
Zitat von
Lucky
Sehr gut zusammengefasst. Ich habe meinem Atlanta die Stellung nach 55. ... Kxg3 vorgesetzt im turniergerechten 3-min-pro-Zug-Modus. Heraus kam nach 4:14 min und 17_9 Halbzügen (leider) auch 56. Kc4. Also von der Rechentiefe her hätte er es gerade noch schaffen können, das Remis zu erkennen, aber wenn das Wissen fehlt, nützt die tiefste Tiefe nichts.
Könnte jemand kurz erklären, warum 56. Kc4 eine Megabock war? Mit einfachen Worten ohne lange Varianten - falls möglich, denn ich - habe schlicht keine Ahnung.
Zwar wäre Weiß mit 56. Kc5 im Wettlauf um 1 Zug schneller an f7 als mit 56. Kc4, soweit kann ich sehen, aber da es hier um einen Bauern-Wettlauf geht, den beide gleichzeitig beenden, verstehe ich nicht, warum es in der Endstellung besser wäre, wenn der weiße König auf c5 statt auf c4 stünde.
Tja, und in der Tat, nicht nur Hobbyspieler hätten hier fehlgegriffen ...
Gruß!
Hallo Lucky
Im Prinzip ist die Begruendung einfach. Mit 56.Kc4? macht Weiss lediglich den Weg frei fuer seinen Freibauern auf der b-Linie und landet nach beidseitiger Bauernumwandlung in der folgenden Stellung. Diese Position ist aber schlicht verloren, weil Weiss den Verlust seines Bauern f6 nicht wird verhindern koennen, wonach das Damenendspiel fuer Schwarz mit zwei verbundenen Mehrbauern nur noch eine Sache der Technik ist.
Spielt Weiss indessen korrekt 56.Kc5! mit dem Ziel, den Bauern f7 zu erobern, also nicht auf seinen freien b-Bauern zu setzen, entsteht nach Bauernumwandlung die folgende Position. Hier kann nun Schwarz zwar mit 62...Db7+ 63.Ke6 Dxb2 den weissen b-Bauern erobern, aber dieses Damenendspiel laesst sich für Schwarz eben nicht gewinnen.
Gruss
Kurt