
Zitat von
Chesswalker
Hi

...
...Ich muss auch über solche Postings lächeln (erfundenes Beispiel,aber ähnlich oft zu finden):
"Ach dieses Programm spielt nicht stark. Es hat Endspielschwächen und auch nur einen ELO-Wert von 2100"
....Kommentar überflüssig

Nun ja. Ich sage etwas dazu. Das ist eine Frage der Betrachtungsweise: In meinem Thread "Im Schongang" zeigte ich die zwei einzigen selbst gespielte Turnierpartien gegen einem Ü 2100-Rechner. Wenn der Computer aufgrund einer sehr guten Leistung gewonnen hätte, hätte ich die Partien auch gezeigt.
Ich lasse mich gegen stärkere Schachcomputer (Ü2000) nie auf Komplikationen ein. Mit meiner Art zu spielen, habe ich gegen den London 68020 in schätzungsweise rund 20 lockeren Partien auch nur eine einzige gewonnen, aber grob geschätzt ein Drittel davon Remis gehalten.
Das Thema Endspiel ist sehr komplex, was Bewertungsfunktionen über Bauern angeht, das sieht man immer wieder.
a) Wann sind Randbauern stark oder nicht ?
b) Könnten sich starke Rand-Freibauern entwickeln, so dass sich der gegnerische König am Ende "zerreißen" müsste, um diese auf zu halten ?
c) Thema "Starker Doppelbauer". Da gibt es auch spezielle Literatur dazu
Worauf ich raus will: Wenn klassische Bewertungskriterien über Bauern (Randbauer, Doppelbauer --> Wertminderung) nicht zu treffen, dann hat man als Mensch eine Chance. Denn die beispielsweise rund 10-12 Halbzüge Suchtiefe sind für eine Lagebeurteilung oft zu wenig.
Aber damit kein Missverständnis aufkommt: In normalen lockeren Partien gegen MonteCarlo, MM II.. oder was ich so in der Nähe griffbereit habe, spiele ich auch "dynamischer" auf Angriff. Das oben beschriebene, im Prinzip von David Levy abgeschaute Rezept "Do nothing, but do it good" ist nur etwas, wenn es darauf ankommt.
Gruß
Wolfgang