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Alt 22.11.2014, 15:49
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AW: Mephisto und seine Charaktereigenschaften

Hi,
Maggi und Senator sind ja auch zu 99,5% identisch. Und stimmt schon, diese Module kennen nur eine Richtung: nach vorn, egal um welchen Preis. Aber wenn ich ehrlich srin soll, macht spezirll diese Eigenschaft den Reiz dieser Module aus. Wobei grundsätzlich alle späten Morsch Programme eher auf Angriff getrimmt sind.

Ja, ich werde bei Gelegenheit ein wenig mehr schreiben.

Was zum Beispiel die frühen Lang Programme betrifft, so kann man hier eine sehr interessante Entwicklung verfolgen:

Der Amsterdam spielt von diesen Programmen das aktivste Schach. Man merkt dem Programm auch an, daß es für Richard Lang Verhältniss noch relativ ungestüm und teilweise unreif wirkt, was aber durchaus den Reiz ausmacht. Im Vergleich zu den späteren Lang Programmen würde ich den Amsterdam noch am ehesten als Taktiker beschreiben.

Das absolute Gegenteil ist der Roma. Der Roma bekam mehr als doppelt soviel Schachwissen eingepflanzt ... vor allem im Bereich der Türme und der Bauern. Es ist deutlich zu merken, daß der Roma vor allem bei den Bauern deutlich mehr Schachwissen spendiert bekommen hat ... und das in allen Spielphasen. Allerdings hat das zusätzliche Wissen auch deutliche Nachteile mit sich gebracht: Der Roma ist im Vergleich sehr langsam, darum spielt er in der 16 Bit Version sogar etwas schwächer als der Amsterdam ... Wissen bremst halt die Suche ein ... außerdem spielt der Roma deutlich passiver als der Amsterdam. Im Vergleich ist er extrem zurückhaltend und eher passiv. Wie der London wartet er gerne auf einen Fehler des Gegners, den er dann relativ konsequent ausnutzen kann. Der Roma gewinnt deutlich in der 32 Bit Version und auf Turnierstufe ... aufgrund seines Wissens verlangt er einfach nach schneller Hardware und langen Bedenkzeiten. Spieler, die es ruhig mögen, das Spiel in Ruhe aufbauen wollen (vielleicht bei einem Glas Rotwein und leiser Musik im Hintergrund) ist der Roma der ideale Schachpartner.

Da fehlt noch der Dallas ... der liegt nicht nur in der Zeitlinie genau zwischen Amsterdam und Roma, sondern auch vom Spielstil. Nicht mehr so ungestüm wie der Amsterdam, aber auch nicht so zurückhaltend wie der Roma ist der Dallas aus meiner Sicht die beste Mischung bzw. Kombination. Leider ist der Dallas sehr selten, da viele Module später von Hegener und Glaser zum Roma umprogrammiert wurden, was heute die Preise für diese Modulsätze extrem nach oben getrieben hat ... vor allem die 32 Bit Version, von der wohl nur ca. 250 Stück hergestellt wurde, ist heute kaum zu finden und wenn, dann kaum noch zu bezahlen.

Die Alternative hier stellt der Revelation dar, der in allen Versionen Emulationen aller Lang Programme optional bietet. Zudem soll es viele Schachfreunde geben, die diese Programme als Emulation am PC mit der Mess Emu nutzen.

Bei nächster Gelegenheit geht es dann mit den nächsten Lang Programmen weiter ...

Gruß,
Sascha
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