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Alt 27.03.2006, 09:08
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EberlW EberlW ist offline
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AW: Einstellung von Mephisto Genius (oder auch Vancouver)

 Zitat von Paco
Hallo,

es ist schon sehr faszinierend, dass ich sehe wie lange Ihr euch schon mit den Schachcomputern beschäftigt. Ich bin dafür einfach noch zu "grün hinter den Ohren". Aber das Ihr anhand der Spielweise eine Computers erkennt, dass es sich hier nicht um den Computer "xy" handelt ist schon sagenhaft! Schließlich spielen alle Schach - okay sicherlich nicht mit der selben Vorgehensweise aber zumindest muss man hier schon ein Auge für das Detail haben.

Also das wäre eine sagenhafte Wette für Wetten Das! Aus 1300 Schachcomputern erkennt ihr 10 Computer nur anhand der Spielweise. Perfekt!
Na, wir wollen doch mal die Kirche im Dorf lassen...

Das es sich bei dem fraglichen Programm um einen Genius handelt stand wohl zu keiner Zeit in Frage. Dies ließ sich z.B. von meiner Seite durch einen PPC mit Genius 1.8 prüfen, was auch beim Lyon und anderen von R. Lang programmierten Maschinen klappt. Es stimmen dann einfach sehr viele Züge überein. Das es nicht alle waren, schließt den Gebrauch eines PPC weitgehend aus. Wenn jedoch andere Genius68030-Besitzer feststellen müssen, das ihre Geräte die gespielten Züge überwiegend erst nach wesentlich längerer Zeit finden als es in den Partien der Fall war, dann kann man den Gebrauch eines 68030-basierten Genius ebenso ausschließen. Dann liegt es eigentlich sehr nahe, da es sich um einen "sehr schnellen" Genius handeln muss - und zwar um einen der praktisch exakt so spielt wie der Genius von Mephisto. Das alte PC-Programm Genius2 kommt dem eben sehr nahe. Soweit ich verstanden habe, wurde das auch schon geprüft und bestätigt...

Aufgeflogen ist das eigentlich weniger anhand der Spielweise, sondern durch die mangelnde Reproduzierbarkeit der Züge unter Verwendung gleicher Geräte. Dabei muss nicht mal Misstrauen der Auslöser gewesen sein, sondern schlicht das Interesse an einem Nachspielen. Das einige Partien rein aus Interesse nachgespielt werden, ist doch normalerweise auch zu erwarten. Glücklicherweise gibt es nicht viele Möglichkeiten, Brettcomputer durch PC-Programme zu ersetzen - jedenfalls keine, die nicht auch irgendwann auffliegen würden. Wer also meint, für Morsch-programmierte Geräte einen alten Fritz (2 oder 3 müsste in etwa passen), oder für deKoning-programmierte einen alten Chessmaster (ab 4000 sind es m.W. King-Programme) hernehmen zu müssen, der wird über kurz oder lang ebenfalls auffliegen. Selbst bei den wenigen im Umlauf befindlichen Resurrections ließe es sich noch relativ leicht prüfen, ob da nicht ein PC mit Ruffian, Deep Sjeng oder Fruit werkelt. Ich hoffe nur, das wir derartigen Unsinn nicht noch einmal vorfinden müssen.

Aber wie Du siehst hat das nur wenig mit einem "Auge für die Spielweise" zu tun. Zweifelsohne haben Geräte verschiedener Programmierer auch verschieden Spielweisen - und es lässt sich mit sehr viel Erfahrung ggf. auch erkennen, welcher Programmier in einer Partie zugange war - aber mit Bestimmtheit zu sagen, weiss ist Gerät X und schwarz ist Gerät Y ... das mag ich nicht recht glauben.

MfG,
Wilfried
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