
Zitat von
EberlW
Von daher finden sich mit Sicherheit bereits Ergebnisse in unserer Aktivliste, die auf jenem Level beruhen. Die paar Partien die mit diesem Turnier hinzukommen, werden da schon nicht allzuviel verfälschen, glaube ich.
Guten Abend zusammen!
Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage: Die von mir gespielten Aktiv-Partien sind fast ausnahmslos auf der 30min-Stufe gespielt (und auch so dokumentiert). Ausnahmen gibt es nur, wenn eines der Geräte keine solche Stufe hat.
Wenn Micha diese Partien dann aber für die ELO-Liste nutzt, kann ich ja nichts dafür ...
Meine Intention ist die folgende: Zunächst mal kann ich die berühmt-berüchtigten Seeschlangen bis zum Ende spielen, ohne gleich eine ganze Nacht dazusitzen. Ich spiele wirklich jede (!) Partie bis zum Ende durch, ohne abzubrechen. Denn es dauert dann in der Regel ja nicht lange, um herauszufinden, ob das langweilige Endspiel wirklich remis ist.
Natürlich wird der hier wichtigere Zeitalgorithmus für Abweichungen gegenüber der 30s-Stufe sorgen, aber ich halte das nicht für schlimm. Ich habe auch nicht den Eindruck, daß unterschiedliche Philosophien bezüglich der Zeiteinteilung (Langs spielen meist sehr schnell und haben im Endspiel noch richtig Zeit, Schröders lassen sich viel Zeit und geraten nach 80 Zügen regelmäßig in Zeitnot) wirklich qualitative Konsequenzen haben - ein "langsamer" Schröder kann mit der im Mittelspiel konsumierten Zeit seinen Lang-Gegner ja schon geschlagen haben - wenn er im Endspiel auf einmal mit viel weniger Zeit um das Remis kämpfen muß, ist das halt das Risiko dabei.
Ich muß allerdings zugeben, daß ich Aktivschach-Matches nur so ab 1900-2000 Elo aufwärts mache; bei schwächeren Geräten ist das vielleicht schlimmer.
In meinen vielen hundert Partien ist es dabei nur ein paar Male zu Zeitüberschreitungen gekommen (und dann vom unterlegenen Gerät) - ein paar andere seltene Male sind überlegene Stellungen eines "Langsam-Spielers" in der Endspiel-Zeitnot noch gekippt. Aber wie oben schon angedeutet ist das für mich nicht unbedingt ein Zeichen dafür, daß die vermeintlich schlechte Zeiteinteilung das Gerät schwächt: Hätte es im Mittelspiel schneller gespielt, dann hätte es seinen Vorteil möglicherweise gar nicht erst erzielt...
Zuletzt möchte ich Micha noch in Schutz dafür nehmen, daß er solche Partien in die ELO-Liste einfließen läßt:
Der größte Fehlereinfluß der ELO-Zahlen ist der statistische Fehler, der sich daraus ergibt, daß wir nur eine - meist bescheiden kleine - Stichprobe von Partien zur Auswertung zur Verfügung haben. Diesen Fehler kann man nur mit mehr Partien bekämpfen. Und ich denke, selbst wenn Partien auf der 30min-Stufe das Ergebnis verfälschen (was noch nicht bewiesen ist), sind solchermaßen "ungenaue" Partien immer noch besser als gar keine?!
Oder mit anderen Worten: Was nützt Dir eine auf 100% "genauen" (was heißt das überhaupt?) Partien basierende ELO-Zahl von 2000 mit einer Standardabweichung von +/-150?
Nur meine persönliche Meinung, und ich habe nicht so den großen wissenschaftlichen Anspruch... Also nix für ungut, ich will keinem auf den Schlips treten...
Viele Grüße,
Dirk