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Alt 24.09.2005, 20:22
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Stefan Stefan ist offline
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Genius 68030 im Turnierspiel

Hallo,

ich habe angefangen mein Genius 68030 Modul einem gründlichen Test in Form eines "Spießrutenlaufs" auf Turnierstufe (40 Züge/2 Stunden) gegen eine Auswahl der stärksten Geräte zu unterziehen. Der Modus sieht jeweils zwei Partien mit Hin- und Rückspiel, d. h. mit Farbwechsel vor. Der Genius spielt in der Grundeinstellung mit großem Buch.

Mephisto London 68020 - Mephisto Genius 68030 0,0:2,0
Der erste Vergleich wurde gegen den kleinen Bruder London 68020 ausgetragen und das Ergebnis stellt eigentlich keine große Überraschnug dar. Die Programme sind sich einfach zu ähnlich und der Genius rechnete schlicht immer einen Halbzug tiefer. In der ersten Partie spielt der Genius stark auf und schon mit 22... Tc8! stellt er die Weichen auf Sieg. Ein weiteres starkes Manöver mit 27... g5 und anschließendem Läufereinschlag 28... Lxf2+! bringt schließlich entscheidenden Vorteil. In der zweiten Partie verrennt sich der schwarzfeldrige Läufer des London und den daraus entstehenden Zeitverlust kann der 68020er nicht mehr aufholen. Weiß gewinnt einen Bauern und solche Stellungen spielt der Genius dann recht sicher runter.

Mephisto Genius 68030 - Saitek RISC 2500 2 MB (aktiv) 1,5:0,5
Die erste Partie sieht lange Zeit den Genius vorne (Plusbauer) ehe der RISC 2500 seine Taktikkeule auspackt und die Stellung nahezu ausgleichen kann. Was dann folgt ist aber eine grandiose Partie des Genius, die den vielbeschworenen Endspielkünsten der Lang-Prgramme zu allen Ehren gereicht. In einer remislichen Stellung mit jeweils Dame und Turm auf dem Brett zaubert der 68030-Bolide in wenigen Zügen eine klare Gewinnstellung aufs Brett. Zunächst wird die Stellung mit 49.f4! geöffnet und dann folgt der Todesstoß mit 50.d4!!. Eine wirklich geniale Partie und der arme RISC 2500 hat von alledem nicht den blassesten Schimmer. Etwas besser macht es das de Konig-Programm dann im Rückspiel. Die Partie ist relativ unspektakulär und nachden die Programme viele Züge lang ohne wirkliche Gewinnidee mit Bewertungen um 0.00 hin- und herziehen wird die Partie nach 41 Zügen Remis gegeben.

Novag Star Diamond - Mephisto Genius 68030 1,5:0,5
Nachdem der Genius bisher einen äußert erfolgreichen Einstand hatte sollte die Sache gegen den bis dato nominellel schwächsten Gegner eigentlich klar sein. Aber wie das Leben machmal so spielt, ist es der Novag Bomber, der in der ersten Partie jederzeit alles im Griff hat und einen gradiosen Sieg einfährt. Er spielt im Caro-Kann ein Bauernofer aus der Bibliothek, das der Mephisto nicht kennt und in typischer Computermanier annimmt (man sollte es laut Theorie besser lassen). Mit dem ersten berechneten Zug steckt der Star Diamond einen zweiten Bauern ins Geschäft und kommt mit einer Bewertung von (-1.76) ins Spiel, steht aber objektiv schon besser! Dem Druckspiel in völlig unterentwickelter Stellung ist das Lang-Programm überhaupt nicht gewachsen und der Star Diamond hätte mit 19.Dd4! schon gewinnen können. Statt dessen erfolgt das kompliziertere 19.De7 und so dauert es etwas länger. Der Genius wird schleißlich nach 39 Zügen von seinem Leiden erlöst. Auch das Rückspiel ist interessant, da der Vorteil ständig wechselt. Auch hier erarbeit sich der Star Diamond durch feinsinnige Züge einen Vorteil, er spielt dann aber in typischer PSH-Manier ein Qualitätsopfer (41.... Txe3!?), was nicht zum Sieg reicht sondern im Gegenteil ihn nochmal in Gefahr bringt, die Partie zu verlieren. Der Genius schafft es aber nicht den Gewinnweg zu finden und nach 54.Kd3 ist die Partie schließlich im sicheren Remis-Fahrwasser.

Mephisto Genius 68030 - Chessmachine Schröder 3.1 (RISC II 1 MB) 1,0:1,0
Der nächste Gegner aus dem Hause Schröder erweist sich dem eher positionell agierende Lamng-Programm als absolut gleichwertig wenn nicht gar überlegen. Denn in der ersten Partie versäumt es der Holland-Express den vollen Punkt einzufahren, und spielt in klarer Gewinnstellung das nur zum Remis führende 79.Kc3?. Der Genius findet den Remisweg sofort und spielt richtig 79... b2! und nix wird es mit dem Sieg für die Chessmachine. Auch die zweite Partie sieht alle Vorteile auf Seiten des Schröder-Programms, das wiederrum das Endspiel nicht vollständig durchschaut und mit 58... Kh5? den Sieg verschenkt und sich um die Früchte seines bis dahin fehlerlosen Spiels bringt. Fazit: Schwein gehabt Genius!

Novag Sapphire II - Mephisto Genius 68030 0,5:1,5
Nachdem der erste Vergleich mit Novag eher als mißglückt zu bezeichnen ist, bekommt der Sapphire II aber klar seine Grenzen aufgezeigt. Nach einem in Computerkreisen eher selten anzutreffenden "Großmeisterremis" durch Zugwiederholung nach 17 Zügen (quasi aus der Bibliothek!), läßt der Mephisto im Rückspiel nichts anbrennen. Nach dem etwas unglücklichen 30... Dd6?! gelangt der Genius in Vorteil und setzt diesen problemlos in einen Sieg nach 54 Zügen um.

Insgesamt hat der Genius 68030 also 6,5 Punkte aus 10 Partien erspielt. Weitere Wettkämpfe sind geplant, im Moment läuft gerade der Wettkampf gegen den R30 2.2. Natürlich folgt auch noch der ultimative Resurrection Test! Die bisher gespielten Partien sind als pgn angehängt.

Fortsetzung folgt...
Stefan[U]
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Geändert von Stefan (25.09.2005 um 17:45 Uhr)
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Alt 25.09.2005, 14:23
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 Zitat von Stefan Ottow
Hallo,

ich habe angefangen mein Genius 68030 Modul einem gründlichen Test in Form eines "Spießrutenlaufs" auf Turnierstufe gegen eine Auswahl der stärksten Geräte zu unterziehen. Der Modus sieht jeweils zwei Partien mit Hin- und Rückspiel, d. h. mit Farbwechsel vor. Der Genius spielt in der Grundeinstellung mit großem Buch.
Hallo Stefan,

ein sehr Interessantes Turnier von Dir !

Zitieren:
Mephisto London 68020 - Mephisto Genius 68030 0,0:2,0
Mein eigener Vergleich (Spielstufe 1 Min. im Durchschnitt pro Zug) ergab ein 1,5 : 2,5 für Genius 68030.
Die Partien waren alle lange ausgeglichen, es war daher ein Sieg der Hardware.



Zitieren:
Mephisto Genius 68030 - Saitek RISC 2500 2 MB (aktiv) 1,5:0,5
Diese Begegnung steht bei mir noch an, es werden 4 Partien werden.

Zitieren:
Novag Star Diamond - Mephisto Genius 68030 1,5:0,5
Auch bei nur 2 Partien eine kleine Überraschung !

Zitieren:
Novag Sapphire II - Mephisto Genius 68030 0,5:1,5
Na also !

Zitieren:
Insgesamt hat der Genius 68030 also 6,5 Punkte aus 10 Partien erspielt. Weitere Wettkämpfe sind geplant, im Moment läuft gerade der Wettkampf gegen den R30 2.2.Fortsetzung folgt...
Mein eigener Vergleich ergab ein 2,0 : 2,0. In einer Partie stand Genius als Weißer in einem Damengambit schon nach 15 Zügen total eingeschnürt auf Verlust. R30 V2.2 "feierte" äusserst offensiv spielend ein regelrechtes "Schlachtfest" !
Ich bin jedenfalls auf den Ausgang deines Turnieres gespannt.


Viele Grüße
Otto

Geändert von MaximinusThrax (02.01.2018 um 18:29 Uhr)
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  #3  
Alt 25.09.2005, 19:37
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AW: Genius 68030 im Turnierspiel (Forts.)

Hallo,

die beiden Spiele zwischen dem R30 2.2 und dem Genius 68030 sind beendet.

Genius 68030 - TASC R30 V2.2 1,0:1,0
Insgesamt ein gerechtes Ergebnis und recht ansehnliche Partien. In der ersten Partie sah der Mephisto praktisch überhaupt kein Land, der TASC baute seinen kleinen Stellungsvorteil kontinuierlich aus und mit 20.Tac1 ging seine Bewertung erstmals über 1,0. 23... Tfd8?! bringt ihm dann endgültige Gewissheit diese Partie zu gewinnen. Der R30 2.2 schafft sich schließlich Freibauern am Damenflügel, die er sauber durchbringt. Im Rückspiel sind die Vorzeichen umgekeht, d. h. es ist der Genius 68030, der seinen minimalen Vorteil kontinuierlich ausbaut, und schließlich spielt das Lang-Programm im Turmendspiel seine Qualitäten aus und läßt dem TASC Rechner nicht den Hauch einer Chance.

Der Genius hat jetzt somit 7,5 Punkte aus 12 Partien.

Fortsetzung folgt...
Stefan
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Geändert von Stefan (26.09.2005 um 22:46 Uhr)
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  #4  
Alt 25.10.2005, 17:31
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Chancenlos...

Hallo,

wie angekündigt wurden jetzt schärfere Geschütze aufgefahren, der Genius mußte gegen Resurrection Fruit '05 ran.

Resurrection Fruit '05 - Genius 68030 4,5:1,5

Das Ergebnis ist in dieser Höhe völlig verdient. Resurrection Fruit '05 ist wie im PC-Bereich eine Klasse für sich, er hat nicht eine Partie verloren. Wenn er mal im Nachteil war (Partie 1, Partie3 , Partie 5) hat er keine große Mühe ins Remis abzuwickeln. Das Programm scheint in allen Spielphasen erstaunlich ausgeglichen und selbst die bekannte Endspielstärke des Lang-Programms konnte nichts ausrichten. Erstaunlich ist auch die Rechentiefe, die im Mittel 4 bis 5 Halbzüge (bei vollem Brett) über der des Genius liegt, d. h. im Mittelspiel zeigt der Resurrection Fruit häufig 11 bis 12 Halbzüge an! Dass der arme Genius da kein Land sieht, darf nicht verwundern. Dennoch muß man ihm ein Kämpferherz attestieren in einigen Partien konnte er zumindest Vorteil erlangen, diesen dann aber nicht zum Gewinn verdichten. Resurrection hat übrigens immer noch den Zugwiederholungsbug (Partie 4). Nachspielenswert sind die Partien 5 und 6, in denen der Genius ohne offensichtlichen Fehler einfach überspielt wurde.

Es bleibt abzuwarten, wie sich andere sogenannte Größen gegen die voraussichtliche neue Nummer 1 der Brettcomputer schlagen werden.

Short version for Steve : There is no way out, Fruit '05 will be the next number one

Viele Grüße
Stefan
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Geändert von Stefan (25.10.2005 um 17:47 Uhr)
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