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Egbert 01.08.2015 14:57

AW: Millennium ChessGenius
 
2 Anhang/Anhänge
Chess Mips wurden Anfang der 90-er Jahre von Larry Kaufmann erstmals ins Spiel gebracht. Für das Schach sind Mips keineswegs bei den verschiedenen Hardwarearchitekturen über einen Kamm zu scheren. Risc-Prozessoren haben z.B. tendenziell mehr Instruktionen pro Sekunde als Cisc-Prozessoren, dafür aber in der Regel einen geringeren Befehlssatz. Mit den Chess Mips soll diesem Umstand hinsichtlich einer besseren Vergleichbarkeit Rechnung getragen werden. Ein paar zusammen getragene Ergebnisse in der Anlage.

Nachtrag:

Wer sich einmal näher mit dem Thema befassen möchte..., ich habe eine weitere Anlage beigefügt und zwar ein Auszug aus dem Computer Chess Reports Quartely (3. Quartal 1990). Hier gibt es von Larry Kaufmann Detailinformationen zu Chess Mips. Obgleich mein Englisch sehr eingerostet ist... es ist heraus zu lesen, dass Larry der Meinung ist, dass Risc-Prozessoren nur 2/3 ihrer erreichten Dhrystone Mips für das Schach (Chess Mips) umsetzen können.

Gruß
Egbert

Solwac 01.08.2015 17:38

AW: Millennium ChessGenius
 
Stimmt, von Kaufman stammt das.

Ich habe die Zahlen irgendwann in den 90ern das erste Mal gesehen und sofort die Unstimmigkeiten bemerkt. So passen z.B. die Verhältnisse zwischen 6502 mit 5 MHz und 68000 oder 80286 nicht oder auch zwischen 68000 mit 12 MHz und 33 MHz. Leider sind für die Motorolas keine Angaben zu Waitstates gemacht worden, aber 68000 mit 33 MHz (offiziell gab es nur bis 20 MHz) sind nicht so schnell wie 68020 mit 20 MHz (was sogar langsameren Speicher verträgt).

Leider kenne ich die Datenbasis nicht (Kaufman wird die Zahlen ja nicht erwürfelt haben) um sie genauer zu bewerten.

Egbert 01.08.2015 17:40

AW: Millennium ChessGenius
 
Zitieren:

Zitat von Solwac (Beitrag 54924)
Stimmt, von Kaufman stammt das.

Ich habe die Zahlen irgendwann in den 90ern das erste Mal gesehen und sofort die Unstimmigkeiten bemerkt. So passen z.B. die Verhältnisse zwischen 6502 mit 5 MHz und 68000 oder 80286 nicht oder auch zwischen 68000 mit 12 MHz und 33 MHz. Leider sind für die Motorolas keine Angaben zu Waitstates gemacht worden, aber 68000 mit 33 MHz (offiziell gab es nur bis 20 MHz) sind nicht so schnell wie 68020 mit 20 MHz (was sogar langsameren Speicher verträgt).

Leider kenne ich die Datenbasis nicht (Kaufman wird die Zahlen ja nicht erwürfelt haben) um sie genauer zu bewerten.

... schau mal in meinen vorigen Beitrag, ich habe diesen ergänzt ;)

Gruß
Egbert

Solwac 02.08.2015 16:12

AW: Millennium ChessGenius
 
Vielen Dank für den Artikel!

Wie ich es mir dachte, Kaufman hat an den Zahlen so lange herum gedreht bis sie ihm halbwegs passten. Dabei hat er einige interessante Fakten gesammelt (er ist halt lange im Geschäft ;)), aber auch merkwürdige Quervergleiche gezogen.
Er überschätzt die 6502, wahrscheinlich wegen der über die Jahre handoptimierten Assemblerprogramme und wegen Programmen, die mit wenig Speicherbedarf auskommen (256 Bytes in der Zeropage können deutlich schneller angesprochen werden als der restliche Speicher).
Bei den Intel CPUs werden einige übertriebene Faktoren für Waitstates angenommen und sie werden im Vergleich zur 68000er Familie unterschätzt. Ich vermute, dies hängt mit den Erfahrungen mit Rexchess zusammen. Die C-Compiler damals waren noch nicht so gut beim Optimieren wie später in den 90ern und der Real Mode überhaupt war nicht leicht zu optimieren. Schach 3.0 zeigte was möglich war...

Mein Fazit: Sehr interessant zu lesen, aber als Quelle für eigene Hochrechnungen leider nur eingeschränkt zu gebrauchen.

Egbert 02.08.2015 16:51

AW: Millennium ChessGenius
 
Ja, es ist eine sehr komplizierte Materie und 100% korrekte Vergleichsergebnisse verschiedener Prozessoren/Architekturen kann es wohl nicht geben.

Gruß
Egbert

udo 02.08.2015 23:26

AW: Millennium ChessGenius
 
Zitieren:

Zitat von Fluppio (Beitrag 54908)
Wenn man dies mit Einzelergebnissen aus der Wiki vergleicht, könnte der CG auf Höhe des Berlin/Vancouver 68000 liegen. Aber lassen wir uns überraschen. Hoffentlich fällt er im Endspiel nicht zu stark ab mit den kleinen Hashtabellen.

Ich weiss nur von den Genius PC Programmen, das sie mit wenig Hash in der Gesamtspielstärke recht stark abbauten, aber ob das so auf ein Schachcomputer übertragbar ist,vermute ich nicht, da ja die Geschwindigkeitsverhältnisse ganz anders sind.

Egbert 04.08.2015 15:30

AW: Millennium ChessGenius
 
Hallo Freunde des Computerschachs ;)

ich hatte gerade wieder kurzen Kontakt zum Produktmanagement der Millenium2000 GmbH. Auf einen weiteren Test des ChessGenius gegen andere Gegner dürfen wir zwar nicht hoffen, aber dass werden wir ja dann sicherlich sehr bald selbst in die Hand nehmen :D

Sehr erfreulich ist jedoch die Tatsache, dass man auf Seiten des Herstellers ganz bewusst auf die ARM-Technologie aufgrund deren hervorragenden Skalierbarkeit setzt. Den Cortex M4 beispielsweise gibt es in Taktraten bis zu 300 MHz, vom Cortex M7 ganz zu schweigen. Somit dürfte klar sein, dass weitere höherwertige Geräte kommen werden, sollte der ChessGenius mit Erfolg platziert werden können.

Gruß
Egbert

José 31.08.2015 16:00

AW: Millennium ChessGenius
 
Das Ding ist ja an Hässlichkeit kaum zu toppen! Aber wie immer im Leben zählen auch die inneren Werte ;) das macht ihn gleich viel attraktiver...
Für mich eine echte Überraschung, dass es auf dem Schachcomputermarkt wieder eine Hauch von Leben zu verspüren ist.
Sehr gespannt bin ich!
Grüße José

SkobyMobil 01.09.2015 16:29

AW: Millennium ChessGenius
 
Hallo,
"wie immer im Leben zählen auch die inneren Werte"

Nur mal so…
Kann der oder sein Vorgänger Endspiel, z.B SLK-K oder KD-KT?
Für mich bot sich diese Frage gerade an.
Gruß und Spaß
Andreas

Doubledizzy 02.09.2015 21:19

AW: Millennium ChessGenius
 
Zitieren:

Zitat von SkobyMobil (Beitrag 55309)
Hallo,
"wie immer im Leben zählen auch die inneren Werte"

Nur mal so…
Kann der oder sein Vorgänger Endspiel, z.B SLK-K oder KD-KT?

Andreas

Chess Genius 1 kann das SLK vs. K lehrbuchartig.
DK vs. K ist auch kein Problem.

Sonnige Grüße
Tom(mi)


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