Thema: Tipp: Ebay Betrugsschema?
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Alt 29.12.2015, 11:45
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Walter Walter ist offline
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AW: Ebay Betrugsschema?

Die Verdachtsmomente sind hier so groß, dass eine "normale" ehrliche Konstellation fast auszuschließen ist.

Man überlege sich, welche "Zufälle" nötig wären, um diese Konstellation zustande zu bringen:

- ein neuer, demnach vermutlich/angeblich unerfahrener Bieter (Bewertung 0) steigt zu einem frühen Zeitpunkt mit einem sehr hohen Gebot ein: hier würde ich eher ein sukzessives Hochsteigern erwarten
- welch ein Zufall, dass dieses Gebot wenig unter dem (angeblich) unbekannten Gebot des Höchstbietenden liegt: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für solch einen Zufall, noch dazu wo die Gebote unnatürlich hoch liegen?
- wie viele "brandneue" Ebay-Bieter gibt es auf dem Sektor Schachcomputer überhaupt?
- würde ein "brandneuer" Bieter nicht eher bei einem Biliggerät zuschlagen?
- beherrscht ein "neuer" Bieter überhaupt die Gebotsrücknahme? Selbst ich kannte das bisher noch nicht.
- Die Gebotsrücknahme (= Reue über das Gebot) erfolgt kurz vor Schluss. Wäre es nicht viel wahrscheinlicher, dass die Rücknahme zu einem viel früheren Zeitpunkt erfolgt?

Jeder dieser Punkte hat für sich schon geringe Wahrscheinlichkeit, sagen wir zum Beispiel hätte jeder einzelen Faktor nur 10%, bzw. 0,1 (reines Zahlenbeispiel um das Zusammenwirken der Faktoren rechnerisch darzustellen, natürlich ist das nicht ganz so). Die Kombination dieser (Un)Wahrscheinlichkeiten bedeutet rechnerisch im Beispiel:

0,1 hoch 6 = 1/1.000.000 (eins zu eine Million). Das würde im Rechenbeispiel bedeuten, dass die Wahrscheinlichkeit auf ein reales Zusammentreffen aller dieser Faktoren nur eine Wahrscheinlichkeit von einem Millionstel hat.

Umgekehrt: Unterstellt man betrügerische Absicht, erhält jeder dieser Punkte eine hohe Wahrscheinlichkeit. Die Hypothese eines normalen Ablaufs ist rechnerisch abgelehnt, die Gegenannahme ist widerspruchsfrei.
Damit ist - wie die Mathematiker sagen - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Betrug auszugehen.

Ich habe in verschiedenen Sicherheitsfunktionen (Geldwäschebeauftragter, leitender Revisor, Risikomanagement) erlebt, dass Anfangsverdachte meistens den richtigen Riecher haben. Und wie man sieht, kann man solchen Verdacht auch so ungefähr rechnerisch begründen.

Walter

Geändert von Walter (29.12.2015 um 11:51 Uhr)