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Alt 16.11.2018, 14:53
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Novag Micro II - der meistgeklonte Novag - eine Spekulation

Der Novag Mirco II erschien Ende 1982 und wurde bis 1987 zum meistgeklonten Gerät von Novag:
Micro III, Presto, Piccolo, Allegro, (beide mit 6 und 15 Mhz), Octo.

Alle haben einen NEC D80C49 (Serienummer 186) oder D80HC49 (111, Versionen ab 1986, bis 16/20 Mhz Tuning!) mit identischem Code (ersichtlich an den Mame-ROM's für Presto und Octo, npresto.zip, nocto.zip). 2K ROM und 128 Bytes RAM.

Wir alle haben bisher David Kittinger als Autor angenommen, nun möchte ich aber wieder eine meiner beliebten Spekulationen anfügen.

1. Indiz

In der wunderbaren Datenbank von Hein Veldhuis findet sich zum Micro II folgendes Kuriosum, von Google ins Deutsche übertragen:
Zitieren:
Aber was hat Jan Louwman damals über den Micro II gesagt?
In Computerschaak von Feb. 1983 vernehmen wir folgendes:

Dies ist ein kleiner Schachcomputer, der sowohl mit Stromnetz als auch mit Batterien funktioniert. Ausführung etwa wie beim Vorgänger, Novag Microchess, der mit einem Dave Kittinger-Programm spielte. Dieser neue Micro 2 spielt mit einem 4K-Byte-ROM. Ein Julio Kaplan-Programm, viel stärker als sein Vorgänger. Ein billiger, aber unterhaltsamer Schachcomputer, der sich besonders für schwächere Schachspieler eignet und mit einer Reihe angenehmer Anwendungsmöglichkeiten ausgestattet ist. ... Erstaunlich, was Julio Kaplan aus diesem kleinen Programm zaubern kann. In einem Turnier konnte sich der Micro 2 problemlos zwischen Computern mit manchmal doppelt so großem Arbeitsspeicher halten. Ja, Julio Kaplan ist der absolute Meister im Schreiben von Schachprogrammen mit sehr wenig Speicherkapazität.
Hein Veldhuis meint dazu:
Zitieren:
Julio Kaplan mit 4 KB ROM? Sorry Jan, aber mit dieser Info liegst du voll daneben! Micro II und Micro III verfügen über ein 2-KB-ROM-Programm von David Kittinger!
http://www.schaakcomputers.nl/hein_v...-%20Micro%20II

4K ganz sicher nicht, aber Julio Kaplan? Könnte da was dran sein?

2. Indiz
Zitieren:
(Julio Kaplan) begann damit, Schachprogramme auf kleinen Prozessoren zu entwickeln, von denen eins tatsächlich auf nur zwei Kilobyte (2000 Zeichen Speicherplatz) lief. Von Frederic Friedel dazu beglückwünscht, etwas geschafft zu haben, das Hamburger Informatiker auf Anfrage für unmöglich hielten, antwortete Kaplan in einer für ihn typischen Weise: "Ach, weisst du, das Programm unterzubringen war nicht das grösste Problem, aber mit nur 128 Byte RAM (Rechenspeicher) auszukommen, war nicht so einfach." Wohlgemerkt, es handelte sich um ein wirklich funktionierendes Schachprogramm und keinen blossen Erzeuger von legalen Zufallszügen.
(Dirk Frickenschmidt: Schach mit dem Computer, Falken, Überarb. u. erg. Aufl. 1989. Programmierer-Kurzportäts, Der beste Schachspieler, S.114)

Um welches 2K Programm handelt es sich hier? Mir kommt nur der Electronic Trio von 1985 in den Sinn, der hat 4K und 256 Nibbles (128 Bytes), das Schach muss sich aber das ROM mit Dame und TicTacToe teilen.

Kaplans erster Auftrag war der Mattel, der hatte einen Intel (von National) 8050. Codecompatibel zum 8049, jedoch 4K.

3. Indiz

Craig Barnes:
Zitieren:
I worked with Julio Kaplan for many years developing chess computers. He recruited me in 1980 as part of a small company called Teletape Productions to develop a chess game for Mattel. After that project I ran off to a brief juggling career but then joined Julio in 1982 as he was starting his own company, Heuristic Software Corporation. We had a few other clients initially but ultimately wound up doing all our work for Saitek (formerly SciSys).
http://hiarcs.net/forums/viewtopic.php?t=204&start=34

4. Indiz

Gemeinsamer Start von Novag & Scisys
http://www.chesscomputeruk.com/html/...rly_years.html

David Kittinger war sehr wahrscheinlich bereits mit dem Constellation beschäftigt und Peter Auge hatte noch keinen günstigen Schachcomputer für's Weihnachtsgeschäft 1982. Haben sich die beiden Hong Kong Firmen evtl. Programmierer ausgeliehen? Oder war Heuristic Software noch gar nicht unter Exklusiv-Vertrag bei Scisys?

5. Indiz

Was meint David Kittinger dazu?

Zitieren:
As for all the Novag versions, the early Robot Adversary and Savant were created from the z80 Mychess assembly program - meaning there was a high reliance on a swap-off evaluation rather than quiescence search. The Constellation was a complete new program written in 6502 as I recall, and did away with swap-off in favor of quiescent search. While working for Novag, there was generally a 'high-end' product and then some 'low end' products. The high ends went from z80 to 6502 to 68k as I recall. The low ends were such devices as 6301, 6501, TLCS47 and other odd birds. Each year would be a new CPU which would have more ram and more rom for same price, but generally completely different architecture. So each program had to be designed for the various indexing and register schemes to try and maximize speed/strength. Note, these started with something like 8k rom, maybe 1k ram. One low end had 2k bytes ROM, 196 nibble (4 bit) ram. I think the high end robot had 48k ROM and 8k ram. Constellation was either 8 or 16k rom, don't recall exactly, with probably 4k ram.
http://www.talkchess.com/forum3/view...43447&start=13

8049 wird nicht erwähnt, läuft der vielleicht unter 'other odd birds'?

Tja, was meint ihr dazu?
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Stichworte
kaplan, kittinger, novag, scisys

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