Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 6. Partie: Schwarz (CXG Sphinx Legend) gewinnt | Zwischenstand: 3,5-2,5 (58,3%) für die CXG Sphinx Legend | Gegen das abgelehnte Damengambit kommt der Fidelity Excellence etwas schlechter aus der Eröffnung heraus. Dann begeht er jedoch Selbstmord in der für das Programm oftmals typischen Art. Vorerst wird mit dem positionell schwachen Vorstoss des g-Bauern, 11.g4, die eigene Königsstellung geschwächt. Hernach tauscht er mit 16.Dd6 Dxd6 17.cxd6 die Damen und verliert sofort den auf d6 stehenden Bauer. Im anschliessenden Endspiel geht er chancenlos unter und hat bald einen, dann zwei und später gar drei Bauern weniger. Trotz nicht immer optimaler Gewinnführung hinterlässt die CXG Sphinx Legend mit ihrer druckvollen Spielweise einen erfreulich guten Eindruck.
[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"]
[Date "2022.??.18"]
[Round "6"]
[White "Fidelity Excellence 6 MHz"]
[Black "CXG Sphinx Legend"]
[Result "0-1"]
[ECO "D35"]
[WhiteElo "1838"]
[BlackElo "1816"]
[Annotator "KUT"]
[PlyCount "156"]
[EventDate "2022.??.??"]
1. d4 Nf6 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 6. Partie: Schwarz (CXG
Sphinx Legend) gewinnt | Zwischenstand: 3,5-2,5 (58,3%) für die CXG Sphinx
Legend | Gegen das abgelehnte Damengambit kommt der Fidelity Excellence etwas
schlechter aus der Eröffnung heraus. Dann begeht er jedoch Selbstmord in der
für das Programm oftmals typischen Art. Vorerst wird mit dem positionell
schwachen Vorstoss des g-Bauern, 11.g4, die eigene Königsstellung geschwächt.
Hernach tauscht er mit 16.Dd6 Dxd6 17.cxd6 die Damen und verliert sofort den
auf d6 stehenden Bauer. Im anschliessenden Endspiel geht er chancenlos unter
und hat bald einen, dann zwei und später gar drei Bauern weniger. Trotz nicht
immer optimaler Gewinnführung hinterlässt die CXG Sphinx Legend mit ihrer
druckvollen Spielweise einen erfreulich guten Eindruck.} 2. c4 e6 3. Nc3 {
***ENDE BUCH***} d5 {***ENDE BUCH***} 4. Bf4 Bd6 5. Bxd6 Qxd6 6. c5 {Kein
optimaler Vorstoss: Gibt den Druck gegen das schwarze Zentrum auf, erleichtert
dem Gegner den Vorstoss ...e5 und erlaubt das baldige Anknabbern mit ...b6.}
Qd8 $6 {Es versteht sich von selbst, dass der Rückzug nach e7 besser ist.} 7.
Nf3 b6 {Stünde die schwarze Dame auf e7, wäre dieser Vorstoss weit
unangenehmer.} 8. e3 {Mit der schwarzen Dame auf e7 wäre dieser ruhige
Entwicklungszug nicht möglich gewesen.} bxc5 9. dxc5 c6 10. Qd4 {Alternativen
wie b4 oder a3 verdienen den Vorzug, besteht doch in dieser Konstellation der
weisse Plan primär in einem Bauernsturm am Damenflügel, nämlich b4, a4 und
b5.} Nbd7 ({Mit} 10... a5 {hätte Schwarz vorsorglich etwas gegen den weissen
Plan unternehmen und seinen Läufer allenfalls über a6 entwickeln können.})
11. g4 $2 {"Dschungelschach" à la Fidelity Excellence, aber positionell
ungesund und nur die eigene Königsstellung schwächend, zumal für Weiss
wegen der halboffenen b-Linie die lange Rochade kaum in Frage kommt. Am besten
sieht 11.b4 aus.} Qe7 $6 {Es geht besser mit ...h6 oder ...0-0 bzw. ...Dc7.}
12. g5 Nh5 13. Ne5 {Da muss der Excellence berechnet haben, dass sein c5-Bauer
nicht verlorengeht.} Nxe5 (13... Nxc5 $4 {verliert wegen} 14. Be2 {und der
Springer wird erobert, weil die Deckung ...g6 nicht möglich ist, da der Th8
hängt.}) (13... Qxc5 {ist spielbar} 14. Qxc5 Nxc5 15. Rc1 (15. Nxc6 {wäre
wohl der weniger starke, vom Excellence berechnete Zug gewesen.}) 15... f6 16.
gxf6 Nxf6 17. b4 Nb7 18. Nxc6 Nd6 19. Nb5 Nxb5 20. Bxb5 Bd7 21. Ke2 $14) 14.
Qxe5 f6 15. gxf6 Nxf6 {[#]} 16. Qd6 $2 {Typisch Excellence, der nur den
Damentausch und den dann auf d6 auftauchenden Freibauer sieht. In der Tat aber
ein haarsträubender Fehler, denn der auf d6 auftauchende Bauer lässt sich
spielend leicht erobern, allerdings frühestens in 7 Halbzügen, sodass Weiss
nach dem 15. Zug von Schwarz acht Halbzüge zu berechnen hatte, was zu viel
des Guten für das Programm von Dan & Kate Spracklen war.} Qxd6 17. cxd6 Kd7 {
Und schon ist der Bauer praktisch weg.} 18. Rg1 g6 19. f4 Kxd6 {Schwarz steht
nun mit seinem Bauern mehr längerfristig praktisch schon auf Gewinn.} 20.
O-O-O e5 (20... Re8 {ist noch besser}) 21. fxe5+ Kxe5 22. Be2 Bf5 23. b3 Rhf8
24. Kb2 Rab8 25. h4 Rb4 26. Rh1 Ng4 27. a3 Rbb8 28. Bxg4 {erzwungen} (28. Rh3
$2 Nf2 $19) 28... Bxg4 29. Rd2 Rf3 30. Rg1 h5 {Schwarz hat eine klare
Gewinnstellung erreicht, kann doch nun ein weiterer Bauer, e3 oder h4, erobert
werden.} 31. Na2 (31. Re1 Rh3 $19) (31. Rd3 Rf2+ 32. Kc1 Rxb3 $19) (31. Nd1 Rh3
$19) 31... Rxe3 32. Nb4 Rb6 33. Rc2 Kd6 34. Rgc1 Bd7 {Vorübergehend hat
Schwarz auf Verteidigung umschalten müssen. Aber mit zwei Mehrbauern hat
Weiss nichts mehr zu melden.} 35. Rc3 Re2+ {Weshalb so kompliziert. Offenbar
hat die CXG Sphinx noch nichts gehört vom weiteren Figurentausch bei
materiellem Vorteil.} 36. R3c2 Re4 {Verpasst erneut den Tausch eines
Turmpaares.} 37. Rg2 Bf5 38. Rh2 c5 39. Nc2 c4 40. Na1 cxb3 41. Rc3 {Am
Stellungscharakter ändert sich durch 41.Sxb3 gar nichts.} d4 42. Rg3 Kc5 43.
Nxb3+ Kd5 44. Rd3 Rg4 45. Rf3 Ke4 {Der aktive König im Endspiel. Angesichts
der Drohung ...Le6 hat Weiss keine grosse Wahl.} 46. Rhf2 (46. Rhh3 Rg2+ 47.
Ka1 Rxb3 $1 48. Rxb3 Bxh3 49. Rxh3 d3 {und aus für Weiss}) (46. Rfh3 Rg2+ 47.
Rxg2 Bxh3 48. Re2+ Kf4 49. Kc2 Bf5+ 50. Kb2 Be6 51. Kc1 Bxb3 $19) 46... Rxh4 {
Der dritte Bauer lockt zu sehr. In der Folge lässt Schwarz nichts mehr
anbrennen, wenn auch die Gewinnführung einige Male hätte abgekürzt werden
können.} ({Einfacher gewinnt} 46... Be6 47. Kc2 Rxb3 48. Rxb3 Bxb3+ 49. Kxb3
Rxh4) 47. Kc1 d3 48. Nd2+ Kd5 49. Rf4 Rc6+ 50. Kd1 Bg4+ 51. Nf3 Rh1+ 52. Kd2
Rc2+ 53. Ke3 Kc5 (53... Rxf2 $1) 54. Ng5 Bf5 55. Rxf5+ gxf5 56. Rxf5+ Kc4 57.
Rf4+ Kb3 58. Kxd3 Rc3+ 59. Kd4 Rc4+ 60. Ke5 Rxf4 61. Kxf4 Rf1+ 62. Kg3 Kxa3 (
62... Rg1+ 63. Kh4 Rxg5 64. Kxg5 Kxa3 65. Kxh5 Kb2 66. Kg4 a5 {war eine
menschliche Fortsetzung.}) 63. Kg2 Rf5 64. Ne6 a5 65. Nd4 Rd5 66. Ne6 Kb3 67.
Kf3 Re5 68. Nd4+ Kc4 69. Nc6 Rc5 70. Nxa5+ Rxa5 71. Kg3 Kd3 72. Kh3 Ke4 73. Kg2
h4 74. Kh2 Ra2+ 75. Kh1 Kf3 76. Kg1 Ra1+ 77. Kh2 h3 78. Kxh3 Rh1# 0-1