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AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 43. Partie: Schwarz (Excellence) | Zwischenstand: 25,5-17,5 (59,3%) für den Fidelity Excellence | Nach Ende der Eröffnung im Offenen Spanier findet die CXG Sphinx Legend selten die besten Züge und muss bald einmal die Initiative dem Gegner überlassen. Und nach dem verfehlten 20.Lxe4? wendet sich das Blatt vollkommen zugunsten von Schwarz. Und der Fidelity Excellence überspielt Weiss vollkommen, erobert im 30. Zug einen Bauern und zeigt im Endspiel erstaunliches Können mit seinen aktiven Figuren. Eine schreckliche Niederlage des Programms von Gyula Horvath.
[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"] [Date "2022.??.??"] [Round "43"] [White "CXG Sphinx Legend"] [Black "Fidelity Excellence 6 MHz"] [Result "0-1"] [ECO "C80"] [WhiteElo "1816"] [BlackElo "1838"] [Annotator "KUT"] [PlyCount "97"] [EventDate "2022.??.??"] 1. e4 e5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 43. Partie: Schwarz (Excellence) | Zwischenstand: 25,5-17,5 (59,3%) für den Fidelity Excellence | Nach Ende der Eröffnung im Offenen Spanier findet die CXG Sphinx Legend selten die besten Züge und muss bald einmal die Initiative dem Gegner überlassen. Und nach dem verfehlten 20.Lxe4? wendet sich das Blatt vollkommen zugunsten von Schwarz. Und der Fidelity Excellence überspielt Weiss vollkommen, erobert im 30. Zug einen Bauern und zeigt im Endspiel erstaunliches Können mit seinen aktiven Figuren. Eine schreckliche Niederlage des Programms von Gyula Horvath.} 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 Nf6 5. O-O Nxe4 6. d4 b5 7. Bb3 d5 8. dxe5 Be6 {***ENDE BUCH***} 9. Nbd2 Nc5 10. c3 {***ENDE BUCH***} f6 {Eine unübliche, ungünstige Fortsetzung, zu der ich nur eine einzige Partie gefunden habe.} 11. exf6 {Spürbar stärker ist 11.Sd4 } (11. Re1 Nd3 $2 (11... f5 $1 $16) 12. exf6 Nxe1 13. Qxe1 Kd7 14. Ng5 Qxf6 15. Nde4 Qg6 16. Be3 $2 (16. Qd1 $1 $18) 16... Na5 17. Bc2 Bf5 18. Rd1 Kc6 19. Nf3 $2 (19. Qd2 $1) 19... Re8 $11 20. Nd4+ Kb7 21. Nxf5 dxe4 22. Ng3 Nc4 23. Bd4 $2 (23. Bc1 $11) 23... Nxb2 24. Rb1 Nd3 25. Qf1 Bd6 $6 (25... Bc5 $1 $17) 26. Nxe4 Qxe4 27. Bxd3 Qf4 28. g3 Qg4 $2 (28... Qf3 $1) 29. a4 Kc8 $2 (29... Qf3 $142) 30. axb5 $18 axb5 31. Rxb5 Rhf8 32. Qb1 Kd8 33. Rb8+ $6 (33. Bxh7 $18) 33... Ke7 34. Qe1+ $2 (34. Rb2 $1) 34... Qe6 35. Rxe8+ Rxe8 36. Qxe6+ Kxe6 37. Bxg7 Re7 38. Bh6 Be5 39. c4 Rd7 40. Be2 Kf5 41. Kg2 Ke4 42. Bc1 Re7 43. f3+ Kd4 44. Kf1 Kc3 45. Bg5 Re8 46. f4 Bd4 47. f5 Be5 48. Kf2 Rf8 49. g4 Bxh2 50. Kf3 h5 51. Be7 hxg4+ 52. Kxg4 Rg8+ 53. Kh5 Rg2 54. Bf3 Rf2 55. Kg4 Rd2 56. Bd5 Bd6 $4 {verliert} (56... c6 $11) (56... Be5 $11) 57. Bxd6 cxd6 58. f6 Rh2 59. f7 Rh8 60. Kf5 {1-0 (60) Findlay,I (2410)-Comp Hi Tech Dublin 1987}) 11... Qxf6 12. Re1 {Den Vorzug verdient 12.Lc2, um allenfalls b2-b4 zur Verfügung zu haben.} Be7 {Am besten war die lange Rochade.} 13. Re2 {Ein gekünsteltes Manöver, das der Stellung zu wenig gerecht wird.} (13. Nf1 Nxb3 14. Bg5 Qf7 15. Bxe7 Qxe7 (15... Nxa1 $2 16. Ng5 $18) 16. axb3 O-O 17. Qe2 Rfe8 18. b4 $16 {mit weissem Vorteil.}) (13. Bc2 O-O 14. Nf1 $14) 13... O-O {Selbst die lange Rochade kam in Frage.} 14. Bc2 {Es gibt zwei bessere Fortsetzungen.} (14. Nf1 Nxb3 15. axb3 $11) (14. Qe1 Rae8 15. Nf1 Qf7 $15) 14... Bg4 15. h3 Bh5 16. Re3 Rad8 17. Qe1 Bd6 $15 {Schwarz steht etwas besser.} 18. Nb3 Rd7 $6 {Besser täte Schwarz daran, auf der e-Linie einen Turm entgegenzustellen.} 19. Bd2 $6 {Ergibt weissen Vorteil.} (19. Nxc5 Bxc5 20. Re6 Re7 21. Rxe7 Nxe7 22. Bg5 Qf7 $11 {Ausgleich}) 19... Ne4 $17 {Nun liegt der Vorteil klar bei Schwarz.} 20. Bxe4 $2 {Die Engines meinen: Black is winning. Notwendig wäre 20.Sbd4 gewesen.} dxe4 21. Nfd4 (21. Rxe4 $2 {ist eine gar schlechte Option} Bxf3 22. gxf3 Ne5 {auch ...Dxf3 genügt} 23. Rxe5 (23. Nd4 Qg6+ 24. Rg4 Nxg4 $19) 23... Bxe5 $19) 21... Ne5 $1 {Schon Nimzowitsch hat seinerzeit auf die starke Wirkung von zentralisierten Figuren hingewiesen.} 22. Rxe4 Nd3 {Weiss ist völlig überspielt worden.} 23. Qe3 Bg6 (23... Nxf2 {ist gar noch stärker.}) 24. Re6 Qxf2+ 25. Qxf2 Rxf2 26. Re3 Rf6 27. Rb1 c5 28. Nf3 Bg3 29. Rf1 c4 30. Nbd4 Nxb2 {Die erste Frucht wird eingefahren.} 31. Ne5 Bxe5 32. Rxe5 Rxf1+ 33. Kxf1 b4 34. g3 (34. cxb4 Rxd4 35. Bc3 {scheitert an} Rd1+ 36. Ke2 Bd3+ 37. Kf2 Na4 $19) 34... Nd1 {Schwarz wütet wie ein Berseker im weissen Lager.} 35. Be1 bxc3 36. Ne2 c2 37. h4 Bd3 38. Bd2 Nc3 {Schwarz kann schon fast gewinnen, wie er will.} (38... Bxe2+ 39. Kxe2 Nc3+ 40. Ke1 Nxa2 {gewinnt ebenso}) 39. Bf4 Nxe2 40. Rxe2 Re7 41. Kg2 Rxe2+ 42. Kf3 Re1 43. Bg5 Rf1+ 44. Kg2 c3 45. a4 h6 46. Be3 Bc4 47. g4 c1=Q 48. Bxc1 Rxc1 49. g5 {***AUFGEGEBEN***} 0-1 |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Hallo Kurt,
eine starke Partie des Spracklen-Programms. Gruß Egbert |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 44. Partie: remis | Zwischenstand: 26,0-18,0 (59%) für den Fidelity Excellence | Das Eröffnungsrepertoire ist wieder einmal nicht auf die Spielweise bzw. Spielstärke unserer Oldies zugeschnitten. Denn die Aljechin-Variante 5.e3 im angenommenen Halb-Slawisch verlangt strategisches Können und dynamisches Spiel. So verwundert es nicht, dass Weiss schon frühzeitig, mit 12.axb5, eine überwältigende Stellung hätte erreichen können. Aber der Fidelity Excellence macht nichts daraus, begeht im Gegenteil bald selbst einen taktischen Verlustzug, der aber ebenso wenig bestraft wird. Trotz allem, ist es schliesslich doch die CXG Sphinx Legend, die nach einem weiteren schlimmen Fehler des amerikanischen Programms mit dem Qualitätsopfer 46...Txg2! eine Gewinnstellung erreicht. Was aber passiert dann? Das ungarische Programm begnügt sich mit Dauerschach.
[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"] [Date "2022.??.??"] [Round "44"] [White "Fidelity Excellence 6 MHz"] [Black "CXG Sphinx Legend"] [Result "1/2-1/2"] [ECO "D15"] [WhiteElo "1838"] [BlackElo "1816"] [Annotator "KUT"] [PlyCount "102"] [EventDate "2022.??.??"] 1. d4 d5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 44. Partie: remis | Zwischenstand: 26,0-18,0 (59%) für den Fidelity Excellence | Das Eröffnungsrepertoire ist wieder einmal nicht auf die Spielweise bzw. Spielstärke unserer Oldies zugeschnitten. Denn die Aljechin-Variante 5.e3 im angenommenen Halb-Slawisch verlangt strategisches Können und dynamisches Spiel. So verwundert es nicht, dass Weiss schon frühzeitig, mit 12.axb5, eine überwältigende Stellung hätte erreichen können. Aber der Fidelity Excellence macht nichts daraus, begeht im Gegenteil bald selbst einen taktischen Verlustzug, der aber ebenso wenig bestraft wird. Trotz allem, ist es schliesslich doch die CXG Sphinx Legend, die nach einem weiteren schlimmen Fehler des amerikanischen Programms mit dem Qualitätsopfer 46...Txg2! eine Gewinnstellung erreicht. Was aber passiert dann? Das ungarische Programm begnügt sich mit Dauerschach.} 2. c4 c6 3. Nf3 Nf6 4. Nc3 dxc4 {***ENDE BUCH***} 5. e3 b5 6. a4 {***ENDE BCH***} Nd5 {Hier ist 6...b4 die weitaus üblichere Fortsetzung.} 7. Nxd5 Qxd5 8. Be2 e6 9. O-O {Noch stärker ist:} (9. axb5 Nd7 (9... cxb5 $2 10. Ne5 $18 {und gewinnt}) 10. bxc6 Qxc6 11. Qc2 $16) 9... Bb7 10. Ne5 {Die "Brechstange" mit 10.b3! war wesentlich effektiver.} a6 $2 {Mit ...Dd8 konnte Schwarz seine Stellung gerade noch zusammenhalten.} 11. Bd2 $6 {Das ist viel zu zahm und bringt nichts ein.} (11. b3 c3 12. axb5 axb5 13. Rxa8 Bxa8 14. Qc2 Qd8 15. Qxc3 Bd6 16. Nd3 $16 {Weiss steht klar besser.}) 11... Be7 $2 {Aber auch Schwarz wandelt nicht auf guten Pfaden. Mit 11...Dd8 oder 11...f6 konnte Schwarz noch durchaus mithalten.} 12. b3 $2 {Verpasst den möglichen Gewinn.} (12. axb5 axb5 (12... O-O 13. b6 c3 14. bxc3 $18) 13. Rxa8 Bxa8 14. Qa1 $18) 12... cxb3 13. Bf3 Qd6 14. Qxb3 Nd7 {Vernünftiger war die kurze Rochade.} 15. Nc4 $1 Qc7 16. Na5 $16 {Jetzt steht Schwarz positionell unter Druck.} Rc8 17. axb5 axb5 ({Natürlich nicht} 17... cxb5 $4 18. Bxb7 $18) 18. Rfc1 Nb8 {Erzwungen: der c6-Bauer bedarf der Deckung.} 19. Be2 $6 {Schwächt die weisse Initiative ab, die mit 19.e4 gefolgt von d4-d5 den Gegner in eine unangenehme Lage gebracht hätte.} Qd7 $6 {Erneut war die sofortige Rochade besser.} 20. Nxb7 $2 {Beseitigt die schlechteste Figur von Schwarz und hebt den Druck am Damenflügel stark auf.} Qxb7 21. Ra5 O-O 22. Rca1 Qb6 $11 {Und schon ist von weissem Vorteil keine Spur mehr übriggeblieben.} 23. Bb4 Qd8 24. Bf3 Bxb4 25. Qxb4 Qh4 26. g3 Qf6 27. Bg2 Rfd8 28. Ra7 Qf5 {Sinnvoller hätte Schwarz seinem König mit 28...g6 ein Luftloch öffnen sollen.,} 29. Qe7 Re8 30. Qb7 Rf8 31. Rc1 e5 {Stellt eine perfide Falle, um Weiss zum Schlagen auf c6 einzuladen. Ansonsten aber nicht die beste Fortsetzung, die z.B. in 31...Tcd8 bestanden hätte.} (31... Rcd8 $1 32. Bxc6 Rc8 33. Raa1 Nxc6 34. Rxc6 Rb8 35. Qc7 h6 $11) 32. Qe7 {Weiss fällt nicht herein. Aber 32.d5 ist wesentlich stärker und liesse den Vorteil beim Anziehenden.} (32. Bxc6 $4 Nxc6 33. Rxc6 Qb1+ 34. Kg2 Qe4+ 35. f3 Qxc6 $19 {und gewinnt}) 32... exd4 33. exd4 Rfe8 34. Qb4 Re2 35. f4 $6 {Schwächt die eigene Stellung, weshalb 35.Tf1 den Vorzug verdient.} Qe6 {Hier war 35...Tce8 etwas stärker.} 36. Kh1 $2 {Ein taktischer Fehler, der verlieren sollte.} (36. Qc3 {hält die Stellung.}) 36... Qe3 $2 {Genügt für Vorteil, aber geht an einem für die CXG Sphinx Legend zu tief versteckten Gewinn vorbei.} (36... Rxg2 $3 37. Kxg2 Qe2+ 38. Kh3 Re8 $1 39. Qc5 Re6 $1 40. Qg5 Rh6+ 41. Qxh6 gxh6 $19 {mit entscheidendem Materialgewinn.}) 37. Raa1 (37. Rf1 $17 {war noch die beste Verteidigung.}) 37... Qf2 {Es sieht nun wieder düster aus für Weiss, der seine Figuren passiv aufstellen muss.} 38. Rg1 Rd2 $2 {Verpasst erneut "die Chance".} (38... Nd7 39. Qc3 Rd2 {ist laut Dragon 3.1 by Komodo Chess 64-bit gewonnen für Schwarz.}) 39. Rad1 $2 (39. d5 $1 $11 {gleicht aus}) 39... Rb2 40. Qd6 Rc2 41. Ra1 Qe2 42. Ra8 Qe8 43. Qe5 Re2 44. Qc5 Rd8 45. Qc3 $2 {Verlustzug} (45. d5 {sichert noch immer den Ausgleich.} cxd5 46. Bxd5 $11) 45... c5 $1 {stark gespielt} 46. dxc5 (46. Qxc5 $2 Rxg2 47. Kxg2 (47. Rxg2 Qe1+ 48. Rg1 Qe4+) 47... Qe4+ 48. Kh3 Qxa8 $19) {[#]} 46... Rxg2 $1 {Der Gewinnzug, aber wie die Folge zeigt, ganz offensichtlich aus dem falschen Grund gespielt, um nur ein Dauerschach zu erzwingen.} 47. Kxg2 (47. Rxg2 $4 {wäre ein ganz dummer Fehler} Rd1+ 48. Rg1 Qc6+ 49. Qf3 Qxf3#) 47... Qe2+ $2 (47... Qc6+ 48. Kf2 (48. Qf3 $4 Rd2+) 48... Qxa8 $19 {und Schwarz mit Mehrfigur gewinnt.}) 48. Kh3 Qh5+ 49. Kg2 Qe2+ 50. Kh3 Qh5+ 51. Kg2 Qe2+ {***3x REMIS***} 1/2-1/2 |
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Hallo Kurt,
Schade das der Legend die zug 47... Dc6+ nicht findet. Die ursache ist wahrscheinlich das er wegen die drohende turm auf a8 auch "sehen" muss das er nach 48.Df3 Td2+ matt in 6 geben kann. Grüsse, Paul . |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
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Ganz genau ! Die kurzzügige Gewinnvariante 47. ...Dc6+! 48. Kf2 Da8: mit Mehrfigur stellt überhaupt kein Problem dar für den CXG Legend. Aber mit der langzügigen Mattvariante 47. ...Dc6+! 48. Df3 Td2+! 49. Kh3 Dh6+! (ja nicht der leichtfertige Damengewinn 49. ...Df3:??, danach wird Schwarz selbst auf der Grundreihe mattgesetzt mit 50. Tb8:+) 50. Kg4 f5+! 51- Kf5: Dg6+ 52. Ke5 Df6+ 53. Ke4 De6# Zwar forciert mit stetigem Schachgebot, aber trotzdem zu viel für den CXG Legend auf Turnierstufe - welcher Mensch schüttelt dieses Matt in 6 mit seiner zu beachtenden Nebenvariante mal so eben aus dem Ärmel ? - der werfe den ersten Bauern...;) Also Bitte um Nachsicht für den Legend. Gruß Hans-Jürgen |
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Das sehe ich auch so. Gruss Kurt |
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Gut zusammengefasst, danke. Ich habe die Partiekommentierung angepasst, siehe unten. Gruss Kurt
[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"] [Date "2022.??.??"] [Round "44"] [White "Fidelity Excellence 6 MHz"] [Black "CXG Sphinx Legend"] [Result "1/2-1/2"] [ECO "D15"] [WhiteElo "1838"] [BlackElo "1816"] [Annotator "KUT"] [PlyCount "102"] [EventDate "2022.??.??"] 1. d4 d5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 44. Partie: remis | Zwischenstand: 26,0-18,0 (59%) für den Fidelity Excellence | Das Eröffnungsrepertoire ist wieder einmal nicht auf die Spielweise bzw. Spielstärke unserer Oldies zugeschnitten. Denn die Aljechin-Variante 5.e3 im angenommenen Halb-Slawisch verlangt strategisches Können und dynamisches Spiel. So verwundert es nicht, dass Weiss schon frühzeitig, mit 12.axb5, eine überwältigende Stellung hätte erreichen können. Aber der Fidelity Excellence macht nichts daraus, begeht im Gegenteil bald selbst einen taktischen Verlustzug, der aber ebenso wenig bestraft wird. Trotz allem, ist es schliesslich doch die CXG Sphinx Legend, die nach einem weiteren schlimmen Fehler des amerikanischen Programms mit dem Qualitätsopfer 46...Txg2! eine Gewinnstellung erreicht. Was aber passiert dann? Das ungarische Programm begnügt sich mit Dauerschach, weil} 2. c4 c6 3. Nf3 Nf6 4. Nc3 dxc4 {***ENDE BUCH***} 5. e3 b5 6. a4 {***ENDE BCH***} Nd5 {Hier ist 6...b4 die weitaus üblichere Fortsetzung.} 7. Nxd5 Qxd5 8. Be2 e6 9. O-O {Noch stärker ist:} (9. axb5 Nd7 (9... cxb5 $2 10. Ne5 $18 {und gewinnt}) 10. bxc6 Qxc6 11. Qc2 $16) 9... Bb7 10. Ne5 {Die "Brechstange" mit 10.b3! war wesentlich effektiver.} a6 $2 {Mit ...Dd8 konnte Schwarz seine Stellung gerade noch zusammenhalten.} 11. Bd2 $6 {Das ist viel zu zahm und bringt nichts ein.} (11. b3 c3 12. axb5 axb5 13. Rxa8 Bxa8 14. Qc2 Qd8 15. Qxc3 Bd6 16. Nd3 $16 {Weiss steht klar besser.}) 11... Be7 $2 {Aber auch Schwarz wandelt nicht auf guten Pfaden. Mit 11...Dd8 oder 11...f6 konnte Schwarz noch durchaus mithalten.} 12. b3 $2 {Verpasst den möglichen Gewinn.} (12. axb5 axb5 (12... O-O 13. b6 c3 14. bxc3 $18) 13. Rxa8 Bxa8 14. Qa1 $18) 12... cxb3 13. Bf3 Qd6 14. Qxb3 Nd7 {Vernünftiger war die kurze Rochade.} 15. Nc4 $1 Qc7 16. Na5 $16 {Jetzt steht Schwarz positionell unter Druck.} Rc8 17. axb5 axb5 ({Natürlich nicht} 17... cxb5 $4 18. Bxb7 $18) 18. Rfc1 Nb8 {Erzwungen: der c6-Bauer bedarf der Deckung.} 19. Be2 $6 {Schwächt die weisse Initiative ab, die mit 19.e4 gefolgt von d4-d5 den Gegner in eine unangenehme Lage gebracht hätte.} Qd7 $6 {Erneut war die sofortige Rochade besser.} 20. Nxb7 $2 {Beseitigt die schlechteste Figur von Schwarz und hebt den Druck am Damenflügel stark auf.} Qxb7 21. Ra5 O-O 22. Rca1 Qb6 $11 {Und schon ist von weissem Vorteil keine Spur mehr übriggeblieben.} 23. Bb4 Qd8 24. Bf3 Bxb4 25. Qxb4 Qh4 26. g3 Qf6 27. Bg2 Rfd8 28. Ra7 Qf5 {Sinnvoller hätte Schwarz seinem König mit 28...g6 ein Luftloch öffnen sollen.,} 29. Qe7 Re8 30. Qb7 Rf8 31. Rc1 e5 {Stellt eine perfide Falle, um Weiss zum Schlagen auf c6 einzuladen. Ansonsten aber nicht die beste Fortsetzung, die z.B. in 31...Tcd8 bestanden hätte.} (31... Rcd8 $1 32. Bxc6 Rc8 33. Raa1 Nxc6 34. Rxc6 Rb8 35. Qc7 h6 $11) 32. Qe7 {Weiss fällt nicht herein. Aber 32.d5 ist wesentlich stärker und liesse den Vorteil beim Anziehenden.} (32. Bxc6 $4 Nxc6 33. Rxc6 Qb1+ 34. Kg2 Qe4+ 35. f3 Qxc6 $19 {und gewinnt}) 32... exd4 33. exd4 Rfe8 34. Qb4 Re2 35. f4 $6 {Schwächt die eigene Stellung, weshalb 35.Tf1 den Vorzug verdient.} Qe6 {Hier war 35...Tce8 etwas stärker.} 36. Kh1 $2 {Ein taktischer Fehler, der verlieren sollte.} (36. Qc3 {hält die Stellung.}) 36... Qe3 $2 {Genügt für Vorteil, aber geht an einem für die CXG Sphinx Legend zu tief versteckten Gewinn vorbei.} (36... Rxg2 $3 37. Kxg2 Qe2+ 38. Kh3 Re8 $1 39. Qc5 Re6 $1 40. Qg5 Rh6+ 41. Qxh6 gxh6 $19 {mit entscheidendem Materialgewinn.}) 37. Raa1 (37. Rf1 $17 {war noch die beste Verteidigung.}) 37... Qf2 {Es sieht nun wieder düster aus für Weiss, der seine Figuren passiv aufstellen muss.} 38. Rg1 Rd2 $2 {Verpasst erneut "die Chance".} (38... Nd7 39. Qc3 Rd2 {ist laut Dragon 3.1 by Komodo Chess 64-bit gewonnen für Schwarz.}) 39. Rad1 $2 (39. d5 $1 $11 {gleicht aus}) 39... Rb2 40. Qd6 Rc2 41. Ra1 Qe2 42. Ra8 Qe8 43. Qe5 Re2 44. Qc5 Rd8 45. Qc3 $2 {Verlustzug} (45. d5 {sichert noch immer den Ausgleich.} cxd5 46. Bxd5 $11) 45... c5 $1 {stark gespielt} 46. dxc5 {Auch nach 46.Dxc5 Txg2! ist es aus.} {[#]} Rxg2 $1 {Der Gewinnzug, aber wie die Folge zeigt, aus dem falschen Grund gespielt, um "nur" ein Dauerschach zu erzwingen.} 47. Kxg2 (47. Rxg2 $4 {wäre ein ganz dummer Fehler} Rd1+ 48. Rg1 Qc6+ 49. Qf3 Qxf3#) 47... Qe2+ $2 {Am besten - wenn auch völlig ungenügend - ist die Verteidigung mit 48.Kf2. Doch die zum Matt führende Variante mit 48.Df3 Td2+ usw. ist viel zu tief für die CXG Sphinx Legend, so dass der Übergang ins Dauerschach sich erklären lässt.} (47... Qc6+ 48. Kf2 (48. Qf3 $2 Rd2+ 49. Kh3 Qh6+ 50. Kg4 f5+ 51. Kxf5 Qg6+ 52. Ke5 Qf6+ 53. Ke4 Qe6#) 48... Qxa8 $19 {und Schwarz mit Mehrfigur gewinnt.}) 48. Kh3 Qh5+ 49. Kg2 Qe2+ 50. Kh3 Qh5+ 51. Kg2 Qe2+ {***3x REMIS***} 1/2-1/2 |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 46. Partie: Schwarz (CXG Sphinx Legen gewinnt | Zwischenstand: 26,5-19,5 (57,6%) für den Fidelity Excellence | Weiss kommt gegen die Lasker-Variante im klassischen Damengambit besser aus der Eröffnung, vermag seinen Vorteil dann allerdings nicht auszubauen. Bald wendet sich gar das Blatt vollständig zugunsten von Schwarz, weil Weiss mit seinem Springer auf c7 eindringt und diese Figur eingesperrt bleibt und für einen Bauern erobert wird. Bei der eigentlich rein technischen Realisierung seiner Gewinnstellung hapert es dann bei der CXG Sphinx Legend gewaltig. Aber der Fidelity Excellence verpatzt all seine Remischancen und geht am Ende doch noch unter.
[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"] [Date "2022.??.??"] [Round "46"] [White "Fidelity Excellence"] [Black "CXG Sphinx Legend"] [Result "0-1"] [ECO "D56"] [WhiteElo "1836"] [BlackElo "1816"] [Annotator "KUT"] [PlyCount "125"] [EventDate "2022.??.??"] 1. d4 d5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 46. Partie: Schwarz (CXG Sphinx Legen gewinnt | Zwischenstand: 26,5-19,5 (57,6%) für den Fidelity Excellence | Weiss kommt gegen die Lasker-Variante im klassischen Damengambit besser aus der Eröffnung, vermag seinen Vorteil dann allerdings nicht auszubauen. Bald wendet sich gar das Blatt vollständig zugunsten von Schwarz, weil Weiss mit seinem Springer auf c7 eindringt und diese Figur eingesperrt bleibt und für einen Bauern erobert wird. Bei der eigentlich rein technischen Realisierung seiner Gewinnstellung hapert es dann bei der CXG Sphinx Legend gewaltig. Aber der Fidelity Excellence verpatzt all seine Remischancen und geht am Ende doch noch unter.} 2. c4 e6 3. Nf3 Nf6 4. Bg5 Be7 5. Nc3 O-O 6. e3 h6 7. Bh4 Ne4 {Die so genannte Lasker-Variante, obwohl der ehemalige Weltmeister Emanuel Lasker (24.2.1868-11.1.1941) keine besondere Vorliebe für diesen Zug zeigte, aber er wandte sie gemäss Max Euwe einmal mit Erfolg an, als gerade ein Theoretiker anwesend war, daher der Name. Dieses Abspiel gilt als äusserst verlässliche Methode für Schwarz für gleiches Spiel. Der Abtausch von zwei leichten Figuren ist jetzt so gut wie erzwungen und gibt Schwarz die notwendige Freiheit, seinen Damenläufer c8 leicht zu entwickeln. Entsprechend dem Spiel von Weiss wird sich diese Entwicklung entweder auf der Diagonale c8 nach h3 oder über b7 vollziehen (Euwe,M). Viele Top-Spieler vertrauen bzw. vertrauten regelmässig oder sporadisch auf diese Variante, darunter V. Anand, L. Aronian, M. Carlsen, F. Caruana, J. Donner, E. Eliskases, D. Jakovenko, A. Jussupow, A. Karpov, P. Keres, V. Kramnik, H. Nakamura, V. Topalov, R. Vaganian, usw.} 8. Bxe7 Qxe7 {***ENDE BUCH***} 9. Rc1 {***ENDE BUCH***} Nf6 {Dieser Rückzug wird selten angewandt. Üblicher sind ...c6 oder ...Sxc3 in dieser Stellung.} (9... c6 10. Bd3 Nxc3 11. Rxc3 dxc4 12. Bxc4 Nd7 13. O-O b6 14. Bd3 c5 15. Be4 Rb8 16. Qc2 a5 17. Rc1 Ba6 18. Bc6 Rfc8 19. Bxd7 Qxd7 20. dxc5 Rxc5 21. Rxc5 bxc5 22. b3 Rc8 23. Qc3 a4 24. Qa5 Bb7 25. Qxa4 Qxa4 26. bxa4 Ra8 27. Rxc5 Rxa4 28. Rc2 Bd5 29. Ne5 Rxa2 30. Rc8+ Kh7 31. f3 f6 32. Nd7 e5 33. e4 Bb3 34. Rc7 {½-½ (34) Radjabov,T (2726)-Caruana,F (2844) Baku 2014}) (9... Nxc3 10. Rxc3 c6 11. Be2 Nd7 12. O-O dxc4 13. Rxc4 e5 14. dxe5 Nxe5 15. Rd4 Nxf3+ 16. Bxf3 Be6 17. Qa4 Rfd8 18. Rxd8+ Qxd8 19. Rd1 Qb6 20. b3 a5 21. Qf4 a4 22. bxa4 Bxa2 23. h4 Be6 24. h5 Rd8 25. Rxd8+ Qxd8 26. Qb4 Bd5 27. e4 Be6 28. Qxb7 c5 29. e5 c4 30. Qc6 Qd2 31. Qe8+ Kh7 32. Be4+ g6 33. hxg6+ Kg7 34. gxf7 Qc1+ 35. Kh2 Qf4+ 36. Kg1 Bxf7 37. Qc6 Qc1+ 38. Kh2 Qf4+ 39. Kg1 Qxe5 40. Qb7 c3 41. Qc6 Qd4 42. g3 h5 43. a5 h4 44. gxh4 Qd1+ 45. Kg2 Qg4+ 46. Kh2 Qxh4+ 47. Kg2 Qg4+ 48. Kh2 Qh5+ 49. Kg2 Qg5+ 50. Kh2 Qe5+ 51. Kg2 Qxa5 52. Qd6 Kg8 53. Qg3+ Kf8 54. Qd6+ Kg7 55. Qg3+ Kf6 56. Qf4+ Ke7 57. Qe3 Be6 58. Bf3 Qf5 59. Qd4 Qh3+ 60. Kg1 Qxf3 {0-1 (60) Fressinet,L (2633)-Firouzja,A (2702) chess24.com INT 2020}) 10. Bd3 Qb4 $2 {Ein typischer materialistisch begründeter Computerzug, der einem starken menschlichen Spieler keine Sekunde lang in den Sinn käme. Erstens werden dadurch zwei Entwicklungszüge vergeudet, denn die Dame wird unter Tempoverlust wieder zurückfliehen müssen. Zweitens lassen sich die Drohungen ...dxc4 und ...Dxb2 leicht abwehren. Und drittens könnte der Bauer b2 gar vernachlässigt werden. Weiss hat nun drei gute Fortsetzungen - c5, a3 und De2 - in petto, die ihm allesamt spürbaren Vorteil garantieren.} 11. Qb3 $6 {Das gehört jedoch nicht zu den besten Antworten.} Qxb3 12. axb3 Nc6 13. Nb5 $6 {Nun ist es aber Weiss, der sinnlos auf Bauernjagd aus ist.} Nb4 14. Be2 c6 {[#]} 15. Nc7 $2 {Greift zwar den Turm an, bemerkt jedoch nicht, dass dieser Springer kein Rückzugsfeld mehr besitzt und deshalb über kurz oder lang verloren gehen wird.} Rb8 $19 {schwarze Gewinnstellung} 16. Ne5 Bd7 17. cxd5 exd5 $1 {Natürlich nicht 17...cxd5?, weil dem Sc7 dann das Feld b5 zur Verfügung stünde.} 18. g4 Rfc8 {Und schon ist es um die weisse Leichtfigur geschehen.} 19. Nxd7 Nxd7 20. Nxd5 {Wenigstens ein Bäuerlein will der Todeskandidat noch einheimsen.} cxd5 21. Rc3 Nf6 22. f3 Na2 23. Rxc8+ Rxc8 24. Kd2 Nb4 25. Ra1 Rc2+ $2 {Schwarz macht sich das Leben unnötig schwer. Einfacher ist 25...a6 und Weiss erhält nicht das geringste Gegenspiel, was gleichzeitig mit dem langsamen Untergang gleichzusetzen ist.} 26. Kd1 a6 27. Ra4 {Greift den Springer an, der seinen Tc2 beschützen muss.} a5 {Mehr oder weniger erzwungen.} 28. Rxa5 Rxb2 29. Ra7 b6 (29... Rxb3 30. Rxb7 g5 $19 {ist stärker.}) 30. Rb7 Rxb3 31. Rb8+ Kh7 32. Rxb6 {Jetzt ist der schwarze Turm in eine lästige Fesslung geraten. Und sich daraus zu befreien, ohne den Sb4 zu verlieren, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Dabei sind vor allem zwei Szenarien möglich. a) Wenn der schwarze Turm auf b2 steht, wäre ...Sd3 möglich, weil der Tb2 gedeckt ist und der weisse Tb6 angegriffen ist, was aber nur funktioniert, falls die Antwort Lxd3 nicht mit Schach gegen den schwarzen König folgt. b) Schwarz schickt seinen Sf6 auf die Route Sf6-e8-c7-e6-d8-c6, wonach der weisse Sb4 gedeckt wäre und der schwarze Turm auf der b-Linie wieder in Freiheit entlassen werden könnte.} Rb1+ 33. Kd2 Rb2+ 34. Kd1 Rb3 {Schwarz ist von dieser Stellung überfordert.} 35. Kd2 h5 $6 {Ein Tritt in ein kleines Fettnäpfchen, weil Weiss eine Abwicklung hat, die seine bisherige Verluststellung in eine nur noch schlechte Stellung verwandelt. Schwarz sollte mit dem Turm b2 Schach geben und dann auf einen der beiden beschriebenen Gewinnpläne einschwenken.} 36. Bd1 $1 {Dir richtige Antwort, die den folgenden Zug erzwingt.} Rb2+ 37. Kc3 {Nun sitzt der doppelt angegriffene schwarze Springer in der Falle und kann nicht wegziehen.} Rb1 {Greift erzwungenermassen den weissen Läufer an.} 38. Bb3 {Der schwarze Sb4 hat nun kein Fluchtfeld mehr, denn ...Sc2+ wird mit Kc2 Tc1+, Kb2 beantwortet und Schwarz hat ausgeträumt.} Na2+ (38... Rxb3+ 39. Kxb3 hxg4 40. Kxb4 gxf3 41. Ra6 Ng4) 39. Kc2 Rh1 ({Falls} 39... Rc1+ 40. Kb2 hxg4 41. fxg4 Rh1 42. Kxa2 Rxh2+ 43. Ka3 $11) 40. Bxa2 Rxh2+ 41. Kb1 $2 {Gerät wieder in eine klare Verluststellung.} ({Nach} 41. Kb3 h4 42. Bb1+ Kh8 43. g5 {kann Weiss noch kämpfen.}) 41... hxg4 $2 {Schwarz erkennt den Gewinn mit 41...h4 nicht.} 42. fxg4 Rh3 (42... Nxg4 43. Bxd5 $11) 43. Rb5 $2 {Verpasst den Ausgleich.} (43. g5 Ne4 44. Kb2 Rxe3 45. g6+ fxg6 46. Bxd5 $11 {ist ausgeglichen}) 43... Rxe3 44. Bxd5 Nxd5 45. Rxd5 Rg3 $2 {Aber auch für Schwarz ist das Turmendspiel zu schwierig und so verpasst er den Ausgleich.} ({Dragon 3.1 by Komodo Chess 64-bit:} 45... Re2 46. Ra5 Kg6 47. Ra4 Rg2 48. Kc1 Rxg4 49. Kd2 Re4 50. Kd3 f5 51. Ra6+ Kg5 52. d5 Re1 53. Kd4 f4 54. Ra7 Kf6 55. Ra8 g5 56. Rf8+ Kg7 57. Rf5 Kg6 58. Rf8 Re7 59. d6 Rf7 60. Rg8+ Kf5 61. Re8 Kg4 62. Re7 Rf8 63. d7 Rd8 64. Ke4 f3 65. Ke3 Kg3 {-5.50/38}) 46. g5 $2 {Mit der Zentralisierung des Königs durch 45.Kc2 war die Partie zu retten.} (46. Kc2 Rxg4 47. Kd3 Kg6 48. Ra5 f5 49. d5 $11) 46... Kg6 47. Kc2 Rxg5 48. Rxg5+ $2 {Immer wieder sehen wir dieses Motiv bei unseren Oldies. Sie tauschen ihre letzten Figuren ab und nehmen klar verlorene Bauernendspiele in Kauf. Das ist natürlich grundsätzlich falsch, und zwar unabhängig davon, ob die Stellung auch sonst verloren ist oder nicht.} (48. Rd8 f5 49. d5 Kf7 50. Ra8 Rg3 51. Kd2 g5 52. Ra7+ Kf6 $1) 48... Kxg5 49. Kd3 Kf5 50. Ke3 g5 51. Kf3 Ke6 52. Kg4 f6 53. Kf3 f5 54. Ke3 Kd5 55. Kd3 f4 56. Ke2 g4 57. Kd3 g3 58. Ke2 g2 59. Kf2 f3 60. Kg1 Kxd4 61. Kf2 Kd3 62. Kxf3 g1=Q 63. Kf4 {***AUFGEGEBEN***} 0-1 |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Hallo Kurt,
wieder einmal eine Partie der beiden Kontrahenten, wo wirklich fast zu jeder Zeit alles möglich war. Diese Mal mit dem besseren Ende für die CXG Sphinx Legend. Die Probleme mit dem Motiv der eingesperrten Figuren, ziehen sich quer durch unsere Oldie-Gemeinde. :o Gruß Egbert |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Und hier noch die "vergessene" 45. Partie, worauf mich der immer aufmerksame Leser CC7 (Hans-Jürgen) hingewiesen hat. Vielen Dank dafür.
Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 45. Partie: remis | Zwischenstand: 26,5-18,5 (58,8%) für den Fidelity Excellence | Schwarz wählt mit der angenommenen Slawischen Verteidigung eine modern anmutende und seltene Variante und erreicht damit ausgeglichenes Spiel. Dem ersten Fehler des Fidelity Excellence mit 19...Db6 folgen noch viele weitere in allen Partiephasen. Aber einmal mehr gelingt es der CXG Sphinx Legend nicht, seine vielen Siegeschancen wahrzunehmen. Am Ende steht Weiss mit König und Springer gegen den schwarzen König da, was bekanntlich nicht genügt, um noch Mattsetzen zu können.
[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"] [Date "2022.??.??"] [Round "45"] [White "CXG Sphinx Legend"] [Black "Fidelity Excellence 6 MHz"] [Result "1/2-1/2"] [ECO "D23"] [WhiteElo "1816"] [BlackElo "1838"] [Annotator "KUT"] [PlyCount "136"] [EventDate "2022.??.??"] 1. d4 d5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 45. Partie: remis | Zwischenstand: 26,5-18,5 (58,8%) für den Fidelity Excellence | Schwarz wählt mit der angenommenen Slawischen Verteidigung eine modern anmutende und seltene Variante und erreicht damit ausgeglichenes Spiel. Dem ersten Fehler des Fidelity Excellence mit 19...Db6 folgen noch viele weitere in allen Partiephasen. Aber einmal mehr gelingt es der CXG Sphinx Legend nicht, seine vielen Siegeschancen wahrzunehmen. Am Ende steht Weiss mit König und Springer gegen den schwarzen König da, was bekanntlich nicht genügt, um noch Mattsetzen zu können.} 2. c4 dxc4 3. Nf3 Nf6 {***ENDE BUCH***} 4. Qa4+ {***ENDE BUCH***} (4. e3 {ist die üblichste Fortsetzung}) (4. Nc3 {wird ebenfalls noch viel gespielt}) 4... Nc6 $5 {Wer von den Slawischen Strukturen abweichen willl, wählt diese interessante, aber seltene Alternative.} 5. e3 {Nichts spricht auch gegen das Schlagen des Bauern mit der weissen Dame.} Nd7 {Der Fidelity Excellence spielt einfallsreich.} 6. Bxc4 Nb6 7. Qb3 Nxc4 {Schwarz hat einen Erfolg erzielt, indem er das gegnerische Läuferpaar hat beseitigen können.} 8. Qxc4 Be6 {Für einmal ist auch das nicht zu tadeln, wenn auch meistens 8...e6 gewählt wird. Übrigens meinen viele Engines, dass hier gar 8...e5!? möglich ist. Das wäre eine schöne Neuerung in der Theorie. Der Computer-Schachweltmeister sieht auf Suchtiefe 41 nur einen minimalen weissen Vorteil von 0.28, also nichts.} ({Dragon 3.1 by Komodo Chess 64-bit:} 8... e5 $5 9. Nc3 exd4 10. exd4 Bd6 11. O-O O-O 12. Bg5 Qd7 13. d5 Ne7 14. Rfe1 Ng6 15. Nb5 h6 16. Bd2 Rd8 17. Rad1 b6 18. Nxd6 Qxd6 19. Bc3 Qc5 20. Qxc5 bxc5 21. Ne5 Nxe5 22. Bxe5 Bb7 23. Bxc7 Rxd5 24. Rxd5 Bxd5 25. a3 f6 26. Re7 a6 27. Ba5 Rb8 28. Bc3 Rb7 29. Re3 Rb6 30. f3 {0.28/41}) 9. Qc2 {Im Vergleich zu 9.De2 oder 9.Da4 ist das kein optimaler Platz für die weisse Dame.} Nb4 $6 {Aber auch das ist ungenau. Mit 9...Dd6 oder 9...Lg4 ist das Gleichgewicht problemlos zu wahren. Nach dem Textzug erhält Weiss leichten Vorteil.} 10. Qa4+ Nc6 11. Nc3 Bd7 12. Qb3 Na5 13. Qc2 e6 {Nun muss Schwarz den Läufer einschliessen.} (13... Bg4 $2 {wäre falsch wegen} 14. Qa4+ c6 15. Bd2 Bf5 16. Ne2 b6 17. Bxa5 bxa5 $18) 14. O-O Be7 15. Ne2 {Natürlich ist 15.e4 wesentlich aktiver.} Rc8 {Weshalb nicht endlich rochieren?} 16. Rd1 {Verpasst es, die schwarze Ungenauigkeit mit 16.d5 auszunutzen.} (16. d5 exd5 17. Qc3 Nc6 18. Qxg7 $16) 16... c5 17. d5 exd5 18. Rxd5 Nc6 19. Bd2 Qb6 $2 {Ein gar nicht offensichtlicher Fehler, an dessen Stelle 19...Dc7 hätte folgen sollen.} 20. Nf4 $2 {Man darf es der CXG Sphinx Legend nicht ankreiden, dass die viel zu tief versteckte Fortsetzung 20.Txd7! nicht erkannt wird.} (20. Rxd7 Kxd7 21. Nf4 Qa6 22. Bc3 Bf6 23. Bxf6 gxf6 24. Qxc5 $16 {und Weiss steht deutlich überlegen.}) 20... Nb4 21. Bxb4 cxb4 22. Qd1 {Etwas stärker war De4.} Be6 $2 {Das ist im Vergleich zu 22...Lc6 = deutlich schlechter, wird damit doch nur die Bauernstruktur unnötig geschwächt.} 23. Nxe6 fxe6 {erzwungen} (23... Qxe6 $2 24. Qa4+ Kf8 25. Rd7 g6 26. Rxb7 Kg7 27. Qxa7 {mit weisser Gewinnstellung}) 24. Rd4 $2 {Wirft praktisch seinen gesamten Vorteil weg, der mit 24.Te5 zu festigen war.} O-O 25. Rd7 Rfd8 26. Rxd8+ Qxd8 27. Qa4 Qb6 $2 {Gibt dem Gegner wieder die Chance auf Vorteil. Nach 27...a5 wäre nichts los gewesen.} 28. Qd7 Rc7 29. Qe8+ Bf8 30. Nd4 {Nun steht Weiss wieder spürbar besser.} Re7 31. Qb8 e5 32. Nf3 e4 $6 {Verpasst den möglichen Ausgleich.} (32... Qc6 {ist besser, denn} 33. Qxa7 $6 b5 34. Qb8 Re8 35. Qa7 Bd6 $11 {und die schwarze Stellung ist trotz Minusbauer keinen Deut schlechter.}) 33. Nd4 Rf7 34. Qe8 Qf6 35. Rf1 Qe7 $2 {Bei weitem nicht die beste Wahl.} (35... Qa6 36. Qxe4 Qxa2 37. b3 Qa5 38. f4 $14 {überlässt Weiss nur minimalen Vorteil.}) 36. Qb8 Qc5 37. Ne6 Qd6 38. Qxd6 Bxd6 39. Rd1 Be7 $1 {Nimmt dem gegnerischen Springer viele Felder.} 40. Rd4 Bf6 $2 {Dieser falsche Weg sollte zum Verlust führen.} (40... Rf6 $1 {Der einzige Zug, der die Stellung hält.} 41. Rxe4 Kf7 42. Nxg7 Ra6 43. Nf5 Bc5 44. a3 bxa3 45. bxa3 Rxa3 $11 {aber das alles ist natürlich viel zu tief für den Fidelity Excellence.}) 41. Rxe4 $2 {Viel stärker war 41.Txb4, denn der schwache e4-Bauer wird für Schwarz eine Bürde bleiben.} (41. Rxb4) 41... Bxb2 $2 {Man darf von unseren Oldies die korrekte Verteidigung 41...a5 nicht erwarten.} 42. Rxb4 Bf6 43. Kf1 {Mit seinem Mehrbauer hat nun Weiss exzellente Gewinnchancen.} b6 44. Ke2 Rd7 45. Nd4 Kf7 46. Rc4 g5 47. h3 Kg6 48. Kd3 b5 49. Rc5 b4 50. Rb5 Be7 51. e4 Rc7 52. e5 h5 53. e6 {Wesentlich stärker sind 56.g3 und 56.Ke4.} Bc5 54. g4 hxg4 55. hxg4 Kf6 56. Nc2 $2 {Im letzten Moment versaut sich Weiss seine Gewinnstellung.} (56. Nf3 {gewinnt systematisch} Bxf2 (56... Kxe6 57. Nxg5+ {ist natürlich chancenlos für Schwarz}) 57. Rf5+ Kg7 58. Ke4 Re7 59. Kd5 $18) 56... a6 57. Nxb4 axb5 58. Nd5+ Kxe6 59. Nxc7+ Kd7 $2 {Ein Verlustzug, während 59...Ke5 zum Ausgleich genügt.} 60. Nxb5 Bxf2 {Diesen 7-Steiner Endspiel ist für Weiss gewonnen, wobei nur ein einziger Gewinnzug vorhanden ist.} 61. a4 $2 {Danach kann Weiss nicht mehr gewinnen. Richtig war:} (61. Nd4 $3 Bg3 62. Ke4 Bf4 63. Kf5 Bc1 64. Nf3 Ba3 65. Nxg5 $18) 61... Bb6 $1 62. Nd4 Kd6 63. Ke4 Kc5 64. Ne6+ Kb4 65. Nxg5 Bd8 66. Ne6 Bh4 67. g5 Bxg5 68. Nxg5 Kxa4 {***REMIS MATERIAL***} 1/2-1/2 |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 47. Partie: Schwarz (Excellence) gewinnt | Zwischenstand: 27,5-19,5 (58,5%) für den Fidelity Excellence | Die Slawische Verteidigung steht auf dem Brett. Aber die beiden Eröffnungsbücher lassen ihre Programme nach bereits 2 bzw. 3 Zügen im Stich. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Schwarz auf das scharfe 4.e4 nicht richtig reagieren kann. Als der Fidelity Excellence dann gar noch den mehr als dubiosen Bauernvorstoss 8...f5? aus dem Hut zaubert, wäre die Partie gemäss dem Computer Weltmeister 2022 bereits verloren für Schwarz. Doch macht die CXG Sphinx Legend nichts aus dem starken Zentrum und der besseren Entwicklung, so dass der Gegner gleiches Spiel erhalten kann. Es kommt aber noch schlimmer, indem Weiss Fehler begeht, die das Spiel unmissverständlich zugunsten von Schwarz drehen. Und schliesslich gewinnt der Fidelity Excellence mit seinem Mehrbauern, den aktiveren Figuren und der Bauernmehrheit am Damenflügel. Eine unnötige und bittere Niederlage für das ungarische Programm von Gyula Horvath.
[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"] [Date "2022.??.??"] [Round "47"] [White "CXG Sphinx Legend"] [Black "Fidelity Excellence 6 MHz"] [Result "0-1"] [ECO "D10"] [WhiteElo "1816"] [BlackElo "1838"] [Annotator "KUT"] [PlyCount "97"] [EventDate "2022.??.??"] 1. d4 d5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 47. Partie: Schwarz (Excellence) gewinnt | Zwischenstand: 27,5-19,5 (58,5%) für den Fidelity Excellence | Die Slawische Verteidigung steht auf dem Brett. Aber die beiden Eröffnungsbücher lassen ihre Programme nach bereits 2 bzw. 3 Zügen im Stich. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Schwarz auf das scharfe 4.e4 nicht richtig reagieren kann. Als der Fidelity Excellence dann gar noch den mehr als dubiosen Bauernvorstoss 8...f5? aus dem Hut zaubert, wäre die Partie gemäss dem Computer Weltmeister 2022 bereits verloren für Schwarz. Doch macht die CXG Sphinx Legend nichts aus dem starken Zentrum und der besseren Entwicklung, so dass der Gegner gleiches Spiel erhalten kann. Es kommt aber noch schlimmer, indem Weiss Fehler begeht, die das Spiel unmissverständlich zugunsten von Schwarz drehen. Und schliesslich gewinnt der Fidelity Excellence mit seinem Mehrbauern, den aktiveren Figuren und der Bauernmehrheit am Damenflügel. Eine unnötige und bittere Niederlage für das ungarische Programm von Gyula Horvath.} 2. c4 c6 {***ENDE BUCH***} 3. Nc3 {***ENDE BUCH***} dxc4 {Die Argentinische Variante der Slawischen Verteidigung, die zu scharfen Spiel führen kann. Es ist ein Versuch, die Nachteile von 3.Sc3 anstelle von 3.Sf3 auszunutzen. Die üblichere Wahl ist 3...Sf6 4.Sf3 usw.} 4. e4 {Dieser dynamische Angriffszug stammt aus der Küche von Ex-Weltmeister Alexander Aljechin. Und damit war er im WM-Kampf 1937 gegen Max Euwe in einer spektakulären Partie erfolgreich.} (4. e3 {ist weniger verpflichtend und solider} b5 5. a4 b4 6. Ne4 $14) (4. a4 {um ...b5 zu verhindern; aber danach kann Schwarz ausgleichen mit} e5 $1 5. dxe5 Qxd1+ {usw.}) 4... b5 {Die beste Fortsetzung, obwohl der c4-Bauer nicht gehalten werden kann.} (4... e5 5. Bxc4 exd4 6. Nf3 $6 {Eine verlockende, aber ungenügende Opferkombination, die zu widerlegen am Brett nicht einfach war. Jedenfalls tritt der damalige Weltmeister Max Euwe ins Fettnäpfchen.} b5 $2 {Verlustzug} (6... dxc3 $1 7. Bxf7+ Ke7 8. Qb3 cxb2 $1 9. Bxb2 Qb6 $1 {die Widerlegung} 10. Bxg8 Rxg8 11. Ba3+ c5 12. Qxg8 Qa5+ 13. Nd2 Qxa3 $19) 7. Nxb5 Ba6 8. Qb3 Qe7 9. O-O Bxb5 10. Bxb5 Nf6 11. Bc4 Nbd7 12. Nxd4 Rb8 13. Qc2 Qc5 14. Nf5 Ne5 15. Bf4 Nh5 16. Bxf7+ Kxf7 17. Qxc5 Bxc5 18. Bxe5 Rb5 19. Bd6 Bb6 20. b4 Rd8 21. Rad1 c5 22. bxc5 Bxc5 23. Rd5 {1-0 (23) Alekhine,A-Euwe,M Netherlands 1937}) 5. a4 Qa5 {In dieser schwierigen Eröffnung sind beide Programme zu früh aus dem Buch geflogen, so dass man sich über das seltsame Damenmanöver 5...Da5 nicht wundern muss. Natürlich war 5...b4 richtig.} (5... b4 6. Nb1 Ba6 7. Qc2 Qxd4 8. Nf3 Qd7 9. Bxc4 Bxc4 10. Qxc4 e6 11. Be3 Nf6 12. Nbd2 Be7 13. O-O O-O 14. Rfd1 c5 15. Bxc5 Rc8 16. Nb3 Qc7 17. Qb5 a6 18. Qxb4 Nc6 19. Qe1 Rab8 20. Bxe7 Qxe7 21. Nfd2 Qb4 22. Qe2 Nd4 23. Nxd4 Qxd4 24. b3 h6 25. Ra2 a5 26. h3 Qb4 27. Qe1 Rc3 28. Rb2 Rd8 29. Rdb1 Nd7 30. Qe2 Rb8 31. Rd1 Nc5 32. Rbb1 Rd3 33. e5 Rd5 34. Nc4 Rxd1+ 35. Qxd1 Nxa4 36. Ra1 Nc3 37. Qd6 {0-1 (37) Topalov,V (2730)-Anand,V (2751) Stavanger 2022}) 6. Bd2 {droht Sxb5} Qb6 7. axb5 cxb5 8. Nf3 (8. b3 {Dieses übliche und sofortige Aufrollen der schwarzen Bauernstruktur am Damenflügel ist noch eine Spur genauer.} e6 9. bxc4 $16) 8... f5 $2 {Ein typischer Harikiri-Zug des amerikanischen Programms: In noch unentwickelter Stellung wird ein völlig unmotivierter Bauernzug ausgeführt, der die Stellung und seinen König schwächt.} 9. e5 {Das gehört gemäss Dragon 3.1 by Komodo Chess 64-bit nicht zu den besten vier besten Fortsetzungen, obwohl selbst 9.e5 Weiss noch immer genügend Vorteil verspricht. Nachfolgend die Bewertungen von Dragon 3.1:} (9. exf5 {+5.10 bei ST 34}) (9. Nxb5 {+4.61 bei ST 34}) (9. Be2 {+4.15 bei ST 34}) (9. b3 {+4.01 bei ST 34}) 9... Nc6 10. Be3 {Droht mit dem Abzug d4-d5 zu gewinnen. Allerdings ist 10.d5 noch stärker.} Qb8 11. Be2 ({Mit} 11. e6 $5 {nebst d4-d5 hätte Weiss den Gegner wohl rascher in die Knie zwingen können.}) 11... e6 12. O-O {Der Vorstoss 12.d5 ist wesentlich stärker.} Nge7 {Weiss hat noch immer eine gewonnene Stellung, wenn nun 13.d5 oder 13.Sg5 gefolgt wäre.[#]} 13. Qd2 $2 {Auf einen Schlag verdirbt sich Weiss seine gewonnene Stellung.} a5 14. Bf4 $2 {Ein schlechter Zug, nachdem Schwarz in Vorteil kommt.} Ng6 $2 {Das hingegen bringt Schwarz nichts ein.} (14... Nd5 15. Nxd5 exd5 $17) 15. Bg5 Bb4 16. Qc2 $2 {Danach gerät Weiss gar in eine verlorene Stellung, kann er doch seine schlechtere Stellung mit einem Bauern weniger nicht mehr genügend reparieren.} (16. d5 $1 Ncxe5 17. Nxe5 Nxe5 18. dxe6 Bxe6 19. Bh5+ g6 20. Rfe1 gxh5 21. Bf4 Qd6 22. Qxd6 Bxd6 23. Bxe5 Bxe5 24. Rxe5 $11 {ausgeglichen}) 16... O-O (16... h6 $19 {ist mindestens ebenso stark}) 17. Rfd1 Qb6 {Es geht noch besser: ...Sge7 oder ...h6 und ...Ld7 verdienen den Vorzug.} 18. h3 (18. h3 Nge7 19. d5 Nxd5) 18... Bd7 19. Ra2 $6 {Man beachte, wie "stark??" dieser Turm hier steht.} Be7 20. Qd2 Nb4 21. Raa1 f4 $6 {Viel stärker war der Läufertausch auf g5, denn nun erhält Weiss für seinen Springer das herrliche Zentrumsfeld e4.} (21... Bxg5 22. Qxg5 Nd5 23. Nxd5 exd5) 22. Bxe7 Nxe7 23. Ne4 {Mehr Widerstand war mit 23.Sg5 möglich, was später Sge4 und Lg4 erlaubt.} Ned5 (23... Nf5 $142 $1 24. Qxf4 Bc6 25. Rd2 Rad8 26. Qg4 Bxe4 27. Qxe4 h6 $19) 24. Nc5 Qd8 25. Ra3 Qe7 26. Rda1 a4 27. Rb1 Be8 $1 {Jetzt gelangt dieser Läufer auf die herrliche Diagonale g6-b1.} 28. Raa1 Bg6 29. Rc1 Na6 $1 {Im richtigen Moment wird die einzig gut stehende Figur von Schwarz getauscht.} 30. Nxa6 Rxa6 31. Ra2 a3 32. bxa3 Rxa3 33. Rca1 Rxa2 34. Qxa2 Nc3 {Nun verschwindet auch noch der weisse Le2, der c4 unter Kontrolle hatte.} 35. Qd2 Nxe2+ 36. Qxe2 Bd3 37. Qd2 b4 38. Rc1 b3 {Schwarz kann schon fast nach Belieben gewinnen.} 39. Ne1 Qd7 40. Nxd3 Qxd4 41. Qb4 (41. Rd1 {rettet auch nicht mehr} cxd3 42. Qxd3 Qxd3 43. Rxd3 Rb8 44. Rd1 b2 45. Rb1 Kf7 46. Kf1 Kg6 47. Ke2 Kf5 48. Kd2 Kxe5 $19) 41... Qxd3 42. Rc3 Qb1+ 43. Kh2 b2 44. Qb6 (44. Qxc4 Qg6 $19) 44... Qa1 45. Qxe6+ Kh8 46. Qe7 Ra8 47. Ra3 Qxa3 48. Qb7 Qa2 49. Qe4 {***AUFGEGEBEN***} 0-1 |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 48. Partie: Weiss (Excellence) gewinnt | Zwischenstand: 28,5-19,5 (59,3%) für den Fidelity Excellence | In dieser Partie wird die Sizilianische Verteidigung, Sozin-Angriff, gespielt. Zwei Dinge prägen den hoch komplizierten und dramatischen Verlauf des Kampfes. Zum einen die Tatsache, dass beide Programme mit ihrer beschränkten Rechenkraft völlig überfordert sind, so dass die meisten Fehler durchaus erklärbar sind. Und zum anderen, dass der Sieg des Fideltiy Excellence völlig verdient war, weil der Gegner eine Reihe von Rettungsmöglichkeiten nicht genutzt hat.
[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"] [Date "2022.??.??"] [Round "48"] [White "Fidelity Excellence 6 MHz"] [Black "CXG Sphinx Legend"] [Result "1-0"] [ECO "B88"] [WhiteElo "1838"] [BlackElo "1816"] [Annotator "KUT"] [PlyCount "132"] [EventDate "2022.??.??"] 1. e4 c5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 48. Partie: Weiss (Excellence) gewinnt | Zwischenstand: 28,5-19,5 (59,3%) für den Fidelity Excellence | In dieser Partie wird die Sizilianische Verteidigung, Sozin-Angriff, gespielt. Zwei Dinge prägen den hoch komplizierten und dramatischen Verlauf des Kampfes. Zum einen die Tatsache, dass beide Programme mit ihrer beschränkten Rechenkraft völlig überfordert sind, so dass die meisten Fehler durchaus erklärbar sind. Und zum anderen, dass der Sieg des Fideltiy Excellence völlig verdient war, weil der Gegner eine Reihe von Rettungsmöglichkeiten nicht genutzt hat.} 2. Nf3 e6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 d6 6. Bc4 Nc6 7. Bb3 Be7 8. Be3 O-O 9. O-O {***ENDE BUCH***} Bd7 {***ENDE BUCH***} 10. Ndb5 Be8 {Die Verteidigung 10...Db8 gefolgt von ...a6 war die ökonomischere Lösung.} 11. f4 a6 12. Nd4 Qc7 {Jetzt sieht man den Unterschied, indem Schwarz einen auf e8 unglücklich stehenden Läufer hat und ein Tempo verlieren muss, um diese Figur wieder ins Spiel zu bringen.} 13. f5 $1 {Ein guter und systemgerechter Vorstoss.} e5 $2 {Eine ernste Ungenauigkeit, die zugunsten von Weiss ausfällt und den Schwarzen an einer koordinierten Aufstellung seiner Figuren hindert.} (13... Nxd4 $1 14. Bxd4 (14. Qxd4 Bd7 $11) 14... e5 15. Bf2 Bc6 16. Qd3 b5 $11) 14. Nf3 $6 {Auf e2 stünde der Springer wirkungsvoller. Weshalb? Es ist davon auszugehen, dass Weiss einmal Sc3-d5 spielen wird zwecks Kontrolle des wichtigen Zentralfeldes d5. Unabhängig davon, ob der Springer dort getauscht wird oder nicht, kann Weiss später mit Se2-c3 die Wichtigkeit des Vorpostens d5 verstärken. Aber auch Manöver wie Se2-g3-h5 sind denkbar, sollte sich Weiss dem Angriff am Königsflügel zuwenden.} Bd7 $2 {Kein Vorwurf an Schwarz, denn wie soll die CXG Sphinx Legend erkennen, dass der Läuferzug viel zu langsam ist und Weiss nun erlauben würde, einen schwer zu parierenden Bauernsturm am Königsflügel einzuleiten. Indessen lässt auch die Alternative 14...Sa5 den Weissen im Vorteil.} (14... Na5 15. Nd5 Nxd5 16. Bxd5 Nc4 17. Bg5 Nb6 (17... Nxb2 $2 18. Qe1 h6 19. Bxe7 Qxe7 20. Nh4 $18) 18. f6 Bxf6 19. Bxf6 Nxd5 20. Qxd5 gxf6 21. Qd2 Kg7 22. Nh4 Bd7 23. Rf3 $16 {und Schwarz steht gewaltig unter Druck.}) 15. Qe2 {Verständlicherweise findet Weiss den Plan mit Bauernsturm gegen den schwarzen König nicht.} (15. Nd2 $1 Qd8 16. g4 Ne8 17. Nd5 Nd4 18. c3 Nxb3 19. Bb6 Nxa1 20. Bxd8 Bxd8 21. Qxa1 $18) 15... Rac8 {Besser war es, mit 15...Sa5 den weissen starken Lb3 loszuwerden.} 16. Na4 {Sieht gut aus, aber bringt nichts ein. Die Stellung ist jedoch so fein, dass unsere Oldies die Finessen unmöglich erkennen können. Weiss hatte zwei sehr gute Fortsetzungen:} (16. Rac1 $1 {mit der Idee, Sd5 folgen zu lassen, und dann ...Sxd5 mit Lxd5 beantworten zu können, ohne Schwarz die Möglichkeit für ...Dxc2 einzuräumen.}) (16. g4 $5 {Bauernsturm selbst unter Bauernopfer, durch einen Oldie nie und nimmer zu finden} Nxg4 17. Nd5 Qd8 (17... Qb8 $2 18. Bg5 $1 $18) 18. Bb6 Qe8 19. Ng5 h5 (19... Bxg5 $2 20. Qxg4 $18) 20. Nf3 Bd8 21. h3 Nf6 22. Nxf6+ Bxf6 23. h4 $16 {und Weiss steht trotz Minusbauer deutlich besser.}) 16... Rce8 17. Bb6 Qb8 18. c3 $6 {Nimmt dem Sa4 das wichtige Feld c3.} (18. Nc3 $1 {ist besser} Bd8 19. Bxd8 Qxd8 20. Rad1 $16 {und am weissen Positionsvorteil ist nicht zu zweifeln.}) 18... Rc8 $6 {Auch nicht das Gelbe vom Ei.} ({Mit} 18... Bd8 $1 {ist Schwarz aller Sorgen enthoben mit gar Aussicht auf Vorteil.} 19. Kh1 Na5 20. c4 Bxa4 21. Bxa5 Bc6 22. Bxd8 Rxd8 23. Nd2 b5 $17) 19. Nd2 {Die übermächtigen Engines packen auch hier den starken Bauernangriff 19.g4 aus.} h6 20. Be3 Rcd8 $2 {Stattdessen sollte der Läufer nach d8. Der Textzug führt zu einer positionellen Gewinnstellung für Weiss.} 21. Nb6 Qc7 22. a4 Rfe8 23. Nxd7 $2 {Ein Minustausch, weil Weiss seinen Riesenspringer gegen den wenig wirksamen Läufer tauscht. Dass Weiss aber selbst nach diesem zweifelhaften Zug noch immer klar besser steht, bestätigt die Stärke der weissen Position.} (23. Nd5 $1 {war richtig, wonach die Engines folgende Bewertungen zugunsten von Weiss ausgeben: +-(8.01) Stockfish 070922 / +-(6.91) Dragon 3.1 by Komodo Chess 64-bit / +-(5.54) Fire 8.NN x64 avx2 / +-(3.09) Lc0 v0.28.2 / +-(4.04) Deep Shredder 13 x64}) 23... Rxd7 24. Qf3 {Besser ist z.B. 24.Ld5 mit Druck.} Na5 25. Ba2 {Minimiert seinen Vorteil, der mit 25.Ld5 festzuhalten war.} (25. Bd5 $1 Nxd5 26. exd5 Nc4 27. Ne4 Nxe3 28. Qxe3 $16) 25... Nc6 $2 {Die Stellung ist schlicht zu anforderungsreich für unsere Oldies, so dass sie nicht bemerken, dass mit dem unerwarteten 25...d5 langfristig praktisch der Ausgleich zu haben war. Ebenso wenig vermag die CXG Sphinx Legend zu erkennen, dass es sich bei 25...Sc6? um einen Zug handelt, der verlieren sollte.} 26. b4 {Weiss ist nun wieder im Vorteil. Die tiefen Gewinnvarianten mit 26.Dg3 oder 26.Kh1 liegen indessen weit ausserhalb des Rechenhorizonts beider Programme.} Rc8 $6 {Wiederum war die beste Verteidigung mit 26...d5 von unseren Oldies nicht zu erkennen.} 27. Bc4 $6 {Das soeben Gesagte trifft auch auf den Gewinzug 27.Dg3 zu.} Rdd8 $2 {Mit der besten Verteidigung 27...Lf8 kann sich Schwarz halten.} 28. Qg3 $1 $18 {Weiss spielt diesen Gewinnzug, ohne die korrekte Folge zu sehen.} Kf8 29. Bd5 $2 (29. a5 $1 {und Stockfish 070922 meint +-(4.39) für Weiss.}) 29... Nxd5 $2 {Das sollte wieder verlieren.} (29... Nb8 $1 30. Rac1 Nbd7 $16 {und der Kampf bleibt offen.}) 30. exd5 Nb8 31. c4 $6 {Sowohl 31.f6 als auch 31.Lxh6 gewinnen ohne Wenn und Aber, wenngleich zu tief für unsere Oldies.} Nd7 32. a5 Re8 33. Rab1 {Gewonnen hätte 33.Kh1.} ({Stockfish 070922:} 33. Kh1 Bd8 34. c5 dxc5 35. bxc5 Nf6 36. d6 Qc6 37. Nc4 Qb5 38. Rfc1 Qc6 39. Rab1 Nd7 40. h3 e4 41. Nb6 Bxb6 42. cxb6 Qd5 43. Rc7 Nf6 44. Qe1 Qxd6 45. Qc1 Qd8 46. Qc4 Rxc7 47. bxc7 Qc8 48. Qb4+ Kg8 49. Qxb7 Qxb7 50. Rxb7 Nd5 {4.04/39}) 33... Qd8 $2 {Verliert bzw. sollte sang- und klanglos verlieren, während sich der Schaden nach 33...e4 in Grenzen hält.} 34. Rbc1 $2 {Mit 34.f6 war der Gewinn zu erzwingen.} (34. f6 $1 $18 {gewinnt}) 34... Nf6 (34... Bh4 {ist besser}) 35. Rcd1 Qd7 {Will lästig auf a4 eindringen.} 36. Ra1 Bd8 37. Rac1 $2 {Weiss hat schon wieder vergessen, weshalb er im vorigen Zug seinen Turm nach a1 gestellt hat.} Qa4 $14 {Nun steht Weiss nur noch leicht besser.} 38. Rb1 Be7 39. b5 $2 {Dreht die Partie vollkommen um, d.h. nun gewinnt Schwarz.} (39. Rfc1 $14) 39... axb5 40. Rxb5 Rxc4 $1 {Der schwarze Gegenschlag, da nun ja der weisse Tb5 hängt.} 41. Rxb7 (41. Nxc4 {rettet nicht mehr} Qxb5 42. Nb6 Qxa5 $19 {mit zwei schwarzen Mehrbauern, wobei auch noch der d5-Bauer von Weiss in die Binsen geht.}) 41... Rc2 {Einer der beiden Bauern, a5 oder d5, muss nun sein Leben lassen.} 42. Nb3 Nxd5 43. Bd2 Qc6 {Es geht noch zusätzlich Material verloren, denn der weisse Turm hat keine gesicherten Felder mehr.} 44. Ra7 Rxd2 {Ausreichend für den Gewinn, wenn auch 44...Lf6 deutlich klarer war.} ({Solista Attack v2-avx2:} 44... Bf6 45. Qd3 e4 46. Qa6 Qxa6 47. Rxa6 Be5 48. Rb1 e3 49. Be1 Nc3 50. Rc6 Ne2+ 51. Kf1 Rxc6 52. Kxe2 Rc2+ 53. Kxe3 Rxg2 54. Kf3 Ra2 55. Nc1 Ra4 56. Bd2 Bxh2 57. Rb2 h5 58. Ra2 Rxa2 59. Nxa2 Ra8 60. Be1 Ke8 61. Nc1 d5 62. Kg2 Bf4 63. Nb3 Bd6 64. Kh3 g5 65. fxg6 fxg6 66. Bf2 Be7 67. Bg1 Kd7 68. Bf2 g5 69. Bg1 Bd6 70. Bb6 Ke7 71. Nd4 Kf6 {-8.71/38}) 45. f6 Bxf6 46. Nxd2 {Materiell steht es ausgeglichen, aber der schwarze Vorteil durch seine verbundenen Freibauern im Zentrum sowie die völlige Abseitsstellung des weissen Turms auf a7 ist entscheidend.} Qc5+ $2 {Macht aus einer klaren Gewinnstellung nur noch eine bessere Stellung und gefährdet dadurch in hohem Masse den Sieg.} (46... e4 47. Nb3 e3 48. Qf3 Qc4 49. Nc1 Qc5 50. Ne2 Qxa7 51. Qxd5 Qa6 $19 {und gewinnt}) 47. Qf2 Ne3 48. Rb7 Nxf1 $2 {So geht der ganze schwarze Vorteil den Bach runter. Auf Sieg zu spielen, war nur noch mit 48...Dd5 möglich.} 49. Qxc5 dxc5 50. Kxf1 e4 51. Ke2 Bc3 $2 {Das bisherige Drama nimmt eine ungeahnte Kehrtwende, indem nun plötzlich Weiss eine gewonnene Stellung erhält.} (51... Ra8 52. Rb5 Bc3 53. Rxc5 Bxa5 54. Nxe4 $11 {und die schwarzen Siegeschancen sind ausgeträumt}) 52. Nc4 $2 {Das erlaubt dem Gegner noch eine Rettung.} (52. a6 c4 53. a7 Bd4 54. Nxc4 {droht tödlich Sd6} Bxa7 {erzwungen} 55. Rxa7 $18 {und Weiss gewinnt, obwohl der Kampf zwischen den beiden Programmen noch nicht als 1-0 abgebrochen werden dürfte.}) 52... Re6 $1 {Der tödliche Freibauer wird aufgehalten.} 53. Rb6 Re8 54. Rb7 Be5 $2 {Nachdem die CXG Sphinx Legend in der gleichen Stellung richtig mit ...Te6 reagiert hat, weicht das Programm ab und rutscht damit wieder in den Verlust.} 55. a6 {Das gewinnt, kein Zweifel, aber es ging doch viel einfacher mit} (55. Nxe5 {denn dieser Springer darf nicht geschlagen werden} Rxe5 56. a6 Re6 57. a7 Ra6 58. Rb8+ Ke7 59. a8=Q Rxa8 60. Rxa8 $18) 55... Bxh2 56. a7 {Die Drohung Sb6 nebst a7-a8D kann nicht pariert werden.} h5 57. Nb6 f5 {In verlorener Stellung noch ein Fehler, der es Weiss gar erlaubt, die umgewandelte Dame zu behalten.} (57... Kg8 58. a8=Q Rxa8 59. Nxa8) 58. Nd7+ Kg8 59. Nb8 {Das ist der Clou.} c4 60. a8=Q Kh7 61. Qa7 Rg8 62. Nc6 Bd6 63. Qd4 Ba3 64. Qxc4 {Mit 64.Df6 war ein Matt in 6 möglich.} h4 65. Qf7 Kh6 66. Qxg8 Bb2 {***AUFGEGEBEN***} 1-0 |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Hallo Kurt,
der Titel für diese Partie könnte durchaus lauten "Die totale Überforderung" ;) Gruß Egbert |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
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Treffend formuliert. :) Gruss Kurt |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 49. Partie: Weiss (CXG) gewinnt | Zwischenstand: 28,5-20,5 (58,1%) für den Fidelity Excellence | Die Abtausch-Variante der Slawischen Verteidigung führt auch hier zu einem ausgeglichenen Kampf. Nach einer weissen Ungenauigkeit hätte Schwarz frühzeitig die Initiative übernehmen können. Diese Chance wird aber verpasst. Ein durch unsere Oldies nicht berechenbarer taktischer Fehler, 17...Txc5?, hat nach 16 Halbzügen den Verlust einer Figur und schliesslich der Partie zur Folge. Dass die CXG Sphinx Legend bis zum Ende des langen Gewinnwegs schreitet, kann einzig und allein damit begründet werden, dass das Programm zufälligerweise 8 x einen guten Zug gefunden hat.
[Event "120'/40+60'/20+30'"]
[Site "Zürich"] [Date "2022.??.??"] [Round "49"] [White "CXG Sphinx Legend"] [Black "Fidelity Excellence 6 MHz"] [Result "1-0"] [ECO "D14"] [WhiteElo "1816"] [BlackElo "1838"] [Annotator "KUT"] [PlyCount "126"] [EventDate "2022.??.??"] 1. d4 d5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 49. Partie: Weiss (CXG) gewinnt | Zwischenstand: 28,5-20,5 (58,1%) für den Fidelity Excellence | Die Abtausch-Variante der Slawischen Verteidigung führt auch hier zu einem ausgeglichenen Kampf. Nach einer weissen Ungenauigkeit hätte Schwarz frühzeitig die Initiative übernehmen können. Diese Chance wird aber verpasst. Ein durch unsere Oldies nicht berechenbarer taktischer Fehler, 17...Txc5?, hat nach 16 Halbzügen den Verlust einer Figur und schliesslich der Partie zur Folge. Dass die CXG Sphinx Legend bis zum Ende des langen Gewinnwegs schreitet, kann einzig und allein damit begründet werden, dass das Programm zufälligerweise 8 x einen guten Zug gefunden hat.} 2. c4 c6 3. cxd5 cxd5 4. Nc3 Nf6 5. Nf3 Nc6 6. Bf4 Bf5 7. e3 e6 8. Bb5 Nd7 9. Qa4 {***ENDE BUCH***} Qb6 {***ENDE BUCH***} 10. O-O Be7 11. Rac1 Rc8 {Das Spiel ist ausgeglichen.} 12. b3 $2 $17 {Hat Weiss allenfalls Angst um seinen b2-Bauern, dass er auf diese schlechte Idee kommt? Wenn man nun die eingeschränkte Beweglichkeit der weissen Dame anschaut, ist klar, weshalb der Textzug aus grundsätzlichen Erwägungen einfach schlecht ist. Auf jeden Fall steht Schwarz nun bereits besser.} O-O 13. Rfd1 Nf6 {Schwarz verpasst die Gelegenheit, seine Stellung massgeblich zu verstärken, was mit 13...a6 möglich war und dem Gegner keine Wahl lässt.} ({Nach} 13... a6 $1 14. Bxc6 Rxc6 {droht Schwarz, durch die Verdopplung der Türme auf der c-Linie eine übermächtige Stellung zu erhalten. Weiss hat es indessen sehr schwer, vernünftige Fortsetzungen zu finden, die das Anwachsen des schwarzen Vorteils verhindern. Als Beispiel eine Bestvariante von Top Engines auf ST 47.} 15. e4 dxe4 16. d5 Rxc3 17. Rxc3 exd5 (17... exf3 $2 18. Qxd7 $18) 18. Ne5 Nf6 19. h3 h6 20. Qd4 Qxd4 21. Rxd4 Re8 $17 {und die Engines schwanken in der Bewertung von "Schwarz steht deutlich besser" bis "Schwarz gewinnt".}) 14. Bxc6 bxc6 $2 {Von den drei Schlagmöglichkeiten die schwächste Wahl. Am besten hätte der Turm genommen.} 15. Ne5 $14 {Damit geht der Vorteil an Weiss über.} Rfd8 {Nicht die beste Verteidigung, die in 15...a6 bestand, was ...c5 vorbereitet, ohne dem Gegner das Feld b5 zu überlassen.} 16. Ne2 $1 {Durch den dreifachen Angriff auf c6 ist für einen Oldie die Antwort erzwungen.} c5 17. dxc5 {[#]} Rxc5 $2 {Ein entscheidender Fehler, weil Schwarz offenbar die Stärke des folgendes Springerzuges nicht erkennt, bzw. gar nicht erkennen kann. Denn dazu wäre die Berechnung von 16 Halbzügen notwendig, alo mehr als doppelt soviel, wie der Fidelity Excellence auf Turnierstufe im Mittelspiel zu leisten imstande ist.} ({Nach} 17... Bxc5 {was Sc6 verhindert} 18. Nd4 {steht Weiss zwar auch besser, aber Schwarz kann noch weiter kämpfen.}) 18. Nc6 {Danach gibt es keine Rettung mehr. Der Doppelangriff auf Turm+Läufer ist deshalb so tödlich, weil es nichts bringt, wenn Schwarz seinen Turm einfach wegzieht, weil dann die Schwäche der schwarzen Grundreihe zum Tragen kommt.} Rd7 (18... Qxc6 {ist noch die beste Wahl} 19. Qxc6 Rxc6 20. Rxc6 {aber mit dem Qualitätsgewinn bei besserer Stellung bleibt Schwarz chancenlos.}) (18... Rxc1 {verliert ebenso} 19. Nxe7+ Kf8 20. Rxc1 Kxe7 21. Bc7 Qb7 22. Qa3+ $1 Ke8 23. Bxd8 Kxd8 24. Qd6+ Nd7 25. Nd4 $18 {und wegen der nicht abwendbaren Drohung Sc6+ verliert Schwarz die Dame.}) (18... Bf8 {genügt auch nicht mehr} 19. Rxc5 Bxc5 20. Nxd8 Qxd8 21. Nd4 $18 {usw.}) 19. Nxe7+ Rxe7 20. Rxc5 Qxc5 21. Rc1 $1 {Die Pointe von 18.Sc6, denn die schwarze Dame darf wegen Grundlinienmatt die c-Linie nicht verlassen.} Bc2 22. Nd4 Qc3 {Nach 11 Halbzügen seit 17...Txc5? herrscht noch immer materieller Gleichstand.} 23. Qc6 $1 {Eine starke Riposte, die auf einfachste Art eine Leichtfigur erobert. Weicht die Dame nach b2 oder d2 aus, so folgt Dc6xc2.} ({Natürlich nicht} 23. Rxc2 $4 Qe1#) (23. Nxc2 {genügt auch zum Sieg, ist aber trickreicher} e5 24. Qa3 Rc7 25. Qd6 Nd7 26. Bg3 Qd2 27. Rf1 Qxc2 28. Bxe5 Rb7 29. Qxd5 $18) 23... Qxc6 24. Nxc6 {Nun hängen der Te7 und der Lc2.} Rb7 25. Rxc2 $18 {Endlich, nach 16 Halbzügen seit 17...Txc5? hat Weiss eine ganze Figur mehr bei besserer Stellung. Das sollte selbst der CXG Sphinx Legend für den Sieg genügen, zumal Schwarz keinerlei Gegenspiel hat.} Kf8 26. Bb8 a6 27. Bd6+ Ke8 28. Nb8 {Droht auf c8 ein Matt mit dem Turm.} Kd8 29. Nxa6 Ne8 30. Bf8 f5 31. Nb4 Nf6 32. Nd3 Rf7 33. Bb4 Ra7 34. Nc5 e5 35. Bc3 Re7 36. Nd3 e4 37. Bxf6 gxf6 38. Nf4 Re5 39. Rd2 Kd7 40. Nxd5 {Schwarz hat Haus und Hof verloren. Der Rest versteht sich von selbst.} Ke6 41. Nf4+ Ke7 42. b4 Kf8 43. Rd7 Rb5 44. Nd5 Rb8 45. Rxh7 Rb5 46. Rd7 Rb8 47. Rd6 Kg7 48. h3 Ra8 49. Rxf6 Rxa2 50. Rxf5 {Dass sich Schachfreund Rolf Bühler selbst in dieser total für Weiss gewonnenen Stellung noch weitere 13 Züge "plagt", ist etwas erstaunlich, aber hat damit zu tun, dass im Kampf der beiden Oldies schon manche Wunder geschehen sind. Aber solche Wunder, wie es hier bräuchte, hat es selbst in diesem Wettkampf noch nicht gegeben.} Rb2 51. Re5 Rd2 52. b5 Rd3 53. b6 Kf7 54. g3 Rd1+ 55. Kg2 Rb1 56. Rxe4 Rb5 57. Rf4+ Kg8 58. e4 Kh7 59. h4 Kg8 60. h5 Kg7 61. g4 Kh7 62. g5 Kg8 63. h6 Rxd5 {***AUFGEGEBEN***} 1-0 |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Hallo Kurt,
für 17. ...Txc5 kann man in der Tat dem Fidelity Excellence 6 MHz keinen Vorwurf machen. Die dadurch entstehenden "Überlastungen" der Figuren im schwarzen Lager waren zu diesem Zeitpunkt für das Programm der Spracklens schlichtweg nicht überschaubar. Die CXG Sphinx Legend hat es dann jedoch auch gekonnt ausgenutzt. Gruß Egbert |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
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Doch, damit ist mein Tipp kaputt! :D Grüße Roberto |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
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AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
1 Anhang/Anhänge
Liebe Schachfreunde
Das Match ist zu Ende. Zuerst hier noch die letzte Partie, dann eine Zusammenfassung des Wettkampfes und als Beilage alle 50 kommentierten Partien im PGN-Format zum Download. Freundliche Grüsse Kurt
[Event "Match Nr. 71"]
[Site "Zurich"] [Date "2022.??.??"] [Round "50"] [White "Fidelity Excellence 6 MHz"] [Black "CXG Sphinx Legend"] [Result "1-0"] [ECO "B43"] [WhiteElo "1838"] [BlackElo "1816"] [Annotator "KUT"] [PlyCount "110"] [EventDate "2022.??.??"] 1. e4 c5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 50. Partie: Weiss (Excellence) gewinnt | Endstand: 29,5-20,5 (59%) für den Fidelity Excellence | Auch in der letzten Partie ihres Matches ergibt sich ein abwechslungsreicher Kampf. Nach Ende der Eröffnungsbibliotheken demonstrieren beide Programme, dass sie von der Kan-Variante im Sizilianisch wenig bis gar keine Ahnung haben. Zweit- und drittklassige Züge (6.Sf3?! | 6...Lb4?! | 7...Lxc3? | 8.bxc3?! | 11.Tg1? wechseln sich in bunter Reihenfolge ab. Und 16.c4? vermag die weisse Stellung im Mittelspiel schon nicht mehr vertragen, denn von jetzt an denkt man nur noch daran, wie lange es geht, bis Schwarz den Punkt holt. Aber einmal mehr verliert die CXG Sphinx Legend nach und nach seinen Vorteil, gerät im Endspiel ins Hintertreffen und begeht schliesslich den entscheidenden Fehler doch noch, wonach der glückliche Fidelity Excellence zu einem unverhofften Sieg kommt.} 2. Nf3 e6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 a6 5. Nc3 {***ENDE BUCH***} Qc7 {***ENDE BUCH***} 6. Nf3 $6 {Über solche Züge darf man sich schon wundern: Rückentwicklung, Tempoverlust. Die üblichsten Fortsetzungen sind 6.Ld3 und 6.Le2 oder 6.g3.} Bb4 $6 {Schwarz zahlt mit gleicher Münze heim, d.h. mit einem zweitklassigen Zug. Besser sind 6...d6 oder 6...Sf6.} 7. Qd4 {Durch den Doppelangriff auf g7 und den Lb4 wird Schwarz nun gezwungen, entweder mit dem Läufer nach f8 zurückzukehren, ein Tempoverlust sondergleichen, oder auf c3 den Springer zu schlagen und so dem Gegner das Läuferpaar und ebenfalls Entwicklungsvorsprung einzuräumen, bzw. eine Alternative (welche) zu wählen.} Bxc3+ $2 {Schwarz trifft den ungünstigsten Entscheid.} (7... Be7 $1 {ist am besten, denn Weiss darf auf g7 nicht schlagen} 8. Qxg7 $2 (8. Bd2 $142 $14) 8... Bf6 {und nun würde ein Wegzug der Dame wegen ...Lxc3+ verlieren, so dass} 9. Bh6 Bxg7 10. Bxg7 {erzwungen wäre, aber Schwarz hätte nach} Nc6 11. Bxh8 f6 {wohl entscheidenden Vorteil.}) 8. bxc3 $6 {Für Stockfish 081022 und andere Engines, wie auch für starke Schachspieler, ist klar, dass 8.Dxc3 bei weitem dem Vorzug verdient. Nach dem Damentausch hätte Weiss dann das riesenstarke Läuferpaar und wäre klar im Vorteil.} ({Stockfish 081022:} 8. Qxc3 Qxc3+ 9. bxc3 d5 10. Bb2 Nf6 11. exd5 exd5 12. c4 dxc4 13. Bxc4 O-O 14. O-O-O Nc6 15. Bb3 Bf5 16. Bxf6 gxf6 17. Rd6 Kg7 18. Nh4 Bg6 19. f4 Rad8 20. Rxd8 Rxd8 21. f5 Bh5 22. g4 Bxg4 23. Rg1 h5 24. h3 Nd4 25. Bc4 Kh6 26. hxg4 Kg5 27. gxh5+ Kxh4 28. Rh1+ Kg5 29. h6 Rh8 30. h7 Nxf5 31. Bxf7 Ng3 32. Rh3 Ne4 33. Rh5+ Kf4 34. Rh4+ Ke5 35. Rh6 Ng5 36. Bg8 f5 37. Kd1 f4 38. Ke2 b5 39. Rh4 {1.47/48}) 8... Nf6 {Nun befindet sich die Stellung wieder im Gleichgewicht.} 9. e5 Nc6 {Gewinnt ein Tempo mit Entwicklung. Es stellt sich die Frage, wohin mit der angegriffenen Dame.} 10. Qc4 {Genauer waren Df4 oder Dd6, weil Schwarz nun mit 10...b5 wieder ein Tempo für die Entwicklung seines Läufers nach b7 gewinnen könnte.} Nd5 {Auch das ist eine gute Fortsetzung.} (10... b5 11. Qc5 Nd5 $15) 11. Rg1 $2 {Ein seltsam anmutendes Turmmanöver.} d6 {Kein Fehler, aber Probleme stellt eigentlich nur 11...0-0. Gut spielbare Alternativen sind auch 11...f6 oder 11...b5. Mit dem Textzug wird Weiss etwas vom Druck befreit.} (11... O-O 12. Bd3 b5 13. Qh4 g6 14. Qg3 Bb7 $17 {Schwarz steht klar besser}) 12. exd6 Qxd6 13. a4 {Gegen ...b5 gerichtet und auch die Möglichkeit bietend, den einen Läufer mit Lc1-a3 schön zu aktivieren.} Qc7 14. Bd3 O-O 15. Qh4 {Droht auf h7 Matt mit der Dame. Optisch sieht es gefährlich aus für Schwarz, denn ...g6 schwächt die dunklen Felder um die schwarze Königsstellung. Und lädt nicht ...h6 zum Opfer Lxh6 ein? Die übermächtigen Engines sehen indessen keine Gefahren und bevorzugen die Verteidigung h6.} h6 {[#]} 16. c4 $2 {Das Läuferopfer auf h6 funktioniert nicht. Der Textzug 16.c4 erlaubt Schwarz, seinen Vorteil zu einer Gewinnstellung auszubauen. Am besten sieht noch 16.Dg3 mit Angriff auf die schwarze Dame und der Drohung Lxh6 aus, so dass nach 16...Dxg3, 17.hxg3 Sxc3 nur der unwichtige c3-Bauer verlorengeht.} (16. Bxh6 $2 gxh6 17. Qxh6 f6 $1 $19 {und aus der Traum von Angriff, sind doch die Felder e5 und g5 den weissen Figuren genommen und steht die schwarze Dame auf der 7. Reihe ideal zur Verteidigung.}) (16. Qg3 Qxg3 17. hxg3 Nxc3 18. Bb2 Nd5 $17 {und Schwarz steht zwar besser, aber die weisse Kompensation in Form des Läuferpaars darf nicht unterschätzt werden.}) 16... Ndb4 17. Be3 Rd8 {Stärkere Alternativen sind:} ({a)} 17... e5 18. g4 Nxd3+ 19. cxd3 Nb4 20. Rd1 f6 21. Bxh6 e4 $1 22. Nd2 (22. dxe4 Qxc4 $19) 22... Nxd3+ 23. Kf1 gxh6 24. Qxh6 Qg7 $19) ({b)} 17... Nxd3+ 18. cxd3 e5 $19 {und weiter wie Variante a)}) 18. Ke2 b6 $2 {Auch hier gewinnt 18...e5 langsam aber sicher, während nach dem fragwürdigen Bauernzug die Sache schon nicht mehr klar ist.} 19. Qg3 $2 {Das gibt bzw. könnte dem Gegner wieder Auftrieb geben. Richtig war 19.Le4 und Weiss hat keine echten Sorgen mehr. Eine mögliche, aber viel zu tiefe Variante.} (19. Be4 e5 20. Rab1 Rb8 21. Rgd1 Rxd1 22. Rxd1 f5 23. Bxc6 Nxc6 24. Bxh6 gxh6 25. Qxh6 Nd4+ 26. Nxd4 exd4 27. Rxd4 Qe5+ 28. Kd3 Be6 29. f4 Qe1 30. Qg6+ Kf8 31. Qf6+ Bf7 32. Qh8+ Bg8 33. Qf6+ $11) 19... Qxg3 $2 {Falsch, denn mit 19...e5 wäre Schwarz wieder auf den Siegespfad gelangt.} 20. hxg3 Rb8 {Es steht wieder ausgeglichen.} 21. Be4 f5 $2 {Ein taktischer Lapsus, der einen Bauern verliert.} 22. Bxc6 Nxc6 23. Rgb1 {Nun ist der b6-Bauer nicht zu halten.} e5 24. Bxb6 Re8 25. Bc7 Rxb1 26. Rxb1 e4 {Die weissen Gewinnchancen sind in diesem Endspiel minim. Schwarz hat eine Bauernmehrheit am rechten Flügel, Weiss eine solche am Damenflügel, und der Mehrbauer ist ein Doppelbauer, während schliesslich auch die ungleichfarbigen Läufer nivellierend wirken.} 27. Nd2 Nd4+ ({Besser zu gefallen vermag} 27... Re7 28. Bb6 g5 29. Ke3 $14) 28. Kd1 Bd7 29. a5 Ba4 30. Rb2 ({Stärker ist} 30. Nb3 Ne6 31. Be5 $16) {[#]} 30... Rc8 $2 {So geht die Partie für Schwarz gar noch verloren. Zu versuchen war 30...g5.} 31. Be5 {Selbst der listenreiche Stockfish 081022 sieht keine Verteidigung mehr für Schwarz und bewertet den weissen Vorteil mit über 5 Bauerneinheiten. Auch der CXG Sphinx Legend ist es nicht mehr wohl und spielt den besten Zug aus, nachdem der Gewinn aber nur noch zur Formsache von Weiss wird.} Nxc2 ({Stockfish 081022: 1)} 31... Nxc2 32. Rxc2 Re8 33. Bf4 g5 34. Be3 Kf7 35. Kc1 Bxc2 36. Kxc2 Kf6 37. Kc3 Ke5 38. Bd4+ Kd6 39. Bb6 Ke5 40. Nb3 Rc8 41. Bd4+ Kd6 42. Be3 Ke5 43. Nc5 f4 44. Bd4+ Kf5 45. g4+ Kxg4 46. Nxe4 Rb8 47. c5 Kf5 48. Kd3 Ke6 49. Kc4 g4 50. Nf6 Rb5 51. Nd5 Rxa5 52. Nxf4+ Kd7 53. Kd5 Ra2 54. c6+ Kc8 55. Kc5 Rc2+ 56. Kb6 a5 57. Kb5 {5.21/40}) ({Stockfish 081022: 2)} 31... Ne6 32. Rb6 Nc5 33. Bd6 Nd3 34. Ke2 Bxc2 35. Ke3 g5 36. Rxa6 Re8 37. c5 Kf7 38. Rb6 Nxf2 39. Kxf2 e3+ 40. Ke1 exd2+ 41. Kxd2 Be4 42. c6 Ke6 43. c7 Kd7 44. Rb8 Rc8 45. Ke3 Bxg2 46. a6 Ba8 47. Kd4 Bc6 48. Ke5 f4 49. gxf4 gxf4 50. Kxf4 h5 51. a7 h4 52. Ke3 h3 53. Be5 Bg2 54. Bh2 Bd5 55. Bf4 Ba8 56. Kd4 Bg2 57. Bh2 Ba8 {5.94/39}) 32. Rxc2 Bxc2+ 33. Kxc2 Rc5 34. Bc3 h5 35. Bb4 Re5 36. Nf1 Kf7 37. Ne3 g6 38. c5 {Die zwei weissen Leichtfiguren arbeiten nun viel besser zusammen als der lahme schwarze Turm, welcher im vorliegenden Fall keine Perspektiven hat.} Re7 39. Kb3 $1 {Der König greift ins Kampfgeschehen ein und demonstriert die gewaltige Kraft eines aktiven Königs im Endspiel.} Ke6 40. Kc4 Rd7 41. c6 Rc7 42. Kc5 Rc8 43. Nd5 Rd8 44. Nc7+ Kf7 45. Nxa6 Rc8 46. c7 Re8 47. Kc6 g5 48. Kd7 {Der weisse König hat sich beispielhaft in Szene gesetzt und hat eine gewaltige Macht erlangt.} Rg8 49. c8=Q Rxc8 50. Kxc8 h4 51. gxh4 Kg6 52. Nc5 f4 53. Nxe4 gxh4 54. a6 f3 55. gxf3 h3 {***AUFGEGEBEN***} 1-0 Fazit des Matches Nr. 71_120'/40 Fidelity Excellence 6 MHz (Elo 1838) vs CXG Sphinx Legend (Elo 1816) Resultat: 29,5 : 20,5 (+21 =17 -12) oder 59% für den Fidelity Exellence Einleitung Auch dieses Match versprach interessant zu werden. Hier das amerikanische Programm Fidelity Excellence (8 bit CPU 6502) mit 6 MHz von Dan & Kathe Spracklen, berühmt für sein "Dschungelschach" und auf der anderen Seite die CXG Sphinx Legend (8 bit Singlechip Prozessoer H8) des ungarischen Autors Gyula Horvath mit einer positionell geprägten, zurückhaltenden Spielweise. Beide Programme sind taktisch keine Riesen. Positionelles Verständnis darf man ebenso wenig erwarten. Und im Endspiel fehlt schachliches Basiswissen an allen Ecken und Enden. Aufgrund der stark unterschiedlichen Spielstile war mit vielen unausgewogenen Partien zu rechnen, so dass anzunehmen war, dass die Elo-Differenz von 22 Punkten zugunsten des Fidelity Excellence keinen relevanten Einfluss haben sollte, zumal sich die Datenbasis mit dem Horvath-Programm auf nur wenige Partien gründet. Rein rechnerisch müsste der Fideltiy Excellence eine Gewinnquote von 53% erreichen, was bei 50 Partien einem Sieg von 26,5 - 23,5 entsprechen würde. Prognosen 31,0 : 19,0 für Excellence (Roberto) 30,0 : 20,0 für Excellence (Christian) 29,5 : 20,5 für Excellence (CC7 = Hans-Jürgen) 28,0 : 22,0 für Excellence (paulwise3 = Paul) 27,0 : 23,0 für Excellence (Oberstratege = Georg) 26,0 : 24,0 für Excellence (Egbert) 26,0 : 24,0 für Legend (applechess = Kurt) Mit Ausnahme meiner Wenigkeit haben alle auf einen Sieg des Fidelity Excellence gesetzt. Uns (Bediener und Kommentator) hat schliesslich der Sieg des Fidelity Excellence mit 29,5 : 20,5 (+21 =17 -12) oder einer Gewinnquote von 59% doch erstaunt. Auf jeden Fall darf man bezüglich Prognosen dem Hans-Jürgen zu seiner 100% richtigen Voraussage gratulieren. Aber auch andere Forumsteilnehmer dürfen auf ihre Prognose stolz sein. Dieses Lob trifft indessen auf den Verfasser dieses Berichtes nicht zu, dem der Spielstil von CXG Sphinx Legend besser zusagt als die Hauruck-Methoden des amerikanischen Programms. Der Wettkampf nach 10-er Staffeln Partien 01 - 10: 5,0 : 5,0 unentschieden Partien 11 - 20 6,0 : 4,0 für den Fidelity Excellence Partien 21 - 30 7,5 : 2,5 für den Fidelity Excellence Partien 31 - 40 6,0 : 4,0 für den Fidelity Excellence Partien 41 - 50 5,0 : 5,0 unentschieden Wie man sieht, hat die CXG Sphinx Legend keine einzige Staffel für sich entscheiden können. Schlussbemerkungen Der ganze Wettkampf lief etwas zynisch ausgedrückt unter dem im CSS 2/98 veröffentlichten Beitrag "Der BS-Test auf dem Prüfstand" von Chrilly Donninger und Thomas Mally und dem Untertitel "Computer spielen nicht Schach" und weiter: "Computer-Computer-Partien laufen sehr oft nach dem folgenden Schema ab: Planloses Hin- und Herschieben der Figuren mit resultierender chaotischer Stellung. Anschliessend wildes Gemetzel. Der kräftigere Metzger geht als Sieger vom Platz." Und schliesslich "Die meisten Partien werden aber aufgrund des chaotischen Aufbaus anders (Anmerkung: statt aufgrund fester Motive) entschieden. Alles hängt, und irgendwie kann eine Seite eine Figur mehr schlagen als die andere." Und exakt auf diese unausgewogene Art und Weise verlief dieses Match. Unter den 50 Partien finden sich nur gerade 4 Partien mit weniger als 30 Zügen, dafür aber 5 Partien mit über 100 Zügen, dabei der Rekord mit 138 Zügen in Runde 25. Aber wie indirekt schon gesagt: Nur selten entsprach das Endresultat einer Partie dem tatsächlichen Verlauf der Partie. Und so zeigt eine diesbezügliche Auswertung, dass man die CXG Sphinx Legend als die Rekordmeisterin der verpassten Chancen bezeichnen muss. Denn statt mit 20,5 : 29,5 = 41% (+12 =17 -21) zu verlieren, hätte ein Gewinn in der Höhe von 28,5 : 21,5 = 57% (+27 =3 -20) resultieren müssen. Es ist denn wirklich haarsträubend, mit was für unerwarteten Fehlern das ungarische Programm von Gyula Horvath viele gewonnene Partie sogar noch zum Verlust verbockt hat. Vor allem hat sich in diesem Match bestätigt, dass der im Wildwest-Modus agierende Fidelity Excellence mit chaotischen Stellungen besser zurechtkommt. Aber einmal mehr muss betont werden, dass viele der beidseitigen Fehler schlicht auf die ungenügenden Rechentiefen der Kontrahenten zurückzuführen sind. Man darf also unseren Lieblingen nicht böse sein oder deren Leistungen ins Lächerliche ziehen. Unter dem Mikroskop der modernen Engines werden eben taktische Fehler brutal aufgedeckt, die man beim lässigen Nachspieler einer Computerpartie als Mensch nie und nimmer entdecken würde. Zum Schluss noch ein Hinweis zu den beiden Eröffnungsbibliotheken. Deren beschränkter Umfang hat den Start einer neuen Partie mit fortlaufendem Gang des Matches zu einer Tortur für den Bediener werden lassen. Manchmal musste eine halbe Stunde probiert werden, bis man eine noch nicht gespielte Variante auf dem Brett hatte. Denn in unseren Matches sind Dubletten ein absolutes No-Go, macht es doch wirklich überhaupt keinen Sinn, gespielte Gewinn- und Verlustpartien zu wiederholen. Unseres Erachtens kommt das einer "Resultat-Verfälschung" eines Matches gleich, abgesehen davon, dass solche Partien einem die Lust am Computerschach vergällen können. Die Turnierperformance der beiden Kämpfer: Fidelity Excellence 6 MHz = 1879 Elo (+29) und CXG Sphinx Legend = 1775 Elo (-29). |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Hallo Kurt !
Vielen Dank für dieses interessante Match, da lag ich ja mit meinem Tipp von 30 : 20 ganz gut :D Schönen Gruß Christian |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Herzlichen Dank an Kurt und Rolf für dieses abwechslungsreiches Match. Die Kommentierungen von Dir Kurt waren wieder erste Sahne! :) Auch Deiner Zusammenfassung stimme ich gerne zu, es war größtenteils wirklich wildes Schach was wir zu sehen bekommen haben und das beherrscht der Fidelity Excellence am Ende dann doch etwas besser als sein Gegner. Der Verlauf der Partien hätte durchaus auch ein etwas besseres Ergebnis für die CXG Sphinx Legend bringen können, doch das Programm von Gyula Horvath hat einfach mehr Chancen ungenutzt vorbei ziehen lassen.
Gruß Egbert |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Hallo Kurt und natürlich auch Rolf,
Ich bedanke mich erneut bei euch für dieses interessante Turnier, bei Rolf für seine Geduld und sein Durchhaltevermögen, denn viele Partien waren ja langatmig und chaotisch. Dennoch wurden sie bis zum eindeutigen Ende durchgespielt. Ich kann selbst sehr gut nachvollziehen, was es bei aller Begeisterung heißt, ödes Geschiebe bis zum schlussendlichen Matt durchzuziehen. Und dir, Kurt, danke ich für deine profunden und oft auch erhellenden Kommentare, die dem menschlichen Schachspieler klar verständlich machen, was auf den 64 Feldern abläuft und warum die Computer an dieser oder jenen Stelle wieder mal Mist gebaut haben. Nochmals vielen Dank - und ich freue mich auf weitere spannende Matches aus der Schwyz. Viele Grüße Roberto |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Hallo Kurt,
Auch von mir ein grosses Danke an Rolf und Dir. Die Partien waren wieder sehr schön kommentiert und mir hat das match insgesamt doch gut gefallen. viele Grüße Markus |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
Hallo Kurt,
wie immer, einfach fantastisch, was ihr Beiden dem Forum an Qualität und Unterhaltung liefert! Herzlichen Dank. Gruß Micha |
AW: CXG Sphinx Legend vs Fidelity Excellence 6 MHz
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Solche Komplimente von "höchster Stelle" hört man gern. :) An dieser Stelle natürlich auch Danke an alle anderen, die sich positiv geäussert haben. Das wird uns Ansporn sein, so weiterzumachenk. Beste Grüsse Kurt |
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