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Alt 18.10.2022, 04:14
Beeco76 Beeco76 ist offline
Mephisto Montreux
 
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AW: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Hallo Egbert, hallo Sascha und alle anderen,

nochmal vielen Dank für die schnelle Antworten.

Auch meine Vorbestellung bei Ruud ist mittlerweile rausgegangen.

Programmierer: Hat H&G nicht so gut wie alle Entwickler, die gut in WMs abgeschnitten haben, engagiert? Ich denke da neben R. Lang, T. Nitsche & E. Henne auch an Ed Schroeder Schroeder (Rebel, MM4, MM5), U. Rathsmann (B&P, MM II) sowie später auch Johan de Koning (Montreux) und das Ehepaar Spracklen (Phantom).

Zum Thema King Engine:
In den Tasc geht sie bis zur Versionsnummer 2.5, im King Performance / King Element ist die Versionsnummer 2.61. Das hört sich nicht nach einem großen Versionsnummersprung an. Wenn ich allerdings die Features des King Elements in den anderen Threads lese, dann sind hier schon umfangreiche Erweiterungen unter der Haube vorgenommen worden.

Wenn eine Engine nicht als UCI ausgelegt ist, besteht wenig Hoffnung auf eine schnelle Konvertierung / Migration. Ich habe in der Vergangenheit Versuche mit Protokolladapter Wb2UCI gesehen, wenn die Engine als Winboard vorliegt. Außerdem ist z.B. in den downloadbaren Engines auf der Seite von Ed Schroeder ein Wrapper enthalten, der den alten Mephisto-Engines mittels messtiny eine Teilmenge des UCI-Protokolls beibringt.
Da bei UCI aber die GUI zwingend die Kontrolle hat und man theoretisch jede Stellung adhoc analysieren können muss, ist die Stabilität nicht in allen Situationen gegeben.
Noch schlimmer ist es, wenn eine Engine an ihre eigene GUI gekoppelt ist. Beides bekommt man Jahrzehnte später nicht mehr ohne weiteres getrennt.

Remis/Aufgabe:
Aufgabe-Angebot könnte man implementieren, wenn die Engine für sich einen Wert kleiner als einen bestimmten Wert sieht. Shredder gibt z.B. in der GUI auf und fragt, ob man noch weiterspielen möchte.
Remisangebot ist deutlich schwieriger, wobei sich das nochmal unterscheidet, ob man eine Routine implementiert, die auf Remisangebote des Menschen reagiert, oder die Engine selbst Remis anbieten kann.

CPU-Auslastung:
Auch mir kommt es eher auf die Usability und die Lautstärke an, da 10 Elo kaum spürbar sind. Was mich eher interessiert, sind die Antwortzeiten der Engine. Man liest z.B. bei älteren Engines manchmal so etwas wie "30 Minuten und mehr -> ein Spiel, das selbst Meister fesselt" (aus der Anleitung von Chafitz Boris). Nun möchte ich aber nicht 30 Minuten für jeden Halbzug warten, um zu sehen, dass doch wieder die gleichen Fehler gemacht werden.

Greifbares Beispiel für die Grenzen einer Schachengine zum Selbstprobieren ist an dieser Stelle eine falsch behandelte Variante im Damengambit, auf die das Super System III auch bei längerer Bedenkzeit immer wieder hereinfällt (bei neueren Engines sind die Grenzen subtiler, aber bestimmt auch vorhanden):


[Event "Eröffnungsfehler Damengambit"]
[Date "2021.11.25"]
[White "Beeco76"]
[Black "Chess Champion: Super System III"]
[Result "1-0"]

1. d4 d5 2. c4 dxc4 3. Nf3 Nc6 4. d5 Nb4 5. Qa4+ b5 6. Qxb5+ c6 7. Qxb4 {bis hierhin auch bei hoher Bedenkzeit immer die gleiche Zugfolge, der Rest ist Übung}
Qxd5 8. Nc3 Qe6 9. Ng5 Qg4 10. Be3 Nf6 11. Qa5 Bf5 12. O-O-O e6 13. Qa6 c5
14. Qc6+ Nd7 15. Qxd7#


Vergleich der Bretter / Rev II Brett:
Die normalen DGT-Bretter (ohne LED) sind meiner Erfahrung nach ziemlich robust und werden auch in Turnieren eingesetzt. Daher wundern mich die geschilderten Anfälligkeiten etwas. Liegt evtl. ein Defekt vor oder wirkt sich das Vorhandensein von LED's nachteilig auf die Stabilität des Bretts aus?

Der Mephisto Phoenix als "Schachstation":

In der Vergangenheit hat mich bei Millenium etwas abgeschreckt, dass mir nicht so ganz klar war, was man kaufen muss, um eine bestimmte Funktionalität zu bekommen und ob man nicht später evtl. einige Dinge doppelt kauft.

Bei Mephisto Phoenix habe ich den Eindruck, dass nichts vergessen wurde. Ich sebe ihn (insbesondere, wo ich erfahren habe, dass der ChessLink 2023 implmentiert wird) als eine Art Schachstation, bei der ich platzsparend alles an einem Tisch habe - und eben nicht 20 Geräte samt Kabelwirrwarr, die mit einem Turnierbrett auf einem Tisch Platz finden müssen.
Ich habe in der Vergangenheit auch mal ab und zu solche Dinge gebastelt wie Shredder als Dienst unter Linux, der über Chess for Android mit einem Brett kommuniziert. (Warum ist bei der Android-Version von Shredder eigentlich keine UCI-Engine oder Brettanbindung vorhanden?) Aber das ist mir auf Dauer zu zeitintensiv.

Aber hier ist der große Pluspunkt, wie mclane schon geschrieben hat: "alle Stricke zu einem ganzen zu verknoten wieder zusammen zu setzen was einst geteilt wurde"

Viele Grüße
Markus

PS: Eines habe ich doch noch vergessen zu bestellen: Bei meinem Arbeitgeber Urlaub ab Mitte Dezember zu beantragen ;-)
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Folgende 4 Benutzer sagen Danke zu Beeco76 für den nützlichen Beitrag:
Egbert (18.10.2022), mclane (18.10.2022), Mythbuster (18.10.2022), Wolfgang2 (18.10.2022)