
Zitat von
dsommerfeld
Hallo Wolfgang,
gut das ich der Verführung aktuell stand halte. Dann bin ich um so mehr gespannt, was Du uns von deinem Einkauf berichten willst.
LG Dirk
Ich habe den SenseRobot seit heute, hier meine ersten Eindrücke bzw. Erfahrungen.
Einrichtung
Mir hat nicht gefallen, dass sofort nach Einschalten ein QR-Code erschien, den man hätte abfotografieren sollen, um die SenseRobot-App zu installieren. Das wusste ich allerdings vorher. Deswegen hatte ich die App (IOS Version) bereits vorher auf dem Apple-Tablet installiert. Dafür musste man sich lediglich einen Code per SMS schicken lassen, um sich anmelden zu können. Das ging mit meinem altmodischen, klassischen Handy (kein Smartphone).
Nach Öffnen der App auf dem Ipad musste lediglich noch das Netzwerk-Kennwort eingegeben werden.
Es ging los mit einem automatischen Update, inkl. Der Deutschen Sprache. Diese fand ich jetzt nicht so schlecht, wie es unlängst beschrieben wurde. Wer mit synthetisch erzeugten Sprachausgaben (Übersetzungen) von Youtube-Videos zurecht kommt, wird auch mit dem, was der SenseRobot anbietet, einigermaßen leben können.
Physischer Spieleindruck
Es ist o.k. Allerdings wirklich leise ist die Ausführung nur in waagerechten Bewegungen, wenn die Figuren einigermaßen hoch über dem Brett schweben. Denn man muss bedenken, eine Senkrechte Bewegung (Anheben/Absetzen) ist kompliziert über zwei Gelenke realisiert, die gleichzeitig bedient werden müssen.
Schlagzüge dauern eine gewisse Zeit, war vorher bekannt. Elegant wirkt die Ausführung der Rochade.
Der eigentliche Reiz des Roboterarms ist für mich eine gewisse Spannung bzw. Neugierde, zu sehen, welcher Zug sich als nächstes anbahnt. “Greift der Roboter die Figur, mit der ich rechnete, oder macht er etwas anderes?”
Ausstattung:
Es gibt keine Berechnungsvorschau, Bewertungen, etc. Das ist hinlänglich bekannt, stört mich gar nicht. Wenn ich gegen einen Menschen spiele, kann ich auch nicht in seinen Kopf hineinschauen. Außerdem habe ich genug andere Gerätschaften, auf die ich ausweichen kann, wenn es mir darauf ankommt.
Da stört mich schon eher, dass man WLAN braucht, damit eine Partie gespeichert werden kann. Denn eigentlich wollte ich den Robot längerfristig in einer Internet freien Zone (stationär) aufstellen.
Die Engine:
Subjektiv: Mir kommt sie auf Elo 1000-1200 relativ stark vor. Bei 1300-1500 hätte ich einen stärkeren Zuwachs erwartet. Bei >1700 scheint der gegeben zu sein. Jedenfalls ist, abgesehen von gelegentlich seltsam anmutenden Opfern (auch bei 1200 noch gelegentlich) das Spiel nicht schlecht. Ich glaube nicht, dass diese Engine hinter bekannten einschlägigen, wie die diversen Maia-Versionen verstecken muss – und schon gar nicht hinter den künstlich beschränkten Stockfish-Elo-Stufen.
Gesamteindruck: Der SenseRobot ist mit Sicherheit kein “Must Have” für die Schachcomputer-Fan-Szene. Wer warten kann/will, soll dies tun. Wenn die verkauften Stückzahlen hoch genug sind, werden wir noch die 499€ sehen. Davon gehe ich jedenfalls aus.
Aber es ist wirklich mal etwas Neues. Die Bedienung ist erfreulich einfach.
Summa summarum: Reine Ansichtssache.
Gruß,
Wolfgang