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  #1  
Alt 03.08.2019, 14:35
Hartmut Hartmut ist gerade online
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Tips für Enginevergleiche/-tests unter MessEmu/Winboard/Arena

Hallo zusammen.

Nachdem ich im Moment ziemlich intensiv verschiedene Tests mit der Emu durchführe hier mal ein paar Tipps

1. Test mit beschleunigten Versionen oder "Wie würde die Engine spielen, wenn sie xxx MHz hätte Teil 1

Natürlich muss man dazu erstmal feststellen, inwieweit sich eine Emu auf dem eigenen Compi überhaupt beschleunigen lässt. Dazu ist es zwingend erforderlich genau zu messen, da die Angaben unter "Show FPS" gerade bei hoher Beschleunigung kaum mehr zu lesen sind. Am besten misst man auf einer entsprechend hohen Spielstufe mit Anfangszügen die nicht in der Bibliothek sind. Alternativ kann man auch mit schwierigen Problemstellungen arbeiten und dann die Zeiten von "unlimited" und 100 % vergleichen. Es macht Sinn dies mit mehreren Stellungen zu tun, und einen Durchschnittswert zu ermitteln, damit man eine exakte Messung erhält.

Vorsicht: Es gibt immer 2 Möglichkeiten wie man z.B. unter Winboard oder Arena arbeiten kann. Man kann

a) die Enginefenster offen lassen oder
b) sie auf die Taskleiste verkleinern.

Hier ist allerdings zu beachten, dass eine Engine, die in die Taskleiste verkleinert und somit unsichtbar ist - schneller wird. Das liegt daran, dass Windows hier nicht mehr mit der Darstellung der Engine belastet wird. Gerade bei Rechnern mit OnBoard-Grafik kann das gewaltige Unterschiede ausmachen. So bekomme ich auf meinem Rechner z.B. die Emulation eines Boris Diplomat auf nahezu die 60fache Geschwindigkeit. Lege ich ihn allerdings in die Taskleiste, so dass nur noch Winboard zu sehen ist, geht er sogar auf die 120fache Speed rauf.

Gerade bei Boris lässt sich das schön messen, da man eine exakte Bedenkzeitvorgabe geben kann. Gebe ich ihm eine Bedenkzeit von 6 Stunden und lasse ihn in der Taskleiste verschwinden, dann antwortet Winboard bei mir nach ziemlich genau 3 Minuten. Lasse ich das Emu-Fenster jedoch offen, dauer es erheblich länger.

Ebenfalls wichtig: Je nachdem, welche Emulation zu Grunde liegt, wie kompliziert deren Grafik aufgebaut ist, wieviele Engineausgaben erfolgen, etc. können die Werte zwischen "Enginefenster offen" und "Engine in Taskleiste" differieren. Bei manchen Geräten erhält man durchaus doppelten Speed bei unsichtbarem Emu-Fenster, bei anderen liegt der Geschwindigkeitsvorteil bei vielleicht nur 30 %. Man kommt also nicht drum herum, bei jeder einzelnen Engine genaue Messungen vorzunehmen.

Man kann auch nicht davon ausgehen, dass sich Engines mit gleicher MHz-Zahl und gleichem Prozessor auch gleich verhalten. Einfach weil die Grafik z.B. bei einem Sargon 2.5 MGS eine andere ist als beim Sargon 2.5 ARB. Daher wird die maximal erreichbare Geschwindigkeit vermutlich auch differieren. Will man genaue Werte muss man also wirklich BEI JEDEM Gerät messen.

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Geändert von Hartmut (06.08.2019 um 20:14 Uhr)
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Alt 03.08.2019, 15:17
Hartmut Hartmut ist gerade online
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AW: Tips für Enginevergleiche/-tests unter MessEmu/Winboard

1. Test mit beschleunigten Versionen oder "Wie würde die Engine spielen, wenn sie xxx MHz hätte Teil 2

Hat man nun die höchste emulierbare Geschwindigkeit gefunden, dann muss man noch eine Spielstufe finden, unter der man nun spielen kann.

a) Bei Geräten wie Boris oder Delta 1 etc. ist das natürlich leicht, da hier die Antwortzeit exakt vorgegeben werden kann. Will ich wissen wie ein 10mal schnellerer Boris spielen würde, dann kriegt er 10mal mehr Zeit als normal (also 5 Minuten für Aktivschach, 30 Minuten für Turnierschach) wird in der Emu auf 1000 % gesetzt, fertig.

b) Etwas schwieriger wird es bei Geräten, die einfach nur verschiedene Spielstufen mit vorgegebenen Durchschnittszeiten haben. Hier kann man einfach nicht alle möglichen MHz-Experimente ausprobieren sondern muss sehen, was die Spielstufen hergeben und ob deren durchschnittliche Bedenkzeiten noch im Rahmen des Machbaren liegen. Ich nehme jetzt mal den Chess Challenger Voice als Beispiel. Er hat neben der Turnierstufe 6 (3 Minuten) auch noch die Spielstufen 7-9 und H. H ist die Analysestufe und rechnet unendlich lange. Die können wir also vergessen, es sei denn, wir wollen jede Berechnung von Hand abbrechen. Die Spielstufen 7-9 haben folgende durchschnittliche Bedenkzeiten:

Level 7: 3 Min 20 sec
Level 8: 6 Min
Level 9: 11 Min

Damit kann ich also zuverlässig testen wie ein CCVoice mit 111 %, 200% oder 367 % in Turniereinstellung abschneiden würde. Viel mehr geht nicht, wenn im Treiber keine Möglichkeiten vorhanden sind, die MHz-Zahl einzustellen (was bei einigen Geräten ja möglich ist).

Für Aktivschach hat man bei unserem Beispiel mit dem Voice ein paar Möglichkeiten mehr, da die Bedenkzeiten ja kürzer sind. Ich kann also zum Beispiel auch testen wie ein 600 % Voice oder ein 1200 % Voice Aktivschach spielt, indem ich ihn mit 600% auf Turnierstufe bzw. mit 1200% Level 8 laufen lasse (immer vorausgesetzt der emulierende Computer bringt die entsprechende Leistung)

c) Ganz schwierig wird es bei Geräten die eine Einstellung x Züge in y Stunden/Minuten erfordern. Hier geben die Treiber unter Winboard meistens keine mögliche Einstellung her, während man bei den Fällen a und b im Treiber das Level unter "Engineoptionen" einstellen kann. Man kann leider oftmals auch nicht vor Beginn der Partie in der Engine direkt die Spielstufe definieren, da sie bei Partiebeginn (zumindest in Winboard) von der Voreinstellung überschrieben wird. Dies liegt einfach daran, dass die entsprechenden Einstellungen auf dem Schachcomputer erheblich schwieriger sind und entsprechend in der lua-Steuerdatei viele Eingaben zu berücksichtigen sind. Da hat Franz natürlich keine gesteigerte Lust zu, was auch verständlich ist. Man muss also entweder selbst in dieser Lua rumpfuschen (wobei Franz dann aber immer noch die Möglichkeit schaffen müsste, zumindest die Eingabemöglichkeit im Treiber zu ermöglichen) oder aber man benutzt folgenden Trick:

Partie unter Winboard starten und den ersten Zug ausführen (lassen). Der kommt, wenn man nicht gerade mit 1. a4 oder 1. h4 beginnt sowieso meist aus der Bibliothek, macht also wenig aus, wenn bei diesem die Spielstufe (noch) nicht stimmt. Danach in Winboard im Menu "Mode" auf "Pause" gehen und dann in der Engine direkt (nicht unter Winboard) die entsprechende Spielstufe einstellen. Danach die Pause in Winboard wieder rausnehmen. Fertig. Unter anderen GUIs muss man entsprechend sehen ob eine solche Pause-Einstellung möglich ist. Dann geht es genauso. Ist so eine Einstellung nicht möglich, dann bleibt wirklich kaum etwas anderes übrig als auf Winboard auszuweichen. Entsprechende Tips, wie man sowas unter anderen GUIs lösen kann, werden natürlich gerne entgegen genommen. Ich ergänze den Thread dann entsprechend.

Anmerkung: Für einen reinen Test oder zum selbst spielen stellen sich die Probleme mit der Turnierbedenkzeit natürlich nicht, da man hier Winboard nicht notwendigerweise braucht. Normal ergeben sich solche Probleme erst dann, wenn man verschiedene Engines gegeneinander antreten lassen will. Allerdings für das normale Spiel Mensch-Computer ist es natürlich auch schön, wenn man sofort eine vernünftige PGN-Datei hat oder die Partie gleich in eine bestehende PGN anhängen kann. Und dafür ist natürlich eine vernünftige GUI die schönere Lösung. Daher wurde auch alles hier bereits mit aufgeführt. Im Enginewettkampf ergeben sich dann noch ganz andere Probleme, wie wir sehen werden

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Geändert von Hartmut (03.08.2019 um 16:41 Uhr)
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applechess (03.08.2019), Boris (27.08.2019), Chessguru (04.08.2019)
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Alt 04.08.2019, 14:55
Hartmut Hartmut ist gerade online
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AW: Tips für Enginevergleiche/-tests unter MessEmu/Winboard

Nachdem der erste Teil nun fertig ist, kommen wir zum Teil 2

2. Enginevergleiche bzw. Enginewettkämpfe unter Winboard auf Basis der normalen Geschwindigkeit der Geräte


Hier wird es ein wenig knifflig. Vielleicht will ja der eine oder andere (hallo Micha) die Engines auf einfachem Wege vergleichen um Partien für eine Elo-Liste zu erhalten. Dabei muss man sehr genau aufpassen, dass die Ergebnisse nicht verfälscht werden. Zuerst mal das Grundsätzliche.

Man kann mehrere Dinge machen. Das einfachste ist natürlich, die Engines in normaler Geschwindigkeit spielen lassen. Da hat man dann überhaupt keine größeren Probleme. Engine 1 definieren, Engine 2 definieren, die entsprechenden Spielstufen in den Enginedefinitionen oder bei komplizierteren Zeiteinstellungen in der Engine selbst definieren wie unter 1. gepostet, fertig. Aber abgesehen davon dass man damit natürlich jede Menge Strom für den Computer verbraucht, dauert es auch lange. Man kann natürlich in der Emulation die Sache auch beschleunigen, dabei muss man aber einige Dinge berücksichtigen.

Zuerst einmal. Man sollte mindestens 3 Kerne haben. Einen für jede Engine und der 3. muss natürlich auch da sein, damit die Engines nicht durch Windows beeinträchtigt werden. Mit einem gängigen 4-Kern-Prozessor sollte man keine Probleme haben. Nun beginnt wieder dasselbe Spiel... messen. Wie hoch können wir die Engines überhaupt beschleunigen und vor allem, wie hoch können wir sie beschleunigen, wenn noch eine 2. Engine mit ebenfalls höchstmöglicher Beschleunigung geladen ist. Die Vorgehensweise und die Dinge auf die man achten muss, sind unter Punkt 1 beschrieben. Auch hier gilt: Eine nicht sichtbare Engine in der Taskleiste ist schneller, als wenn ich sie auf die Oberfläche hole, vor allem bei OnBoard-Grafikkarten. Haben wir die entsprechenden Werte ermittelt, sollten wie sie uns generell für die spätere Verwendung notieren.

Für den Enginewettkampf müssen wir nun einige Fälle unterscheiden.

Fall A: Keine Engine benutzt Permanent Brain

Der einfachste Fall. Wir wollen 2 Engines auf Aktivstufe oder Turnierstufe vergleichen, stellen also bei beiden die entsprechende Stufe ein, geben jeder Engine Unlimited Speed und geniessen die Show. Da keine Engine Permanent Brain verwendet, können wir beide auch mit jeder möglichen Geschwindigkeit laufen lassen, ohne dass das Ergebnis verfälscht wird. Jede Engine wird sich immer genauso verhalten, als würde sie auf normaler Geschwindigkeit laufen, nur eben schneller. Auf diese Weise kann man in einer Stunde Dutzende Turnierpartien z.B. zwischen Boris und Delta 1 erzeugen, wenn man das will

Fall B: Mindestens eine der Engines benutzt Permanent Brain

Der Fall ist etwas schwieriger, da hier die Gefahr besteht, dass Ergebnisse verfälscht werden.

Ein Beispiel: Ich könnte z.B. mit Maximalspeed Boris auf Faktor 60 beschleunigen. Er soll nun gegen Sargon 2.5 antreten, den ich aber nur auf Faktor 20 beschleunigen kann. Sargon 2.5 beherrscht Permanent Brain. Angenommen, ich würde jetzt beide auf Turnierstufe stellen (Boris 3 Minuten, Sargon Level 4) und mit maximaler Speed laufen lassen. Was passiert? Für Boris macht es keinen Unterschied. Er rechnet intern 3 Minuten lang, auch wenn wir beschleunigt den Zug bereits nach 3 Sekunden erhalten. Bei Sargon, der vielleicht den Zug von Boris erwartet hat, sieht das jedoch anders aus. Er hatte intern keine 3 Minuten für das Permanent Brain Zeit sondern nur 1 Minute, da Boris 3mal so viel beschleunigt werden konnte, wie er selbst. Das heisst: Beschleunige ich beide auf den maximal möglichen Wert, dann wird Sargon benachteiligt und das Ergebnis unseres fiktiven Wettkampfes damit verfälscht.

Nun brauchen wir also wieder unsere Messwerte. Wir wissen: Boris kann maximal 60fach beschleunigt werden, Sargon 20 fach. Wollen wir den Wettkampf schneller ablaufen lassen, als er normal mit den Originalgeräten zu bewerkstelligen wäre, müssen wir uns also an dem Gerät orientieren, welches wir am wenigsten beschleunigen können, in diesem Fall also Sargon. Wir können also den Wettkampf um den Faktor 20 schneller ablaufen lassen. Der Wettkampf geht dann immer noch weit schneller. Boris wird bei Einstellung 3 Minuten etwa 9 Sekunden für die Antwort brauchen und auch Sargon wird , sofern er einen Zug erwartet, dann intern 3 Minuten Rechenzeit gehabt haben. Will man ganz auf Nummer Sicher gehen und eventuelle Messungenauigkeiten verhindern, dann nimmt man nicht den Maximalwert sondern vielleicht nur 18fache Geschwindigkeit. Auch dann wird man einen Vergleichswettkampf weit schneller bewerkstelligen können als mit den Originalgeräten.

Dasselbe gilt auch, wenn beide Geräte Permanent Brain beherrschen. Auch hier muss man sich an dem Gerät orientieren, welches man am wenigsten Beschleunigen kann. Hat man natürlich Geräte die sich nicht oder nur wenig beschleunigen lassen, wie z.B. den Fidelity V11, dann läuft der Wettkampf halt im dümmsten Fall in Originalgeschwindigkeit ab. Aber anders geht es eben nicht. Um ein genaues Vergleichsergebnis bei eingestelltem Permanent Brain zu erhalten, muss ich mich zwingend an dem Gerät orientieren, dass ich am wenigsten beschleunigen kann. Da führt leider kein Weg dran vorbei.

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applechess (04.08.2019), Boris (27.08.2019), Chessguru (04.08.2019)
  #4  
Alt 04.08.2019, 15:24
Hartmut Hartmut ist gerade online
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AW: Tips für Enginevergleiche/-tests unter MessEmu/Winboard

Nun noch ein kleiner Nachtrag, da ich gestern von einem User gefragt wurde, wie man Enginewettkämpfe eventuell besser automatisieren kann.

Da stoßen wir im Moment leider noch ans Limit der Möglichkeiten. Vor allem bei Winboard. Winboard ist in dieser Hinsicht ziemlich dämlich. Zwar gibt es hier im Menu "Mode" die Option "Machine Match" aber leider funktioniert diese Option mit unseren Mess-Emus nicht zufriedenstellend. Winboard selbst erkennt nicht, dass nach einem regelgemäßen Ende der Partie eine neue Partie beginnen soll und bleibt nach der ersten Partie einfach stehen. Es scheint, dass normale Windows-Engines in diesem Fall noch irgendetwas an die GUI senden wodurch dann die GUI weiss: "Aha, Partieende, weiter gehts". Die Mess-Engines tun dies anscheinend nicht. Inwieweit hier Arena schlauer ist, habe ich noch nicht ausprobieren können, werde dies aber in den nächsten Tagen nachholen.

Große Hoffnungen habe ich allerdings hier auch bei Arena nicht. Zwar ist Arena in vielfacher Hinsicht klüger als Winboard, aber an einigen Problemen kommt auch Arena wohl nicht vorbei. Ich musste bisher jedenfalls bei vielen Enginetests immer mal wieder eingreifen. Nicht in der GUI, aber bei den Emulationen selbst.

Manche Geräte sagen ja im Vorfeld das Matt an oder geben eine Partie auf, wenn das Matt unvermeidlich ist. Wenn nun ein Sargon 2.5 seine Laufschrift anzeigt: "I Resign, OK?" kann man danach weiterspielen und es hat keine Auswirklung. Einige Fidelity-Sensory-Geräte sind da aber in Bezug auf die GUI sehr gemein. Sie sagen ein Matt an, indem einige Leuchtdiodenreihen komplett aufläuchten und erwarten dass man dann CL drückt, bevor sie sich zum Weiterspiel bewegen lassen bzw. bevor sie überhaupt den Zug anzeigen, den sie zu spielen gedenken. Und so wartet die GUI... und wartet... und wartet... und kommt nix. Allein aus diesem Grund ist ein "Über-Nacht-Schnellturnier" bereits zum Scheitern verurteilt.

Hier gibt es leider nur die Möglichkeit, selber in den lua-Dateien zu experimentieren und vielleicht eine Abfrage einzubauen, die checken kann, ob z.B. eine ganze Reihe Dioden aufleuchten (wie eben bei Fidelity Sensory-Geräten) oder etwas anderes geschieht, was vielleicht bei anderen Geräten üblich ist.

An Franz braucht man sich in diesem Fall nicht zu wenden, da er bereits angekündigt hat, sich um diese .lua-Dateien nicht mehr kümmern zu wollen (wenngleich... vielleicht kann ihn ja der eine oder andere mit einem Kasten Bier oder irgendetwas anderem bestechen, grins)

Oder aber man wendet sich an den Ersteller der .lua-Dateien. Den Link zu den Dateien habe ich ja schon mal gepostet. Möglicherweise kann man in dem entsprechenden GitHub-Portal ja mal solche Fragen stellen.

By the Way: Wenn jemand solche Probleme lösen kann und eine solche lua-Datei verändert oder an anderer Stelle eine Lösung findet, wäre es nett, wenn er uns am Schatz seines Wissens teilhaben lässt und diese Dateien dann auch zur Verfügung stellt.

Edit: Micha hat mir gesagt, dass mehrere Partien unter Arena zu funktionieren scheinen (wobei das sicherlich auch Engineabhängig ist, denn das Fidelity Sensory-Problem wird auch Arena nicht automatisch lösen), aber sich die Spielstufen angeblich nicht verändern lassen. Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert. Wer aber ein Turnier oder einen Wettkampf starten will, kann auch in den .lua-Dateien einfach den Wert "Interface Level" vom dort eingegebenen Standardwert auf den gewünschten Wert ändern. Das funktioniert zwar meist nicht mit komplizierten Zeitstufen wie bei Mephisto Almeria und ähnlichen, aber mit den normalen Spielstufen bzw. bei Boris mit der Zeiteinstellung funktioniert es.

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Geändert von Hartmut (04.08.2019 um 15:59 Uhr) Grund: Ergänzung
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applechess (04.08.2019), Chessguru (04.08.2019)
  #5  
Alt 04.08.2019, 21:58
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AW: Tips für Enginevergleiche/-tests unter MessEmu/Winboard

 Zitat von Hartmut Beitrag anzeigen
Edit: Micha hat mir gesagt, dass mehrere Partien unter Arena zu funktionieren scheinen (wobei das sicherlich auch Engineabhängig ist, denn das Fidelity Sensory-Problem wird auch Arena nicht automatisch lösen), aber sich die Spielstufen angeblich nicht verändern lassen. Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert. Wer aber ein Turnier oder einen Wettkampf starten will, kann auch in den .lua-Dateien einfach den Wert "Interface Level" vom dort eingegebenen Standardwert auf den gewünschten Wert ändern. Das funktioniert zwar meist nicht mit komplizierten Zeitstufen wie bei Mephisto Almeria und ähnlichen, aber mit den normalen Spielstufen bzw. bei Boris mit der Zeiteinstellung funktioniert es.
Ja, funktioniert unter Arena bei meinen bisherigen Tests sehr gut. Auch die angesprochenen Probleme mit Fidelity oder anderen Geräten, welche auf eine Eingabe (Mattansage etc.) warten, treten mit der neuen Version nicht auf.

Wer also Spaß an vollautomatischen Turnieren mit Schachcomputern hat, kann dieses unter Arena durchaus durchführen. Und selbst bei Spielstufen bzw. speziellen Einstellungen (z.B. Turnierbibliothek o.ä.) findet sich eine Lösung. Ist nicht ganz simpel, aber auch nicht so schwer, sprich machbar. Die lua-Dateien muss nach nicht anfassen, geht auch etwas einfacher. Als Test hatte ich folgende Konstellation gewählt. Tasc R40 V2.5 mit normaler Turnierbibliothek gegen Mephisto Risc II ebenfalls mit Turnierbibliothek. Als Spielstufe hatte ich 30 Sekunden pro Zug gewählt. Also nicht nur 1 Partie, sondern ein Turnier über mehrere Partien.

Aber wer nicht der große Freund von vollautomatischen Turnieren ist, wird mit Arena sehr glücklich. Was mir bisher gar nicht bewusst war, Arena ermöglicht das Spiel gegen einen Schachcomputer wie gegen eine Engine, d.h. die Antwortzüge des Schachcomputers werden automatisch unter Arena auf dem virtuellen Brett ausgeführt. Und da man unter Arena auch entsprechende externe Bretter anschließen kann (habe ich aber noch nicht getestet), hat man die fast perfekte Schachcomputerstation.

Ich muss gestehen, ich bin schwer begeistert von all den Möglichkeiten.

Gruß
Micha
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Boris (27.08.2019)
  #6  
Alt 04.08.2019, 23:08
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Hallo ....

Zitieren:
Und da man unter Arena auch entsprechende externe Bretter anschließen kann (habe ich aber noch nicht getestet), hat man die fast perfekte Schachcomputerstation.
Ja , das geht jedenfalls mit dem DGT Brett wunderbar. Unter Arena zusätzlich die Sprachausgabe aktivieren und man kann entspannt spielen.
Schade das Franz in dieser Richtung nichts mehr entwickelt. Aber man hat ja genug Engines zur Auswahl.

Viele grüße

Mark 1
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  #7  
Alt 04.08.2019, 23:56
Hartmut Hartmut ist gerade online
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 Zitat von Chessguru Beitrag anzeigen
Ja, funktioniert unter Arena bei meinen bisherigen Tests sehr gut. Auch die angesprochenen Probleme mit Fidelity oder anderen Geräten, welche auf eine Eingabe (Mattansage etc.) warten, treten mit der neuen Version nicht auf.
Ja, die neuen lua-Plugins scheinen um Längen besser durchdacht zu sein. Ich hatte seit Installation der neuen Version auch keine Probleme dieser Art mehr. Die ursprünglichen luas hatten ja wirklich nur das allernotwendigste drin und da musste Franz oftmals gerwaltig nachbessern damit es läuft. Die neuen dateien hingegen machen in meinen bisherigen kurzen Tests einen absolut guten und durchdachten Eindruck. Mag sein, dass mit der Zeit da trotzdem irgendwo mal ein Problem auftaucht aber bisher läuft alles super.

Zitieren:
Wer also Spaß an vollautomatischen Turnieren mit Schachcomputern hat, kann dieses unter Arena durchaus durchführen. Und selbst bei Spielstufen bzw. speziellen Einstellungen (z.B. Turnierbibliothek o.ä.) findet sich eine Lösung. Ist nicht ganz simpel, aber auch nicht so schwer, sprich machbar. Die lua-Dateien muss nach nicht anfassen, geht auch etwas einfacher.
Es ist Dir durchaus erlaubt, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern, wie Du das mit dem Turnier und den entsprechenden Einstellungen genau gemacht hast ohne an den luas zu basteln... Ich hab zwar durchaus einen gewissen Forschergeist in mir, aber das Rad zweimal erfinden muss ich ja auch nicht, lach...
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  #8  
Alt 05.08.2019, 11:49
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Hallo Hartmut....

Wie sieht es eigenglich mit der Reduzierbarkeit von Partien aus Engine A gegen Engine B . Da ja alles automatisiert abläuft sind ja die Zeiten immer identisch bei der Zugübermittlung. Das Pergament Brain spielt dabei
wohl keine Große Rolle , wenn es um Abwechslung geht bei den Partien.

Wie wäre es wenn man eine Verzögerung bei jeden Zug die zwischen 2 und 5 sec (RND) dauert und so eventuelle mehr Abwechslung bringt. In Endeffekt simuliert man halt den Menschen der die Züge eingibt .

Ich Weiß , doofe Idee und nicht im Sinne der Entwickler .Aber für uns vielleicht ein nettes Feature bei Eng- Eng Vergleiche.

Viele Grüße

Mark 1
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  #9  
Alt 05.08.2019, 13:02
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 Zitat von Mark 1 Beitrag anzeigen
Hallo Hartmut....

Wie sieht es eigenglich mit der Reduzierbarkeit von Partien aus Engine A gegen Engine B . Da ja alles automatisiert abläuft sind ja die Zeiten immer identisch bei der Zugübermittlung. Das Pergament Brain spielt dabei
wohl keine Große Rolle , wenn es um Abwechslung geht bei den Partien.

Wie wäre es wenn man eine Verzögerung bei jeden Zug die zwischen 2 und 5 sec (RND) dauert und so eventuelle mehr Abwechslung bringt. In Endeffekt simuliert man halt den Menschen der die Züge eingibt .

Ich Weiß , doofe Idee und nicht im Sinne der Entwickler .Aber für uns vielleicht ein nettes Feature bei Eng- Eng Vergleiche.

Viele Grüße

Mark 1
Irgendwie verstehe ich die Frage nicht. Was genau meinst Du mit Reduzierbarkeit? Die Zufallsgeneratoren sorgen normalerweise für Abwechslung in den Partien. Ich habe jetzt hunderte von Partien mit der Emu gespielt. Ich hatte keine 2 Partien die vollkommen identisch gewesen wären.
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  #10  
Alt 05.08.2019, 14:39
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Hallo Hartmut


 Zitat von Hartmut Beitrag anzeigen
Irgendwie verstehe ich die Frage nicht. Was genau meinst Du mit Reduzierbarkeit? Die Zufallsgeneratoren sorgen normalerweise für Abwechslung in den Partien. Ich habe jetzt hunderte von Partien mit der Emu gespielt. Ich hatte keine 2 Partien die vollkommen identisch gewesen wären.
Zwischen 2 Engines ? Darauf bezieht sich meine Frage .Wenn ich angenommen 50 Partien zwischen 2 Engines spiele oder auch mehr , kann es doch sein das Partien identisch sind. So selten scheint das nicht zu sein trotz Zufallsgeneratoren .


Viele Grüße
Mark 1
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Hartmut (05.08.2019)
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