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  #11  
Alt 16.10.2022, 13:15
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AW: CXG Sphinx Legend vs Mephisto MM II

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Hallo Kurt,

persönlich habe ich keine Erfahrungen mit der CXG Sphinx Legend. Nach den von Dir veröffentlichten Partien besteht für mich jedoch kein Zweifel, dass das Programm, ähnlich wie Mephisto II, nur über einen moderaten Brute-Force-Sockel verfügt und darüber hinaus sehr selektiv agiert.

Gruß
Egbert
Hallo Egbert
Danke für deine Einschätzung.
Gruss
Kurt
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Egbert (16.10.2022)
  #12  
Alt 16.10.2022, 13:26
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AW: CXG Sphinx Legend vs Mephisto MM II

Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 1. Partie: Remis | Das abgelehnte Damengambit mit weissem Lf4 behandelt der Mephisto MM II nicht optimal und findet sich bereits nach dem 17. Zug vor einem positionellen Scherbenhaufen. Die CXG Sphinx Legend lässt den Gegner jedoch wieder entwischen. Auch die zweite und später dritte klare Gewinnchance im Endspiel packt das ungarische Programm nicht und muss sich am Schluss mit einem unbefriedigenden Remis begnügen. In Matches unter Menschen geben solche Partien dem Verlierer, der mehrmals knapp dem Tod entronnen ist, meistens mächtig Auftrieb, während der mit dem Schicksal hadernde Sieger in der nächsten Partie selten seine volle Leistung bringen kann. Im Spiel unter Computern spielen derartige emotionale Vorkommnisse natürlich keine Rolle.

[Event "Match 72__120'/40"]
[Site "Zürich"]
[Date "2022.??.??"]
[Round "1"]
[White "CXG Sphinx Legend"]
[Black "Mephisto MM II"]
[Result "1/2-1/2"]
[ECO "D30"]
[WhiteElo "1816"]
[BlackElo "1815"]
[Annotator "KUT"]
[PlyCount "150"]
[EventDate "2022.??.??"]

1. Nf3 Nf6 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 1. Partie: Remis | Das abgelehnte Damengambit mit weissem Lf4 behandelt der Mephisto MM II nicht optimal und findet sich bereits nach dem 17. Zug vor einem positionellen Scherbenhaufen. Die CXG Sphinx Legend lässt den Gegner jedoch wieder entwischen. Auch die zweite und später dritte klare Gewinnchance im Endspiel packt das ungarische Programm nicht und muss sich am Schluss mit einem unbefriedigenden Remis begnügen. In Matches unter Menschen geben solche Partien dem Verlierer, der mehrmals knapp dem Tod entronnen ist, meistens mächtig Auftrieb, während der mit dem Schicksal hadernde Sieger in der nächsten Partie selten seine volle Leistung bringen kann. Im Spiel unter Computern spielen derartige emotionale Vorkommnisse natürlich keine Rolle.} 2. d4 e6 {***ENDE BUCH***} 3. Bf4 {Diese Zugumstellung kann zum heute beliebten London System führen oder zu einem Damengambit mit Lf4, falls Weiss c2-c4 zieht. Auf jeden Fall wird der Mephisto M II aus seiner Bibliothek geworfen.} d5 4. e3 {[#]} Nc6 $2 {WICHTIG: Für Schachcomputerprogramme wie für lernende Schachspieler gilt noch immer die Regel: In geschlossenen Eröffnungen werden die Damenspringer nicht nach c3 oder c6 gestellt, bevor c2-c4 bzw. c7-c5 erfolgt ist. Denn diese Vorstösse sind wichtig, um Druck gegen das feindliche Bauernzentrum auszuüben mit der Möglichkeit durch c4xd5 oder c5xd4 die c-Linie zu öffnen. Erst als erfahrener Spieler wird man in der Lage sein zu beurteilen, ob und unter welchen Umständen ein Verstoss gegen allgemeine Regeln tragbar ist.} 5. c4 {***ENDE BUCH***} Bb4+ {Keine optimale Wahl. Für Schwarz kommt es eher nicht in Frage, diesen Läufer gegen einen weissen Springer zu tauschen. Weiss verbliebe dann mit dem Läuferpaar und Schwarz mit einem schwierig zu aktivierenden hellfarbigen Läufer. Und deshalb wird Weiss mit bald a3 - was die spätere Raumausdehnung am Damenflügel durch b4 vorbereitet - ein wichtiges Tempo gewinnen. Anstelle von 5...Lb4+ verdienen 5...Se4 oder 5...Ld6 den Vorzug.} 6. Nbd2 Nh5 7. Bg5 Bxd2+ 8. Qxd2 f6 9. Bh4 g5 10. Bg3 Qe7 11. cxd5 {Das befreit den Lc8 aus seinem "Gefängnis" und erleichtert so die schwarze Stellung. Es gibt deshalb sinnvollere Züge:} (11. a3 {mit der Idee b2-b4}) (11. Rb1 {mit derselben Idee}) 11... exd5 $6 (11... Nxg3 12. hxg3 exd5 {ist besser, denn nun kann} 13. Bb5 {mit} Bd7 {beantwortet werden, ohne dass Lxc7 möglich ist.}) 12. Bb5 $1 {Wie gesagt, ist jetzt 12...Ld7 wegen des ungedeckten c7-Bauern nicht möglich. Und auf 12...Sxg3 zerschlägt Weiss mit 13.Lxc6 dem Gegner die Bauernstellung am Damenflügel.} Bg4 13. Bxc6+ bxc6 $16 {Die geschwächte schwarze Bauernstruktur am Damenflügel gewährt Weiss nun einen spürbaren Positionsvorteil.} 14. Qc2 {Schon beginnt der Angriff auf den c6-Bauer. Etwas stärker ist 14.Dc3, denn ein Damenschach auf b4 könnte situationsbedingt lästig sein.} Qb4+ $6 {Das war im jetzigen Moment noch nicht zu fürchten und zwingt den weissen Springer nach d2. Dahin will er so oder so gehen, um später mit Sd2-b3-c5 eine schöne Reise anzutreten.} 15. Nd2 Qb5 {Die Dame droht Matt auf e2.} 16. f3 Nxg3 $2 {Öffnet dem Gegner noch die h-Linie, was den weissen Turm kräftiger werden lässt. Nach diesem zu wenig begründeten Tausch wird der weisse Vorteil langsam bedrohlich, wenn nicht schon fast entscheidend.} 17. hxg3 Bd7 {[#]In der Tat ist der positionelle Vorteil von Weiss schon überwältigend. Für sehr starke Schachspieler stellt die Realisierung dieses Vorteils eine technische Sache dar. Solche Stellungen eignen sich ganz besonders, um selbst ans Brett zu hocken und gegen einen starken Computer zu versuchen, den Sieg zu erringen. Man wird dann allerdings rasch merken, dass Theorie und Praxis doch zwei Paar Schuhe sein können. Und so ist es auch verständlich, dass die CXG Sphinx Legend mit ihrem bescheidenen Wissen und der beschränkten Rechenkraft an dieser Aufgabe scheitert. BTW: Die Engines sehen Weiss bereits mit über 4 oder 5 Bauerneinheiten im Vorteil. Eine mögliche Folge mit Stockfish 081022 im Selbstspiel bei 10s pro Zug habe ich eingefügt.} 18. a4 {Genügt ebenfalls noch zum Gewinn.} ({Stockfish 081022 im Selbstspiel bei 10s pro Zug.} 18. Rh6 a5 19. Rxf6 Rb8 20. b3 Kd8 21. Kf2 Qb4 22. Rh1 h5 23. f4 g4 24. Rg6 Qe7 25. Rg5 Qf7 26. Rh4 Ra8 27. e4 Kc8 28. Kg1 Kb7 29. Kh2 Rag8 30. Re5 Ra8 31. Qc5 Rae8 32. Qxa5 $18 {usw.}) 18... Qb4 19. Rxh7 Rxh7 20. Qxh7 Qxb2 21. Rb1 Qa3 22. Qg8+ Qf8 23. Qxf8+ Kxf8 24. Rb7 $1 {Wenn ein Turm auf die 7. Reihe eindringen kann, verspricht das selten etwas Gutes. Auf jeden Fall geht nun mindestens ein schwarzer Bauer verloren.} Ke7 25. Rxc7 {WICHTIG: Hastig und verständlich greift Weiss zu. Dabei sollte man vor allem in einem klar gewonnenen Endspiel stets versuchen, seine Stellung maximal zu verstärken, bevor man die Früchte seines Erfolgs einkassiert. In diesem Sinne war 25.Sb3 nebst Sc5 ein Versuch wert, die schwarz Stellung schnell lahmzulegen.} Kd8 26. Rb7 Kc8 27. Rb3 (27. Rb1 {ist genauer, was die rasche Schwenkung des Turms an den Königsflügel erlaubt.}) 27... Kc7 {Mit einem Plan, den Weiss nicht durchschaut.} 28. Ke2 $2 {Die schwarze Idee hätte 28.a5! durchkreuzt.} c5 $1 {Mit dieser starken Riposte stellt Schwarz den Ausgleich her. Entweder kommt es zum Tausch c5xd4 oder der weisse a4-Bauer fällt, wonach Schwarz einen Freibauer auf der a-Linie besitzt.} 29. dxc5 (29. a5 cxd4 30. exd4 Re8+ 31. Kf2 Rb8 $11) (29. Rc3 c4 30. e4 Kd6 $11) 29... Bxa4 30. Rb4 Bc2 {Ich wäre eher auf der Diagonale a4-e8 geblieben, um die weissen Felder am Damenflügel unter Kontrolle zu halten.} 31. Rb2 Bh7 32. Rb5 {Zeigt die menschlich klare Absicht, Ta5 zu spielen, um den schwarzen Turm passiv an die Deckung des a7-Bauern zu binden. Mit einem Läufer auf der Diagonale a4-e8 wäre dieser Turmzug nicht möglich gewesen. Zum Glück hat Schwarz eine genügende Verteidigung.} {[#]} Kc6 $2 {Das kommt völlig überraschend einem Verlustzug gleich.} (32... a5 $1 $11 {und für Schwarz ist alles im Lot.}) 33. Ra5 $1 {Schon erstaunlich, was im feinen Endspiel gewisse Dinge wie passive Stellung/Figuren einen riesengrossen Unterschied ausmachen können. Gegen den weissen Gewinnplan Sd2-b3-d4 gibt es keine Verteidigung.} Bc2 {Das verhindert wohl Sb3, aber bringt am Ende nicht den gewünschten Nutzen.} (33... Kb7 34. Nb3 g4 35. Nd4 Kc7 36. Ra6 Bg6 37. Kd2 gxf3 38. gxf3 Be8 39. c6 $18) 34. f4 $2 {Vergibt alle Chancen. Unmöglich war es jedoch, für die CXG Sphinx Legend zu erkennen, dass durch 34.g4 der Gewinn zu erzwingen war, z.B. wie folgt:} (34. g4 $1 a6 35. e4 dxe4 36. fxe4 Re8 37. Ke3 Rf8 38. Ra1 Kb7 39. Nc4 Kc6 40. Ra2 Bd1 41. Kd4 Rd8+ 42. Nd6 Ra8 43. Rb2 Bxg4 44. Rb6+ Kd7 45. Nc4 a5 46. Ne3 Be2 47. Nd5 a4 48. c6+ Kd8 49. c7+ Kc8 50. Kc5 Kd7 51. Rb8 Ra5+ 52. Kb4 $18) {[#]} 34... gxf4 $2 $18 {WICHTIG: Das ist ein elementarer und hier gar ein entscheidender Fehler: Die weissen Doppelbauern können nun mit g3xf4 aufgelöst werden, und es entsteht eine gefährliche weisse Bauernmehrheit am Königsflügel.} (34... g4 $1 {und Schwarz hat nichts zu fürchten.}) 35. gxf4 {Natürlich würde sich Weiss mit 35.exf4? den Sieg verderben.} a6 36. Nf3 {Droht durch die Gabel Sd4+ den schwarzen Läufer zu erobern.} Be4 37. Kf2 {Auch 37.Sd4+ oder 37.g4 gewinnen.} Bxf3 {Der Mephisto MM II beseitigt zwar den starken Springer, aber an der grundsätzlichen Situation ändert sich nichts. Im nun entstehenden Turmendspiel bleibt Schwarz chancenlos.} 38. Kxf3 Ra7 39. g3 Ra8 40. g4 Kb7 41. e4 d4 {Schwarz setzt noch auf einen Freibauern.} 42. e5 $2 {Und prompt greift Weiss im Gewinnsinn daneben. Es fehlt einfach an der notwendigen Rechenkraft.} (42. Ke2 Rg8 43. g5 $1 fxg5 44. fxg5 {Denn der Bauer darf nicht genommen werden: 44...Txg5??, 45.c6+ Kxc6, 46.Txg5 mit weissem Turmplus.} Ka7 45. Kd3 Rxg5 46. Kxd4 $18 {usw.}) 42... fxe5 43. fxe5 Rd8 $2 {Sieht doch logisch aus: Der Vormarsch des gefährlichen Freibauern auf der d-Linie wird unterstützt. Leider führt der Textzug ins Verderben. Dass stattdessen 43...Kc6 ausgleichend wirkt, kann der Mephisto MM II unmöglich, da zu tief, erkennen, z.B.} (43... Kc6 44. g5 (44. Ke4 Rg8 45. Kf5 Rf8+ 46. Kg6 Re8 47. Rxa6+ Kxc5 $11) 44... Kd5 45. c6+ Kxc6 46. Ke4 d3 47. Ra3 d2 48. Rd3 Rg8 49. Kf5 Rf8+ 50. Ke6 Re8+ 51. Kf6 Rf8+ 52. Kg7 Rf5 53. g6 Rxe5 54. Rxd2 a5 $11) 44. e6 $2 {Umgehend revanchiert sich Weiss und verdirbt die Partie so zum Remis. Aber viel zu tief für das ungarische Programm, um das zu berechnen.} (44. Ke2 Kc6 45. g5 Kd5 46. Kd3 Ke6 47. c6 Rc8 48. Rxa6 Kxe5 49. g6 Rc7 50. Ra5+ Kf6 51. g7 Kxg7 (51... Rxg7 52. Kxd4 Ke6 53. Kc5 $18) 52. Ra6 Kf7 53. Kxd4 Ke6 54. Kc5 $18) 44... Re8 $1 {und ab hier lässt Schwarz nichts mehr anbrennen.} 45. Ke4 Rxe6+ 46. Kxd4 Rg6 47. g5 Ka7 ({Aber ja nicht} 47... Rxg5 $4 48. c6+ Kxc6 49. Rxg5 $18) 48. Ra2 Rxg5 49. Re2 Kb7 50. Re7+ Kc6 51. Re6+ Kb7 52. Rb6+ Ka7 53. Rb2 Rg6 {Kein Fehler, obwohl ich in einer Partie à tempo 53...Th5 gespielt hätte, um den 3-Felder Abstand zum weissen König für Seitenschachs mit dem Turm auf der h-Linie zu haben. Bei diesem Abstand kann sich nämlich der König dem Turm nicht nähern, ohne seinen Bauern zu verlieren.} 54. Kd5 Rg5+ 55. Kd6 Rg6+ 56. Kc7 Rg7+ 57. Kd8 Rg6 58. Kd7 Rg7+ 59. Ke6 Rg6+ 60. Kf5 Rc6 61. Rc2 a5 62. Ke4 a4 63. Kd5 Kb7 64. Ra2 Ra6 65. Ra3 Ra5 66. Kd6 Kb8 67. c6 Ra6 68. Re3 a3 69. Rb3+ Ka7 70. Rb7+ Ka8 71. Rb1 a2 72. Ra1 Kb8 73. Kd7 Ra7+ 74. Kd8 Rc7 75. Rxa2 Rxc6 1/2-1/2

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Egbert (16.10.2022), Mapi (16.10.2022), Mephisto_Risc (17.10.2022), Michael (18.10.2022), mickihamster (21.10.2022), paulwise3 (17.10.2022), Roberto (17.10.2022), Thomas J (16.10.2022)
  #13  
Alt 16.10.2022, 16:01
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AW: CXG Sphinx Legend vs Mephisto MM II

Hallo Kurt,

nach diversen positionellen Schwächen des Mephisto MM II hatte Weiß natürlich klare Vorteile. Doch im Turmendspiel war dann auch die CXG Sphinx Legend überfordert. Ein glückliches Remis für das Programm von Ulf Rathsmann.

Gruß
Egbert
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applechess (16.10.2022)
  #14  
Alt 16.10.2022, 20:52
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AW: CXG Sphinx Legend vs Mephisto MM II

Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 2. Partie: MM II gewinnt | Zwischenstand: 1,5-0,5 (75%) für MM II | Eine höchst interessante wie lehrreiche Partie ergibt sich aus der Halb-Slawischen Verteidigung mit 5.Lg5 h6. Zuerst kommt der Mephisto MM II böse unter die Räder. Aber oh Schreck, im gewonnenen Endspiel macht die CXG Sphinx Legend seine schöne Gewinnstellung zunichte. Statt sich dann aber mit dem noch immer möglichen Remis zufrieden zu geben, stürzt sich das ungarische Programm selbst in den Abgrund. In meinen Kommentaren habe ich versucht darzulegen, was hier falsch gelaufen sein könnte. Der Mephisto MM II erobert mit feinen Manövern seines Springers bald einmal drei Bauern und beendet die Partie in gutem Stil. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass die ersten zwei Partien in diesem Match trotz etlicher Fehler auf beiden Seiten keineswegs einen chaotischen Eindruck hinterlassen, eine echte Wohltat gegenüber dem Match zwischen der CXG Sphinx Legend und dem Fidelity Excellence.

[Event "Match 72__120'/40"]
[Site "Zürich"]
[Date "2022.??.??"]
[Round "2"]
[White "Mephisto MM II"]
[Black "CXG Sphinx Legend"]
[Result "1-0"]
[ECO "D43"]
[WhiteElo "1815"]
[BlackElo "1816"]
[Annotator "KUT"]
[PlyCount "130"]
[EventDate "2022.??.??"]

1. c4 c6 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 2. Partie: MM II gewinnt | Zwischenstand: 1,5-0,5 (75%) für MM II | Eine höchst interessante wie lehrreiche Partie ergibt sich aus der Halb-Slawischen Verteidigung mit 5.Lg5 h6. Zuerst kommt der Mephisto MM II böse unter die Räder. Aber oh Schreck, im gewonnenen Endspiel macht die CXG Sphinx Legend seine schöne Gewinnstellung zunichte. Statt sich dann aber mit dem noch immer möglichen Remis zufrieden zu geben, stürzt sich das ungarische Programm selbst in den Abgrund. In meinen Kommentaren habe ich versucht darzulegen, was hier falsch gelaufen sein könnte. Der Mephisto MM II erobert mit feinen Manövern seines Springers bald einmal drei Bauern und beendet die Partie in gutem Stil. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass die ersten zwei Partien in diesem Match trotz etlicher Fehler auf beiden Seiten keineswegs einen chaotischen Eindruck hinterlassen, eine echte Wohltat gegenüber dem Match zwischen der CXG Sphinx Legend und dem Fidelity Excellence.} 2. d4 d5 3. Nf3 Nf6 4. Nc3 e6 {***ENDE BUCH***} 5. Bg5 {***ENDE BUCH***} h6 6. Bxf6 Qxf6 7. Qb3 dxc4 8. Qxc4 Nd7 9. e4 (9. e3 {ist die stabilere, aber weniger dynamische Fortsetzung.}) 9... Qg6 {Eine äusserst rare Fortsetzung. Ob die Dame hier gut platziert ist, darf bezweifelt werden.} (9... e5 $11 {scheint mir aufgrund der von Schwarz gewählten Aufstellung am ehesten systemgerecht: Man nimmt Einfluss auf das Zentrum und öffnet dem Lc8 seine Diagonale.}) 10. e5 {Nicht das Gelbe vom Ei: Kein Entwicklungszug, macht den d4-Bauern rückständig, räumt den schwarzen Figuren das schöne Zentralfeld d5 ein.} (10. Be2 Qxg2 $6 11. Rg1 Qh3 12. O-O-O $16 {und Weiss steht klar besser.}) 10... Be7 11. Rg1 {Ein gekünsteltes Manöver anstelle der langen Rochade.} O-O 12. Bd3 Nb6 13. Bxg6 Nxc4 14. b3 Bb4 {Schwarz steht besser.} 15. Rc1 Nxe5 $2 {Aus Sicht des ungarischen Programms} (15... Nb6 $142 16. Be4 Nd5 17. Bxd5 exd5 $17 {war weit wirkungsvoller und überlässt Schwarz das starke Läuferpaar.}) {[#]} 16. dxe5 $2 {Mit diesem Schlagen beweist der MM II, dass er die Stellung völlig falsch einschätzt und die daraus resultierenden Gefahren nicht erkennt, bzw. auch nicht erkennen kann.} (16. Nxe5 {hält den Schaden in Grenzen.} fxg6 17. Ke2 g5 $17) 16... fxg6 $19 {Schon ist es mehr als fraglich, ob Weiss sich gegen die übermächtig werdenden schwarzen Figuren noch verteidigen kann.} 17. Ke2 Rd8 {Nicht übel, aber 17...b6 macht Weiss wohl den Garaus, obwohl die Realisierung des Vorteils eine technisch anspruchsvolle Aufgabe, die das Können unserer Oldies überfordert.} 18. Ne4 Rd5 {Erneut liegen stärkere Gewinnfortsetzungen wie 18...b6 oder 18...g5 ausserhalb der Reichweite unserer Lieblinge.} 19. Rgd1 Ba3 {Wiederholung: Viel besser auch hier ...b6 oder ...g5.} 20. Rb1 b6 21. Ke3 Bb7 {Kräftiger geschah ...g5.} 22. Nc3 Bc5+ {Trotz all der kleinen Unterlassungen von Schwarz, steht die CXG Sphinx Legen noch immer auf Gewinn.} 23. Ke4 Rdd8 24. Rxd8+ Rxd8 25. Rd1 Rxd1 26. Nxd1 {Es ist Weiss nur scheinbar gelungen, den Druck abzubauen.} Bb4 {Züge wie 26...g5 oder 26...Kf7 sind genauer.} 27. Kf4 {Besser selbstverständlich 27.Kd3, denn nun gewinnt Schwarz mit 27...g5+ ein Tempo, weil er diesen Zug so oder so machen sollte, um den weissen Figuren die Felder f4 und h4 streitig zu machen.} g5+ 28. Kg3 $2 {Das muss jedoch getadelt werden, denn auf g3 steht der weisse König abseits. Der Mephisto MM II scheint noch nichts gehört zu haben von der Wichtigkeit eines zentral postierten Königs im Endspiel. Für die Engines liegen die Bewertungen zwischen Ke3 und Kg3 um drei Bauerneinheiten auseinander.} c5 {Schaut man aufs Brett, so fällt auf, wie passiv die weissen Springer sind.} 29. Ne3 Bc3 {Droht ...Lxf3, Kxf3 Lxe5 mit Bauerngewinn.} (29... b5 $1 {um auch den weissen Se3 einzuengen, wäre wohl der Zug, den starke Spieler selbst im Blitzschach aus dem Hut zaubern würden.}) 30. Nc4 {[#]} Bxf3 $2 {Es tut richtig weh, diesen Abtausch anzuschauen. Schwarz gibt das riesenstarke Läuferpaar auf und zerstört die klare schwarze Gewinnstellung. Der Grund für diese schwache Fortsetzung könnte darin liegen, dass Schwarz der Meinung war, mit den folgenden erzwungenen Zügen einen Bauern zu erobern.} 31. Kxf3 b5 32. Nd6 Bxe5 33. Nxb5 a6 34. Na3 {Hat die CXG Sphinx Legend bei 30...Lxf3 angenommen, nun durch 34...Lxh2 einen Bauern zu erobern und erst jetzt festgestellt, dass sie den auf h2 eingeklemmten Läufer verlieren würde durch 35.g3! Kf7 36.Kg2 Lxg3 37.fxg3 +-} g4+ $2 {Für diesen unverständlichen Verzweiflungsakt besteht kein Anlass, oder meint das ungarische Programm, es handle sich hier um ein Scheinopfer, weil nach dessen Annahme ...Lxh2 das materielle Gleichgewicht wieder herstellen würde.} ({Nach} 34... Bd4 35. h3 Kf7 36. Nc4 Kf6 $11 {ist es ausgeglichen.}) 35. Kxg4 {Kann es sein, dass die CXG Sphinx Legend erst nach diesem Zug bemerkt hat, dass 35...Lxh2 zum Verlust des Läufers führen würde? Fragen über Fragen.} g5 (35... Bxh2 $2 36. g3 Kf7 37. Kf3 Kf6 38. Kg2 Bxg3 39. fxg3 $18) 36. Nc4 $18 {Weiss hat eine Gewinnstellung erreicht: Mehrbauer, bessere Bauernstruktur, aktiver König.} Bd4 37. f3 Kf7 38. Kh5 Kg7 39. h3 Bf6 40. a4 Bd4 41. Nd6 Be5 42. Nb7 Bd4 43. Nd8 e5 44. Ne6+ Kh7 45. Nc7 a5 46. Ne6 Bf2 47. Nd8 $1 {Weiss hat geschickt manövriert und wird nun mit folgendem Sb7 einen der beiden Bauern, a5 oder c5, oder durch Sf7 den h6-Bauer erobern.} Bd4 48. Nb7 Bc3 49. Nxc5 Bd4 50. Ne4 Kg7 51. Nd6 Bb6 52. Nf5+ Kf6 53. g4 {Schwarz ist nun absolut hilflos.} Bd8 54. Nxh6 Bc7 55. Nf5 e4 {Auch alles andere verliert.} 56. fxe4 {Der Rest ist Schweigen.} Bf4 57. Nd4 Ke5 58. Nc6+ Kxe4 59. Nxa5 Kf3 60. Nc4 Kg3 61. a5 Bb8 62. a6 Kxh3 63. b4 Kg2 64. b5 Kf3 65. b6 Ke2 {***AUFGEGEBEN***} 1-0

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Egbert (17.10.2022), Mapi (16.10.2022), Mephisto_Risc (17.10.2022), Michael (18.10.2022), mickihamster (21.10.2022), paulwise3 (17.10.2022), Roberto (17.10.2022)
  #15  
Alt 17.10.2022, 04:57
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AW: CXG Sphinx Legend vs Mephisto MM II

Guten Morgen Kurt,

wirklich eine ärgerliche Niederlage für die CXG Sphinx Legend. In beiden Partien hatte das Horvath-Programm klare Vorteile, doch die bekannte eklatante Schwäche vorteilhafte Stellungen auch zum Sieg zu führen, ergeben einen mauen Punktestand von 0,5 aus 2 Partien.

Gruß
Egbert
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applechess (17.10.2022)
  #16  
Alt 17.10.2022, 09:18
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AW: CXG Sphinx Legend vs Mephisto MM II

Guten Morgen Kurt,
Eine insgesamt doch interessante Partie.
Mit 10. e5 zeigt der MMII, dass er hauptsächlich Material zählt. Nach Le2 sieht er einfach nur seinen materiellen Nachteil und kann mit der daraus entstehenden Stellung nichts anfangen, da nichts greifbares innerhalb des Horizonts des MMII liegt. Hier würde mich interessieren, ob die Sphinx Legend auch 10. e5 spielt. Ich finde die Stellung sehr interessant.

viele Grüße
Markus
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applechess (17.10.2022), Thomas J (17.10.2022)
  #17  
Alt 17.10.2022, 14:24
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AW: CXG Sphinx Legend vs Mephisto MM II

Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 3. Partie: Weiss (CXG) gewinnt | Zwischenstand: 1,5-1,5 unentschieden | In einer durch die CXG Sphinx Legend hervorragend geführten Partie - die beste, die ich von diesem Programm je gesehen habe - werden die positionellen Ungereimtheiten des Mephisto MM II aufgedeckt. Nach der Eröffnung, Halb-Slawisch, Meraner Verteidigung, hat Weiss spürbaren Entwicklungsvorsprung. Schwarz gerät in eine gedrückte Stellung und kann sich nie befreien. Weiss bringt seine Figuren in die besten Stellungen. Und der Gegner wird dann gar unter Zuhilfenahme von taktischen Mitteln wie von einer Python-Schlange richtiggehend erwürgt. Ein lehrreiches Paradebeispiel, das aufzeigt, dass selbst so genannt schwächere Programme wie die CXG Sphinx Legend zu aussergewöhnlichen Leistungen fähig sind. Programmautor Gyula Horvath wäre sicher stolz auf diese Partie.

[Event "Match 72__120'/40"]
[Site "Zürich"]
[Date "2022.??.??"]
[Round "3"]
[White "CXG Sphinx Legend"]
[Black "Mephisto MM II"]
[Result "1-0"]
[ECO "D47"]
[WhiteElo "1816"]
[BlackElo "1815"]
[Annotator "KUT"]
[PlyCount "130"]
[EventDate "2022.??.??"]

1. d4 d5 {Match 120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 3. Partie: Weiss (CXG) gewinnt | Zwischenstand: 1,5-1,5 unentschieden | In einer durch die CXG Sphinx Legend hervorragend geführten Partie - die beste, die ich von diesem Programm je gesehen habe - werden die positionellen Ungereimtheiten des Mephisto MM II aufgedeckt. Nach der Eröffnung, Halb-Slawisch, Meraner Verteidigung, hat Weiss spürbaren Entwicklungsvorsprung. Schwarz gerät in eine gedrückte Stellung und kann sich nie befreien. Weiss bringt seine Figuren in die besten Stellungen. Und der Gegner wird dann gar unter Zuhilfenahme von taktischen Mitteln wie von einer Python-Schlange richtiggehend erwürgt. Ein lehrreiches Paradebeispiel, das aufzeigt, dass selbst so genannt schwächere Programme wie die CXG Sphinx Legend zu aussergewöhnlichen Leistungen fähig sind. Programmautor Gyula Horvath wäre sicher stolz auf diese Partie.} 2. c4 c6 3. Nf3 e6 {***ENDE BUCH***} 4. e3 Nf6 5. Nc3 Nbd7 6. Bd3 dxc4 7. Bxc4 {***ENDE BUCH***} Bb4 {Zu diesem normal aussehenden Entwicklungszug habe ich keine einzige Partie gefunden. Der Läufer steht hier insofern nicht optimal, als ein Tausch auf c3 wenig empfehlenswert wäre, so dass auf a3 - ein erstrebenswerter weisser Zug - der Läufer durch den Rückzug ein Tempo verlieren müsste.} (7... b5 8. Bd3 b4 9. Ne4 Nxe4 10. Bxe4 Bb7 11. O-O Be7 12. Nd2 {so würde ein sehr starkes, privates Stockfish Derivat spielen und damit auf bekannten Pfaden treten, z.B.} O-O 13. b3 Nf6 14. Bf3 Nd5 15. Bb2 c5 16. Ne4 Ba6 17. Be2 Bxe2 18. Qxe2 cxd4 19. Bxd4 f5 20. Nc5 Qd6 21. Rac1 e5 22. Bb2 Rac8 23. Nd3 Nc3 24. Bxc3 bxc3 25. Rfd1 Qa6 26. Qc2 Ba3 27. Rb1 Bd6 28. Ne1 Qc6 29. Qe2 f4 30. Nc2 fxe3 31. fxe3 e4 32. Qh5 Rcd8 33. Nd4 Qb6 34. Qd5+ Kh8 35. Qxe4 Rde8 36. Qd3 Qc5 37. Rf1 Qe5 38. Rxf8+ Rxf8 39. g3 h5 40. Qxc3 h4 41. Rf1 hxg3 42. Rxf8+ Bxf8 43. Qd2 Bb4 44. Qe2 Bc5 45. Nc2 g6 46. hxg3 Qxg3+ 47. Kf1 Kg7 48. Qg2 Qe5 49. Ke2 Qb2 50. Qb7+ Kh6 51. Qh1+ Kg7 52. Qe4 Bb6 53. Kf3 Qxa2 54. Qe7+ Kh6 55. Qf8+ Kh7 56. Qf7+ Kh6 57. Qf8+ Kh7 58. Qf7+ Kh6 59. Qf8+ {½-½ (59) Jussupow,A (2605)-Romanov,E (2520) Dresden 2007}) 8. a3 Bxc3+ {Nun also doch der Tausch, was das weisse Zentrum stärkt und dem Turm die halboffene b-Linie einräumt. Weiss kommt nun automatisch besser zu stehen.} 9. bxc3 Qa5 {Angriff auf den c3-Bauern, das ist OK, zumal die Dame die schwarzen Vorstösse ...c5 oder ...e5 unterstützen kann.} 10. Bb2 Nb6 $6 {?! Ein typisches Computermanöver aus der guten alten Zeit; man spielt von Zug zu Zug und kann eine Figur angreifen, die problemlos guten Plätze findet, während der Springer auf b6 einfach schlecht steht. Dabei gab es mit 10...0-0 oder 10...e5 gute Alternativen.} 11. Bb3 {Der beste Rückzug, was auch ...Sa4 verhindert.} Qb5 $2 {Zwar stand Weiss schon klar besser. Aber dieses Manöver der Dame, im Bestreben, die weisse Rochade zu verhindern, schlägt böse auf den Erfinder zurück, will heissen, dass die schwarze Stellung sich massgebliche verschlechtert.} 12. a4 $1 Qa6 13. Ne5 {Nicht übel, aber zwei Alternativen sind gar wesentlich stärker:} (13. Bc2 $1 $18 c5 14. Bd3 c4 15. Bc2 Bd7) (13. Nd2 $1 $18 c5 14. c4 cxd4 15. exd4) {[#]} 13... Nbd5 $2 {Diese erneute Ungenauigkeit führt zu einer hoffnungslosen Stellung für Schwarz. Die starke Position des weissen Se5 hätte mit 13...Sbd7 bekämpft werden sollen.} 14. Bc4 {Auch OK, aber es geht noch besser. Die für die CXG Sphinx Legend nie und nimmer erkennbare Gewinnvariante eines starken Stockfish Derivats mit einer Bewertung von +-(5.44) sieht wie folgt aus:} (14. Ba3 Nd7 15. Nc4 c5 16. e4 Ne7 17. dxc5 O-O 18. c6 Nxc6 19. Bxf8 Nxf8 20. a5 $18) 14... Qb6 15. Qc2 O-O 16. Ba3 Rd8 17. O-O {Weiss ist vollständig entwickelt und seine Figuren stehen aktiv. Demgegenüber hinterlässt die schwarze unterentwickelte Stellung mit den passiv stehenden Figuren Ta8 und Lc8 einen traurigen Eindruck.} Nd7 18. Nxd7 {Die Besetzung des Zentrums durch 18.e4 war noch kräftiger.} Rxd7 19. e4 Nf4 20. g3 Ng6 21. e5 Qc7 22. Rfd1 {Noch genauer 22.Ld3 oder 22.De4 oder 22.Ld6 usw.} b6 23. Bd6 {Ein lästiger Läufer.} Qd8 ({Mit} 23... Rxd6 24. exd6 Qxd6 {wäre Schwarz kaum schlechter gefahren.}) 24. Bf1 {Eine gute Idee, diesen Läufer auf die Diagonale h1-a8 zu bringen.} a6 25. Rab1 Bb7 26. Qb3 b5 27. c4 $1 {Ein starke Fortsetzung, die das schwarze Bauerngefüge am Damenflügel zerrüttet.} bxa4 $6 {Aus Sicht von Schwarz verständlich, erleichtert jedoch die weisse Aufgabe wegen der geöffneten b-Linie. Ein Versuch wert war 27...Db6, um die Bauern zusammenzuhalten. Zwar steht Schwarz nach 28.c5 grottenschlecht, doch bliebe die Stellung am Damenflügel starr und geschlossen. Und in solchen Positionen tun sich unsere Oldies bekannt äusserst schwer, Fortschritte zu machen.} 28. Qxa4 Ne7 29. Bg2 Rc8 30. Be4 Nf5 31. Bxf5 exf5 32. Rb2 Ra8 33. Rdb1 Qc8 34. Qa5 {Die CXG Sphinx Legend hat eine positionelle Traumstellung aufgebaut. Es fragt sich nur, was und ob sie etwas daraus machen kann. Denn Schwarz ist ja absolut hilflos und ohne Gegenspiel.} Ra7 35. Qc5 Qa8 {[#]} 36. d5 $1 {Ein hübscher Vorstoss, den ich dem ungarischen Programm nicht zugetraut hätte. Der d5-Bauer ist nur zweifach geschützt, aber dreifach angegriffen. Trotzdem darf Schwarz den Bauern wegen der Schwäche seiner Grundreihe nicht erobern, denn Tb8+ wäre am Ende tödlich.} cxd5 37. cxd5 g6 (37... Bxd5 $4 38. Rb8+ Rd8 39. Qxa7 $1 $18) 38. e6 $1 {Erneut findet Weiss die beste Fortsetzung.} fxe6 39. dxe6 Rd8 40. e7 {Die CXG Sphinx Legend ist in ihrem Element.} Rc8 41. Rxb7 $1 {Nun greift Weiss gar noch zu taktischen Mitteln. Es tut dem weissen Spiel keinen Abbruch, dass 41.De5! gar noch wesentlich stärker war.} Rxc5 {Das ist erstaunlicherweise erzwungen.} (41... Rxb7 42. Qd5+ Kg7 43. Rxb7 {war wohl die weisse Absicht.}) 42. Rxa7 Rc8 {Wiederum erzwungen.} (42... Qxa7 43. e8=Q+ Kg7 44. Qf8#) 43. Rxa8 Rxa8 {Die CXG Sphinx Legend hat eine Figur erobert und besitzt einen tödlichen Freibauern auf e7. Und für einmal lässt sich das Programm von Gyula Horvath den Sieg nicht mehr nehmen. Der Rest ist ohne weitere Erklärungen verständlich.} 44. Kg2 Kf7 45. Ra1 a5 46. Ra4 Ra6 47. Bb4 Ke8 48. Bc5 h5 49. Kf3 Ra8 50. Kf4 Ra6 51. f3 Ra8 52. Kg5 Kf7 53. g4 hxg4 54. fxg4 Rc8 55. Rxa5 fxg4 56. Kxg4 Rh8 57. Ra4 Re8 58. Rf4+ Ke6 59. Kg5 Rc8 60. Kxg6 Rg8+ 61. Kh6 Re8 62. Rf8 Rxe7 63. Bxe7 Kxe7 64. Kg7 Ke6 65. h4 Ke5 {***AUFGEGEBEN***} 1-0

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Egbert (17.10.2022), Mapi (17.10.2022), Michael (18.10.2022), mickihamster (21.10.2022), paulwise3 (17.10.2022), Roberto (17.10.2022), Tibono (17.10.2022)
  #18  
Alt 17.10.2022, 14:48
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Egbert Egbert ist offline
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AW: CXG Sphinx Legend vs Mephisto MM II

Hallo Kurt,

eine sehenswerte Partie des Horvath-Programms. Dieses Mal war das Programm nicht nur positionell, sondern auch taktisch auf der Höhe. Mephisto MM II kann im bisherigen Matchverlauf seine bekannten positionellen Schwächen nicht verbergen und kann nur mit viel Glück das Match bisher ausgeglichen gestalten.

Gruß
Egbert
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applechess (17.10.2022)
  #19  
Alt 17.10.2022, 14:53
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AW: CXG Sphinx Legend vs Mephisto MM II

Hallo Kurt,

eine schöne Partie der Sphinx. Wenn der Gegner sie gewähren lässt, kann der kleine Kasten Erstaunliches leisten.

Genauso agiert auch der Turbo King II in meinem Treppenturnier, allerdings noch auf einem etwas solideren Fundament aufgebaut. Die Partie hätte glatt vom D+ stammen können.

Viele Grüße
Roberto
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applechess (17.10.2022)
  #20  
Alt 17.10.2022, 21:29
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AW: CXG Sphinx Legend vs Mephisto MM II

Hallo Kurt,

Ich sehe erst jetzt das ihr wieder mit eine schöne match beschäftigt seit.
Mein idee über die programm-art ist, gesehen die art von die fehler die er macht, das er rein brute-force ist, mit aber eine sehr gute positionelle bewertung. Taktisch ist er manchmal gut wenn es nur um materielle vorteilen geht, aber über Königssicherheit / Königsangriff fehlt im leider einiges.

Ich möchte noch mein tipp geben: 26,5 - 23,5 für der Legend.

Grüsse, Paul
.
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Wenn ich mich irre, sollte es ein Horizont Wirkung sein
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applechess (17.10.2022)
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