Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 9. Partie: Schwarz (Legend) gewinnt | Zwischenstand: 4,5-4,5 (je 50%) unentschieden | Eine lehrreiche und hochspannende Partie, nicht wegen der Spielweise der beiden Programme, sondern wegen den viel zu tief versteckten und unbemerkt gebliebenen Finessen. Die Sphinx Legend startet mit der Modernen Verteidigung 1.e4 g6, agiert aber schlecht, so dass sich die schwarze Stellung nach nur neun (9) Zügen bereits verlustträchtig präsentiert. Am Ende steht indessen das Programm von Gyula Horvath als Sieger fest, weil es der Sphinx 40 nicht gelingt, seine Vorteile zu nutzen und nach eigenen Ungenauigkeiten überspielt wird.
[Event "Match 70_120'/40"]
[Site "Zürich"]
[Date "2022.??.??"]
[Round "9"]
[White "CXG Sphinx 40 most agg"]
[Black "CXG Sphinx Legend"]
[Result "0-1"]
[ECO "B06"]
[WhiteElo "1780"]
[BlackElo "1816"]
[Annotator "KUT"]
[PlyCount "121"]
[EventDate "2022.??.??"]
1. e4 g6 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 9. Partie: Schwarz (Legend)
gewinnt | Zwischenstand: 4,5-4,5 (je 50%) unentschieden | Eine lehrreiche und
hochspannende Partie, nicht wegen der Spielweise der beiden Programme, sondern
wegen den viel zu tief versteckten und unbemerkt gebliebenen Finessen. Die
Sphinx Legend startet mit der Modernen Verteidigung 1.e4 g6, agiert aber
schlecht, so dass sich die schwarze Stellung nach nur neun (9) Zügen bereits
verlustträchtig präsentiert. Am Ende steht indessen das Programm von Gyula
Horvath als Sieger fest, weil es der Sphinx 40 nicht gelingt, seine Vorteile
zu nutzen und nach eigenen Ungenauigkeiten überspielt wird.} 2. d4 d6 3. Nc3
Bg7 {***Ende Buch***} 4. f4 c6 5. Nf3 Bg4 6. Be3 Qb6 7. Qd3 {***ENDE BUCH***}
Bxf3 8. gxf3 Qd8 {Das ist natürlich Mumpitz: Schwarz nimmt sein vor 2 Zügen
ausgeführtes Damenmanöver zurück.} (8... Qxb2 $2 {ist schlecht} 9. Rb1 Qa3
10. Rxb7 {und Schwarz steht objektiv betrachtet miserabel, doch die komplexe
Stellung hätte von unseren Oldies zu viel verlangt.}) 9. O-O-O e6 {[#] Nach
nur 9 Zügen steht Schwarz bereits grottenschlecht: Entwicklungsrückstand,
König in der Mitte. Man darf die schwarze Stellung ohne zu übertreiben als
bereits verloren ansehen, falls Weiss sich zum Durchbruch 10.f5!!
entschliessen würde.} 10. e5 $2 {Einen strategisch schlechteren Zug konnte
die CXG Sphinx 40 gar nicht machen. Nun sollte Schwarz mit ...d5 antworten,
die Stellung bliebe dann geschlossen und angesichts der weissen Doppelbauer
auf der f-Linie stellt der Vorstoss f5 keine Gefahr mehr dar. Auch erhielte
Schwarz auf f5 einen schönen Platz für einen Springer.} Ne7 $2 {Oh nein, die
CXG Sphinx Legend missachtet alle strategischen Grundsätze und überlasst dem
gegnerischen Springer das riesenstarke Feld e4. Wie gesagt, musste 10...d5 =
geschehen.} 11. Bh3 $2 {Noch immer ist die Sphinx 40 völlig ahnungslos und
packt die grosse Chance für schon fast entscheidenden Vorteil mit 11.Se4
nicht.} O-O $2 {Bringt zwar wenigstens den König in Sicherheit, insoweit als
dieser nicht in der Brettmitte verbleiben muss, aber erlaubt erneut, dass sich
ein weisser Springer auf e4 einnistet mit deutlichem Vorteil für Weiss.} 12.
Ne4 {Endlich kommt Weiss auf die richtige Idee, aber mit weit geringerer
Wirkung als es noch vor zwei Zügen möglich gewesen wäre.} d5 13. Nd6 Qc7 $2
{Notwendig war es, die Dame nach d7 zu bringen und damit den Punkt f5 ein
drittes Mal zu überdecken.} 14. Qb3 $6 {Die Sphinx 40 geht an einem tief
versteckten taktischen Schuss vorbei.} (14. f5 $3 exf5 15. Bxf5 $1 gxf5 (15...
Nxf5 16. Nxf5 gxf5 17. Rhg1 {und gewinnt}) 16. Rdg1 $18 {und der weisse
Angriff ist entscheidend, z.B.} f4 $1 17. Bxf4 (17. Rxg7+ {gewinnt ebenfalls})
17... Ng6 18. Qd2 f6 19. e6 $1 Na6 20. Nf5 $1 Qxf4 (20... Nxf4 21. Rxg7+) 21.
Ne7+ Nxe7 22. Qxf4 $18) 14... b5 {Die Hergabe des b7-Bauern kommt nicht in
Frage.} 15. Qc3 $6 {Selbst jetzt sieht 15.f5! noch gut spielbar aus mit
weissem Vorteil.} a6 $2 {Schwarz sollte mit 15...Sec8! an die Verteidigung
denken und das starke weisse Ross auf d6 beseitigen mit dann gar leichtem
Vorteil für ihn.} 16. Rhg1 $6 {Danach ist es vorbei mit dem weissen Vorteil.
Noch immer funktioniert 16.f5!! und es stünde Schwarz ein schwerer
Verteidigungskrieg bevor.} Nc8 {Jetzt nicht mehr unbedingt notwendig, weil der
Entwicklungszug 16...Sd7 die schwarze Stellung auch nach 17.f5 halten würde.}
17. Nxc8 Rxc8 $2 {Immer wieder der gleiche Fehler zum selben Motiv. Schwarz
musste mit der Damen nehmen und so den Durchbruch f4-f5 verhindern.} 18. Qa3 $2
{Ein schwacher Zug, wonach der Vorteil an Schwarz übergehen könnte.} ({Mit}
18. f5 $3 {hätte Weiss die Initiative wieder übernehmen können und Schwarz
gerät erneut in grosse Schwierigkeiten.} exf5 19. Bxf5 $1 $16 {Das wäre eben
mit der schwarzen Dame auf c8 nicht möglich.}) 18... Nd7 (18... c5 $1 {
Mit diesem Bauernopfer reisst Schwarz das Gesetz des Handelns an sich und
erhält Gegenspiel.} 19. Qxc5 (19. dxc5 Nd7 $15) 19... Qd7 20. Qb4 a5 21. Qd2
Nc6 $15 {und die schwarzen Chancen sind günstiger.}) 19. Qe7 $2 {Das sieht
doch recht gut aus. In der Tat verpasst Weiss indessen wohl die letzte
Gelegenheit, mit 19.f5! im Spiel zu bleiben.} Nb6 $2 {Die falsche Reaktion.
Nach 19...c5! hätte Schwarz endgültig die Initiative an sich reissen können.
} 20. Qh4 $2 {Verpasst den noch immer möglichen Ausgleich.} ({Nach} 20. Qxc7
$1 Rxc7 21. f5 $1 exf5 22. Bxf5 $1 $11 {sind die Chancen ausgeglichen und das
Schlagen des Läufers verboten} gxf5 $2 23. Bh6 $18 {und gewinnt}) 20... Nc4
21. Qe1 a5 $6 {Nicht am besten.} (21... Nxe3 {Ebenso stark ist ...c5 usw.} 22.
Qxe3 c5 23. dxc5 Bf8 $1 24. Rg2 Bxc5 25. Qd2 Kh8 $17 {und Schwarz bleibt am
Drücker.}) 22. Bf1 $6 {Vergibt nach der gegnerischen Ungenauigkeit die letzte
Möglichkeit, um mit 22.f5 Unruhe im gegnerischen Lager anzuzetteln.} c5 $1 {
So nimmt Schwarz das Ruder wieder in die Hand.} 23. Bxc4 ({Oder} 23. dxc5 Nxe3
24. Qxe3 Bf8 25. Rg2 Bxc5 $17 {und Schwarz steht spürbar besser}) 23... cxd4 {
Die richtige Methode der Abwicklung.} 24. Bd3 {Für die CXG Sphinx 40 ist das
logisch: Man gibt den lahmen Le3, behält dafür den besseren Läufer, der
auch c2 verteidigen kann. Die Engines sehen das aus nur ihnen zugänglichen
Gründen geradezu umgekehrt und meinen, dass Txd4 mehr Widerstand leistet.} (
24. Rxd4 dxc4 25. c3 Qb7 {-/+ oder gar -+ ist ebenfalls recht ungemütlich
für Weiss.}) 24... dxe3 25. Qxe3 b4 {Die Engines haben Recht, wenn sie 25...
a4 als Gewinn betrachten, weil hernach das Aufbrechen der weisse
Rochadestellung nicht mehr zu verhindern ist.} 26. Qd4 $2 {Dieser taktische
Missgriff beendet die Partie am schnellsten.} Bf8 $1 {Droht ...Lc5 mit
Eroberung der Dame, und da die Dame nur schwarzfeldrig zurück kann, geht auf
jeden Fall die Qualität verloren. Man darf fast mit Sicherheit annehmen, dass
die Sphinx 40 diesen Rückzug des Läufers überhaupt nicht berücksichtigt
hat.} 27. f5 Bc5 28. Qf4 Bxg1 29. fxg6 (29. f6 {mit der Drohung Dh6 nebst Matt
auf g7 lässt sich leicht parieren durch} Bc5 30. Qh6 Bf8) 29... fxg6 30. Rxg1
Rf8 31. Qg3 {Wenn Schwarz nun einen nachlässigen Zug macht, z.B. ...Db7} Qf7 {
Macht alle Hoffnungen für ein Läuferopfer auf g6 zunichte und bedroht auch
den f3-Bauer.} 32. Be2 Qf4+ {Nun könnte Schwarz gar noch die Damen tauschen
und hätte bezüglich Angriffe des Gegners gar nichts mehr zu fürchten.} 33.
Kb1 Qe3 (33... Rf5 {mit Angriff auf den e5-Bauer ist stärker.}) 34. Re1 Rf7
35. Bd3 Qxf3 36. Bxg6 {Ein erfolgloses Verzweiflungsopfer.} hxg6 37. Qxg6+ Kh8
38. Qxe6 Rh7 39. Qc6 Rg8 {Der Rest mit schwarzem Mehrturm für zwei Bauern
bedarf keiner Kommentare mehr.} 40. Qc5 Rxh2 41. e6 Rh1 42. Qd4+ Rg7 43. Rc1
Qe4 44. Qxe4 Rxc1+ 45. Kxc1 dxe4 46. Kd2 Re7 47. Ke3 Rxe6 48. c4 bxc3 49. bxc3
Rc6 50. Kd4 e3 51. Kd3 a4 52. c4 Rxc4 53. Kxe3 Rc2 54. Kd3 Rxa2 55. Kc3 Kg7 56.
Kb4 Kf6 57. Kc3 Ke5 58. Kb4 Kd5 59. Kb5 a3 60. Kb4 Rf2 61. Kb3 {
***AUFGEGEBEN***} 0-1