Einzelnen Beitrag anzeigen
  #1  
Alt 20.09.2017, 13:33
Wolfgang2 Wolfgang2 ist offline
Lebende Foren Legende
 
Registriert seit: 02.02.2005
Ort: Schweinfurt
Alter: 59
Land:
Beiträge: 2.901
Abgegebene Danke: 3.770
Erhielt 3.763 Danke für 1.733 Beiträge
Aktivitäten Langlebigkeit
5/20 20/20
Heute Beiträge
1/3 sssss2901
AW: Turnier Millenium CGExclusive ~ PhoenixReflection London

 Zitat von applechess Beitrag anzeigen
Hallo Jürgen

Auch meinerseits ein Dankeschön für die Partien und Kommentare.
Der ChessGenius Exclusive scheint wirklich noch einiges stärker als
der CG Pro zu sein.

Viele Grüsse
Kurt
Ich denke, man muss die Sache differenziert betrachten:

In selbst gespielten Partien fällt mir auf, dass das Programm selbst bei sehr kurzen Rechenzeiten (z.B. 1 Sekunde/Zug) recht stark agiert, sofern man "normal" spielt, also aktiv Chancen sucht und ggf. auch Gegenangriffe in Kauf nimmt.

Wenn ich mich dagegen etwas vorsehe, und mit der Bedenkzeit höher gehe, kommt gefühlsmäßig nicht mehr so viel mehr. Um im Mittelspiel zehn Halbzüge Tiefe durch zu rechnen, benötigt das Millennium-Programm im Mittelspiel Zeiten, die im Minuten-Bereich liegen können. Und wenn in der Stellung nichts "drin" ist, nützt das auch nicht so arg viel gegen Menschen.

Bei artverwandten Programmen - und das sind London und das Millennium-Programm ganz sicher - nützt ein Geschwindigekitsvorteil mitunter mehr als sonst.
Dennoch ist die hier gezeigte Leistung und das Ergebnis nicht "nur" eine Frage der höheren Geschwindigkeit. Denn gegen meinen Genius 3 (PII/266) gab es auch ein durchaus gerechtes Unentschieden.

Wo hat der "Millennium" seine Chancen oder Stärken gegen das London-Programm?

1. Er kann sich auch aus schlechter Eröffnung heraus konsolidieren, wenn der Gegner nicht konsequent genug spielt. Das war hier oft der Fall. Die Gegenbeispiele lieferte ich beispielsweise in meinen Partien gegen Chessmaster 5000. Da gab es auch "krachende" Niederlagen.

2. Das aktivere Spiel, auch Königsführung, bei wenigen Figuren. Das Erkennen von Freibauern-Chancen, dem Zerstören von Bauernstrukturen (notfalls auch der eigenen, wenn es hilft).

Aber:
Beim Übergang in ein reines Bauernendspiel (wann tausche ich die letzte Leichtfigur ?) sind die klassischen Programme London/Genius stärker, bzw. sicherer in der Beurteilung, was spielbar ist oder nicht.
Ich empfand es durchaus als Turnierglück, dass es den MCGE hier nicht das eine oder andere Mal damit erwischt hat.
Andererseits war der MCGE nicht gerade mit der Eröffnungsbibliothek begünstigt. Ich glaube, dass es anstatt so mancher Remis-Partie mit Weiß vielleicht doch den vollen Punkt gegeben hätte, wenn das klassische Buch zum Einsatz gekommen wäre.

Gruß
Wolfgang

Geändert von Wolfgang2 (20.09.2017 um 13:50 Uhr) Grund: Wortergänzung
Mit Zitat antworten
Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu Wolfgang2 für den nützlichen Beitrag:
Egbert (20.09.2017), paulwise3 (20.09.2017), RetroComp (26.10.2017)