Dubletten
Hallo Wilfried !
Auch wenn ich mit meiner Stellungnahme etwas zu spät bin ...nunja...schlimmstenfalls hätte Dein Wettkampf dann eben 21 Partien...
Zitat von EberlW
"Der letzte Zweikampf ist ja noch nicht beendet, weshalb hier der finale Doublettencheck noch ein bisschen warten muss"
Es ist zweifellos viel zweckmäßiger den Dublettencheck vorzuziehen, also bereits während der Austragung der laufenden Partie zu überprüfen, ob die Eröffnungsphase (eventuell gilt es Zugumstellungen zu berücksichtigen) identisch verlief. Damit hätte man elegant die gesamte Problematik vermieden...aber wir hätten hier nichts zu diskutieren...
Wenn ich einen Wettkampf spiele liegt, meine "Dublettengrenze" bei etwa einem Dutzend Züge, in Ausnahmefällen können es aber auch über 20 Züge sein (z.B. im Marschallgambit, einige Computer haben zu dieser Theorievariante mehr als 20 Züge gespeichert). Hier sollte man m.E. keine starre Grenze setzen, sondern die Sache flexibel handhaben.
Zur speziellen Dublettenproblematik in Deinem Wettkampf Milano - Miami :
Zitat von Robert
"Ich würde hier schon von Dubletten sprechen, da zum Zeitpunkt der Abweichung Weiß bereits einen deutlichen Vorteil hatte. In Partie 06 konnte sich Schwarz ja nur durch Dauerschach retten und verlor ja auch die beiden anderen. Nur wenn bis zur Abweichung die fraglichen Partien absolut ausgeglichen stehen würden, könnte man sie vielleicht gelten lassen (aber was ist schon wirklich ausgeglichen? Wo zieht man die Grenze?)"
Robert hat sich ne Menge Gedanken gemacht, aber diese Argumentation überzeugt mich dennoch nicht. Sie übersieht m.E. das Wesentliche einer Dublette: nämlich den gleichen Partieausgang.
Wenn sich das Resultat einer Partie unterscheidet, kann man per definitionem schlecht von einer Dublette sprechen.
Analoges Beispiel: zwei Spieler haben nach 30 Zügen dieselbe Stellung auf dem Brett, dem einen gelingt eine Glanzkombination mit baldigem Matt, der
andere vergurkt in Zeitnot die Partie zum Remis. Niemand käme wohl auf die Idee, die beiden Partien als Dubletten zu bezeichnen.
Deshalb mein Votum: Partie 06 als erste gehört selbstverständlich in die Wertung. Partie 08 ebenso als chronologisch nächstfolgende, obwohl sie fast
alle Merkmale einer "echten" Dublette erfüllt - bis eben auf das Hauptkriterium: das gleiche Partieresultat.
Dieses Kriterium liegt allerdings bei Partie 14 vor - den Letzten beissen die Hunde - hier ist der Sachverhalt einer echten Dublette gegeben, auch wenn sie sich am Ende marginal von Partie 08 unterscheidet. Sie fällt leider unter den Tisch und sollte nicht in die Wertung kommen.
Zitat von EberlW
"Auch im 2ten Zweikampf gab es zwei Partien mit gleichen Anfangszügen. ...und spielten bis einschließlich Zug 11 beide Partien identisch.
Es dürfte sich hierbei ganz eindeutig nicht um Doubletten handeln.
Bei abweichender Meinung bitte ich dies entsprechend zu kommentieren.
Partie 13: 11.Sxe5 Lf6 12.f4 Te6 ... führt zu einem Sieg für Modena (1-0)
Partie 19: 11.Sxe5 Lf6 12.e3 Le5 ... führt zu einem Sieg für Miami (0-1) "
Ich kommentier's kurz, auch wenn ich absolut Deiner Meinung bin:
können keine Dubletten sein, da sich das Endergebnis der Partien unterscheidet, daher glasklarer Fall, beide zählen !
Mit welcher Spielstufe hat der Milano Pro eigentlich die Wettkämpfe absolviert ? Es gibt ja die leidige Problematik mit dem permanent brain des Milano Pro, der hat da so seine Tücken...
Viele Grüße
Hans-Jürgen