ba4 23. Rxd8+ Bxd8 {Nichts
sprach auch gegen das Schlagen mit dem König.} 24. Kc2 {Freiwillig begibt
sich der weisse König in eine Fesslung.} (24. Nd2 {macht einen
vernünftigeren Eindruck}) 24... b5 25. Kc3 bxc4 26. Kxc4 Bc6 {Wäre der Turm
im 19.Zug nach f8 gegangen, würde dieser Rückzug nun ein wichtiges Tempo
gegen g2 gewinnen.} 27. Nc5 Bd5+ {Schwarz sollte das Vordringen des
gegnerischen Königs nach b5 nicht zulassen.} 28. Kd3 (28. Kb5 Kc7 29. b4 Bc6+
30. Ka6 Kb8 31. Rc1 {+= und Weiss steht leicht besser}) 28... f5 {Bessere
Fortsetzungen sind 28...Lb6 oder 28...Kc7} 29. Rc1 Bc7 {? Vollkommene
Missachtung der weissen Drohungen. Der die Fesslung auf der c-Linie aufhebende
Zug 29...Kb8 ist besser.} 30. Kd4 {? Ein Fragezeichen, weil Weiss hier eine
exzellente und leicht auszurechnende Gewinnchance verpasst.} (30. Na6 {bringt
Schwarz in Nöte nach} Be4+ 31. Ke3 f6 32. Bf3 Bxf3 33. Kxf3 Kd8 34. Rc6 {
+/- und Weiss steht deutlich besser, denn schwarzer Bauernverlust bei
schlechter Stellung lässt sich nicht vermeiden.}) 30... f6 {? Auch Schwarz
ist blind ob der ihm drohenden Gefahren.} (30... Kd8 {! = Diese Entfesslung
hätte alles wieder ins Lot gebracht.}) 31. Kd3 {? Der Saitek D+ spielt
unglaublich passiv statt aktiv und packt seine Chance erneut nicht, die in 31.
Sa6 +- bestand.} (31. Na6 Kd8) 31... e5 32. Be8 {?!} ({Mit} 32. Na6 {hat Weiss
noch immer Vorteil, aber Weiss verfällt auf einen harmlosen Läuferzug, der
gar nichts bringt.}) 32... e4+ {? Statt 32...Kd8 += gibt der Mach III ein die
Stellung wieder deutlich verschlechterndes Schach.} 33. Kd4 {Gewinnt ein
wichtiges Tempo.} Bg8 {? Den Schaden in Grenzen gehalten hätte 33...Kd8} 34.
Na6 {Endlich bequemt sich Weiss darauf, einen richtigen Zug zu spielen, der zu
entscheidendem Vorteil für ihn führt.} Kb7 35. Nxc7 {Es sieht so aus, als ob
nun Weiss seine Chance packe ...} Rxc7 36. Rc3 {?! Es ist zum Haare raufen.
War denn der Turmtausch so schwer zu sehen mit einer übermächtigen Stellung
für Weiss. Zum Glück für Saitek D+ steht er aber selbst nach dieser
verpassten Gelegenheit noch deutlich besser.} (36. Rxc7+ Kxc7 37. Kc5 {und
Weiss hat ein leicht zu gewinnendes Läuferendspiel.}) 36... Kb6 37. Ba4 {
? Geht erneut an 37.Txc7 +- vorbei.} (37. Rxc7 Kxc7 38. Kc5 {+-}) 37... Be6 38.
h3 {? Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Es gewinnt 38.Txc7. Der Bauernzug
ist schlicht schlecht und nach f5-f4 dem Angriff des Le6 ausgesetzt.} (38. Rxc7
Kxc7 39. Kc5 {und gewinnt}) 38... h6 {? Dieses Mal ist es Schwarz, der eine
ausgleichende Fortsetzung übersieht.} (38... Rxc3 39. bxc3 f4 40. gxf4 (40.
Kxe4 fxg3 41. fxg3 Kc5 {!} 42. h4 (42. g4 Kc4 {=}) 42... Kc4 {=}) 40... Bxh3
41. Kxe4 Kc5 {= und es ist nicht zu sehen, wie Weiss dieses Endspiel gewinnen
kann, zählt doch der Mehrbauer - da Doppelbauer - nicht wirklich.}) 39. h4 {
Nun steht es wieder +- zugunsten von Weiss.} Kb7 40. Bb5 {?! Bedeutend
einfacher gewinnt der Turmtausch.} (40. Rxc7+ Kxc7 41. Kc5 Bf7 42. b4 a6 43.
Bc6 Bh5 44. a4 Bd1 45. a5 {Auch 45.b5 gewinnt.} Be2 46. b5 axb5 47. Bxb5 Bd3
48. a6 {+- und gewinnt}) 40... Rxc3 41. bxc3 Kb6 42. c4 Kc7 43. c5 Kb7 44. Ke3
a6 45. Be8 Kc7 46. Kf4 {Endlich hat der Saitek D+ einen sauberen Gewinn
gefunden ... glaubt man ... aber man warte bis zum 50.Zug} a5 47. h5 Kb7 48.
Ba4 (48. c6+ {gewinnt sofort} Kc7 49. Bd7 Bf7 50. Kxf5 Bxh5 51. g4 Bf7 52. Kxf6
{und +-}) 48... Kb8 49. Bb5 Kc7 {[#]} 50. a4 {?? Mit einem einzigen
unglücklichen Zug wirft Weiss den Gewinn weg. Problemlos gewinnt das Manöver
Lb5-e8-g6xf5 oder nach Lb5-e8 dann c6 gefolgt von Ld7.} (50. Be8 Kd8 (50... Kb7
51. c6+ Kc7 52. Bd7 Bf7 53. Kxf5 Bxh5 54. g4 Bf7 55. Kxf6 Bb3 56. Kg6) 51. Bg6
Ke7 52. Bxf5 Bf7 53. Bg6 Bd5 54. Bxe4) 50... Kd8 {Nun ist es Remis ... aber
das Drama dieser Partie ist noch nicht zu Ende.} 51. Bf1 {?! Damit plant Weiss
offenbar, über h3 den Bauern f5 abzuholen, was indessen eine denkbar
schlechte Idee ist.} (51. g4 fxg4 52. Kxe4 Kc7 53. Kf4 Bc8 {= Ausgleich}) (51.
Ba6 Bd7 52. Bc4 Ke7 (52... Bxa4 {?} 53. Kxf5 {+-}) 53. Bb3 {=}) 51... Bd7 {[#]}
52. Bh3 {?? Der Saitek D+ schätzt das folgende Tauschgeschäft völlig falsch
ein und gerät mit diesem schliesslich entscheidenden Fehler in eine
Verluststellung.} (52. Bc4 Ke7 53. Bb3 {=}) 52... Bxa4 53. Bxf5 Bb3 {! Da hat
Weiss den Dreck, denn nun ist der Vormarsch desd schwarzen Freibauern auf der
a-Linie nicht mehr aufzuhalten.} 54. Kxe4 {? Ist dies in verlorener Stellung
ein Akt der Verzweiflung oder eher - was wir glauben - das nicht Erkennen des
Umstandes, dass durch diesen Zug entweder der Lf5 verloren geht oder nach dem
Läufertausch ein klar verlorenes Bauernendspiel auf dem Brett steht.} Bc2+ 55.
Kd5 (55. Kf4 Bxf5 56. Kxf5 a4 {und der Bauer läuft durch}) 55... Bxf5 56. Kc4
Bd7 57. f3 Kc7 58. Kd4 Kc6 59. Kc4 Be6+ 60. Kd4 Bd5 61. f4 f5 62. Ke5 Kxc5 63.
Kxf5 a4 64. Kg6 a3 65. Kxh6 {Weiss gibt auf} 0-1