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  #1  
Alt 07.11.2018, 12:07
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applechess applechess ist offline
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Mensch - Maschine (Computer)

Liebe Schachfreunde

In den Jahren 1986-1992 habe ich jeweils in unserem Klubturnier
ein Schachprogramm mitlaufen lassen. Gesamthaft sind so 46
Partien zusammengekommen. All diese habe ich ausführlich
kommentiert (Englisch/Deutsch). Wenn Interesse vorhanden ist
in diesem Forum, werde ich diese Partien publizieren. Was meint
man dazu?

Viele Grüsse
Kurt
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borromeus (10.11.2018), breizatao (08.11.2018), Eckehard Kopp (08.11.2018), Egbert (07.11.2018), Oberstratege (07.11.2018)
  #2  
Alt 07.11.2018, 12:10
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Egbert Egbert ist offline
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AW: Mensch - Maschine (Computer)

Gerne Kurt,

solche "nostalgischen Rückblicke" kommen in unserem Forum sicherlich sehr gut an.

Gruß
Egbert
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applechess (07.11.2018)
  #3  
Alt 07.11.2018, 12:34
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Daumen hoch AW: Mensch - Maschine (Computer)

Auf diese Partien würde ich mich sehr freuen. Das Duell Mensch gegen Maschine ist für mich der spannenste Bereich des Computerschachs, sofern es keine Spaßpartien sind.

Aber in ein Turnier integriert, besser geht es nicht.
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applechess (07.11.2018)
  #4  
Alt 08.11.2018, 00:30
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AW: Mensch - Maschine (Computer)

 Zitat von applechess Beitrag anzeigen
Liebe Schachfreunde

In den Jahren 1986-1992 habe ich jeweils in unserem Klubturnier
ein Schachprogramm mitlaufen lassen. Gesamthaft sind so 46
Partien zusammengekommen. All diese habe ich ausführlich
kommentiert (Englisch/Deutsch). Wenn Interesse vorhanden ist
in diesem Forum, werde ich diese Partien publizieren. Was meint
man dazu?

Viele Grüsse
Kurt




Ich denke, "man" wäre positiv angetan, inclusive mich!


Gruß
Otto
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Schach ist das Spiel, das die Verrückten gesund hält. (Albert Einstein)
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applechess (08.11.2018)
  #5  
Alt 08.11.2018, 16:03
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AW: Mensch - Maschine (Computer)

Hallo Kurt,

 Zitat von applechess Beitrag anzeigen
Wenn Interesse vorhanden ist
in diesem Forum, werde ich diese Partien publizieren. Was meint
man dazu?
natürlich immer sehr gerne.

Aber du hast dir die Arbeit schon einmal gemacht. Die 1.Partie Amsterdam - Udo Kindler kam mir doch recht bekannt vor.

Schau mal in diesen Thread:
https://www.schachcomputer.info/foru...ead.php?t=5348

Folgende Partien waren damals enthalten:


[Event "VM 120'/40"]
[White "Mephisto Amsterdam 16bit"]
[Black "Kindler, Udo"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "1"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1986.??.??"]
[WhiteElo "2000"]
[BlackElo "1751"]
[PlyCount "46"]

1. d4 {Club Tournament Pfaeffikon 1986; Mephisto Amsterdam 16bit with the
68000 CPU vs Udo Kindler, ELO 1751; Considering the ELO rating of Mephisto
Amsterdam, this game should be a clear win for the computer. But Udo Kindler
likes gambits and unusual openings, he is good at tactics and an excellent
blitz player. And indeed: the first game was a great disappointment for all
chess computer fans. Mephisto Amsterdam had never a chance to show his good
manners and clearly lost a bad played game. / Von der ELO-Wertung her eine
klare Sache zugunsten des Computers. Der Schwarz-Spieler, ELO 1751, wendet
stets Gambite oder ungewoehnliche Eroeffnungen an, ist ein guter Taktiker und
excellenter Blitzspieler, der in dieser Sparte regelmaessig 2000 ELO-Gegner
erledigt. Und tatsaechlich: die erste Partie war eine herbe Enttaeuschung fuer
die Computerfans, denn Mephisto Amsterdam verlor auf klaegliche, eines
Weltmeisters unwuerdige Art und Weise.} e5 2. dxe5 Nc6 3. Nf3 d6 (3... Qe7 4. Nc3 Nxe5 5. e4 c6 {is a more common continuation but Udo Kindler does not want
to regain the pawn with a better position for White. Instead he plays a gambit
to get a lead in developement and active placed pieces / ist die ueblichere
Fortsetzung, doch Udo Kindler will nicht den Bauern zurueck mit besserer
Stellung fuer Weiss. Stattdessen spielt er ein Gambit, um die bessere
Entwicklung und aktiver postierte Figuren zu erhalten.} )4. Bg5 {This is of
course not a fault but after black's answer the half open f-file will be to
black's advantage. Therefore it was more solid to reply 4.Bf4 and to force
Black to clarify the situation in the centre. / Fraglich, die erzwungene
Oeffnung der f-Linie dient nur dem schwarzen Angriff, weshalb es besser war,
Schwarz durch 4.Lf4 zur Klaerung der Situation im Zentrum zu zwingen.} f6 5. exf6 Nxf6 6. Nc3 Be7 7. e4 {OK although 7.e3 - keeping the squares d4 and f4
under control - looks somewhat more solid. / In Ordnung, obwohl 7.e3 - was die
Felder d4 und f4 kontrolliert - etwas solider erscheint.} 0-0 8. Bc4+ {Gaining
a tempo but In view of the coming Bc8-g4, 8.Be2 was maybe safer / Gewinnt ein
Tempo, doch der die Fesslung vermeidende Zug Le2 war vielleicht vorzuziehen.} Kh8 9. 0-0 Bg4 10. Be3 Bh5 11. h3 {Not the best move and only weakening the
king position. Why not simply the unpinning 11.Be2 / Nicht das Beste und nur
die Koenigsstellung schwaechend. Weshalb nicht einfach der Entfesslungszug 11.
Le2} Qd7 {Prevents g2-g4 on account of Nxg4 / Verhindert g4 wegen Sxg4} 12. a3 {?! To repeat me: 12.Be2 looks better / Um mich zu wiederholen: 12.Le2 sieht
besser aus.} Rae8 {Black is a pawn down but has actively placed pieces.
Nevertheless should it still be possible for white to at least equalize by 13.
Be2 when it is not clear whether Black has sufficient compensation for the
material / Durch Mephisto Amsterdam's Spielweise gelang es dem Schwarzen, sich
zu entwickeln und die Figuren gut aufzustellen. Trotz allem ist es fraglich,
ob nach dem Entfesslungszug 13.Le2 Kindler genuegend Kompensation fuer den
Bauern gehabt haette.} 13. Kh2 {What the hell is the king doing here? / Was
zum Teufel will der Koenig hier?} Bd8 {[#] Now black's pieces exert enormous
pressure on white's centre and there is no alternative for Mephisto Amsterdam
but to give back the pawn / Nun ueben die schwarzen Figuren enormen Druck auf
das weisse Zentrum aus und es gibt nichts anderes für Mephisto Amsterdam als
den Bauern zurueckzugeben.} 14. Qd3 {?? A horrible mistake just losing the
game / Ein schrecklicher Fehler, der einfach zum Partieverlust fuehrt.} (14. Be2 Nxe4 15. Nxe4 Rxe4 {was the best continuation with about an equal position
/ war die beste Fortsetzung mit etwa ausgeglichener Stellung} )Bxf3 15. gxf3 Ne5 $19 {Gaining an important tempo for the attack. / Gewinnt fuer den
Angriff ein wichtiges Tempo.} 16. Qe2 Nh5 {Mephisto Amsterdam has allowed his
opponent to demolish white's kingside. Some players were laughing when they
saw this bad position for white: this should be the computer world champion? /
Nach der von Mephisto Amsterdam angestrebten Abwicklung ist die weisse
Stellung mit zersplittertem Koenigsfluegel zu einer unheilbaren Ruine geworden.
Einige Spieler konnten sich nicht verklemmen, die schwache Vorstellung des
Computer-Weltmeisters mitleidig zu belaecheln.} 17. Rh1 (17. f4 {does not help
after / hilft nichts wegen} Nxf4 18. Bxf4 Rxf4 19. f3 Rh4 {-+} )Nxf3+ {
Even stronger was of course 17...Rxf3 / gar staerker war natuerlich 17...Txf3} 18. Kg2 Nf4+ (18... Nh4+ 19. Kg1 Rf3 {wins too but is more complicated /
gewinnt ebenfalls, ist aber komplizierter} )19. Bxf4 {Forced / Erzwungen} Rxf4 {White has such a bad position that it's no longer possible to find a
satisfacory defence / Die weisse Stellung ist derart schlecht, dass es keine
befriedigende Verteidigung mehr gibt} 20. Qe3 Nh4+ {Black has already several
ways to win here. / Schwarz hat hier schon mehrere Wege zum Sieg.} 21. Kg1 {or} ({a)} 21. Kh2 Rf3 22. Qxa7 Qxh3+ 23. Kg1 Qg2# )({b)} 21. Kf1 Rf3 22. Qd2 Rxh3 23. Rxh3 Qxh3+ 24. Ke2 Qf3+ 25. Ke1 Ng2+ 26. Kf1 Nf4 {-+} )Rf3 22. Qe2 Rxh3 23. Be6 {Desperation / Verzweiflung} (23. Rxh3 Qxh3 24. f4 Nf3+ 25. Kf2 Nd4 {and in view of the threat ...Bh4+ White loses his queen / und angesichts
der Drohung ...Lh4+ verliert Weiss seine Dame} )Qxe6 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "Mephisto Amsterdam 16bit"]
[Black "Hugentobler, Patrik"]
[Site "Pfaeffikon (publiziert)"]
[Round "2"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1986.??.??"]
[WhiteElo "2000"]
[BlackElo "2120"]
[PlyCount "158"]

1. e4 Nf6 {Gegen den Turnierfavoriten mit 2120 ELO gab ich dem Mephisto Amsterdam keine Chance, insbesondere nachdem der Computerschach-Weltmeister in der ersten Runde mit Weiss gegen einen 1751 ELO-Spieler schmachvoll schwach spielend verloren hatte.} 2. e5 Nd5 3. d4 d6 4. Nf3 Bg4 5. Be2 c6 {Eine interessante Idee von Salo Flohr. Schwarz ist bereit, das Laeuferpaar aufzugeben mit Lxf3, um dann nach dxe5 Druck auf den weissen e5-Bauern auszuueben und die Entwicklung zu vollenden.} 6. Ng5 (6. 0-0 Bxf3 7. Bxf3 dxe5 8. dxe5 e6 9. Qe2 Nd7 {ist die normale Hauptvariante.} )Bf5 (6... Bxe2 7. Qxe2 dxe5 8. dxe5 e6 9. 0-0 Nd7 {ist eine ebenfalls noch bekannte Theorievariante, doch Theoriekenner Patrik Hugentobler waehlt die populaerste Antwort} )7. Bg4 {Mephisto Amsterdam ist noch immer in der Eroeffnungsbibliothek, waehrend P.Hugentobler zum ersten Mal zur Denkarbeit gezwungen wird. Denn so hat noch niemand gegen ihn gespielt. Die ueblichen Zuege hier sind 7.Ld3 oder das unklare 7.e6.} Bxg4 8. Qxg4 {Weiss letzter Buchzug} h6 {Der gefaehrliche Springer soll weichen, bevor er am Koenigsfluegel noch Schaden anrichten kann.} 9. Nf3 {Eine vernuenftige Antwort. In Frage kam auch 9.Se4 oder gar das unklare 9.Dh3} Qd7 {Hugentobler ist stark im Endspiel mit viel Geduld und wuerde deshalb den Damentausch begruessen. Allerdings hinterlaesst der Textzug einen leicht gekuenstelten Eindruck, denn Weiss wird nicht so dumm sein, die Damen zu tauschen und den gegnerischen Sb8 gratis zu entwickeln. So wird die schwarze Dame bald wieder ziehen und ein Tempo verlieren muessen.} 10. Qe4 e6 11. 0-0 Qc7 {Macht das Feld d7 fuer den Sb8 frei und bereitet die Entwicklung seines Koenigsfluegels vor. Der Computer hat die Eroeffnung ganz ansprechend behandelt und leichtes Uebergewicht erzielt; der Schwarze war mit seiner Stellung nicht ganz zufrieden.} 12. c4 {Gut gespielt: Weiss erhoeht seinen Einfluss im Zentrum und vertreibt den stark stehenden d5-Springer, der nicht auf das uebliche Feld nach b6 ziehen darf.} Nb4 {Das ist aktiver als der Rueckzug 12...Se7, aber ebenfalls mit Nacheilen behaftet, was das Computerprogramm allerdings nicht ausnutzt.} ({Nach} 12... Nb6 $2 13. exd6 Qxd6 14. c5 Qd5 15. Qf4 Nc8 16. Ne5 {liegt die schwarze Stellung schon fast in Truemmern.} )13. a3 {!? Schade fuer die verpasste Gelegenheit, mit 13.exd6 die klar bessere Stellung zu erhalten.} (13. exd6 Bxd6 14. a3 N4a6 15. c5 Be7 16. Qg4 g6 17. Bf4 Qd8 18. Nc3 {+/-} )d5 {! Diesen das Zentrum schliessenden Zwischenzug, der die wichtigsten Probleme von Schwarz loest, hat Mephisto Amsterdam nicht beachtet.} ()14. Qe2 N4a6 15. Bf4 {?! Dies dient keinem ersichtlichen Zweck. Hugentobler erwartete c5 oder cxd5 mit weissem Vorteil. Jetzt nimmt Schwarz nach dem Tausch auf c4 das starke Feld d5 in Beschlag.} dxc4 16. Qxc4 (16. Nfd2 b5 17. Nc3 Qd7 18. Nde4 {war eine starke Alternative, die einem Computerprogramm des Jahres 1986 natuerlich nie und nimmer in den Sinn gekommen waere.} )Nd7 17. Nbd2 {Logischer scheint 17.Sc3 und das Feld d5 ist unter Kontrolle} Nb6 18. Qc2 Nd5 (18... g5 19. Be3 0-0-0 {waere eine Variante fuer agressiv eingestellte Spieler.} )19. Bg3 c5 {Eine Befreiungsaktion, bevor der Einengungszug b2-b4 moeglich ist. Der durch den Computer nun eingeleitete Damentausch erleichtert das schwarze Spiel; andererseits ist nicht zu sehen, wie Weiss seine Stellung verstaerken koennte.} 20. Qa4+ Qd7 21. Qxd7+ Kxd7 {P.Hugentobler hat den Damentausch erreicht und muss sich nun vor überraschenden Angriffen keine Sorgen mehr machen.} 22. Rfc1 (22. Nc4 {um einen Turm auf die d-Linie zu bringen - wo der schwarze Koenig steht - war eine dem Textzug zu bevorzugende Alternative} Be7 23. Rad1 {=} )Rc8 23. Rc4 {?! Die Einleitung zu einem verfehlten Plan mit Turmverdoppelung auf der c-Linie. Mephisto Amsterdam uebersieht vollkommen den 24.Zug von Schwarz} Be7 24. Rac1 {? Hier gab es bessere Alternativen wie 24.dxc5 oder 24.Se4} b5 {! Die fuer den Computer ueberraschende Antwort} 25. R4c2 c4 {Das Blatt hat sich gewendet. Dank der Bauernmehrheit am Damenfluegel und dem "toten" weissen Lg3 steht nun Schwarz besser.} 26. Ne4 Nb8 27. Nc3 a6 28. a4 {Zweckmaessiger scheint der Springertausch im Zentrum 28.Sxd5 exd5 mit nur leichtem schwarzen Vorteil. Immerhin koennte Weiss in der Folge seine Bauernmehrheit am Koenigsfluegel nach genuegender Vorbereitung ebenfalls in Bewegung setzen} Nb4 {Alles scheint sich plangemaess abzuspielen. Der schwarze Sb4 wird sich auf d3 einnisten, der schwarze b5-Bauer rueckt nach b4 vor und es waere nur noch eine Frage der Zeit, bis das schwarze Uebergewicht am Damenfluegel die Entscheidung herbeifuehren wuerde. Voellig ueberraschend gibt nun Mephisto Amsterdam die Qualitaet, laesst sich somit nicht erdruecken, macht die Lage kompliziert und spannend.} 29. axb5 {Diese Ueberraschung haette ich vom ansonsten zaghaft agierenden Mephisto Amsterdam nicht erwartet.} Nxc2 30. Rxc2 axb5 31. Nxb5 Bb4 {Die heutigen (2017) Computerprogramme bevorzugen 31...Sc6 in dieser Stellung.} (31... Nc6 32. Rxc4 Na7 33. Rxc8 Rxc8 34. Nc3 Bb4 35. Bf4 Bxc3 36. bxc3 Rxc3 {-+} )32. Nd6 {?! Nach nur drei Minuten Bedenkzeit eine schwer wiegende Entscheidung, da der auf d6 entstehende Freibauer zur Schwaeche neigt} Bxd6 33. exd6 f6 {Nimmt dem Gegner das wichtige Zentrumsfeld e5} 34. Nd2 {Weiss will wenigstens den c4-Bauern abholen.} Rc6 35. Rxc4 Rxc4 36. Nxc4 Kc6 37. Kf1 (37. Ne3 Nd7 38. Kf1 Rb8 39. Ke2 Rxb2+ 40. Kd3 {sieht auf lange Frist betrachtet auch nicht besser aus.} )Nd7 {? Kurz vor der Zeitkontrolle eine fuer Patrik Hugentobler unuebliche Ungenauigkeit, denn 37...Kd5 haette hier den Kampf viel rascher entschieden; so kommt es gar zum Partieabbruch und Schwarz muss sich noch lange plagen.} 38. Ke2 Kb5 {!? Etwas besser war 38...Tb8} 39. Kd3 Rc8 40. Ne3 Kb4 {Genauer waren 40...Tb8 oder 40...Kc6} 41. d5 {?! Weiss kann leider nicht still halten, was mit 41.f4 oder 41.Sd1 vorzuziehen war.} Nc5+ 42. Kd2 e5 43. f4 {Etwas ueberraschend, aber durchaus nicht schlecht.} Ne4+ 44. Kd3 Nc5+ {Hier wurde die Partie abgebrochen.} 45. Ke2 Nd7 46. fxe5 fxe5 47. Kd3 Kc5 48. Nf5 $6 {Verhindert Kxd5 wegen der Gabel Se7+. Aber mit 48.Le1 konnte Weiss dem Gegner das Leben noch schwerer machen. Die Erzielung des Gewinns erfordert nun ploetzlich viel Arbeit.} Rb8 49. Kc3 {Wie soll das Programm auch erkennen, dass es wichtiger war, die schwarzen Bauern am Koenigsfluegel zu beseitigen, statt den unnuetzen Bauern auf b2 zu halten. Da die Partie auf jeden Fall verloren war, kann man dem Computer keinen Vorwurf machen. Wie man sieht, muss sich der Turnierfavorit weiterhin gehoerig anstrengen, bis der volle Punkt im Trockenen ist} g6 {! Eine starke Erwiderung} 50. Nxh6 Kxd6 51. Ng4 Kxd5 52. Ne3+ Ke4 53. Ng4 Rc8+ 54. Kd2 Rc5 55. h3 Rd5+ 56. Kc2 {Der weisse Koenig muss bei seinem b-Bauern bleiben.} Rb5 57. Kc3 Ra5 58. Nf2+ Kd5 59. Nd3 Ra1 60. b3 Rg1 {Sieht entscheidend aus, aber ...} 61. Bh2 {! Eine unerwartete Riposte mit einer boesartigen Falle, sollte der Turm auf g2 zugreifen.} Rf1 (61... Rxg2 62. Bxe5 Nxe5 {?} 63. Nf4+ Ke4 64. Nxg2 )62. Nb4+ {? Schade, richtig war 62.Lg3 und Schwarz hat es viel schwerer. Das Eindringen des schwarzen Koenigs nach e4 haette Weiss nicht zulassen duerfen.} Ke4 63. Nd3 Rf5 64. Bg1 {Geschickt haelt Mephisto Amsterdam die Einbruchspforten verschlossen} Rf1 65. Bh2 Rf6 {Stark, damit der Turm wieder auf den Damenfluegel schwenken kann} 66. Ne1 Ke3 ({Schneller haette} 66... Rf2 67. Bg3 Re2 68. Kc4 Nf6 69. b4 Nh5 70. Bxe5 Kxe5 71. Nd3+ Kd6 {gewonnen.} )67. Bg3 Rc6+ 68. Kb2 Rc8 {Weiss geraet langsam in Zugzwang und gegen das weitere Vorruecken des schwarzen e-Bauern ist der Computer machtlos} 69. Nc2+ Ke2 70. b4 e4 71. Bf4 Nb6 {Nun eilt gar noch der Springer zu Hilfe, der je nach den Umstaenden auf c4 oder d5 opimale Felder findet.} 72. Ne3 Kd3 73. Kb3 Rc3+ 74. Ka2 Nc4 {Das Ende naht ...} 75. Nd5 Rc2+ 76. Kb3 Rxg2 77. b5 Rb2+ 78. Ka4 e3 79. Nb4+ {Nach dem naechsten Zug von Schwarz habe ich die Partie abgebrochen, da der Schwarzspieler auch die zweite Zeitkontrolle unbeschadet ueberstanden hat. P. Hugentobler war voll des Lobes ueber die Leistung von Mephisto Amsterdam, und nach diesem Kampf erhoehte sich auch bei den kuenftigen Gegnern der Respekt vor dem Elektronenhirn. Resultatmaessig konnte man natuerlich nicht zufrieden sein, denn 0 Punkte aus 2 Partien verheissen nichts Gutes fuer den weiteren Turnierverlauf.} Ke4 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "Scheidegger, Andreas"]
[Black "Mephisto Amsterdam 16bit"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "3"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1986.??.??"]
[WhiteElo "1989"]
[BlackElo "2000"]
[PlyCount "80"]

1. e4 {Andreas Scheidegger, ELO 1989, pflegt einen aktiven, dynamischen Stil} e5 {Wie froh war ich, dass Mephisto Amsterdam nicht die Sizilianische Verteidigung waehlte gegen einen Spezialisten des Morra-Gambits} 2. Nf3 Nc6 3. Nc3 Nf6 4. d4 exd4 5. Nd5 {Das so genannte Belgrader-Gambit im Vierspringer-Spiel, falls Schwarz auf e4 schlaegt. Die Annahme kann man nur jenen empfehlen, welche diese Variante studiert haben, ansonsten die Gefahr eines raschen Untergangs gross ist.} Be7 {Gluecklicherweise verzichtet das Computerprogramm auf das scharfe und von Weiss anvisierte 5...Sxe4} 6. Bc4 0-0 7. 0-0 d6 8. Nxd4 Nxd4 9. Qxd4 Nxd5 {Der Mephisto Amsterdam hat das Gambit nicht angenommen und soeben den letzten Zug aus der Bibliothek gespielt.} 10. Bxd5 Bf6 {Logisch, dass Schwarz seinen Laeufer auf die gute Diagonale stellt.} 11. Qd3 Qe7 12. c3 {Hebt den Druck gegen b2 auf und schraenkt damit auch die Beweglichkeit des gegnerischen Lf6 ein.} Re8 {Druck gegen den weissen e4-Bauer, ein guter Zug von Mephisto Amsterdam.} 13. Bf4 a6 {Dient keinem besonderen Zweck. Wenn schon ein Zug mit dem a-Bauer, dann war 13...a5 gut, um dem raumgreifenden b2-b4 des Gegners zu begegnen. Gut war aber einfach 13...Tb8, damit b7 deckend zur Vorbereitung der Entwicklung des weissfeldrigen Laeufers.} (13... c6 {?! verliert einen Bauer nach} 14. Bxd6 Qd8 (14... Qxd6 {??} 15. Bxf7+ Kxf7 16. Qxd6 {und die schwarze Dame ist futsch.} )15. Bb3 Be6 16. Bc2 g6 )14. Rae1 Rb8 {Der Lc8 soll endlich zur Entwicklung gelangen.} 15. Bb3 Be6 {Trotz des getadelten 13...a6 hat Schwarz die Eroeffnung gut gemeistert und eine fast gleichwertige Stellung erlangt.} 16. Bc2 {Mit dem toedlichen Plan e4-e5 mit Angriff auf den Lf6 und der Mattdrohung Dxh7.} Be5 {Geht so den unguenstigen Verwicklungen nach ...Lxa2 aus dem Weg. Eine gute Alternative war hier jedoch auch 16...g6, womit gleichzeitig dem Koenig ein Luftloch geoeffnet wird.} (16... Bxa2 {?!} 17. b3 {schliesst den Laeufer ein} Be5 18. Bxe5 Qxe5 19. Qd2 Qe6 20. Qd5 Qxd5 21. exd5 Rxe1 22. Rxe1 {bald gefolgt von Te1-a1, was Schwarz zwingt, den Laeufer mit Lxb3 herzugeben.} )17. Bc1 Bxa2 {? Bis zum 16.Zug hatte Mephisto Amsterdam 33 Min. verbraucht, weshalb es nicht verstaendlich ist, einen derart waghalsigen Bauerngewinn innert 99 Sekunden auszuspielen. Die folgende weisse Antwort lag auf der Hand, auch musste stets der Laeuferfang mit b3 usw. untersucht werden} 18. f4 {A.Scheidegger hat Vorteil und eine dynamische Stellung erreicht, die ihm eigentlich liegt.} Qe6 {à tempo} 19. b3 {Weiss stand vor einer schwierigen Wahl und er entscheidet sich, den gegnerischen Laeufer einzuschliessen. } (19. fxe5 {!?} Bc4 20. Qd1 Bxf1 21. Rxf1 Qxe5 {mit einer schwer abschaetzbaren Stellung; materiell herrscht Gleichstand, denn fuer die verlorene Qualitaet hat Schwarz zwei Bauern, doch besitzt Weiss das Laeuferpaar und ich tendiere auf weissen Vorteil.} )Bxb3 20. Bxb3 Qxb3 21. fxe5 Rxe5 {Nach beendeter Schlaegerei besitzt Mephisto Amsterdam drei Bauern fuer die Figur; Weiss versucht nun einen Koenigsangriff, wobei er viel Zeit fuer die einzelnen Zuege investiert. Schon hier zeichnet sich ab, dass die komplexe Partie wohl kaum mit Remis ausgehen duerfte.} 22. Bf4 {Wie die Alternative 22.Le3 zu bewerten ist, vermoegen nur tiefere Analysen zu zeigen. Intuitiv gefaellt mir Le3 besser.} Rc5 {Mit Doppelangriff auf den c3-Bauer. Es herrscht Hochspannung auf dem Brett. Die Klubmitglieder verfolgten den weiteren Gang der Dinge mit grossem Interesse. In dieser komplizierten Stellung schlagen die heutigen Schachprogramme des Jahres 2016 den Bauernvorstoss 23.e5 vor und bevorzugen klar die weisse Stellung.} 23. Re3 {Ein verstaendliches Manoever, mit dem der c3-Bauer gedeckt und der moegliche Turmschwenk nach g3 oder h3 vorbereitet wird.} Qb6 {Weshalb nicht das noch bessere 23...Dc4?} 24. Kh1 {Dass Weiss den Damentausch nach 24.Dd4 Tb5 vermeiden will, ist erklaerbar, denn Weiss traeumt vom Koenigsangriff. Objektiv betrachtet ist 24.Kh1 aber die schliesslich schlechtere Wahl, denn eigentlich verfehlt Weiss mit diesem Zug seinen Wunsch, den Damentausch zu vermeiden, den Schwarz nun mit ...Db5 haette erzwingen koennen.} ({a) Mit} 24. Rb1 Rxc3 (24... Rb5 25. Rxb5 axb5 26. e5 dxe5 27. Bxe5 {+=} )(24... Qc6 25. e5 dxe5 26. Bxe5 Re8 27. Rbe1 {+=} )25. Rxb6 Rxd3 26. Rxd3 cxb6 27. Rxd6 {konnte Weiss noch immer das bessere Spiel haben. Doch fuer A.Scheidegger war der Wegzug seines Turms von der halboffenen f-Linie und der Uebergang in ein Endspiel keine erstrebenswerte Option.} )({b) } 24. Qd4 Rb5 25. Qxb6 Rxb6 26. e5 d5 {zumindest unklar} )Re8 (24... Qb5 25. Qd1 Re8 {macht einen gar noch besseren Eindruck} )25. Rh3 {? Damit geraet Weiss auf die schiefe Bahn. Es gab nur zwei Optionen, um den Kampf gleichwertig zu gestalten, naemlich 25.e5 und 25.Tg3.} Qb5 26. Qf3 {? Andreas Scheidegger war mit seiner Stellung zufrieden, uebersah jedoch, dass die weisse Dame an die Deckung des wTf1 gebunden ist, was der Gegner zu einem erneuten Bauerngewinn nutzt. Deshalb haette Weiss die Damen tauschen und in ein schwieriges Endspiel einklenken sollen.} Rxc3 {Das haette Schwarz nicht haben duerfen} 27. Be3 {Natuerlich nicht Dxc3 Dxf1 Matt} Qc4 {? Mit Doppelangriff auf e4, aber dieser Damenzug ist nicht gut und raeumt dem Gegner wieder gute Remischancen ein. Deshalb haette Schwarz zu dem die f-Linie blockierenden Bauernzug 27...f6! greifen muessen.} 28. Qf5 h6 {?! Eine unbedachte Verteidigung anstelle von 28...Kf8. Nun herrscht das Gefuehl vor, als ob die schwarze Koenigsstellung kurz vor dem Zusammenbruch steht. Es gelingt dem Weissen allerdings nicht, die Entscheidung zu erzwingen, zudem kam er langsam in Zeitnot und schon hier spuerte man, dass sich bald ein Drama abspielen wird ...} 29. Rf4 {?! Verpasst die letzte Ueberlebenschance mit 29.Tg3.} (29. Rg3 Qe6 (29... Rxe4 30. Qf6 (30. Qc8+ Kh7 31. Qf5+ Kg8 32. Qc8+ Kh7 33. Qf5+ Kg8 34. Qc8+ {Remis 3x} )Qxf1+ (30... g6 31. Rxg6+ )31. Qxf1 Rexe3 32. Rxe3 Rxe3 33. Kg1 Re6 {unklar} )30. Rxg7+ Kxg7 31. Bd4+ Kf8 32. Bxc3 Qxf5 33. exf5 {und in diesem Endspiel koennte noch alles passieren.} )Rb3 {? Wirft die Fruechte des Spiels wieder weg.} ({Nach} 29... Qe6 30. Qh5 Qb3 {bliebe Schwarz am Druecker} )30. Rg3 {Droht gewaltig Df6, so dass die folgende Antwort erzwungen ist.} Qe6 31. Qh5 Rb1+ {Nach einem ruhigen Zug oeffnet Weiss fuer seinen Koenig ein Luftloch und dann werden die Drohungen gegen den schwarzen Koenig wieder sehr real, so dass Schwarz bereits um das Remis kaempfen muesste. Eine Beispielvariante unten.} (31... b5 32. h3 c5 33. Rfg4 Rxe3 {erzwungen} 34. Rxe3 {und Weiss hat einen Turm fuer vier Bauern mit guten Gewinnchancen.} Re7 35. Reg3 {+-} )32. Bg1 Rb4 (32... Rb5 {war die klar bessere Wahl, denn nach dem Textzug haette Weiss mit geschicktem Figurenspiel das Gleichgewicht halten koennen ... wenn nur die Zeitnot nicht gewesen waere.} )33. Rfg4 {Noch findet Weiss die staerkste Fortsetzung.} g5 {?? Ein wahnsinniger Zug, den sich das Computerprogramm hier leistet. Dass dieser die schwarze Koenigsstellung schwaechende Sperrzug nicht einfach zu widerlegen ist, mag den Weissen zusaetzlich irritiert haben. Das Blaettchen an der Uhr des menschlichen Spielers bewegte sich unaufhaltsam nach oben. Die folgenden Zuege spielte Weiss beinahe à tempo, was in so komplexen Situationen natuerlich kein gutes Ende findet. Die einfachste Verteidigung fuer Schwarz bestand in 33...Df6 mit noch immer kompliziertem Spiel.} (33... Qf6 34. Qa5 Rexe4 35. Rxe4 Rxe4 36. Qxc7 Re1 37. Rf3 Qe7 38. Qc8+ Kh7 {und nun war Remis durch dreifache Zugwiederholung moeglich, falls Weiss nicht auf Gewinn spielen will} 39. Qf5+ Kg8 40. Qc8+ Kh7 41. Qf5+ Kg8 42. Qc8+ )34. Rh3 {? Nach dieser Zeitnot bedingten Ungenauigkeit verschlechtert sich die weisse Stellung. Dabei haette Weiss mit dem logischen Bauernvorstoss 34.h4! dem Gegner echte Probleme bereiten koennen.} (34. h4 Qg6 {erzwungen} 35. Rxg5 {huebsch, wenn auch offensichtlich} hxg5 36. Rxg5 Re6 37. e5 (37. Rxg6+ fxg6 38. Qa5 Rbxe4 39. Bf2 Re7 {unklar} )dxe5 38. Rxg6+ fxg6 39. Qg5 Kf7 40. Qd8 {+/-} )Kg7 35. Rxg5+ {Ein verzweifelter, letzter und erfolgloser Versuch} hxg5 36. Qh7+ ({Besser, aber ebenso hoffnungslos fuer Weiss ist} 36. Qxg5+ Qg6 37. Qc1 Rbxe4 38. Qxc7 b5 )Kf8 {Der Rest ist Schweigen.} 37. Rh6 Qe5 38. Rh5 Re6 39. h4 Rb1 40. Rxg5 {Nach der folgenden Antwort gab Weiss wegen weiterem Materialverlust oder noch schlimmer auf. Ein spannender Kampf mit einem fuer Weiss unerwarteten Ende. Aber eben, die Fuehrung von unklaren Angriffen erfordert Zeit, die dann im richtigen Moment in der Partie nicht mehr zur Verfuegung steht. Im Klubturnier hat nun der Computerschach-Weltmeister einen Punkt aus drei Partien.} Qd4 {Nach diesem letzten Schock gab Weiss auf.} 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "Mephisto Amsterdam 16bit"]
[Black "Egli, Jakob"]
[Site "Pfaeffikon (publiziert)"]
[Round "4"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1986.??.??"]
[WhiteElo "2000"]
[BlackElo "1725"]
[PlyCount "23"]

1. Nf3 Nf6 {Der schwächste Teilnehmer in der Klub-Meisterschaft mit ELO 1725 hatte in der letzten Runde gegen einen mit 2067 ELO bedeutend stärkeren Gegner den vollen Punkt geholt. So war auch in dieser Partie eine Überraschung nicht ganz auszuschliessen. Umso mehr, als Jakob Egli bekannt ist, stets lange, geschlossen geführte Stellungen auf dem Brett zu haben, die er oftmals erst spät zum Verlust verkorkst. Heute hatte er aber nicht den besten Tag, wurde er doch von Mephisto Amsterdam in wenigen Zügen total an die Wand gespielt.} 2. d4 g6 3. c4 d6 4. Nc3 Bg7 5. e4 0-0 6. Be2 {Weiss letzter Buchzug} b6 {?! Was mag ihn zu dieser aussergewöhnlichen Fortsetzung bewogen haben, zumal er die Theorie der Königs-Indischen Verteidigung ja kannte. Wahrscheinlich wollte er gegen den Computer besonders kreativ sein.} 7. 0-0 Nbd7 {Nach Lage der Dinge war 7...Lb7 die logische Fortsetzung.} 8. e5 {! Ein starker Zentrumsvorstoss, auf den Schwarz falsch reagiert.} dxe5 {? Richtig war der Rückzug 8...Se8} 9. dxe5 Ne8 {Etwas besser war 9...Sg4 10.e6 Sde5} 10. e6 {! Sehr stark und für Schwarz eine riesige Überraschung. Völlig unnötigerweise "schlief" nun Jakob Egli für fast eine Stunde ein. Dabei gab es eigentlich nichts zu überlegen, denn der angegriffene Sd7 darf ja wegen Damenverlust nicht wegziehen, so dass das Schlagen des vordringlichen Bauern e6 absolut erzwungen ist.} fxe6 11. Ng5 Rf6 {Die einzige Verteidigung. Nach der folgenden Antwort geht jedoch Material verloren, muss doch Schwarz mindestens die Qualität hergeben. Deshalb gab Jakob Egli hernach frustiert auf. Eine gute Leistung des Computerprogramms, das nun mit 2 Pkt aus 4 Partien wenigstens 50 % erzielt hat.} 12. Bg4 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Trachsler, Jakob"]
[Black "Mephisto Amsterdam 16bit"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "5"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1986.??.??"]
[WhiteElo "2016"]
[BlackElo "2000"]
[PlyCount "73"]

{Mit 2.0/4 (50%) startet Mephisto Amsterdam, das Programm von Richard Lang (ENG), in die 5. Runde. Unter Berücksichtigung der spielerischen Qualitäten von Jakob Trachsler und der vom Computer bislang gezeigten Leistung in qualitativer Hinsicht, hatte ich mir im Vorfeld dieser Partie wenig Hoffnung auf einen positiven Ausgang für die Maschine ausgerechnet.} 1. e4 e6 {Seit Jahrzehnten spielt Trachsler (ELO 2016) mit gutem Erfolg die Französische Verteidigung. Es gefiel mir deshalb gar nicht, dass Mephisto Amsterdam ausgerechnet gegen diesen Spieler diese Verteidigung wählte.} 2. d4 d5 3. Nc3 {Die Abtausch-, Vorstoss- oder Tarrasch-Variante waren für Jakob Trachsler noch nie eine Option.} Bb4 {Das Computerprogramm wählt mit der so genannten Nimzowitsch-Variante den anspruchsvollsten Aufbau.} 4. e5 c5 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3 Qc7 {Wird seltener gespielt als das "normale" 6...Se7, obwohl es durch Zugumstellung zur gleichen Stellung kommen kann.} 7. Qg4 {Weiss entscheidet sich für die schärfste Variante. Interessant ist, dass Schachgenie Bobby Fischer die Winawer-Variante nie so behandelt hat. Er schrieb einmal "Ich hatte immer das Gefühl, dass der schwarze Schild allein mit positionellen Mitteln zu knacken sei; aber meine Ergebnisse sind etwas entmutigend gewesen. Ich mag vielleicht gezwungen werden, die Gesundheit der Winawer-Variante zuzugeben. Aber ich habe Bedenken. Die Verteidigung ist anti-positionell und schwächt den Königsflügel."} f6 {Eine Rarität im Turnierschach auf höchster Ebene und den Umstand ausnutzend, dass der g7-Bauer gedeckt ist. Mit 7...Se7 wäre die höchst komplexe Normalvariante entstanden. Anstelle von 7...f6 ist auch 7...f5 möglich, wobei der Verzicht, das weisse Zentrum anzugreifen, als nicht geringe Konzession angesehen wird.} 8. Nf3 {Vielfach erprobte Alternativen sind auch a) 8.Lb5+ und b) 8.Dg3} c4 {Schwarz letzter Buchzug. Dieses Blockademanöver - mit dem die Bauernstruktur am Damenflügel festgelegt wird - ist hier die mit Abstand beliebteste Fortsetzung. Die Erfolgsbilanz mit diesem Zug und überhaupt mit der ganzen Variante ist bescheiden. Als selbst die Französische Verteidigung spielend, frage ich mich - da auch 8...Sc6 keine ermutigenden Resultate zeigt - wie ein Versuch mit 8...Df7 abschneiden würde.} 9. a4 {Ein vielseitiger Zug, der b7-b5 verhindert und auch zur Vorbereitung von La3 dienen kann.} Nc6 10. Qg3 {Zwecks Befestigung des Punktes e5.} Qf7 {Gut gespielt, um endlich die Entwicklung mit Sg8-e7 zu ermöglichen, weil nun der g7-Bauer gedeckt ist.} 11. Be2 Nge7 12. exf6 {Ob dieser Schlagzug, bevor Schwarz rochiert hat, einer harten Prüfung standhält, ist zumindest fraglich. Zur Stellung nach 11...Sge7 habe ich zwei Partien gefunden mit a) 12.0-0 und b) 12.La3} ({a)} 12. 0-0 Nf5 13. Qh3 Bd7 14. exf6 Qxf6 15. Bg5 Qg6 16. Rfb1 b6 17. Bf4 0-0 18. Ne5 Qe8 19. Nxd7 Qxd7 20. g3 Rae8 21. Re1 Qd8 22. Bh5 g6 23. Bf3 h5 24. Bh1 Qf6 25. Re2 Re7 26. Rae1 a6 27. Ra1 Rc8 28. Qf1 b5 29. Qc1 Qf7 30. axb5 axb5 31. h3 b4 32. g4 Nfxd4 33. cxd4 Nxd4 34. Re5 b3 35. c3 hxg4 36. hxg4 Nc6 37. Re2 Ree8 38. Bg3 Ra8 39. Rb1 Ra5 40. Qg5 Kg7 41. Rbe1 Qf6 42. Qe3 Rb5 43. Rd2 Re7 44. Bf4 Qh4 45. Bf3 Rf7 46. Bg3 Qf6 47. Bg2 g5 48. Qxe6 {1-0 Kubicki,Tadeusz-Santos Etxepare, Agustin, W-Cup18 WS18 email, 2011} )({b)} 12. Ba3 Nf5 13. Qh3 Bd7 14. exf6 Qxf6 15. g4 Nfe7 16. Qh5+ Ng6 17. Bc1 0-0 18. Bg5 Qf7 19. Be3 Qf6 20. Bg5 Qf7 21. Be3 Qf6 22. Ng5 h6 23. Nh3 Nh4 24. g5 Nf3+ 25. Qxf3 Qxf3 26. Bxf3 Rxf3 27. Ng1 Rf7 28. gxh6 gxh6 29. Bxh6 e5 30. Ne2 Kh7 31. Be3 Bg4 32. Rg1 Bf3 33. Kd2 Re8 34. dxe5 Nxe5 35. Nd4 Bh5 36. Rg5 Nf3+ 37. Nxf3 Bxf3 38. Rag1 Re4 39. R1g3 Rh4 40. Bd4 Bh5 41. Rg8 Rxd4+ 42. cxd4 Rxf2+ 43. Kc3 Rxh2 44. R3g7+ Kh6 45. Rxb7 a5 46. Rd8 {1-0 Van Kampen,Robin-Peng, Zhaoqin, Haarlem BDO-A, 2010} )gxf6 {Bestimmt viel besser als 12...Dxf6. Der Textzug stärkt das Zentrum, nimmt den gegnerischen Figuren die Felder e5/g5 und öffnet die g-Linie.} 13. Qc7 {Behindert die schwarze Entwicklung des Damenflügels, doch müsste die weisse Majestät wieder zum Rückzug blasen nach beispielsweise 13...Sf5 oder den Damentausch auf f7 zulassen. Aber auch nach 13...0-0 oder 13...Tg8 stünde Schwarz recht passabel. Von weissem Vorteil nach der Eröffnung ist jedenfalls nichts zu sehen.} Qg6 {Das ist nur dann ein Fehler, falls durch den Doppelangriff auf die Bauern c2 und g2 beabsichtigt ist, auf Bauernfang zu gehen.} 14. Nh4 Qxc2 {? Diese Fress-Sucht des Mephisto-Geräts ist des Guten zu viel und hat böse Folgen. Noch gut spielbar war indessen 14...De4, wonach Weiss dem Damentausch mit 15.Df4 nicht wird ausweichen können mit minimalem Vorteil.} 15. Bh5+ Ng6 {Erzwungen, aber noch immer sieht der Computer keine Gefahr, dabei ist die schwarze Stellung eigentlich bereits verloren.} (15... Kf8 {??} 16. Bh6+ Kg8 17. Qg3+ Ng6 18. Nxg6 hxg6 19. Bxg6 {+-} )16. 0-0 0-0 {Zur sofortigen Katastrophe hätte 16...Dxc3 17.Sxg6 +/- geführt.} (16... Bd7 {bringt ebenwo wenig Rettung nach} 17. Ba3 Rc8 18. Qg3 Kf7 19. Rfe1 Rhg8 20. Re2 Qxa4 21. Nf5 {!! und nach diesem Kracher fällt die schwarze Stellung zusammen.} exf5 22. Qd6 {+-} )17. Bh6 {droht Matt auf g7} Rf7 18. Qg3 Nce7 {In dieser Verluststellung sieht sich Mephisto Amsterdam das erste Mal mit -0.20 im Nachteil} 19. Rfe1 {! Schon wollte ich schreiben, es sei schade, dass Weiss die sofort zum Gewinn führende Abwicklung Tac1 De4, Sxg6 hxg6, f3 Df5, Lg4 Dd3, Tfd1 Sf5, De1 verpasst habe. Doch dann stellte ich fest, dass der weisse Turmzug gar noch stärker ist.} Qd3 (19... Bd7 20. Rac1 Nf5 {noch am besten} 21. Bxg6 Nxg3 22. Bxf7+ Kxf7 23. Rxc2 {und Weiss ist im Mehrbesitz eines ganzen Turms} )20. Re3 Qc2 {Trotz sehr schwierig zu verteidigender Stellung hat Mephisto Amsterdam bislang erst 32 Min. an Bedenkzeit verbraucht. Seine Bewertung sank auf läppische -1.08 ab, was zeigt, dass das Programm noch immer nicht sieht, wie schlimm es um die schwarze Stellung steht.} 21. Qd6 {! Eine starke Riposte auf dem Weg zum Sieg. Die schwarze Entwicklung des Damenflügels wird gehemmt. Schwarz ist absolut hilflos.} Qb2 (21... Bd7 {kann zu einer schönen Variante führen} 22. Qxd7 Nf5 {mit Angriff auf die weisse Dd7 und drei weitere weisse Figuren, aber ...} 23. Qxe6 Nfxh4 {Alternativen sind ebenfalls ungenügend.} 24. Rae1 Nf5 25. Bd1 Qb1 26. Bf3 Qc2 27. Qxf7+ {Damenopfer} Kxf7 28. Bxd5# )22. Rae1 {Droht Dd8, was Schwarz mit der folgenden Antwort verhindert.} Qb6 23. Qg3 {Nun brennt es auf g6 und Schwarz ist bereits gezwungen, die Qualität zu geben.} Rg7 24. Bxg7 {Etwas zu hastig greift Weiss zu. Dabei hatte er zwei stärkere Optionen zur Verfügung in 24.Tf3 oder 24.f4.} Kxg7 25. f4 {!! Einfallsreich und sehr stark. Auch 25.Sxg6 oder 25.Lg4 genügen zum Gewinn.} Kh6 {Die anderen Verteidigungen 25...Dc7 oder 25...Dd6 fruchten nach 26.f5!! ebenfalls nicht.} ({a) } 25... Qc7 26. f5 Qxg3 27. Rxg3 Nxf5 28. Nxf5+ exf5 29. Bxg6 hxg6 30. Re7+ Kf8 31. Rc7 g5 32. Rh3 Kg8 33. Re3 Kf8 34. Ree7 {+-} )({b) } 25... Qd6 26. f5 Qxg3 27. Rxg3 {und wetier wie Variante a)} )26. Bxg6 {Direkter war 26.f5!!, doch wollte Weiss von seinem geplanten Gewinnweg nicht abweichen.} hxg6 (26... Nxg6 27. Nxg6 hxg6 28. Qh4+ Kg7 29. Rh3 {mit baldigem Matt} )27. f5 {!! Ein hübscher Durchbruch.} gxf5 (27... Nxf5 28. Qxg6# )(27... exf5 28. Qh3 {und Schwarz wird Matt gesetzt} )(27... Kg7 28. Rxe6 Bxe6 29. Rxe6 Qb1+ 30. Re1 Qxe1+ 31. Qxe1 {+-} )(27... g5 28. fxe6 Qd8 {Alternativen wie a) 28...Kg7 29.Te5!! oder b) 28...Sg8 29.Sf5+ haben baldiges Matt zur Folge.} 29. Rf1 Qf8 30. Ref3 Ng8 31. Nf5+ Kg6 32. Qg4 Bxe6 33. Rh3 {+-} )28. Qf4+ {oder auch 28.Dh3 +-} Kh7 (28... Kg7 29. Rg3+ {mit Mattangriff} )29. Rh3 {Weiss hat die Übersicht nicht verloren und startet einen nicht abzuwehrenden Mattangriff.} Kg8 {Dafür verbrauchte Mephisto Amsterdam 14 Min Bedenkzeit, die sein Gegner nutzte, um die Gewinnvarianten sauber herauszuarbeiten. Ansonsten bestand in nahender Zeitnot die hypothetische Möglichkeit, dass sich Weiss mit Remis durch Dauerschach zufrieden gegeben hätte.} 30. Rg3+ {Es tut der kreativen Spielweise von Weiss keinen Abbruch, dass 30.Dh6 schneller, gewinnt, konkret ein Matt in 7 Zügen.} Kh7 {Es ist belanglos, wohin der König zieht, man kann in einer Partie nur einmal verlieren.} 31. Qf3 {Droht Matt auf h5.} Kh6 32. Rh3 {Präziser und hübscher ist das Matt in 6 beginnend mit 32.Sxf5.} Kg7 {Kaum zu glauben, aber der mit Blindheit beschlagene Mephisto Amsterdam sah sich hier erst mit -1.24 im Nachteil.} 33. Qh5 f4 34. Ng6 {Mit der Drohung 35.Dh7 Matt} Nxg6 35. Qh7+ Kf8 36. Qxg6 Ke7 {Endlich eine vernünftige Negativbewertung mit -9.16 von Mephisto Amsterdam. Nach der folgenden Antwort gab das Programm auf. Eine von Weiss stark gespielte Partie, in der ein unsachgemässer Bauernraub, sprich Habgier, zu gewaltigem Entwicklungsnachteil führte und dem Gegner zu tödlichem Angriff verhalf. Mit Pkt (40%) konnte man mit dem Computerschach-Weltmeister natürlich nicht zufrieden sein.} 37. Rh7+ 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Mephisto Amsterdam 16bit"]
[Black "Gosch, Manfred"]
[Site "Pfaeffikon (publiziert)"]
[Round "6"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1986.??.??"]
[WhiteElo "2000"]
[BlackElo "2067"]
[PlyCount "97"]

1. e4 c5 {Manfred Gosch (ELO 2067) mit Schwarz musste unbedingt gewinnen, wenn er bei dieser Klub-Meisterschaft noch ein Wort um die Spitze mitreden wollte.} 2. c3 e6 3. d4 a6 {Die Eröffnungswahl von Mephisto Amsterdam war gar nicht nach dem Geschmack des einen Sieg anstrebenden Schwarzspielers, weshalb M.Gosch frühzeitig von den üblichen Theoriepfaden abweicht. Programme zeigen ob solcher Dinge keine Nerven und spielen ihre Züge unverändert schnell aus, so dass in solchen Fällen oftmals die Experimentierfreudigen in Zeitnot geraten. Und Gosch, ein schöpferischer Spieler, hat die Tendenz, in den meisten seiner Partien in Zeitnot zu geraten.} 4. dxc5 {Sicher nicht die beste Wahl, den das Programm nach Verlassen des Eröffnungsbuchs spielt. Der Gegner bzw. sein Läufer wird gratis entwickelt. In meiner ganzen Datenbank habe ich diesen zweitklassigen Zug nirgend gefunden. In diesem Turnier werden gnadenlos verschiedene Schwächen des amtiertenden Computerschach-Weltmeisters aufgedeckt.} Bxc5 5. b4 {?! Ich traute meinen Augen nicht. Der Bauernvorstoss ist anti-positionell und scheint auf den ersten Blick auch taktisch falsch wegen Lxb4. Doch so einfach ist die Sache nicht, wie aus der Beispielvariante hervorgeht.} Be7 {Dafür gingen einige wertvolle Minuten an Bedenkzeit verloren. Die Frage, wo der Läufer hingehen soll, ist nicht einfach zu beantworten: auf b6 oder a7 würde der Läufer eine schöne Diagonale beherrschen. Mit dem Rückzug nach e7 will Manfred Gosch den Druck auf den weissen b4-Bauer nicht aufgeben und den Damenausfall 6.Dg4 allenfalls mit 6...Lf6 beantworten.} (5... Bxb4 $4 6. cxb4 Qf6 7. Qc2 {mit Angriff auf den Lc8} Qxa1 8. Bb2 Qxa2 9. Qxc8+ Ke7 10. Qc2 {und die schwarze Dame geht wegen der unabwendbaren Doppel-Drohung Lf6+ und Lc4 verloren.} )6. Nf3 Qc7 {Das kann sich Schwarz leisten, zumal die Dame in solchen Stellungen meistens gut auf c7 steht. Ferner wird dadurch Druck auf c3 ausgeübt.} 7. Be3 e5 {Eine schwer wiegende wie auch tiefsinnige Entscheidung. Offenbar war Manfred Gosch der Meinung, dass er später auf jeden Fall den Vorstoss d7-d5 durchsetzen kann. Aber wiederum brauchte Schwarz für diesen Zug wertvolle Minuten an Bedenkzeit. Meines Erachtens war es vernünftiger, mit 7...Sf6 die Entwicklung voranzutreiben.} 8. Be2 Nf6 9. Bg5 {?! Ein echte Überraschung für den Bediener. Zum einen wird damit eine Figur zum zweiten Mal gezogen und andererseits kann Schwarz nun einen Bauern gewinnen, wofür Weiss nur ungenügend Kompensation erhielte.} Nc6 {Keine Ahnung, was Schwarz bewogen haben mag, das offensichtliche Geschenk 9...Sxe4 mit Bauerngewinn nicht anzunehmen.} (9... Nxe4 10. Bxe7 Kxe7 11. 0-0 d6 {und Schwarz steht nicht schlechter, ist aber im Besitz eines Mehrbauern.} )10. Nbd2 b5 {?! Fragwürdig: Wohl wird damit die Schwäche c3 endgültig festgelegt. Dem entgegen spricht die verzögerte Entwicklung und die Tatsache, dass Weiss mit a2-a4 einen Angriffspunkt für die spätere Öffnung der a-Linie erhält.} 11. a4 {Der Computer lässt sich nicht zweimal bitten.} Rb8 12. axb5 {Hebt den Druck etwas gar zu früh auf, weshalb die Rochade den Vorzug verdiente.} axb5 13. 0-0 0-0 14. Qb1 {! Ein typischer Computerzug und zudem noch gut. So werden die b4- und e4-Bauern gedeckt, Tf1-c1 vorbereitet, während auch der wSd2 wieder frei wird für Manöver wie Sd2-b3-a5 oder ähnlich.} Rd8 {Alles dreht sich um das Feld d5.} 15. Bxf6 {Ein typisches Verfahren, bei dem der das Feld bewachende Springer gegen einen Läufer getauscht wird.} Bxf6 16. Rd1 d6 {Hier hätte der sofortige Vorstoss d7-d5 nach exd5 leichten Vorteil für Weiss zu Folge.} 17. Nf1 {Druck auf d5, während auch Se3 mit Beherrschung der Felder d5/f5 vorbereitet wird. Kurzum, der Textzug ist gut.} Ne7 {Überdeckt die wichtigen Felder f5 und d5 in der Hoffnung, doch einmal d5 durchsetzen zu können.} 18. Ne3 Be6 {Natürlich durfte Schwarz nicht auf c3 zugreifen, weil die Dame nach 18...Dxc3?? 19.Tc1 kein Fluchtfeld mehr hätte.} 19. Qd3 {?! Verpasst die Chance, mit 19.Ta5 den Gang der Dinge zu bestimmen.} d5 {Nun geht die Initiative verdientermassen an Schwarz über.} 20. Ra3 {Ein typischer Computerzug: deckt c3 und bereitet die Verdoppelung der Türme auf der a-Linie vor. Dennoch verdienten Tauschoperationen auf d5 den Vorzug.} g6 {Damit bereitet M.Gosch den Tausch d5xe4 gefolgt von Lf5 und/oder später den Vorstoss f7-f5 vor. Eine interessante Variante startet mit dem sofortigen 20...d4.} 21. Rda1 {?! Fragwürdig, statt viel besser 21.h3, was dem König ein Luftloch öffnet, aber insbesondere das wichtige Feld g4 unter Kontrolle bringt im Hinblick auf ein mögliches Sg4.} dxe4 {Manfred Gosch bleibt bei seinem Plan und verpasst die noch bessere Möglichkeit 21...d4! mit klarem Vorteil für Schwarz.} 22. Qxe4 Bf5 23. Nxf5 gxf5 24. Qe3 Nd5 {Es besteht kein Zweifel, dass Schwarz die spürbar angenehmere Stellung hat. Nur wird es nicht so einfach sein, den geringen Vorteil weiter auszubauen.} 25. Qh6 Bg7 26. Qc1 {?! Schutz des schwachen c3-Bauern, aber zu passiv. Deshalb sind entweder 26.Dg5 oder 26.Dh4 zweckmässigere Fortsetzungen.} Rdc8 {? Ein Fragezeichen deshalb, weil der schwarze Vorteil mit 26...e4 hätte ausgebaut werden können.} 27. Qg5 Nxc3 {Der Schwächling ist gefallen, aber auf Kosten eines harmonischen Zusammenspiels der schwarzen Figuren.} 28. Bf1 e4 {? Ein Fehler, nachdem der Vorteil an den Gegner übergeht. Notwendig war 28...f4.} 29. Nh4 {Die Drohung Sxf5 ist unangenehm. Und überhaupt koordinieren die weissen Figuren plötzlich gut zusammen. Das ist besonders lästig, weil Schwarz zur Erreichung seiner ehemals guten Stellung viel Zeit investiert hatte und nun spürt, dass sich die Lage grundlegend geändert hat.} h6 {Wehrt die Drohung Sf5 ab, doch 29...Dd8 scheint die bessere Wahl.} 30. Qxf5 {Interessant war 30.Dh5!?} Qe5 {Dieses Mal typisch Mensch: Gosch, schon von nahender Zeitnot bedroht, sucht den Damentausch, was auch tatsächlich die beste Antwort darstellt.} 31. Ra7 {Genauer war dem Damentausch mit 31.Dxe5 usw.} Qxf5 32. Nxf5 {Schon hier war ich mir fast sicher, dass der Computer gewinnen würde. Denn Manfred Gosch hatte für die nächsten Züge bis zur Zeitkontrolle im 40. Zug jeweils nur noch wenige Sekunden übrig, so dass Fehler fast unausweichlich sind.} Re8 {? Das ist wesentlich schlechter als 32...Lf8} 33. R1a3 {Mit der Drohung Sxg7 Kxg7, Txc3 und Figurengewinn.} Rec8 {?? Und hier ist er: der entscheidende Fehler in einer allerdings schon schlechten Stellung. Der Rest ist Schweigen. Nach diesem Sieg hatte der Computerschach-Weltmeister mit 3 Pkt aus 6 Partien wieder ein Score von 50 % erreicht. Noch zu erwähnen, dass der Kampf einzig mit 33...e3 34.Sxe3 und weissem Mehrbauer hätte fortgesetzt werden können.} 34. Ne7+ Kh7 35. Nxc8 Rxc8 36. Rxf7 Kg6 37. Rd7 Be5 38. Ra6+ Kg5 39. Re6 Bf6 40. Rdd6 Rf8 41. Bxb5 Ra8 (41... Nxb5 42. Rd5+ Kg6 43. Rxb5 {+-} )42. Bf1 {Oder auch 42.h4+, was noch schneller zum Ende führt.} Ra1 43. f4+ (43. Rxf6 {Nur ein Mensch könnte diesen schrecklichen Fehler in Zeitnot begehen.} Ne2+ 44. Kh1 Rxf1# )exf3 44. Rxf6 {Nun hat der weisse König ein Fluchtfeld auf f2, weshalb der Figurengewinn funktioniert.} Ne4 {Die Hoffnung glimmt, aber sie wird sofort wieder zerstoert} 45. h4+ Kh5 46. Rd5+ Kxh4 47. Kh2 Nxf6 48. g3+ Kg4 49. Bh3# 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Seiler, Erik"]
[Black "Mephisto Amsterdam 16bit"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "7"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1986.??.??"]
[WhiteElo "1916"]
[BlackElo "2000"]
[PlyCount "73"]

1. e4 {Eine Prognose für diese letzte Partie war schwierig. Infolge des unkonventionellen Stils des Weiss-Spielers (ELO 1916), der am liebsten unklare Verwicklungen, wenn möglich mit ungleichem Materialverhältnis, liebt, konnte alles passieren.} e5 2. Nf3 Nf6 3. Nc3 {Aha, Erik Seiler will nichts von der Russischen Verteidigung wissen. Schade für den Bediener, der wusste, dass Mephisto Amsterdam ein gutes Repertoire über die Russische Verteidigung enthält.} Bb4 {Schwarz letzter Buchzug, eigentlich sträflich, das Computerprogramm in dieser Stellung schon auf sich allein zu stellen.} 4. Nd5 {Und schon weicht Weiss von den gängisten Varianten ab. Diese Fortsetzung wird auf höchstem Niveau sehr selten gespielt. Gemäss meiner grossen Datenbank hat Weiss damit eine geringe Erfolgsquote von 46 %.} (4. Nxe5 0-0 5. Be2 Re8 6. Nd3 Bxc3 7. dxc3 Nxe4 {ist eine übliche Variante.} )Nxd5 5. exd5 e4 {Gut ist auch die sofortige kurze Rochade.} 6. Nd4 0-0 7. Be2 {Sprach etwas gegen 7.Lc4 womit der d5-Bauer sofort gedeckt bleibt.} Qg5 {Gewinnt einen Bauern, vernachlässigt aber sträflich die eigene Entwicklung. Diese dogmatische Einstellung ist falsch, denn Schwarz wird den wichtigen Zentralbauer auf d5 erobern und es scheint wirklich fraglich, ob und wo Weiss für den Bauern irgend welche Kompensation erhält. Jedenfalls habe ich in meiner grossen Datenbank praktisch nur Schwarzsiege gefunden.} 8. 0-0 Qxd5 9. Nb3 {?! Ein seltsam anmutender Rückzug anstelle der stellungsgemässen Möglichkeiten von 9.c3 oder 9.Sb5.} Qe5 {Ein erneuter Damenzug anstelle der Entwicklung von Figuren. Hofft das Computerprogramm, d7-d5 spielen und anschliessend mit Ld6 wegen Mattdrohung auf h2 ein Tempo gewinnen zu können?} 10. d4 {Die richtige Reaktion mit Angriff auf die Dame. Entweder muss die verschwinden, also schon wieder Zeit verlieren, oder findet der weissfeldrige Läufer nach dem En-Passant-Schlagen einen guten Platz auf d3, während sich gleichzeitig die e-Linie öffnet.} exd3 11. Bxd3 Re8 12. Qg4 {Ein forscher Damenzug auf der Suche nach schnellem Gegenspiel am Königsflügel.} Nc6 {Der Computer bewertet sich mit 0.96 und Vorteil} 13. Qh4 {Zwingt den Gegner zu einer Schwächung seiner Bauernstruktur am Königsflügel.} h6 14. f4 {Unkonventionell getaltet Weiss die Partie. Man hätte eher den ein Tempo gewinnenden Entwicklungszug 14.Lf4 Dxb2 mit unklarer Stellung erwartet.} Bc5+ {Den Vorzug verdiente 14...Le7 mit Angriff auf die weisse Dame. Das Läuferschach zwingt den gegnerischen König in die Ecke, wo er so oder so hin wollte.} 15. Kh1 Qe7 {Kein Fehler, aber noch immer war 15...Le7 die bessere Option.} 16. Qg3 Nb4 {Geht auf Abtausch aus, verliert aber erneut wertvolle Zeit, die man besser in die Entwicklung mit beispielsweise 16...d5 investiert hätte.} 17. Bd2 Nxd3 18. cxd3 {Aufgrund der klar besseren Entwicklung und der grösseren Aktivität seiner Figuren steht nun Weiss bereits besser.} Bd6 {Nicht so schlecht, wie man auf den ersten Blick annehmen sollte. Schwarz hat einfach keine guten Alternativen. So scheitert 18...d5 an 19.Tae1 und nach dem Tausch der Türme auf e8 hängt der Lc5. Vielleicht war es noch am besten, sich auf die nach 18...d6 oder 18...b6 entstehenden Stellungen einzulassen.} 19. Bc3 {Zug um Zug bringt Weiss seine Figuren in bessere Stellungen. So droht Matt mit Dxg7. Als Bediener hatte ich schon ein schlechtes Gefühl.} Qf8 {Verständlich, dass Schwarz nicht 19...f6 zieht, weil er dann diesen Bauern sofort wieder verlieren würde mit immer noch schlechterer Stellung.} (19... f6 20. Rae1 Qf7 21. Rxe8+ Qxe8 22. Bxf6 )20. Nd4 {Auf dem Weg zum Königsflügel, sprich nach f5.} f6 {Das ist früher oder später unausweichlich.} 21. Rae1 Rxe1 22. Rxe1 g5 {?? Das schlägt dem Fass den Boden aus. Natürlich war Entwicklung des Damenflügels mit 22...b6 angesagt. Denn nach dem Textzug ist Schwarz bereits verloren.} 23. Bd2 {?! Schade, in wenigen Zügen aus wäre es mit 23.Sf5! gewesen. Der Textzug gewinnt auch, aber einiges langsamer. Die wichtigsten Hauptvariante nach 23.Sf5 findet man unten.} (23. Nf5 Bxf4 24. Qf3 Be5 25. Qh5 d6 26. Nxh6+ Kg7 27. d4 Bf4 28. g3 Bd7 29. gxf4 Re8 30. Nf5+ Bxf5 31. Rxe8 {+-} )Qf7 {Etwas mehr Widerstand leistete 23...b6 24.Sf5 +-} 24. Nf5 {Droht Damengewinn mit Sxh6+ obwohl 23.Sb5 die objektiv beste Wahl war.} Bf8 25. fxg5 fxg5 {Oder 25...hxg5 26.Dxc7 +-} 26. Rf1 {Nach Öffnung der f-Linie hat Weiss endgültig ein gewonnenes Spiel. Schwarz, noch immer unterentwickelt, ist absolut hilflos.} Qxa2 {?? Unglaublich, was sich der Computer da erlaubt. Die beste, aber schliesslich ungenügende Verteidigung bestand in 26...De8} 27. Qxc7 {Genügt zum Gewinn. Das hübsche Opfer 27.Lxg5 ist jedoch eine zwingende Mattvariante.} (27. Bxg5 d6 28. Bxh6+ Kf7 29. Nxd6+ Ke6 30. Bxf8 Kd7 31. Qg4+ Kd8 32. Qg5+ Kd7 33. Nc4 Qa3 34. bxa3 b6 35. Qd5+ Ke8 36. Qf7+ Kd8 37. Qe7# )Kh7 28. Bc3 {Weiss hat die richtige Aufstellung gefunden und lässt den Gegner hilflos im Netz zappeln.} Qd5 29. Qd8 Qg8 30. Ng3 {Ein siebenzügiges Matt war mit 30.Se7 möglich.} Bc5 31. Qc7 Be3 32. Nh5 {Droht mit der Gabel Sf6+ Damengewinn; gleichzeitig hat Weiss aber Mattangriff.} Qe6 33. Qd8 Kg6 34. Rf6+ Kxh5 35. Rxe6 dxe6 36. Qe8+ Kg4 {Und nach dem folgenden Zug, gab Mephisto Amsterdam kurz vor dem Matt stehend auf. Mit dem Spiel des Computerschach-Weltmeisters an dieser Klub-Meisterschaft war ich nicht zufrieden. Mit 3 Pkt aus 7 Partien und einer Gewinnquote von 42,8 % bzw. einer Leistung von 1901 Elo hätte man noch leben können. Doch die Art und Weise, wie das Programm teilweise unterging, war überraschend wie unerwartet. Die Rangliste des Klubturniers mit 7 Runden sieht wie folgt aus: 1. Hugentobler 6,5 Pkt, 2. Gosch 4,5 Pkt (SB 16.25), 3. Trachsler 4,5 Pkt (SB 11), 4. Mephisto Amsterdam 3.0 Pkt (SB 8.5), 5. Scheidegger 3.0 Pkt (SB 7.5), 6. Seiler 3.0 Pkt (SB 6.5), 7. Kindler 2,5 Pkt, 8. Egli 1.0 Pkt} 37. Qf7 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Mephisto Dallas 16bit"]
[Black "Scheidegger, Andreas"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "1"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1987.??.??"]
[WhiteElo "2023"]
[BlackElo "1990"]
[PlyCount "68"]

1. c4 e5 {Für Andreas Scheidegger (ELo 1990) als Liebhaber offener Spielweisen kommt natürlich auf 1.c4 keine andere Antwort als 1...e5 in Frage} 2. Nc3 Nf6 3. Nf3 Nc6 4. e3 {Ein seltenes aber durchaus nicht schlechtes Abspiel.} d5 5. cxd5 Nxd5 6. Bb5 {Nun war der Schwarzspieler bereits zur Denkarbeit gezwungen.} Nxc3 7. bxc3 Bd6 8. e4 {Üblicher ist hier 8.d4} 0-0 9. 0-0 Bg4 {Wer die Zersplitterung des Damenflügels vermeiden will, dem steht mit 9...Se7 eine gute Alternative zur Verfügung.} 10. Bxc6 {Das positionell agierende Mephisto Programm von Richard Lang lässt sich die Chance nicht entgehen, die gegnerische Bauernstruktur zu zerstören und dabei sogar das Läuferpaar aufzugeben. Solche Manöver gelten heute eher als zweifelhaft, zumal es im vorliegenden Fall sehr schwierig sein dürfte, die vermeintlichen Bauernschwächen als solche auch wirklich auszunützen. Für seine positionellen Schwächen hat Schwarz das mächtige Läuferpaar.} bxc6 11. h3 Bh5 12. d3 c5 {Erschwert den Vorstoss d3-d4. Mir hätte auch 12...Tb8 mit sofortiger Besitznahme der b-Linie gefallen.} 13. Rb1 Qc8 {Verhindert das gegnerische Tb7, schielt nach dem weissen Königsflügel und bereitet f7-f5 vor; trotz allem macht der Textzug einen etwas gekünstelten Eindruck und mit 13....Dd7 unter Aufrechterhaltung der Verbindung der Türme wäre das selbe Ziel zu erreichen gewesen. Eine gute Option war 13...f6, was den e5-Bauern überdeckt und dem Läufer ein Rückzugsfeld auf f7 offen hält.} 14. Be3 {Vergeblich hatte ich auf das stellungsgemässe 14.g4 gewartet, was das gegnerische f7-f5 unterbindet, und mich gefragt, ob es Schwarz dann gewagt hätte, das ungenügende Opfer 14...Lxg4 zu bringen.} f5 {Damit ergreift Schwarz am Königsflügel bereits nach 14 Zügen die Initiative. Ein Beweis dafür, dass der Computer keine glückliche Hand in der Eröffung hatte.} 15. Qb3+ Bf7 {Das kam fuer mich überraschend, hatte ich doch eher mit dem logischer scheinenden Kh8 gerechnet. Trotzdem ist der Textzug nicht wirklich zu tadeln, zumal sich Weiss nun entscheiden muss, wohin mit der Dame.} 16. c4 {Alternativen gibt es nicht viele. Hofft Weiss mit dem Textzug, einmal zum Angriff gegen den schwachen c5-Bauern zu kommen? Schwarz kann dies jederzeit mit f5-f4 vereiteln. Auf 16.Dc2 leistet die Dame wenig. Und 16.Da4 kann mit 16...Le8 beantwortet werden, wonach 17.Db3+ Lf7 18.Da4 Le8 usw. zum Remis durch 3-fache Zugwiederholung führt. Und weicht Weiss dem aus mit 16.Da4 Le8 17.Dc2, so ist 17...f4 oder 17...Lc6 möglich, wo der Läufer auch gut steht.} (16. Qa4 Be8 17. Qb3+ (17. Qc2 f4 18. Bc1 Bh5 )Bf7 18. Qa4 Be8 19. Qb3+ Bf7 20. Qa4 {Remis 3x} )fxe4 {Öffnet die f-Linie} 17. dxe4 Be6 {Alle schwarzen Figuren sind gegen die weisse Königsstellung gerichtet ... und stets sind Opfer wie Tf8xf3 oder Le6xh3 zu beachten; trotz allem kann von schwarzem Vorteil keine Rede sein, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Ld6 zur Zeit nur die Rolle eines grossen Bauern spielt.} 18. Ng5 Bd7 19. Qd3 Qe8 {!? Für diesen mit einem Bauernopfer verbundenen Plan benötigte Schwarz eine Bedenkzeit von knapp 15 Min.} 20. Bxc5 {? Mephisto Dallas kann der Versuchung nicht widerstehen und war wohl auch ausserstande, tief genug in die Stellung zu sehen; notwendig war wohl 20.Ld2, um dem Sg5 das Rückzugsfeld f3 zu sichern, ohne dass dann das Opfer Tf8xf3 möglich wird.} Bxc5 21. Qd5+ Kh8 22. Qxc5 h6 {Zwingt das Ross offenbar zum Rückzug.} 23. Nf3 (23. Rb7 {?! war ein geistreicher Versuch, die Sache für Schwarz kompliziert zu machen mit} hxg5 24. Rxc7 g4 25. hxg4 Bxg4 26. f3 Be6 27. Qxe5 {und Weiss hat drei Bauern für die Figur. } )Rxf3 $1 {! Nun erweist sich das Opfer des Turms gegen den Springer als Gewinn bringende Riposte.} 24. gxf3 Bxh3 {Erobert die Qualität mit weit besserer Stellung zurück wegen der tödlichen Mattdrohung De8-g6 usw.} 25. Kh2 Bxf1 26. Rxf1 {Als Resulat der ganzen Abwicklung steht nun Weiss mit seinem tödlich geschwächten Königsflügel auf verlorenem Posten.} Qh5+ {Ebenso stark war 26...Td8} 27. Kg2 Qg5+ 28. Kh2 Qf4+ 29. Kg1 Rf8 {Erobert wenigstens einen Bauern, denn Weiss hatte nun nichts anderes als mit 30.De3 Dxf3 31.Dxf3 Txf3 in ein Turmendspiel mit Minusbauer einzulenken. Stärker als der Textzug ist allerdings 29...Dxf3.} 30. Qxc7 {?? Unglaublich fahrlässig. Mephisto Dallas scheint keine Gefahren zu kennen, denn nun geht die Partie für Weiss in wenigen Zügen den Bach runter.} Qxf3 {Noch präziser war 30...Dg5 31.Kh2 Txf3 -+} 31. c5 Rf4 {Droht Matt in zwei Zügen; hier hätte man abbrechen können, denn Weiss muss die Dame geben, um das Matt zu verhindern.} 32. Qb8+ Kh7 33. Qxe5 Rg4+ 34. Qg3 {Verhindert das Matt, aber nach dem folgenden Zug 34...Txg3 aufgegeben. In dieser Partie hat Mephisto Dallas in entscheidenden Momenten einen hilflosen Eindruck hinterlassen. Insbesondere aufgefallen ist, dass das Programm die gegnerischen Gefahren schlicht nicht gesehen hat. Kurzum: ein enttäuschender Einstieg der Maschine in dieses Turnier.} Rxg3+ 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "Mephisto Dallas 16bit"]
[Black "Seiler, Erik"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "2"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1987.??.??"]
[WhiteElo "2023"]
[BlackElo "1980"]
[PlyCount "85"]

1. e4 {Nach der Niederlage von Mephisto Dallas in der 1.Runde war ich gespannt auf die heutige Partie.} d6 {Erich Seiler (ELO 1980) hat sich seit kurzem der Pirc-Verteidigung verschrieben, was seinem komplizierten Stil recht gut entspricht.} 2. Nf3 Nf6 3. Nc3 g6 4. d4 Bg7 5. Be2 {Mephisto Dallas hat eine der besten Aufstellungen gewählt, wo Weiss immer einen kleinen Vorteil in der Eröffnung erhält.} 0-0 6. 0-0 Nc6 {Gebräuchlichere Fortsetzungen sind 6...Lg4 oder 6...c6} 7. d5 {Weiss letzter Buchzug} Nb8 8. Bg5 c6 {Knabbert das gegnerische Zentrum an.} 9. Rb1 $6 {Ein echt mysteriöser Turmzug, für den ich keine sinnvolle Begründung finden kann. Einfach und gut war 9.h3, um den gegnerischen Figuren das Feld g4 zu nehmen.} Nbd7 10. dxc6 $6 {Damit demonstriert die Maschine noch tiefes "Mittelalter" im Computerschach. So etwas macht man einfach nicht: öffnet dem Gegner die b-Linie, stärkt das schwarze Zentrum und minimiert den weissen Raumvorteil.} bxc6 11. Bc4 Qc7 {Gegen e4-e5 gerichtet. Auch der Einschub 11...h6 war zu überlegen. Weiss müsste sich entscheiden, wohin mit dem Läufer, denn ein Tausch mit Lxf6 unter freiwilligem Überlassen des Läuferpaares an Schwarz kommt nur theoretisch in Frage.} 12. Qd2 {Ein guter (Entwicklung-)Zug, der h7-h6 verhindert und unter Umständen den Läufertausch mit Lh6 ermöglicht.} Nc5 (12... Nb6 13. Bb3 a5 {mit leichtem Plus für Schwarz.} )13. Bxf6 $6 {Gibt ohne Grund das Läuferpaar auf.} Bxf6 {Schwarz steht besser, eine Folge der gegnerischen Ungenauigkeiten.} 14. Qe3 Be6 {Gut war auch 14...Tb8} 15. Bxe6 Nxe6 16. Rfe1 Rab8 {Entgegen den üblichen Stellungen im Sizilianer hat Weiss weniger als gar nichts; auch mangelt es ihm an einem rechten Plan.} 17. b3 Qa5 {Zwingt den weissen Springer an den Rand.} 18. Na4 Bg7 {Offenbar zur Vorbereitung von d6-d5, ohne durch die Antwort e4-e5 gestört zu werden. Zum selben Zweck diente aber auch 18...Tfd8, zumal es keine Rolle spielt, ob der Läufer jetzt oder später nach g7 zurückkehrt.} 19. c4 {Gegen d6-d5 gerichtet - was aber nicht unterbunden werden kann - oder doch eher, um Tb8-b5, was keine Drohung war, zu verhindern? All diese Nuancen spielen in dieser einigermassen ausgeglichenen Stellung keine wichtige Rolle. Den einzig merkbaren Pluspunkt zugunsten von Schwarz stellt der starke Lg7 auf der grossen Diagonale dar. Generell wird es für beide Seiten aber schwierig, die Balance zu brechen.} Rb7 {Schwarz weiss noch nicht so recht, wo er ansetzen will. Mit dem Turmzug findet der e7-Bauer im Hinblck auf eine mögliche Öffnung der e-Linie Schutz. Langfristig ist an die Verdoppelung der Türme auf der b-Linie und das Aufbrechen der weissen Bauernstellung am Damenflügel mit a7-a5-a4 zu denken. Das alles benötigt gute Vorbereitung und viel Zeit. Ein anderer Plan ist die Besitznahme des gegnerischen Zentrumsfeldes d4 durch c6-c5, was ebenfalls gut überlegt sein will, weil dann das d5-Feld für einen weissen Springer anziehend wirkt.} 20. e5 $6 {Leitet nicht erzwungene Komplikationen ein.} Rd8 21. Rbd1 Rbd7 {Mit der Drohung d6xe5 und Bauerngewinn wegen der Schwäche der Grundlinie, so dass Weiss gezwungen ist, dagegen etwas zu tun, wobei folgende Optionen möglich sind a) Weiss schafft seinem König durch h3 oder g3 ein Luftloch; b) Weiss bringt seinen Köning nach f1; c) Weiss tauscht mit exd6 ab; d) Weiss vertreibt mit Dc3 die gegnerische Dame auf der 5. Reihe, die den e5-Bauern angreift; e) der Td1 wird nochmals gedeckt; f) der Turm verlässt die d-Linie. Ohne grössere Nachteile behaftet sind einzig die Vorschläge a) bis d).} 22. Nc3 $6 {Übersieht, dass nun Schwarz einen Stellungsvorteil erhalten könnte.} d5 $6 {Schwarz mangelt es an der notwendigen Aufmerksamkeit, indem er ...dxe5, Txd7 Txd7, Sxe5 Td6 mit Vorteil verpasst.} (22... dxe5 23. Rxd7 Rxd7 24. Nxe5 Rd6 $17 )23. cxd5 cxd5 24. Qd2 {Seltsamerweise fiele der an sich logische Blockadezug 24.Sd4 nach Sxd4 25.Dxd4 e6 zugunsten von Schwarz aus, der dann zur Besetzung der c-Linie käme.} d4 25. Nb1 $2 {Zu passiv, deshalb zweckmässiger 25.Sa4, was das Feld c5 unter Kontrolle hält und gegebenenfalls die spätere Blockade des schwarzen Freibauern mit Sa4-b2-d3 im Auge behält.} Qa6 {Gut gespielt: nimmt die Diagonale a6-f1 in Beschlag. Eine fast gleichwertige Alternative bestand in 25...Td5.} 26. Rc1 Rd5 {Drückt auf den Bauern e5 und verschafft dem Turm mehr Bewegungsfreiheit. In Frage kam auch das weitere Vorpreschen des Freibauern nach d3.} 27. Re4 $2 {Das ist falsch. Nur mit 27.Tc4 hätte Weiss bei leichtem Nachteil mithalten können. Der Nachteil des Textzuges liegt insbesondere daran, dass der Turm ein Tempo wird verlieren müssen, sobald Schwarz zu Se6-c5 kommt. Ferner bleibt die schöne Diagonale a6-f1 der schwarzen Dame erhalten.} f6 $2 {Ein schlechter Plan, denn durch den Tausch des schutzbedürftigen e5-Bauern wird Weiss von einem dauernden Problem befreit; ein guter Versuch war 27...Ta5 um eine Veränderung und Schwächung der weissen Bauernstruktur am Damenflügel zu erzwingen; noch besser erscheint indessen das dynamische 27...Sc5 mit spürbarem Vorteil für Schwarz.} (27... Nc5 28. Rh4 Nd3 29. Rc4 Nxe5 30. Nxe5 Bxe5 {mit Bauerngewinn bei klar besserer Stellung.} )28. exf6 Bxf6 29. Rce1 {Diese Turmverdoppelung auf der e-Linie bringt nichts. Besser ist 29.Db4.} R8d6 $6 {Schwarz spielt zu passiv und verpasst erneut die logische Folge 29...Sc5 mit nocn immer vorteilhafter Stellung.} 30. b4 {Nun ist das schwarze Springermanöver Sc5 verhindert.} Rh5 $2 {Schwarz hat die Orientierung verloren und erlaubt dem Gegner zumindest Ausgleich, wenn nicht gar mehr. Was der Turm auf h5 ausrichten will, ist schleierhaft. Nach 30...Sg5 wäre der Vorteil bei Schwarz geblieben.} 31. Qc2 Rc6 $2 {Damit gerät Schwarz in bereits nahender Zeitnot endgültig auf die schiefe Bahn. Mit 31...Sg5 war das Gleichgewicht noch immer zu halten.} 32. Qb3 {Diese natürliche Antwort mit dreifachem Angriff auf den gefesselten schwarzen e6-Springer hat Erich Seiler schlicht übersehen. Nun ist Schwarz verloren. } Kf7 33. Nxd4 $6 {Da Schwarz hilflos zusehen muss, wie der Gegner seine Stellung verstärken kann, war dieses zu gierige Zugreifen nur die zweitbeste Wahl anstelle von 33.Sbd2.} Bxd4 34. Rxd4 {Nun besitzt Weiss einen Mehrbauer bei besserer Stellung, so dass der Partieausgang schon geahnt werden kann.} Qc8 {Dies erleichtert die Sache für Weiss, aber eine wirkliche Rettung gab es nicht mehr.} 35. Rf4+ Ke8 $2 {Dieser Fehler statt des erzwungenen 35...Tf5 macht die Sache für Weiss recht einfach.} 36. Rfe4 Kf7 37. Nd2 Rf5 38. Nc4 {Droht 39.Se5 mit Gewinn der Qualität.} Ke8 39. b5 {Einfach und wirksam: der Turm, welcher die Aufgabe hat, den Se6 zu schützen, wird angegriffen und der hat keine Felder, auf denen er die Deckung beibehalten kann, ohne geschlagen zu werden.} Rxc4 40. Rxc4 Qd7 41. Qe3 {Es führen bereits verschiedene Wege nach Rom.} Nc7 {? Beschleunigt das Ende.} 42. Qxa7 Nxb5 {? Erlaubt einen Mattangriff.} 43. Rc8+ {Somit 1 Pkt aus 2 Partien (50 %) für Mephisto Dallas. Philosophisch betrachtet hat Weiss die Partie nicht gewonnen, sondern hat Schwarz die gut stehende Partie verloren. Somit ein glücklicher Sieg für den Computer. Solche unnützen Überlegungen sind typisch menschlich: man billgt dem Homo sapiens selbstverständlich zu, dass er im Schach ab und zu Fehler macht, während man der Maschinen gesteuerten Intelligenz diese Toleranz weitgehend verweigert.} 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Hugentobler, Patrik"]
[Black "Mephisto Dallas 16bit"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "3"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1987.??.??"]
[WhiteElo "2130"]
[BlackElo "1986"]
[PlyCount "136"]

{Nach dem glücklichen Sieg von Mephisto Dallas in der 2. Runde und somit 1.0/2 Punkten, geht es nun in die 3. Runde. Seitens des Turnierfavoriten Patrik Hugentobler (ELO 2130) hatte ich einen klaren Sieg erwartet, aber manchmal gibt es eben Überraschungen.} 1. e4 e5 2. Nf3 Nf6 3. Nxe5 d6 4. Nc4 {Eine Spezialität von Patrik Hugentobler, der aber - wie die Folge zeigt - heute einen miserablen Tag erwischt hat.} Nxe4 {Schwarz letzter Buchzug} 5. Nc3 d5 {Das war für Weiss eine Neuerung. Mit der üblichen Fortsetzung ...Sxc3, bxc3 d5, Se3 c6 hat P. Hugentobler gute Resultate erzielt.} 6. Qe2 $6 {Eine schnelle und wenig überlegte Entscheidung, zwar kein Fehler, aber der Grundstein des kommenden Übels. Fälschlicherweise träumt Weiss von einem Bauerngewinn. Interessanterweise habe ich im letztjährigen Klub-Turnier mit dem gleichen Aufbau eine grottenschlecht gespielte Partie verloren. An diese Computerpartie konnte ich mich leider nicht mehr erinnern.} Be6 {Gegen mich hat Scheidegger diese Antwort à tempo gespielt.} 7. Nxe4 dxc4 8. b3 {Einfacher waren 8.De3 oder 8.d3} (8. d3 Nc6 9. c3 {?} Qd7 10. Bf4 0-0-0 11. 0-0-0 {?} cxd3 12. Rxd3 Qxd3 13. Qxd3 Rxd3 14. Bxd3 Bxa2 15. Ng5 {?} h6 16. Bf5+ Kb8 17. Nf3 Bc5 18. Bg3 a5 19. Re1 Rd8 20. Re2 Bc4 21. Rd2 Rxd2 22. Nxd2 Bd5 23. Be4 Bxe4 24. Nxe4 Be7 25. Bf4 g5 26. Be3 {?} f5 27. Nc5 {??} Ne5 {?!} 28. Kc2 Ng4 29. Nb3 a4 {0-1 Utzinger-Scheidegger, Klub-Turnier 2015} )Nc6 {Dieser aktive Entwicklungszug hat Weiss zu Unrecht in Panik versetzt. Er sieht nur die Drohung ...Sc6-d4 und will deshalb mit einem raschen Damenrückzug das Feld c2 schützen.} 9. Qd1 $4 {Kaum losgelassen bemerkt Weiss das Malheur, aber es ist zu spät und Schwarz erhält Gewinnstellung. Dabei standen mit 9.dxc4 oder 9.Lb2 zwei normale Fortsetzungen zur Verfügung.} Qd4 {Doppelangriff auf den weissen Se4 und den weissen Ta1, so dass die Antwort erzwungen ist.} 10. Nc3 Bc5 {Mit Mattdrohung auf f2} 11. Qf3 Nb4 {Noch nie habe ich P. Hugentobler nach nur 11 Zügen mit Weiss in einer derart misslichen Lage gesehen. Der c2-Bauer kann mit 12.Kd1?? wegen 12...Lg4 nicht verteidigt werden.} 12. Qxb7 {Verzweiflung, aber es gab keine Rettung mehr.} Rd8 {Sowohl 12...Dxf2+ 13.Kd1 Lf5 usw. als auch 12...0-0 waren präziser.} 13. Qe4 Qxe4+ {Wiederum verpasst Mephisto Dallas die weit stärkere Fortsetzung 13...Dxf2 14.Kd1 Td4.} 14. Nxe4 Nxc2+ 15. Kd1 Nxa1 16. Nxc5 cxb3 17. Bb5+ Kf8 $4 ({Der Textzug ist eine grobe taktische Nachlässigkeit, oder Schach aus der Steinzeit, denn} 17... Ke7 {gewinnt einfach, weil nach beispielsweise} 18. Ba3 Nc2 {möglich ist, denn darauf erfolgt} 19. Nxe6+ {nicht mit Doppelschach wie beim König auf f8, so dass} Nxa3 {die Sache klärt und Weiss wegen der Drohung ...b2 oder ...bxa2 mit Umwandlung zur Dame im nächsten Zug nicht} 20. Nxd8 {spielen darf.} )18. Ba3 {Eine unerhoffte Rettung ist aufgetaucht.} Kg8 (18... Nc2 {scheitert nun an} 19. Nxe6+ Kg8 20. Nxd8 Nxa3 21. Bd3 bxa2 (21... b2 22. Re1 Kf8 23. Re4 b1=Q+ 24. Bxb1 Nxb1 25. Nc6 Na3 26. Nxa7 h5 27. Ra4 {und der Sa3 geht verloren} )22. Ke2 Nb1 23. Bxb1 axb1=Q 24. Rxb1 {und es ist Weiss, der eine Gewinnstellung hat.} )19. Nxe6 fxe6 20. Bc4 Kf7 21. axb3 {Dank der vielen Ungenauigkeiten von Mephisto Dallas hat Weiss seinen Nachteil bedeutend minimieren können und man muss sich gar fragen, wer denn nun besser steht.} Rb8 22. b4 $6 {Viel besser 22.Te1 mit weissem Vorteil.} a5 {Endlich wieder einmal ein guter Zug des Computerprogramms. Nun trifft 23.bxa5 auf die Erwiderung 23...Tb1} 23. d3 $2 {Gut war 23.Te1, während nach dem Textzug der Vorteil an den Gegner übergeht. Der weisse Spieler hatte wirklich einen schlechten Tag erwischt.} a4 $2 {Mephisto Dallas revanchiert sich mit einem zweitklassigen Zug; richtig war das Schlagen des Bauern b4 mit a5xb4.} 24. Re1 Rb6 25. Re5 Nb3 {Endlich gelangt der schwarze Springer wieder ins Spiel zurück.} 26. f4 g6 {Gegen f4-f5 gerichtet} 27. g4 Rhb8 28. f5 gxf5 29. Rxf5+ Kg6 30. Re5 Rd8 31. h4 Kf6 32. Rh5 Rd7 33. Bb2+ Nd4 34. g5+ $2 {Weiss verpasst die letzte Chance, um mit 24.Lb5 energischen Widerstand zu leisten.} Kg7 35. Bc3 a3 {Genauer war 35...e5} 36. g6 {Macht den Weg frei für den weissen Turm zum Schwenk auf die a-Linie.} Kxg6 37. Rg5+ {Direkt 37.Ta5 ist stärker.} Kf7 38. Ra5 Nc6 39. Rxa3 Nxb4 40. Ke2 Nd5 41. Be5 {Abbruchstellung, die Weiss nur deshalb nicht aufgegeben hat, weil er noch mit Fehler seines elektronischen Gegners rechnete.} Ne7 42. h5 Nc6 43. Bc3 Nd4+ {Die Beseitigung des bislang lästigen Läuferpaares ist nun unvermeidlich nach 44.Kd2 Sb5} 44. Bxd4 Rxd4 45. Ra7 Rd7 {Die Aufgabe von Schwarz besteht darin, den gegnerischen h5-Bauern zu erobern, wonach der Rest einfach ist.} 46. Ra5 Kf6 47. Kf3 Rbd6 48. Ra8 c6 49. Kf4 Rd4+ 50. Ke3 Rh4 51. Ra5 Rd6 52. Kf3 e5 {Schneidet den a5-Turm von der Deckung des Bauern h5 ab.} 53. Ra7 Rxh5 {Schwarz hat es geschafft und endlich eine klare Gewinnstellung erreicht.} 54. Rf7+ Kg6 55. Re7 h6 56. Ke4 Rd4+ 57. Ke3 Rh3+ 58. Kf2 Kf5 {Einfacher war 58...e4!} 59. Rf7+ Kg5 60. Re7 Rf4+ 61. Ke2 Rf5 62. Rc7 (62. Be6 {hilft gar nichts nach} Rh2+ 63. Ke3 Rff2 64. d4 Re2+ 65. Kd3 Kf6 66. Re8 exd4 {und -+} )Rf6 63. Re7 Rhf3 ({Weshalb nicht effektiver} 63... Kf4 64. Kd2 h5 )64. Rxe5+ Kg6 65. d4 Rf2+ 66. Ke1 {Ke3 war besser, aber im Endeffekt ebenfalls ungenügend.} R2f4 67. Bd3+ Kf7 68. d5 Rd6 {Und Weiss gab auf in einer von beiden Seiten teilweise sehr schlecht gespielten Partie. Trotzdem ein wichtiger Punkt für Mephisto Dallas, der nun (66,6%) auf dem Konto hat.} 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "Mephisto Dallas 16bit"]
[Black "Trachsler, Jakob"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "4"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1987.??.??"]
[WhiteElo "1986"]
[BlackElo "2016"]
[PlyCount "65"]

1. c4 {Mit glücklichen 2 Pkt aus 3 Partien entscheidet sich Mephisto Dallas in der 4. Runde für den c-Bauern.} f5 {Ein anderer Zug war von Jakob Trachsler (ELO 2016) nicht zu erwarten} 2. d4 Nf6 3. g3 g6 4. Bg2 Bg7 5. Nf3 d6 6. 0-0 0-0 7. b3 c6 {Die Leningrader-Variante der Holländischen Verteidigung ist schon seit Jahren das geliebte Steckenpferd von Jakob Trachsler.} 8. Bb2 {Weiss letzter Buchzug} a5 9. Nc3 Na6 10. Qd2 {Etwas ungewöhnlich statt des auch schon gespielten 10.d5.} Qc7 11. Rad1 Bd7 12. Ng5 {Das sieht wie ein unnützer Zug aus, muss der Springer doch sofort wieder weichen. Diese offensichtliche Ungenauigkeit mag der Grund sein, dass Schwarz schon im übernächsten Zug unaufmerksam wird.} h6 13. Nf3 e5 $2 {Dieser logisch anmutende und (zu) rasch ausgeführte Zentrumsvorstoss erweist sich als Fehler, wie Mephisto Dallas zur grossen Überraschung des Schwarz-Spielers sofort nachweist. Aber wer ahnt denn bei diesem angeblichen "Normalzug" schon Böses? Aber einmal mehr rächt sich automatisches Spiel, das den menschlichen Schachspielern in gewissen Situationen angeboren scheint.} 14. dxe5 dxe5 15. Nb5 $1 {Jakob Trachsler glaubte seinen Augen nicht zu trauen, dabei war noch die gar stärkere Nebenlösung Sa4 e4, Lxf6 Lxf6, Dxd7 Dxd7, Txd7 exf3, Lxf3 mit Bauerngewinn vorhanden. Der Textzug 15.Sb5 ist ein direkter Angriff auf die Dame mit gleichzeitigem Doppelangriff auf den Punkt e5.} (15. Na4 e4 16. Bxf6 Bxf6 17. Qxd7 exf3 18. Bxf3 )cxb5 16. Bxe5 Qb6 {Der sich über seinen Fehler nocn immer ärgernde Schwarzspieler wusste nicht, dass die damaligen Computerprogramme im Endspiel noch (relativ) schwach agierten. Ansonsten hätte er den Damentausch mit 16...Dc8 gesucht und ich bin mir ziemlich sicher, dass Mephisto Dallas seinen Mehrbauern nicht hätte verwerten können.} (16... Qc8 17. Bxf6 Bxf6 18. Qxd7 Qxd7 19. Rxd7 bxc4 20. bxc4 Nc5 21. Rd5 b6 {mit guten Remischancen.} )17. Bxf6 Qxf6 18. Qxd7 {Am Ende der Kombination steht Weiss mit einem Mehrbauern da} bxc4 19. Qxb7 $6 {Den Vorzug verdiente 19.bxc4} cxb3 (19... c3 {hätte die weisse Aufgabe wohl erschwert, denn der weit vorgespreschte Freibauer wirkt wie ein Pfahl im gegnerischen Lager.} )20. Qxb3+ Kh7 21. Nd4 {Zentralisierung des Springers und Öffnung der Diagonale h1-a8 für den Lg2 mit Angriff auf den schwarzen a8-Turm.} Rab8 $6 {Schwarz ist ob dem Spielverlauf erschüttert und nicht mehr in der Lage, auf die beste Art und Weise zähen Widerstand zu leisten, was mit 21...Sc5 möglich war.} 22. Qa3 $1 {Stark und zu weiterem Bauerngewinn führend, denn die Deckung des angegriffenen a5-Bauern ist wegen Sc6 und Doppelangriff auf den b8-Turm und den a-Bauern wirkungslos.} a4 23. Qxa4 Rb4 24. Qa5 Rxd4 25. Rxd4 Qxd4 26. Qxa6 {Nun sind es bereits zwei Mehrbauern, die Weiss sein eigen nennen darf. Und da der weisse Freibauer auf der a-Linie eine Macht darstellt, war bereits hier ein überraschender Sieg von Mepnisto Dallas absehbar.} f4 {Der Versuch, im Trüben zu fischen, ist verständlich, aber schliesslich erfolglos.} 27. gxf4 {Ein modernes Computerprogramm (2016) würde hier seine Königsstellung durch dieses Schlagen nicht schwächen wollen.} Qxf4 28. e3 Qh4 29. Qc6 h5 30. Qc2 {Ein Fidelity Excellence wäre schon längstens mit seinem freien a-Bauern nach vorne gestürmt.} Be5 31. f4 Bb8 32. Rb1 Qe7 $4 {In Zeitnot und im Bestreben, aktiv zu spielen und einen gegnerischen Bauern zu bedrohen, begeht Schwarz einen schlimmen Fehler, der die Dame kostet und die Partie sofort beendet.} 33. Rb7 {Mit (75%) darf man mit der Leistung des Computers zufrieden sein, obwohl dies die erste Partie ist, wo auch die Spielweise von Mephisto Dallas wenig Kritik verdient.} 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Emch, Hans-Jakob"]
[Black "Mephisto Dallas 16bit"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "5"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1987.??.??"]
[WhiteElo "1980"]
[BlackElo "1986"]
[PlyCount "64"]

{Mit 3 Pkt aus 4 Partien (75%) hat sich Mephisto Dallas in den ersten Runden schon gehörig Respekt verschafft, auch wenn nicht alle Partien überzeugen konnten. Den heutigen Gegner in der 5. Runde hat das Computerprogramm vom Elo-Wert her nicht zu fürchten.} 1. d4 {Gespannt war ich, ob es Hans-Jakob Emch (ELO 1980) auch gegen den Computer wagen würde, das Blackmar-Gambit zu spielen.} d5 2. e4 {Ja, er wagt das Gambitspiel.} dxe4 3. Nc3 Nf6 4. f3 Bf5 5. fxe4 Nxe4 {Schwarz letzter Buchzug} 6. Qf3 {Gemäss der Datenbank auf meiner ChessBase App hat Weiss mit diesem Zug bei 594 Partien eine Gewinnquote von 58 %.} Nd6 {Die beste Antwort mit Schutz des f5-Läufers und des b7-Bauern.} 7. Bf4 {Droht den Tausch Lxd6, wonach der ungedeckte Lf5 verloren ginge.} Nc6 $5 {Eine grosse Überraschung, deren Folgen das Computerprogramm unmöglich abschätzen konnte. Die normale Fortsetzung ist 7...e6. Mit dem Textzug wird der Gegenschlag ...Sxd4 vorbereitet, falls sich Weiss auf die komplizierte Variante mit 8.Lxd6 einlassen sollte.} (7... e6 8. 0-0-0 c6 9. g4 Bg6 10. Qe3 Be7 {unklar} )8. 0-0-0 $1 {Es ist wohl richtig und vor allem auch vom praktischen Standpunkt aus für Weiss besser, sich nicht auf die wilden Verwicklungen nach 8.Lxd6 - siehe Variante - einzulassen. Mit der langem Rochade sichert sich Weiss vielleicht gar den Anzugsvorteil. Leider gibt es nicht viele Partien zu dieser Stellung, so dass eine endgültige Beurteilung schwer fällt.} ({Nach} 8. Bxd6 Nxd4 9. Qxb7 Rb8 10. Qxa7 Nxc2+ 11. Kf2 exd6 12. Bb5+ Rxb5 13. Nxb5 Qh4+ 14. g3 Qc4 15. Na3 Nxa3 16. Re1+ Kd7 17. Qe3 (17. Qxa3 d5 $17 {ist besser für Schwarz} )Be6 18. bxa3 g6 19. Rc1 Qa4 20. Nf3 Bg7 21. Rhd1 Ra8 22. Ne5+ Bxe5 23. Qxe5 Qa7+ 24. Rd4 Qb6 25. Rc3 Bxa2 {herrscht materielles Gleichgewicht mit unklarem Ausgang.} )Qd7 {Genauer ist 8...Dc8} 9. d5 Nb4 $6 {Ein zweifelhafter Zug anstelle von 9...Sd8.} 10. Bxd6 $1 {Noch zeigt sich Weiss auf der Höhe des Geschehens. Die Antwort ist erzwungen.} exd6 {Weiss hat die Eröffnungsschlacht fuer sich entschieden und steht spürbar besser ... wenn er nur die richtige Fortsetzung gefunden hätte.} 11. Bb5 {?! Schade, denn mit den direkteren Optionen wie a) 11.Td4! oder b) 11.a3! hätte Weiss den Gegner in noch grössere Verlegenheit bringen können. Der Springer darf nicht wegziehen wegen 12.Lb5 usw.} ({a)} 11. Rd4 Nxd5 12. Rxd5 Be6 13. Rd1 0-0-0 {und Schwarz hat nur 2 Bauern für die Figur.} )({b)} 11. a3 Kd8 12. axb4 Bg4 13. Qf4 Bxd1 14. Kxd1 {und der kleine materielle Nachteil von Schwarz, seine unsichere Königsstellung und schlechtere Entwicklung sind zugunsten von Weiss.} )c6 12. dxc6 $2 {Was ist denn das? Dieser Fehlgriff - an dessen Stelle 12.La4 mit noch immer weissem Vorteil hätte folgen sollen - reduziert den schwarzen Nachteil auf ein Minimum.} (12. Ba4 {! und +/-} )Nxc6 13. Re1+ ({Nach} 13. Nd5 Be6 14. Ne2 {wäre Weiss noch immer im Besitz der Initiative.} )Be6 14. Nh3 (14. Nge2 0-0-0 15. Nd4 d5 {=+ macht den gesünderen Eindruck als diese gekünstelte Springerentwicklung. Offenbar hat sich Weiss davon zu viel versprochen.} )Be7 {Zum ersten Mal in der Partie hat sich der Vorteil zugunsten von Schwarz gewendet.} 15. Nd5 {Der Logik des vorhergehenden Zuges 14.Sh3 gehorchend verdiente 15.Sf4 den Vorzug.} Bxd5 {Bestimmt nicht schlechter war die kurze Rochade.} 16. Qxd5 0-0 {Nun hat Weiss nur ungenügende Kompensation für den Bauern, den er in der Eröffung ins Geschäft gesteckt hat.} 17. Re4 {Eine interessante Fortsetzung, nachdem man sonst eher a) 17.Thf1 oder b) 17.c3 erwarten würde.} Qc7 {Die Dame begibt sich aus der Fesslung und ermöglicht so, bald einmal die bärenstarke Zentralisierung Sc6-e5.} 18. Qh5 {Eine typisch menschliche Reaktion. Weiss hofft noch auf einen Angriff gegen den schwarzen König, doch kommt diese Aktion nie richtig in Schwung. Mit einer der Stellung gerecht werdenden Behandlung wäre Weiss bestimmt besser gefahren. Der schwarze d6-Bauer ist eine Schwäche und sollte deshalb unter Dauerbeschuss gehalten werden. Ferner müsste versucht werden, das Blockadefeld d5 dauerhaft besetzt zu halten und dort nach Möglichkeit einen Springer zu platzieren. Auch gehört der weissfeldrige Läufer auf die Diagonale a2-g8.} Ne5 19. Nf4 Rac8 {Mit Mattdrohung auf c2 und totaler Besetzung der halboffenen c-Linie.} 20. c3 {Alternativen, die am grundsätzlichen Charakter der Stellung nichts ändern, sind 20.La4 und 20.De2.} Qc5 21. Be2 {Ein unglücklicher Rückzug. Am besten war es wohl, die zu keinem wirklichen Zweck dienende Dame von h5 nach e2 zu bringen.} a5 {Hier hatte Schwarz mit 21...f5 eine interessante und komplexe Fortsetzung zur Verfügung.} 22. Rd1 {Prophylaxe mit 22.Kb1, was nach dem Wegzug des Sf4 der Gefahr von ...Sd3+ nebst Dc5xh5 begegnet, war zweckmässiger.} Bg5 23. Kb1 {Entfernt den König wegen der Drohung ...Lxf4, Txf4 Sd3, Lxd3, Dxh5, noch rechtzeitig aus der Fesslung.} h6 {Das zentrale Ross von Schwarz auf e5 stellt ein enorm starkes Element dar, das alle weissen Scheinangriffe schon im vornherein im Keim erstickt. Deshalb scheint hier der Tausch 23...Lxf4 angebracht.} 24. Nd3 $2 {Weiss will den allmächtigen e5-Springer beseitigen, kommt aber vom Regen in die Traufe, weshalb 24.g3 als Bestzug anzusehen ist.} Qc6 $1 {Sieht gut aus, allerdings gespielt aus dem falschen Grund, um nach dem Wegzug des angegriffenen Turms den weissen g2-Bauer zu schnappen.} 25. Rd4 Qxg2 {Nicht die beste Wahl, die in 25...Sc4 bestand} (25... Nc4 26. Qf3 Qb6 (26... Nd2+ 27. Rxd2 Bxd2 {genügt wohl auch zum Gewinn.} )27. Rxc4 Rxc4 28. Nb4 Rc5 29. Nd5 Qc6 30. Qd3 Re8 $19 )26. Nxe5 ({Leicht besser war} 26. Rxd6 g6 27. Bf1 Qe4 28. Qe2 Qxe2 29. Bxe2 Nc4 )dxe5 27. Rd7 b6 28. a3 g6 29. Qf3 Qxh2 {Und noch ein Bauer, somit 3 schwarze Mehrbauern: die Partie ist entschieden, zumal keine Angriffsmöglichkeiten besitzt.} 30. Rf1 Bf4 31. Qe4 Rcd8 $4 {Ein wirklich dummes Manöver, das allerdings nicht bestraft wird.} 32. Rxf7 $2 {Ein Verzweiflungsopfer im falschen Moment, doch hatte Weiss bereits mit Zeitproblemen zu kämpfen. Am aussichtsreichsten sieht 32.Lc4 aus, um in der Partie zu bleiben.} (32. Bc4 {droht Dxg6} Kg7 (32... Qg3 33. Bxf7+ )33. Bxf7 Qg3 34. Rxd8 Rxd8 )Kxf7 {Und wieder hat Mephisto Dallas - allerdings erneut mit Glück und nicht optimalem Spiel - gewonnen und damit sehr gute 4 Punkte aus 5 Partien in der Tabelle. Wer kann nun noch verhindern, dass sich ein Elektronenhirn das erste Mal als Sieger des Klubturniers einschreiben wird?} 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "Mephisto Dallas 16bit"]
[Black "App, Hermann"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "6"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1987.??.??"]
[WhiteElo "1986"]
[BlackElo "1705"]
[PlyCount "27"]

1. Nf3 {Mit 4 Punkten aus den ersten 5 Partien steht Mephisto Dallas im Klubturnier hervorragend. Und mit dem heutigen Gegner, Hermann App (ELO 1705), war ein weiterer Punkt Pflicht} Nf6 2. d4 d5 3. c4 e6 4. Nc3 c6 5. Qb3 {Diese neben 5.e3 oder 5.Lg5 wesentlich seltener gespielte Fortsetzung wirft den Schwarzen aus dem Buch, bzw. er kannte diese Variante nicht. Also schon mal ein Vorteil für Weiss.} Be7 6. Bg5 {Weiss letzter Buchzug} 0-0 (6... dxc4 7. Qxc4 b5 8. Qd3 0-0 9. g3 {mit dynamisch ausgeglichenem Kampf ist eine mögliche Hauptvariante.} )7. e3 Nbd7 8. Bd3 h6 ({Üblicher ist} 8... dxc4 9. Qxc4 Nd5 10. Bxe7 Qxe7 11. 0-0 )9. Bh4 dxc4 {Gut spielbar ist hier 9...c5, weil die weisse Dame auf b3 etwas unglücklich steht.} (9... c5 10. cxd5 Nxd5 {wohl noch besser 10...cxd4} 11. Bxe7 Nxe7 12. Qa3 Nc6 {und Weiss hat nicht viel.} )10. Qxc4 Nd5 (10... c5 {ist als echte Alternative zu prüfen.} )11. Bxe7 Qxe7 12. 0-0 {Bislang hat Schwarz gut agiert und sollte nun entscheiden, auf welche Art und Weise er seinen Lc8 ins Spiel bringen möchte, was einen der beiden Bauernvorstösse im Zentrum, entweder c6-c5 oder e6-e5, erfordert. Im Bestreben, so rasch als möglich die Damen zu tauschen, begeht Schwarz indessen einen schlimmen Fehler, der zu sofortigem Figuren- und Partieverlust führt. } Qb4 $4 {Solche elementaren Fehler macht H.App normalerweise nicht, doch war ihm absolut unwohl, gegen einen (unfehlbaren?!) Computer spielen zu müssen.} (12... N5b6 {war gut spielbar} 13. Qb3 e5 14. Rfe1 exd4 15. exd4 Qd8 $14 )13. Nxd5 Qxc4 14. Ne7+ {Dieses Zwischenschach hat Schwarz übersehen. Nun hat der Computer 5 Pkt aus 6 Partien auf dem Konto, musste sich heute allerdings nicht gross anstrengen.} 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Gosch, Manfred"]
[Black "Mephisto Dallas 16bit"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "7"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1987.??.??"]
[WhiteElo "2202"]
[BlackElo "1986"]
[PlyCount "86"]

1. d4 {Manfred Gosch (ELO 2202) gilt als unberechenbarer Spieler, der je nach Tageslust zu normalen bis exotischen Eröffnungen greift. Seine schöpferische Spielweise - es scheint manchmal, als ob er die Eröffnung neu erfinden will - wird jedoch üblicherweise mit einem grossen Zeitaufwand für den Partieaufbau erkauft. Und so gehen manchmal komplizierte, aber gewonnene Partien noch Remis oder gar verloren aus.} d5 {Mit 5.0 aus 6 entscheidet sich der zwischenzeitlich zum Turnierfavoriten gemauserte Mephisto Dallas für ein Damengambit. Leider macht der Gegner nicht mit. Aber im Gegensatz zu einem Menschen, lassen solche Zugumstellungen die Maschinen völlig kalt.} 2. e4 {Damit will M. Gosch wahrscheinlich H. Emch aus der 5. Runde imitieren, dem es gelungen war, aus der Eröffnung heraus eine schon fast gewonnene Stelliung zu erhalten ... nur um sie dann total zu versauen.} e6 {Doch dieses Mal greift Mephisto Dallas nicht zu, sondern entschliesst sich, die Französische Verteidigung zu spielen. Daran hatte ich wenig Freude, denn von dieser strategisch orientierten Eröffnung fehlt den Computern heute (1987) noch das notwendige Verständnis. Wenn dieser Eindruck manchmal täuscht, hat das damit zu tun, dass die Eröffnungsbibliothek viele Schwächen überdecken kann.} 3. Nd2 {Von Manfred Gosch hätte ich eher das schärfere 3.Sc3 erwartet. Aber Weiss hoffte auf 3...Sf6 4.e5 Sfd7 mit einem Stellungstyp, bei dem das Hauptmotiv von Weiss in einem Königsangriff besteht.} c5 {Zu meiner Erleichterung tut der Computer seinem Gegner nicht den Gefallen, sich auf 3...Sf6 4.e5 einzulassen ... mir wurde wohler.} 4. Ngf3 cxd4 5. exd5 Qxd5 6. Bc4 Qd6 7. 0-0 Nf6 {Schwarz letzter Buchzug} 8. Re1 Nc6 9. Nb3 {Eine Alternative in diesem Abspiel stellt 9.Se4 dar} Be7 10. Nbxd4 {Es steht eine bekannte Variante auf dem Brett.} 0-0 {Üblicher ist der Zwischentausch 10...Sxd4.} 11. Nxc6 (11. c3 Nxd4 12. Nxd4 Rd8 13. Qf3 Nd5 14. Bb3 Bf6 15. Qe4 Ne7 16. Bf4 Qb6 17. Be3 Qa6 18. Bc2 Ng6 19. Nb3 Be7 20. Bc5 Bxc5 21. Nxc5 Qb6 22. Rad1 Rf8 23. b4 a5 24. h4 axb4 25. cxb4 Rxa2 26. h5 Rxc2 27. Qxc2 Nf4 28. h6 gxh6 29. Ne4 f5 30. Nd6 Qc6 31. Qxc6 bxc6 32. Rd4 Rd8 33. Nxf5 Rxd4 34. Nxd4 Bd7 35. Re4 Nd5 36. Nxe6 Kf7 37. Nd8+ Kf6 38. Rc4 Ne7 39. Rd4 Nd5 40. b5 Ke5 41. bxc6 {1-0 (41) Rodriguez,A (2511)-Roja,K (2537) Mercosur Cup 2006} )Qxc6 {Zu dieser Stellung gibt es nur sehr wenige Beispiele. Weiss hat Raumvorteil und die gegenseitigen Bauernmajoritäten versprechen einen interessanten Kampf.} 12. Ne5 {Ein guter Zug, wobei die in meiner Datenbank gefundenen und so gespielten Partien allesamt stark fehlerbehaftet sind.} (12. Qe2 {ist natürlich auch gut spielbar} a6 13. Ne5 Qc5 14. a4 Bd6 15. Bf4 Nd7 16. Nd3 Qc7 17. Bxd6 Qxd6 18. Bb3 b6 19. Rad1 Qc7 20. Ne5 Nxe5 21. Qxe5 Qxe5 22. Rxe5 Bb7 23. Re3 Rfd8 24. Red3 Rxd3 25. Rxd3 Bc6 26. Rd6 Rc8 27. Rxe6 Rd8 28. Re1 Kf8 29. h3 Rd4 30. Re3 Rb4 31. Rc3 Bxa4 32. Bxa4 Rxa4 33. Rc7 Ra2 34. b3 Ra1+ 35. Kh2 a5 36. Rb7 Rc1 {1/2-1/2 (36) Mainka,R (2472)-Fernandes,A (2465) POR-chT 43rd 2001} )Qc7 13. Bd3 (13. Bf4 {ist eine gleichwertige Alternative.} )Bd6 14. Nc4 $5 {Typisch Gosch, der eine Chance erspäht, um auf Kosten eines Bauern eine ihm passende Stellung zu erhalten. Im vorliegenden Fall erweist sich dieses "Experiment" objektiv betrachtet jedoch als nicht gerechtfertigt.} (14. Bf4 b6 15. Qe2 Bb7 16. Rad1 {ist ein mögliches Beispiel bei normalem Gang der Dinge, wo Schwarz die Eröffnungsprobleme befriedigend gelöst hat.} )Bxh2+ {Natürlich lässt sich der Computer nicht zweimal bitten, wenn er einen Bauern - und gar noch mit Schach - schlagen kann.} 15. Kh1 Bf4 ({Riesenstark ist hier} 15... b5 {wonach Schwarz ein wichtiges Tempo für die Entwicklung des Lc8 gewinnt, denn nach} 16. Ne3 Bd6 {darf Weiss mit} 17. Bxb5 {nicht zugreifen (das hat M.Gosch übersehen) wegen} ({aber selbst nach dem besseren} 17. a4 b4 18. Nc4 Bc5 {steht der schwarze Vorteil ausser Zweifel.} )Ne4 {wonach Weiss sich einem starken Angriff gegen seine geschwächte Königsstellung aussetzt} 18. Qe2 {auch Alternativen wie a) 18.Tf1 oder b) 18.Kg1 genügen nicht, um die weisse Stellung zu retten:} ({a)} 18. Rf1 f5 19. a4 (19. Nc4 Bc5 20. Be3 Rb8 {-+} )(19. Bd3 Rf6 {-+} )Bb7 20. Nc4 Bc5 21. Qd7 Nxf2+ 22. Rxf2 Qxd7 23. Bxd7 Bxf2 {und -+} )({b)} 18. Kg1 Bh2+ 19. Kf1 Bb7 )Nxf2+ {schon kracht es} 19. Qxf2 Bg3 20. Qe2 Qd8 21. Nf1 Qh4+ 22. Kg1 Bxe1 {und -+.} )16. Qf3 Bxc1 17. Raxc1 {Noch fühlte sich M.Gosch pudelwohl dank Entwicklungsvorsprung, seinen aktiver stehenden Figuren, dem gegnerischen Läufer auf dem Ursprungsfeld c8 und der fehlenden Verbindung der schwarzen Türme. Daraus sollte sich doch Profit schlagen lassen. Das ist alles richtig, aber doch nicht ganz so einfach, weil Schwarz ansonsten solide steht und keine Schwächen aufweist. Insbesondere der Umstand, dass Schwarz am K-Flügel 4 gegen 2 Bauern hat, wird es dem Gegner sehr schwer machen, dort erfolgreich einen Angriff in die Wege zu leiten. Somit wird sich früher oder später das schwarze Bauernplus bemerkbar machen. Und schliesslich wird fast jeder Figurentausch das weisse Angriffspotenzial massgeblich schwächen. Man kann also den Mut des menschlichen Spielers bewundern, ihm aber keine gute Prognose stellen.} Bd7 {Einem Computerprogramm des Jahres 1986 darf man keinen Vorwurf machen, die aktivere Fortsetzung 17...b6! zu übersehen.} (17... b6 $1 {Schafft für den Läufer den prächtigen Platz auf b7.} 18. Ne5 {oder} ({a)} 18. Qxa8 {verbietet sich wegen} Bb7 19. Qxf8+ Kxf8 {und -+} )({b)} 18. Nd6 Bd7 19. Ne4 Nxe4 20. Qxe4 g6 21. Qe3 Bc6 $15 {mit leichtem schwarzen Plus} )Bb7 19. Qh3 {Plan Sg4 oder Kg1 gefolgt von g4, g5} h6 20. Kg1 Rac8 21. g4 Rfd8 22. g5 hxg5 {und Weiss hat nichts nach} 23. Qe3 Qc5 24. Qxg5 Rd4 )18. Ne5 Bc6 19. Qh3 {Droht Sg4, da Sxg4 an Dxh7 Matt scheitern würde.} h6 {Erstickt die weisse Drohung im Keim.} 20. Qh4 Rac8 21. Re3 {Braut sich da nicht doch noch etwas gegen den schwarzen König zusammen? Man weiss, dass die damaligen Computer bei der Abwehr von Angriffen gegen die Königsstellung oftmals genug noch von totaler Blindheit beschlagen waren.} Qa5 {Vernünftiger sieht 21...Tfd8 oder 21...Sd5 aus} 22. b4 {Gosch nutzt all seine Chancen, das Spiel zu komplizieren. Auf den Textzug sind 22...Dd5 oder 22...Dc7 gute Antworten} Qxa2 $2 {Einmal mehr kann Mephisto Dallas der Verlockung nicht widerstehen, einen zweiten Bauern zu erobern und die eigene Dame damit abseits des Kampfplatzes zu stellen. Das Programm erkennt weder innerhalb seines Rechenhorizonts noch von seinen Algorithmen her, dass nun Weiss reale Angriffschancen erhält.} 23. Rg3 {Mit der Drohung Dxh6} Kh8 24. Re1 {Gosch bringt seine letzte Figur in Stellung und steht nun so stark, dass das Remis trotz zwei Minusbauern praktisch schon gesichert ist, weil in vielen Varianten das zu ewigem Schach führende Turmopfer Tg3xg7 möglich sein wird.} Qb2 $2 {Falsch; nur mit 24...Tcd8 war die Chance auf eine erfolgreiche Verteidigung möglich.} 25. Ree3 $18 {Nun hat sich die Lage endgültig zugunsten von Weiss gedreht. Schwarz kann den aktiven weissen Figuren nur noch ungenügend Widerstand entgegensetzen. M.Gosch hat somit die Schwächen des Programms ausgezeichnet genutzt. In der Tat gibt es keine Rettung mehr gegen den weissen Angriff.} Nd5 ({a)} 25... Ng8 26. Qg4 {mit Mattdrohung auf g7} g5 (26... g6 27. Bxg6 {+-} )27. Rh3 f5 (27... f6 28. Qxe6 {und +-} )28. Qxg5 Qc1+ 29. Kh2 Rf6 30. Qf4 $1 Rcf8 31. Qd4 Be8 32. Bb5 Bxb5 33. Ng6+ Kh7 34. Nxf8+ Rxf8 35. Rhg3 Rf7 36. Rxe6 {und +-} )({b)} 25... Be4 26. Rxe4 Nxe4 27. Qxe4 f5 28. Ng6+ Kh7 29. Nxf8+ Rxf8 30. Qxb7 Qd4 31. Qe7 Qf6 32. Qxa7 {und +- Mehrfigur} )26. Rxg7 $1 $1 {Ein hübsches, wenn auch auf der Hand liegendes Turmopfer, das M.Gosch intuitiv aufs Brett warf, ohne die Varianten exakt zu berechnen. Auch 26.Dg4 hätte zum Gewinn geführt.} Qc1+ {Erzwungen, weil alles andere Matt in wenigen Zügen zur Folge hat.} 27. Kh2 Kxg7 {Erneut einziger Zug.} 28. Qg4+ {Das direkte 28.Tg3+ hätte Zeit gespart. Interessant das Verhalten vieler Engines, die nach dem Textzug plötzlich eine Bewertung von 0.00 anzeigen in der Meinung, dass nun die Zugwiederholung 28...Kf6 29.Dh4+ Kg7 30.Dg4+ (statt Tg3 +-) Kf6 folgen werde.} (28. Rg3+ Kh8 29. Qd4 f6 30. Qe4 f5 31. Ng6+ Kh7 32. Qxe6 {und es ist aus mit Schwarz nach} Rf6 33. Qxc8 Rxg6 34. Qxf5 Be8 35. Qxd5 Qf4 36. Qe6 Kg7 37. Qe7+ Bf7 38. Bxg6 {und +- mit Turmplus} )Kh8 $2 (28... Kf6 {hilft nichts wegen} 29. Qh4+ Kg7 30. Rg3+ )29. Qh5 $6 ({Weiss verpasst den raschen Gewinn mit} 29. Ng6+ fxg6 30. Qxg6 Rc7 31. Qxh6+ Kg8 32. Rg3+ Kf7 33. Rf3+ Nf4 34. Rxf4+ Qxf4+ 35. Qxf4+ Ke8 36. Qxc7 )Qxe3 $2 ({Schwarz revanchiert sich, statt sich durch} 29... Kg7 30. Nxf7 Rxf7 31. Qg6+ Kf8 32. Qxh6+ Ke7 33. Rxe6+ Kd7 34. Rd6+ Ke7 35. Qe6+ Kf8 36. Qxc8+ Be8 37. Rxd5 {herzhaft zu verteidigen.} )30. fxe3 Kg7 31. Ng4 {Nun geht die weisse Uhr wieder richtig. Es gibt für Schwarz keine ausreichende Verteidigung mehr.} Rh8 32. e4 (32. c4 {war einfacher} )Nxb4 {Auch 32...Se7 ist ungenügend.} 33. Qe5+ Kh7 34. Nf6+ Kg6 35. Be2 $1 {Mit diesem stillen Läuferzug droht tödlich Lh5+ usw.} h5 36. Nxh5 {Droht Dg7 Matt.} Rhg8 37. Qf6+ {Bereits in Zeitnot rettet sich nun Weiss mit einigen Schachs, die nichts verderben, über die Zeitkontrolle im 40. Zug.} Kh7 38. Qxf7+ Kh8 39. Qf6+ Kh7 40. Qf7+ Kh8 41. Nf6 {Droht Matt auf h7.} Bxe4 (41... Rg7 42. Qh5+ Rh7 43. Qxh7# )42. Nxe4 Rg7 43. Qxe6 Rb8 {Endlich wurde die Siegerserie von Mephisto Dallas gestoppt in einer typischen Partie, wo das Programm die übliche Schwäche zeigt, die darin besteht, Gefahren gegen die eigene Königsstellung nicht zu beachten. Nach dieser verdienten Niederlage hat Mephisto Dallas 5.0 aus 7 Partien.} 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Kindler, Udo"]
[Black "Mephisto Dallas 16bit"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "8"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1987.??.??"]
[WhiteElo "1850"]
[BlackElo "1986"]
[PlyCount "52"]

1. d4 {Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird Udo Kindler (ELO 1850) irgendein Gambit aus dem Hut zaubern.} Nf6 {Mit 5.0 Pkt aus 7 Partien nimmt Mephisto Dallas seine letzte, 8. Runde, in Angriff. Im letzten Jahr war es U. Kindler noch gelungen, mit Schwarz den Mephisto Amsterdam in Grund und Boden zu spielen. Aus diesem Grund schien auch heute alles möglich zu sein. Übrigens: Schwarz letzter Buchzug.} 2. f3 {Typisch für den Weiss-Spieler, dass frühzeitig in der Eröffnung seltene Abspiele aufs Brett kommen.} d5 {Gegen e2-e4 gerichtet.} 3. e4 {Das habe ich noch nie gesehen. In der ChessBase Datenbank 2016 findet man aber immerhin gegen 70 Partien dazu, wobei hier Peter Leisebein (2452 Elo) der mit Abstand grösste Verfechter dieser Variante ist ... und zwar mit nicht schlechten Resultaten.} e6 {Dass das Programm nicht auf e4 schlägt mit 3...dxe4, ist etwas überraschend, aber das hatte sich U. Kindler gewünscht, wäre er dann doch mit 4.Sc3 in seinem geliebten Blackmar-Gambit gelandet. Der Textzug ist insofern aucn logisch, weil in der Französischen Verteidigung der Bauer auf f3 nichts zu suchen hat.} 4. Bg5 {Spezialist Peter Leisebein spielt hier fast ausschliesslich 4.e5} h6 (4... dxe4 5. fxe4 c5 {ist eine interessante Alternative, um das weisse Zentrum sofort anzugreifen, z. B.} 6. c3 cxd4 7. cxd4 Qa5+ 8. Bd2 Qb6 {und Weiss fällt es nicht leicht, seine Spielweise zu rechtfertigen.} )5. Be3 $6 {Diesen Rückzug bzw. Tempoverlust kann sich Weiss eigentlich nicht mehr leisten, ohne den Eröffnungskampf definitiv zu verlieren. Notwendig war 5.Lxf6, obwohl Schwarz auch hier wegen dem Besitz der Läuferpaars langfristig gute Perspektiven hat.} (5. Bxf6 Qxf6 6. Nc3 Bb4 7. Qd3 {ist für Weiss wohl gerade noch spielbar.} )dxe4 6. Nc3 (6. fxe4 Nxe4 7. Nf3 Bd6 8. Bd3 Nf6 9. 0-0 {war mehr im Sinne der weissen Spielanlage, obwohl Weiss auch hier nur ungenügend Kompensation für seinen Bauern hat.} )Bb4 {Ein guter und für Weiss lästiger Fesslungszug. Oftmals hat Weiss im Blackmar-Gambit keine Perspektiven mehr, wenn es Schwarz gelingt, dem Gegner mit Lxc3 bxc3 die Bauernstruktur zu zerschlagen und so den Damenflügel massiv zu schwächen.} 7. fxe4 {Die Engines schlagen als besser 7.Dd2 vor, doch das weisse Bauernminus lässt sich auch damit nicht kompensieren:} Nxe4 8. Qg4 $4 {Von Weiss praktisch à tempo gespielt, aber natürlich ein dicker taktischer Bock, nachdem die Partie bereits hätte abgebrochen werden können. Für mich ist dieses Versehen von Udo Kindler nicht zu verstehen, sieht er doch üblicherweise solche Dinge selbst in Blitzpartien.} ({Nach} 8. Nge2 0-0 9. Qd3 Nxc3 10. Nxc3 e5 11. 0-0-0 exd4 12. Qxd4 Qxd4 13. Bxd4 {kann Weiss wenigstens - wenn auch ohne grosse Hoffnungen auf Rettung - noch mitspielen.} )Nxc3 9. Qxg7 Rf8 ({Gar noch stärker ist} 9... Qh4+ 10. g3 Nd5+ 11. Kf2 Qf6+ 12. Qxf6 Nxf6 )10. Bxh6 $2 {In miserabler Stellung ein weiterer schlechter Zug. Die Partie ist bereits verloren ... und das nach nur gerade 10 Zügen. Udo Kindler hatte heute wirklich keinen guten Tag.} Qh4+ 11. g3 Qe4+ 12. Kf2 Qxc2+ 13. Be2 Qxb2 14. Re1 Nxa2 {Weshalb Weiss mit einer Figur und zwei Bauern im Minus noch nicht aufgibt, war mir ein Rätsel, aber Weiss hat noch etwas Angriffspotential gesichtet.} 15. Nf3 Bxe1+ 16. Rxe1 Nd7 17. Kf1 Nc3 18. Bc4 {Droht kräftig Lxe6, was Schwarz aber leicht abwehren kann.} Qb6 {Auch 18...Sd5 hätte genügt, weil 19.Lxd5 mit 19...Db5 beantwortet werden könnte.} 19. Ng5 {Wird es nun nicht doch noch gefährlich um den schwarzen König.} Qc6 $1 {Die beste, aber ausreichende Verteidigung mit Angriff auf den weissen Läufer c4 und es geht nicht 20.Lxe6 fxe6, weil der weisse König danach im Schach steht.} 20. Rxe6+ {Verzweiflung} fxe6+ 21. Kg1 Rf6 {Auch 21...Dxc4 gewinnt einfach.} 22. Bd3 {Udo Kindler spielt wie in Trance weiter, dabei musste ihm doch klar sein, dass jeglicher Widerstand hoffnungslos ist.} Qd5 23. Bg6+ Kd8 {Auch 23...Txg6+ gewinnt.} 24. Nf7+ {Sieht nur auf den ersten Blick gefährlich aus, zumal Schwarz angesichts seines grossen materiellen Vorteils diesen Springer mit dem Turm einfach schlagen könnte.} Ke7 {Selbst diesen Königszug darf sich das materialistisch denkende Elektronengehirn leisten.} 25. Ne5+ Kd6 26. Bf4 {Der letzte Versuch für ein tödliches Abzugschach, aber nach dem nächsten Zug gab Weiss auf. Und so erzielte Mephisto Dallas 68000 im Klubturnier ein Score von (75%), was bei einem ELO-Schnitt von 1986 einer Leistung von 2174 ELO entspricht. Aufgefallen ist mir, dass die Klubspieler in diesem Turnier für einmal ungewöhnlich viele Fehler begangen haben und Mephisto Dallas davon natürlich profitieren konnte. Vom rein qualitativen Partiegehalt her konnte Mephisto Dallas 68000 allerdings nicht recht zu überzeugen.} Ne2+ 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "App, Hermann"]
[Black "Saitek Maestro C18"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "1"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1/2-1/2"]
[Date "1988.??.??"]
[WhiteElo "1660"]
[PlyCount "80"]

1. d4 {Hermann App (ELO 1660) ist ein solider, vorsichtiger Spieler, der Risiken und Verwicklungen scheut. Am liebsten hat er ruhiges, positionelles Agieren. Für den Computer hatte ich in dieser 1. Runde einen vollen Punkt programmiert.} d5 {Der Saitek Maestro C18 spielt mit dem so genannten Turbo Kit System, einer Rarität, die ich glücklicherweise erwerben konnte.} 2. c4 e6 3. Nc3 Nf6 {Bedeutend unangenehmer für Hermann App wäre die dynamische Tarrasch-Verteidigung mit 3...c5 gewesen.} 4. Bg5 Be7 {Abgelehntes Damengambit in der ursprünglichsten Form der alten Klassiker, ganz im Sinne von Weiss. Schärfer ist 4...Sbd7, die Cambridge-Springs-Variante.} 5. e3 0-0 6. Nf3 Nbd7 7. Rc1 c6 {Verzicht auf die wieder in Mode kommende Lasker-Variante 7...h6 8.Lh4 Se4 oder direkt 7...Se4.} 8. Bd3 dxc4 9. Bxc4 Nd5 10. Bxe7 Qxe7 11. 0-0 Nxc3 12. Rxc3 e5 {Letzter Buchzug von Schwarz. Max Euwe schreibt dazu: "Die charakteristische Stellung im Hauptspiel des orthodoxen Damengambits. Schwarz hat seinen seine Entwicklung hindernden Königsbauern von e6 vorgezogen, vermied die Isolierung seines Damenbauern und vergrösserte seine Bewegungsfreiheit durch den Abtausch von zwei leichten Figuren. Jetzt kann er in zwei weiteren Zügen - einen mit seinem Königsbauern und einen mit seinem Springer - seinen Damenläufer zur Entwicklung bringen und somit scheinen die Verteidigungsprobleme gelöst zu sein. Die möglichen Wege, mit denen Weiss versuchen kann, die vollständige Befreiung des Spiels von Schwarz zu verhindern, werden wir wie folgt behandeln: A=13.e4, B=13.d5, C=13.Te1, D=13.Lb3, E=13.Dc2, F=13.Db1, G=13.dxe5. Von diesen sieben Fortsetzungen sind die Varianten E, F und G bei weitem die wichtigsten. Die anderen Varianten führen zu ruhigem Spiel, in dem es für Weiss schwer ist, viel Initiative zu entwickeln." Auch wenn heute die Eröffnungsbücher von Max Euwe variantenmässig natürlich veraltet sind, so stellen diese Werke etwas vom Besten dar, das je produziert wurde. Viele allgemeine Stelliungsbeschreibungen und mögliche Pläne sind heute noch gültig, während die übersichtliche Darstellung des Materials exzellent ist und durch kein anderes Werk je übertroffen werden konnte.} 13. Qc2 e4 {Ich hatte auf die Variante 13...exd4 gehofft, mit einer offenen, dynamischeren und für den schwächeren menschlichen Spieler deshalb unangenehmeren Stellung.} 14. Nd2 Nf6 15. Rc1 {Der Weiss-Spieler hat seine Hausaufgaben gemacht und die theoretisch besten Züge gefunden.} (15. Bb3 {mit der Idee Tc3-c5-e5 nebst Eroberung des e4-Bauern bringt nicht viel nach} Bg4 {denn} 16. Rc5 {wird mit} Nd7 {beantwortet} )Rd8 $5 {?! Eine ungewohnte Fortsetzung statt 15...Kh8 oder 15...Lf5. Mit dem Textzug stemmt sich Schwarz gegen d4-d5.} (15... Bf5 16. a3 Rad8 17. b4 {ergibt leichten Vorteil für Weiss} )16. b4 $5 {Diesen interessanten Vorstoss hätte ich von H.App nicht erwartet. Nimmt Schwarz nicht auf b4, so gewinnt Weiss ein wichtiges Tempo für den Minoritätsangriff am Damenflügel. Und der Tausch des b4-Bauern gegen den e4-Bauern scheint Weiss zu bevorteilen. Eine andere gute Idee ist 16.Lb3 mit Druck auf der c-Linie und dem Plan Tc3-c5-e5.} a6 (16... Qxb4 {Der Abtausch dieses Bauern gegen den Zentrumsbauer e4 ist durchaus möglich und es ist nicht zu sehen, dass Schwarz dabei in Schwiergkeiten kommen könnte.} 17. Nxe4 Nxe4 18. Qxe4 g6 19. g4 Rd7 20. Qe8+ Qf8 21. Qxf8+ Kxf8 )17. Qb1 {Schutz des b4-Bauern, gleichzeitig wird der Druck auf den schwarzen e4-Bauer aufrechterhalten und schliesslich dient der Zug zur Unterstützung des geplanten Minoritätsangriffes am Damenflügel mit a2-a4 und später b4-b5.} Bf5 18. a4 {Konsequent, aber vielleicht verdiente das behutsamere 18.a3 den Vorzug.} Nd5 {Durch den Doppelangriff auf den weissen Turm und den b4-Bauer hofft Schwarz, dass sein Gegner sich zum Tausch Lxd5 genötigt sieht.} 19. Bxd5 {Nicht schlecht ist auch 19.Tb3, um sich alle Optionen am Damenflügel offen zu halten. Doch irgendwie - für einen menschlichen Spieler - wirkt dieser Turmzug etwas gar gekünstelt.} Rxd5 {Es ist interessant, dass ebenfalls das Schlagen mit dem c-Bauer unter Öffnung der c-Linie in Frage kommt, denn Weiss gelingt es nicht, aus der offenen Linie einen Vorteil zu holen.} 20. Rc5 {Weiss hat seit seinem 16.Zug lauter vernünftige Züge ausgeführt und steht noch immer leicht besser. Das behagte mir als Bediener nicht so recht, zumal Schwarz keine Chance hat, bald einmal selbst aktiv zu werden.} Rad8 21. Rxd5 {Typisch für den Weiss-Spieler, der lieber vereinfacht, als seine Stellung durch 21.b5 zu verstärken.} Rxd5 22. Rc5 Qe6 23. Rxd5 {Diese erneute Vereinfachung verringert den leichten Vorteil, den Weiss nach beispielsweise 23.Dc2 noch immer hatte.} Qxd5 $6 {Etwas besser scheint 23...cxd5, womit der e4-Bauer durch seinesgleichen gedeckt wäre.} 24. Qb3 {Fortsetzung der Vereinfachungstaktik.} Qd6 (24... Be6 25. Qxd5 cxd5 26. Nb3 Kf8 27. Nc5 Bc8 28. a5 Ke7 29. Kf1 Kd6 30. Ke2 Kc6 31. Kd2 {ist ein anderer Weg, um bald die Punkteteilung einzuleiten.} )25. Qc4 {Weiss steht noch immer leicht besser, hat aber durch seine "Tauschsucht" die Verlustgefahr praktisch eliminiert. Mir als Bediener machte der Partieverlauf keine grosse Freude.} Qg6 {Das erste Mal in der Partie stellt Schwarz eine kleine, aber leicht zu parierende Drohung ...Lh3 nebst Dxg2 Matt auf. Weitere Vereinfachungen hätte das nicht offensichtliche 25...b5!? erzwungen. Doch fast alle Varianten bewegen sich im Bereich des sicheren Remis.} 26. Kh1 {Verständlich, dass H. App die Folge Lh3, g3 nicht zulassen will, würden dadurch die weissen Felder am Königsflügel arg geschwächt. Aber einfacher und deshalb auch besser waren das den Punkt e4 unter Druck haltende a) 26.Dc2 - was 26...Lh3 verhindert wegen 27.Dxe4 - oder gar das aktive b) 26.d5.} Qg4 {Droht lästig das Eindringen mit der Dame auf d1.} 27. Qf1 Kf8 $6 {Auch Maestro C18 revanchiert sich mit einer unbedeutenden Ungenauigkeit. Gut sieht 27...Le6 aus, um das gegnerische Feld c4 unter Kontrolle zu halten.} 28. Nc4 {Ein guter Zug, obwohl 28.h3 als etwa gleichwertig einzustufen ist.} Ke7 {Zentralisierung kann nicht falsch sein, auch wenn die Engines meinen, dass 28...Ld7 etwas genauer sei, um die Riposte b7-b5 zu unterstützen.} 29. Nb2 {Auch das ist typisch Hermann App. Das Feld d1 wird der schwarzen Majestät genommen und der mögliche Damentausch mit Df1-d1 ins Auge gefasst. Dabei konnte Weiss mit 29.h3 oder 29.Dc1 noch immer auf Vorteil hoffen.} Be6 30. b5 {Gut spielbar, wie ebenfalls 30.h3 oder 30.De1.} axb5 {?! Besser sind a) 30...cxb5 31.axb5 Df5 oder b) 30...Df5} 31. axb5 Bd5 $6 {Logischer dünkt mich 31...cxb5, was Schwarz einen Freibauern auf der b-Linie beschert. Gut auch 31...Df5, was den f2-Bauern unter Beschuss hält und die Dame auf die wichtige 5.Reihe bringt.} 32. bxc6 {Mit 32.b6! hätte Weiss dem Gegner noch Probleme stellen können. Denn die Abwehr der Drohungen, mit der Dame über die a-Linie und/oder die Postierung eines Springers auf c5 bzw. a5 die gegnerische Stellung zu knacken, würde exakte Verteidigungsarbeit erfordern.} bxc6 {Nun entsteht ein statisches Gleichgewicht, weshalb das Schlagen mit dem Läufer und dem freien b-Bauer mehr Chancen für Kampf geboten hätte.} 33. Qd1 {Strebt den Damentausch mit einem ausgeglichenen Endspiel an.} Qf5 34. Kg1 {Deckung des angegriffenen Bauern.} Qe6 35. Qc1 Bb3 36. Qc5+ Kf6 37. Qb4 Qd5 38. Na4 {Strebt nach c5, was Schwarz natürlich nicht zulassen sollte.} Bxa4 39. Qxa4 Ke6 {Die Engines von 2016 plädieren mit 0.00 für das kompliziertere 39...c5} 40. Qc2 {Nach dem nächsten Zug bot ich Remis an, weil die Stellung tot ist und der Weiss-Spieler einen grossen Zeitvorteil angehäuft hatte. Eine Enttäuschung in der 1. Runde, dass es dem Computer nicht gelungen ist, den schwächer eingestuften Gegner zu bezwingen.} f5 1/2-1/2

[Event "VM 120'/40"]
[White "Saitek Maestro C18"]
[Black "Gosch, Manfred"]
[Site "Pfaeffikon (publiziert)"]
[Round "2"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1988.??.??"]
[WhiteElo "2100"]
[BlackElo "2120"]
[PlyCount "80"]

1. e4 {Nach dem farblosen Remis in der 1. Runde gegen einen tiefer klassierten Gegner hat nun der Maestro TK C18 den ersten Bewährungstest zu bestehen. Leider gerät das Programm in einer lange Zeit unklaren Partie mit einer echt schwachen Leistung unter die Räder. An keiner Stelle der Partie konnte das Saitek-Programm seine guten Seiten aufzeigen.} e6 {Manfred Gosch (ELO 2150) spielt die Französische Verteidigung recht sporadisch, aber schon jahrelang, aber er kann je nach Laune so ziemlich alle Eröffnungen aus dem Hut zaubern, so dass eine Vorbereitung auf diesen Gegner zum reinen Würfelspiel wird.} 2. Nc3 {Letzter Buchzug von Weiss - dank der von Schwarz selten gespielten Antwort.} a6 {Typisch M.Gosch, der einmal mehr auf Experimente aus ist. Allerdings hat kein Geringerer als GM Nigel Short diese Rarität auch schon gespielt. Doch ist sein Gegner dann dem Aufbau der Französischen Verteidigung ausgewichen.} 3. d4 (3. g3 b5 4. a3 Bb7 5. Bg2 c5 6. Nh3 Nf6 7. d3 d5 8. e5 Nfd7 9. f4 g6 10. 0-0 Nb6 11. g4 Rg8 12. Ng5 h6 13. Nh7 Be7 14. f5 gxf5 15. gxf5 Kd7 16. fxe6+ fxe6 17. Rf7 Rxg2+ 18. Kxg2 Qg8+ 19. Ng5 hxg5 20. Qh5 d4+ 21. Ne4 Bxe4+ 22. dxe4 Nc6 23. Bxg5 Nc4 24. Kh1 Qh8 25. Qxh8 Rxh8 26. Bf6 Rh5 27. Bxe7 Nxe7 28. b3 Nxe5 29. Rf8 Ng4 30. Kg2 Ne3+ 31. Kg3 Rg5+ 32. Kf3 Ng6 33. Rf7+ Kd6 34. Ra7 Rg2 {0-1 Frick,Christoph-Short,Nigel, Corsica Masters op 16th, 2012} )c5 {Aha, eine Mischung aus Sizilianisch und Französisch, die nach 4.Sf3 zu einem ganz normalen Sizilianer führen könnte.} 4. Be3 {Normaler sehen die Fortsetzungen 4.d5 und 4.Sf3 oder 4.Sge2 aus. Natürlich kann man sich mit Weiss solche Züge leisten, muss sich dann aber nicht wundern, dass der Anzugsvorteil sich in Rauch auflöst.} cxd4 5. Qxd4 {Falls Weiss 5.Lxd4 bevorzugt hätte, wäre ebenfalls 5...Sc6 gefolgt und er müsste ein Tempo verlieren, falls er das Läuferpaar nicht aufgeben möchte.} Nc6 6. Qd2 {Nur die zweitbeste Wahl. Logischer war es, den Gegner mit 6.Db6 so quasi zum Damentausch zu zwingen.} Nf6 7. Bd3 {Gute Alternativen sind a) 7.a3 oder b) 7.f3} Bb4 {Eine interessante Alternative war 7...Sg4} 8. Nge2 {Mir gefällt 8.a3 zur Klärung der Situation, was er mit seinem Läufer zu tun gedenkt, besser.} d5 {Droht Bauergewinn mit d5xe4} 9. exd5 exd5 {Typisch M.Gosch, der zugunsten einer aktiven Figurenentwicklung lieber einen schwachen Isolani im Zentrum in Kauf nimmt; anonsten ist die Alternative 9...Sxd5 mindestens als gleichwertig anzusehen.} 10. a3 Bd6 11. 0-0 {Ein interessanter und zweischneidiger Plan war es, hier 11.0-0-0 zu wählen, um bei gegenseitigen Rochaden den Kampf zu suchen.} 0-0 {Es ist eine ziemlich ausgeglichene Stellung entstanden mit vielleicht langfristig geringfügigem Plus für Weiss wegen des schwarzen Isolani auf d5. Nun gilt es, für beide Seiten einen Plan zu finden.} 12. Nd4 $6 {Saitek Maestro C18 geht jegliches Gefühl für Feinheiten ab. Wenn Weiss den Springer nach d4 spielen wollte, dann hätte er vorerst die folgende Antwort mit 12.h3 verhindern müssen. Indessen standen mit a) 12.Lg5 für den Kampf gegen den Isolani oder mit b) 12.Lf4 zwecks möglichem Tausch des schwarzen guten Läufers zwei durchaus zweckmässige Züge zur Verfügung.} Ng4 {Mit Doppelangriff auf h2 und den Se3.} 13. h3 ({Für} 13. Nxc6 $4 {hat Weiss keine Zeit wegen} Bxh2+ 14. Kh1 Qh4 {und der Vorhang fällt.} )Nxe3 14. Qxe3 {Mit Rücksicht auf die Schwäche der weissen Königsstellung, u.a. das Feld g3, hat Weiss natürlich keine Lust zu 14.fxe3. Dank der aktiven schwarzen Figuren und des Läuferpaars hat Schwarz eine vorteilhafte Stellung erreicht; konsequent war nun die Entwicklung 14...Te8 mit Besitznahme der offenen e-Linie und das noch mit Tempogewinn durch Angriff auf die gegnerische Dame.} Qf6 $6 {Manchmal treibt M. Gosch seine Kreativität auf die Spitze und vor lauter Verfolgung eines nur ihm klaren Plans greift er zu zweit- und drittbesten Zügen. Oftmals hat er aber Erfolg damit, weil seine Gegner zu wenig unternehmen, um die versteckten Pläne von Gosch zu unterbinden.} (14... Re8 {hätte} 15. Nxc6 {erzwungen und nach} bxc6 16. Qf3 Rb8 {hat ganz klar Schwarz das Sagen.} )15. Nf3 d4 $2 {Konsequent, aber schlecht, wie die Folge zeigt . Sowohl mit 15...Le6 als auch 15...Se5 standen bessere Alternativen zur Verfügung.} 16. Qe4 {Mit Mattdrohung auf h7. Nun steht plötzlich Weiss wieder besser.} g6 17. Nd5 {Stellt den Springer auf ein gutes Feld und greift die schwarze Dame an.} Qg7 {Die "fianchettierte" Dame steht auf g7 nicht ideal, aber der d4-Bauer musste gedeckt bleiben.} 18. Qh4 {Spielt auf die schwarzfeldrigen Wunden seines Gegners und lässt auch den möglichen Läufertausch durch Lc8-f5 nicht zu.} f5 $6 {Fortsetzung des schwarzen Hasardspiels, doch M. Gosch zieht eine schlechte/(re), aber unklare Stellung einer ungünstigen, aber klaren Position vor; meines Erachtens waren 18...h6 oder 18...Le6 vernünftigere Fortsetzungen.} 19. Nb6 $6 {Das auf d5 stark stehende Ross hätte ich nie und nimmer auf das weniger dominante Feld b6 gebracht; den Vorteil besser festgehalten hätten beispielsweise 19.Tfe1 oder 16.Sg5. In beiden Fällen hat Schwarz ein schweres Leben.} Rb8 20. Bc4+ {Saitek Maestro C18 hat keinen Plan und gibt ein nutzloses Schach; auch hier waren einfach 20.Tfe1 oder 20.Tae1 die bedeutend besseren Optionen.} Kh8 21. Rfe1 {Endlich wieder einmal ein Zug, den man nicht kritisieren darf.} Ne5 $6 {Das einzig positive an diesem Manöver ist, dass der Zug gut aussieht; objektiv betrachtet sind jedoch 21...Le7 bzw. 21...Lc7 besser. Oder hat M.Gosch gar auf die primitive Falle 22.Dxd4?? Sxf3+ 23.gxf3 Dxd4 gesetzt?} 22. Bd5 $2 {Und wiederum zeigt sich das selektive Programm von Julian Kaplan nicht auf der Höhe, denn mit 22.Sg5! hätte sich der weisse Vorteil weiter ausbauen lassen.} Nxf3+ 23. Bxf3 g5 {Nun hat sich das Bild radikal verändert, denn optisch scheint wieder Schwarz am Drücker; nüchtern betrachtet hat sich einfach der weisse Vorteil stark minimiert bzw. vollständig verflüchtigt.} 24. Qh5 d3 $6 {Weshalb dieser unnötige Vorstoss, zumal sofort 24...g4 die Initiative festhält.} 25. cxd3 $6 ({Mit} 25. Nxc8 Rbxc8 26. cxd3 {hätte Weiss versuchen können, sich seiner Sorgen zu erledigen, z. B.} Rc2 27. b4 Be5 28. Rac1 Rxc1 29. Rxc1 Bb2 30. Rc5 Bxa3 31. g4 Bxb4 32. Rxf5 {während der sorglose Textzug des Computers dem Gegner die Initiative überlasst.} )g4 {Schwarz kehrt auf den Pfad der Tugend zurück.} 26. hxg4 {Computeranalysen des Jahres 2016 scheinen zu bestätigen, dass Weiss hier mit dem überraschenden 26.Ld5! wohl noch hätte das Remis erreichen können. Die Varianten übersteigen natürlich die Fähigkeiten des damaligen Saitek Maestro C18 bei weitem.} (26. Bd5 {ist vielleicht eine gar noch genügende Verteidigung, weil auf} Bc5 27. Re8 {möglich ist und nach} Bxb6 {die überraschende Riposte} ({a)} 27... Bd7 {spielbar, denn} 28. Rxb8 Rxb8 29. Nxd7 Qxd7 30. Qf7 Qxf7 31. Bxf7 g3 32. Rc1 Bxf2+ 33. Kf1 Rd8 {sieht auch nach Remis aus} )({b) ebenfalls möglich} 27... Bxf2+ 28. Kxf2 Qxb2+ 29. Ke1 Qxa1+ 30. Kd2 Qb2+ 31. Kd1 Qb1+ 32. Kd2 Qb2+ {und dieses Mal gibt Schwarz Dauerschach} )28. Rae1 {nun} Bd7 {erzwingt} 29. R8e7 {! Dieser Zwischenzug lässt Schwarz keine andere Wahl als sich auf die folgende Abwicklung einzulassen.} g3 30. Rxg7 gxf2+ 31. Kh2 Bc7+ 32. g3 Bxg3+ 33. Kg2 fxe1=N+ 34. Kxg3 Kxg7 35. Qg5+ Kh8 36. Qd2 Rg8+ 37. Kf2 Rbe8 38. Bxg8 Kxg8 39. Qg5+ Kf7 40. Qh5+ Kg8 {und Weiss wird Dauerschach geben müssen.} )fxg4 27. Be4 g3 $1 {Ein starker Schlag mit der Drohung gxf2.} 28. f3 (28. fxg3 {verlöre nach} Bg4 29. Qd5 (29. Qh4 Rf6 )Rbd8 )Be6 {Trotz Bauernminus steht Schwarz dank seiner aktiv stehenden und gut zusammen arbeitenden Figuren besser. Wegen der starken Drohung ...Tf8-f6-h6 hat Weiss keine Zeit für ruhige Fortsetzungen wie 29.b4 oder 29.Tab1.} 29. Bxh7 $2 {Der Saitek Maestro C 18 ist materialistisch eingestellt, sieht nur den möglichen Bauerngewin wegen des in der Luft hängenden Le6, aber verkennt völlig die Lage, die nach der folgenden Antwort von Schwarz entsteht. Der einzige Versuch, die Stellung vielleicht noch irgendwie zusammenzuhalten, bestand in 29.Sc4 usw.} Rf6 $1 $19 {Stark gespielt mit Schutz des Le6 und der vernichtenden Drohung Th6. Das folgende Abzugsschach hilft Weiss leider nicht.} 30. Bg6+ (30. Bf5+ Rh6 31. Qxh6+ (31. Qg4 Bxf5 32. Qxf5 Qd4+ 33. Re3 Qxe3+ 34. Kf1 Rh1# {Matt} )Qxh6 32. Rxe6 Bc5+ 33. Kf1 Qh1+ 34. Ke2 Qxa1 {-+} )Kg8 {Weiss ist nun unrettbar vorloren.} 31. d4 $2 ({Der Textzug verliert widerstandslos, aber auch} 31. Nc4 {vermag am Partieausgang nichts zu ändern nach z. B.} Bxc4 32. dxc4 Rxg6 33. Qd5+ Kf8 34. Rad1 Qh8 {mit schwarzer Gewinnstellung} )Rxg6 32. Re4 Rh6 33. Qa5 Rf8 {Auch 33...Lc7 oder 33... Dh7 genügen zum Gewinn. Den Rest hätte man sich sparen können.} 34. Rc1 Bf5 {Mit 34...Th1+ war ein Matt in 9 möglich.} 35. Qd5+ Kh8 36. Rce1 Qh7 {Mit Mattdrohung Th1} 37. Kf1 Rh1+ 38. Ke2 Rxe1+ 39. Kxe1 Qh1+ 40. Ke2 Qxg2+ {Nach dieser schlechten Vorstellung von Saitek Maestro C18 und 0.5 Pkt aus 2 Partien (25%), schwante mir Böses in diesem Turnier.} 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "Hugentobler, Patrik"]
[Black "Saitek Maestro C18"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "3"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1988.??.??"]
[WhiteElo "2150"]
[BlackElo "2100"]
[PlyCount "84"]

1. e4 {Mit Patrik Hugentobler (ELO 2150) hatte Maestro C18 in der heutigen dritten Runde einen unangenehmen Gegner, der sich selten auf grosse Verwicklungen einlässt, aber schwächere Züge der heutigen Computer üblicherweise auf angemessene Art bestraft. Nach einer sattsam bekannten Eröffnungsvariante verliert Maestro C18 den Faden und geht in einer planlos und schlecht gespielten Partie unter. Mit 0.5 Pkt aus 3 Partien oder 16.6 % hat das Computerprogramm bislang keine Ruhmesleistung vollbracht.} c6 2. d4 d5 3. Nd2 dxe4 4. Nxe4 Bf5 5. Ng3 Bg6 6. h4 h6 7. Nf3 Nd7 8. h5 Bh7 9. Bd3 Bxd3 10. Qxd3 Qc7 11. Bd2 e6 12. 0-0-0 Ngf6 13. Qe2 c5 {Schwarz letzter Buchzug und dank diesem Umstand darf Schwarz mit einer fast ausgeglichenen Stellung für den weiteren Kampf zufrieden sein.} 14. Bc3 {Das wird selten bis bar nie gespielt. Üblicher sind a) 14.Th4 oder b) 14.Kb1 oder c) 14.c4 und ich frage mich, weshalb P.Hugentobler zum zweitklassigen Textzug gegriffen hat.} cxd4 {Die selbe Frage nun an Saitek Maestro C18, denn was sprach gegen das starke 14...Sd5.} 15. Nxd4 Bc5 {Flexibler war 15...0-0-0, was den König sofort in Sicherheit bringt. Ferner ist noch unklar, auf welchem Feld der Lf8 am ehesten gebraucht wird. Und schliesslich wird mit der langen Rochade dem Gegner keine Chance eingeräumt, auf e6 ein Springeropfer zu bringen.} 16. Rh4 ({Die Opfervariante} 16. Nxe6 fxe6 17. Qxe6+ Kf8 18. Nf5 Qc6 19. Qb3 {ist interessant, aber nicht ganz klar. Und der solide Weiss-Spieler lässt sich gegen einen Computer nicht darauf ein.} )0-0 17. Nb3 Nd5 $2 {Mit Angriff auf den weissen Lc3 und auf den ersten Blick gut aussehend. Indessen ist dieses Springermanöver schwach, denn Weiss könnte nun mit 18.Txd5 (siehe Variante) einen erfolgreichen Angriff gegen die schwarze Königsstellung starten.} 18. Ne4 $6 {Weiss verpasst die einmalige Chance mit Txd5, weil er wegen eines Rechenfehlers zu einer falschen Einschätzung der Stellung kam.} (18. Rxd5 $1 exd5 19. Nf5 Bd6 20. Qg4 Be5 21. f4 Bxc3 (21... Bxf4+ 22. Qxf4 Qxf4+ 23. Rxf4 {+-} )22. bxc3 Qxc3 23. Nbd4 {+-} )Nxc3 19. Nxc3 {Nun hat sich der weisse Vorteil in Luft aufgelöst, was oftmals der Fall ist, wenn man eine Chance verpasst hat.} Nb6 $6 {Ein äusserst zweifelhaftes Manöver. Wenn Schwarz schon bereit ist, seinen Lc5 tauschen zu lassen, dann waren 19...Tfd8 mit Besetzung der d-Linie oder 19...b6, um nach Sxc5 mit bxc5 die b-Linie zu öffnen, die besseren Fortsetzungen.} 20. Nxc5 Qxc5 21. Rhd4 {Nun hat Weiss ohne Anstrengung die d-Linie in Besitz nehmen können, was ihm einen klaren Positionsvorteil einräumt.} e5 {Eine unnötige Lockerung der schwarzen Bauernstellung.} 22. R4d3 Qb4 {Schach auf primitivem Niveau, denn Schwarz kommt nicht zu Sb6-c4 mit Mattdrohung. Die logische Fortsetzung der vorherigen Zuges war der Bauernvorstoss 22...f5.} 23. a3 Qf4+ {Meine Erwartung war der Damenrückzug 23...De7, weil 24.f4 entgegen dem ersten Eindruck nicht gefährlich ist.} 24. Kb1 Qf5 $6 {Ein erneut eigenartiger Zug des selektiv rechnenden Schachprogramms. Brauchbare Alternativen sind a) 24...Tae8 oder b) 24...f5.} 25. Ne4 {Auch 25.g4 sieht gut aus; auf jeden Fall hat es Schwarz bereits nicht mehr leicht, vernünftige Zuege zu finden.} Nc4 $2 {Saitek Maestro C18 kann nicht tief genug in die Stellung sehen und hat deshalb keine Chance zu erkennen, dass nun der Gegner mit 26.Tf3 grossen Vorteil erzielen könnte.} 26. g4 $6 {Dieses Mal ist aber Weiss nicht auf der Höhe, denn 26.Tf3 ergibt zwingend eine gewinnträchtige Stellung.} (26. Rf3 Qe6 27. Nc5 Qe7 28. Qxc4 Rac8 29. b4 b6 30. Qg4 bxc5 31. Rd7 Qg5 32. Qxg5 hxg5 33. b5 Ra8 34. Rc3 Rfc8 35. a4 f6 36. Rcd3 {und trotz noch immer materiellem Gleichstand ist der positionelle Vorteil derart angewachsen, dass es für Schwarz keine Rettung mehr gibt.} )Qf4 $2 {Die schlechteste Wahl überhaupt an dieser Stelle. Selbst das Computerprogramm sollte erkennen, dass nun seine Dame verloren geht.} 27. Rf3 $1 {Mit Doppelangriff auf die gegnerische Dame und den Springer.} Qxg4 28. Nf6+ {Dieses offensichtliche Schach mit Angriff auf die schwarze Dame erzwingt die Öffnung der g-Linie, wonach Tf3-g3 die Dame gewinnt.} gxf6 29. Rg3 Qxg3 30. fxg3 Rfc8 {Nun lässt sich vermuten, weshalb das Computerprogramm die Stellung völlig falsch eingeschätzt hat: Materiell herrscht Gleichstand, Weiss besitzt die Dame gegen Turm/Springer/Bauer. Was das Programm jedoch nicht berücksichtigt hat, sind einige nachteilige Faktoren. So arbeiten die weissen Figuren optimal zusammen, die schwarze Königsstellung ist massiv geschwächt und die schwarze Bauernstellung am Königsflügel total zersplittert.} 31. Rd7 b5 32. Qg4+ Kf8 33. Qf5 Rd8 {Schwarz ist absolut hilflos.} 34. Rxd8+ {Genügt, aber noch effizienter war 34.Tc7} ({[Stockfish 8 64 BMI2] 32:+10.12} 34. Rc7 Rd1+ 35. Ka2 Rad8 36. b3 Nb6 37. Qxf6 R8d7 38. Rc6 R7d2 39. Qh8+ Ke7 40. Qxe5+ Kf8 41. Qh8+ Ke7 42. Qxh6 Rd6 43. Rxd6 Rxd6 )Rxd8 35. Qh7 {Unnötig kompliziert, statt des normalen 35.Dxf6, doch führen bereits mehrere Wege nach Rom.} Ke7 36. Qxh6 Rd1+ 37. Ka2 Rd2 38. Qh7 Ne3 39. h6 Nc4 40. Qe4 Rd8 41. Qb7+ Ke6 42. Qxb5 Nd6 {Eine echt schwache Vorstellung von Saitek Maestro C18 und mit nun mageren bzw. 16.6% wird sich das Programm sputen müssen, um noch ein achtbares Resultat zu erzielen in diesem Turnier.} 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Saitek Maestro C18"]
[Black "Gimmel, Rolf"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "4"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1988.??.??"]
[WhiteElo "2100"]
[BlackElo "1655"]
[PlyCount "51"]

1. d4 {In der heutigen 4. Runde war nun mit Weiss gegen einen Spieler mit nur 1655 ELO ein (erster) Sieg heilige Pflicht. Im ersten Moment sah es aber nicht danach aus. Erst die Annahme eines offensichtlich vergifteten Geschenks wendete das Blatt zugunsten des Computers. Doch mit 1,5 Pkt aus 4 Partien (37,5 %) konnte man noch immer nicht zufrieden sein.} d5 2. Nf3 Nf6 3. c4 e6 4. Bg5 Be7 5. e3 {Weiss letzter Buchzug} Ne4 {Eine Art Lasker-Variante, ohne dass es allerdings zum Tausch des üblicherweise auf c3 stehenden Springers kommt.} 6. Bxe7 Qxe7 7. Bd3 Qb4+ {?! Schwarz will möglichst schnell viel Holz tauschen und vor allem die Damen vom Brett haben. Der Preis für dieses Vorgehen ist jedoch hoch.} 8. Nbd2 Nxd2 9. Qxd2 Qxd2+ 10. Nxd2 {Die schwarze Tauschorgie hat zu einem spürbaren weissen Vorteil geführt. So hat Weiss einigen Entwicklungsvorteil, aber vor allem den besseren Läufer und mehr Einfluss im Zentrum.} (10. Kxd2 {verdient nähere Beachtung, denn durch dieses Schlagen befände sich der König schon im Zentrum; auch wären die Türme bereits verbunden und bliebe das Feld e5 stärker in der Obhut von Weiss.} )Ke7 11. Rc1 {Droht Bauerngewinn mit cxd5 gefolgt von Txc7.} c6 12. cxd5 $6 {Für diesen Abtausch, der dem schwarzen Läufer die Diagonale freiwillig öffnet, bestand kein Anlass.} exd5 13. 0-0 Nd7 {Vielleicht verdient 13...a5, was den gegnerischen Bauernvorstoss b2-b4 bremst, den Vorzug.} 14. b4 $1 {Nach der bislang miserablen Leistung von Maestro C18 traut man dem Programm kaum zu, dass es auch wirklich gute Züge finden kann. Mit 14.b4 wird der klassische Minoritätsangriff am Damenflügel gestartet.} a6 15. a4 $1 {Konsequente Fortsetzung der weissen Strategie} Kd6 {Der schwarze König eilt an den bedrohten Flügel, obwohl das natürliche 15...Sf6 einen besseren Eindruck macht.} 16. e4 {Eine dynamische Antwort im Zentrum, die ungünstige Stellung des schwarzen Königs ausnutzend. Und kaum zu glauben: Fritz 10 würde hier ohne schlechtes Gewissen 16.a5? ziehen und die Stellung am Damenflügel tot machen.} Nb8 $6 {Ein seltsamer Rückzug, auf den der Gegner nicht richtig reagiert.} 17. exd5 $2 {Endlich hatte Saitek Maestro C18 die letzten Züge gut behandelt und sich eine klar bessere Stellung aufgebaut, da wirft er mit diesem dummen Abtausch - der die Diagnonale des Lc8 wieder öffnet und den d4-Bauer schwächt - den errungenen Vorteil buchstäblich weder weg. Gute Alternativen waren z. B. 17.e5+ oder 17.f4 bzw. die Besetzung der e-Linie mit 17.Tfe1.} cxd5 18. b5 {Verhindert die schwarze Entwicklung Sb8-c6, öffnet dem gegnerischen Turm dafür die a-Linie. } axb5 19. axb5 Ra3 20. Nf3 {Eine böse Falle, denn der angegriffene Läufer auf d3 ist indirekt gedeckt.} Rxd3 $2 {Nichts ahnend greift Schwarz zu, dabei hätte Weiss nach 20...f6! sein Pulver endgültig verschossen.} 21. Ne5 {Das reinste Familienschach, es droht Sxd3 und Sxf7+ gefolgt von Sxh8. Materialverlust ist somit für Schwarz nicht mehr zu vermeiden.} Bd7 ({Mehr Widerstand leistet} 21... Bf5 22. Nxf7+ Ke7 23. Rc7+ Nd7 24. Nxh8 Rxd4 25. Rxb7 {aber auch hier bringt Weiss den Punkt ins Trockene. Ob dies allerdings dem Saitek Maestro C18 gelungen wäre, darf bezweifelt werden.} )22. Nxf7+ Ke7 23. Nxh8 Rxd4 ({Besser, weil die b-Bauern verschwinden, ist} 23... Bxb5 24. Rc7+ Nd7 25. Rxb7 Bc6 {und die ungenügende Technik des Computerprogramms hätte dem Schwarzen noch Hoffnung auf ein Remis machen können.} )24. Rc7 Rb4 $2 {Schlechter als 24...Tf4 oder 24...Tc4} 25. Rxb7 Rxb5 {Nach der folgenden Tauschaktion geht mit Tfb1 noch eine Figur verloren, weshalb Schwarz die Partie verloren gab. Ein glücklicher und gar nicht überzeugender Sieg des Computers.} 26. Rxb5 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Scheidegger, Andreas"]
[Black "Saitek Maestro C18"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "5"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1/2-1/2"]
[Date "1988.??.??"]
[WhiteElo "2025"]
[BlackElo "2100"]
[PlyCount "75"]

1. e4 {5. Runde, Schottisch: Sich gegen Andreas Scheidegger (ELO 2025) vorzubereiten, ist sehr einfach, denn er kennt wie Bobby Fischer nichts anderes als 1.e4. Aber heute hatte der menschliche Spieler nicht den besten Tag erwischt. Das Mittelspiel wird gründlich misshandelt und der Computer kann einen Bauern erobern, was zusammen mit dem starken Läuferpaar zum Gewinn reichen sollte. Die Behandlung des folgenden Endspiels war dann aber alles andere als souverän und vom ehemaligen Vorteil blieb nichts mehr. So willigte ich schliesslich dem Remisangebot von A.Scheidegger ein.} e5 {Hier hatte ich noch keine Ahnung, dass Weiss nichts aus der Eröffnung herausholen würde, dass Schwarz schliesslich die bessere Stellung erzielen und gar einen Bauern gewinnen würde ... und es Saitek Maestro C18 trotz allem schaffen würde, nur ein klägliches Remis zu erreichen und deshalb nach der 5. Runde erst 2 Punkte (40%) auf seinem Konto hätte.} 2. Nf3 Nf6 3. Nc3 {Als einer, der mit Schwarz als Hauptwaffe selbst die Russische Verteidigung in seinem Repertoire hat, weicht er diesem Aufbau mit Weiss normalerweise aus.} Nc6 4. d4 exd4 5. Nxd4 {Zu meiner Überraschung verzichtet Weiss in dieser Partie auf das so genannte Belgrader-Gambit 5.Sd5. Aber vielleicht erinnert sich Weiss noch an seine dramatische Verlustpartie mit dem Belgrader Gambit gegen Mephisto Amsterdam 16-bit aus dem Jahre 1986.} Bb4 {Entwicklung mit der Drohung ...Sxe4.} 6. Nxc6 bxc6 7. Bd3 d5 8. exd5 cxd5 9. 0-0 0-0 10. Bg5 c6 {Schwarz letzter Buchzug. Nun kann sich Saitek Maestro C18 nicht beklagen, denn mit seiner starken Bauernstruktur im erweiterten Zentrum steht Schwarz auf jeden Fall gut.} 11. Ne2 {Damit entscheidet sich Scheidegger für ein eher seltenes Abspiel statt des üblichen 11.Df3, so wie Deep Blue im 1. Match gegen Garry Kasparov aber schmachvoll verloren hat.} (11. Qf3 Be7 12. Rae1 Re8 13. Ne2 h6 14. Bf4 Bd6 15. Nd4 Bg4 16. Qg3 Bxf4 17. Qxf4 Qb6 18. c4 Bd7 19. cxd5 cxd5 20. Rxe8+ Rxe8 21. Qd2 Ne4 22. Bxe4 dxe4 23. b3 Rd8 24. Qc3 f5 25. Rd1 Be6 26. Qe3 Bf7 27. Qc3 f4 28. Rd2 Qf6 29. g3 Rd5 30. a3 Kh7 31. Kg2 Qe5 32. f3 e3 33. Rd3 e2 34. gxf4 e1=Q 35. fxe5 Qxc3 36. Rxc3 Rxd4 37. b4 Bc4 38. Kf2 g5 39. Re3 Be6 40. Rc3 Bc4 41. Re3 Rd2+ 42. Ke1 Rd3 43. Kf2 Kg6 44. Rxd3 Bxd3 45. Ke3 Bc2 46. Kd4 Kf5 47. Kd5 h5 {0-1, Deep Blue-Kasparov Garry, 1. Match (5), Philidelphia 1996} )h6 {Die beste Antwort} 12. Bf4 {Eine Neuerung, oder kennt Weiss die Theorie nicht, die hier 12.Lh4 vorsieht. Indessen kann der Textzug nicht schlecht sein, weil nach 10...c6 der d5-Bauer gut gedeckt und die Fesslung gegen den Springer nicht mehr sehr effektiv ist.} Nh5 {Sieht nur auf den ersten Blick etwas komisch aus. Doch ist die Idee, den Läufer von seiner starken Diagonale h2-b8 zu vertreiben und dann seinen eigenen Läufer mit Ld6 auf dieser Diagonale einzusetzen, durchaus nicht abwegig. Ansonsten standen mit 12...Te8 oder 12...Ld6 zwei ebenfalls gute Fortsetzungen zur Verfügung.} 13. Bg3 $6 {Schwer verständlich, da man zu Recht eher das zentralisierende 13.Le3 erwarten durfte.} Bg4 14. f3 {Gefesselte Figuren mag Andreas Scheidegger nicht besonders, weshalb er sich sofort bemüht, diese Fesslung aufzuheben. Ferner möchte Weiss mit dem Springer auf g3 zurücknehmen können, falls Schwarz einmal Sxg3 spielt.} Nxg3 15. Nxg3 Be6 16. Kh1 {Weicht prophylaktisch einem später möglichem Schach auf b6 von Schwarz aus.} Bd6 $15 {Rückzug auf den besten Platz. Weiss war mit seiner Stellung nicht wirklich zufrieden, denn in der Tat steht der Gegner bereits eine Spur besser mit seinem Läuferpaar und der halboffenen b-Linie. Vor allem fällt es nicht leicht, für Weiss einen vernünftigen Plan zu finden.} 17. f4 {Gegen diesen vielseitigen Zug kann man keine Einwände erheben: Einflussnahme auf das wichtige Zentralfeld e5, Öffnung der Diagonale d1-h5 für die eigene Dame, gegebenenfalls Option für f4-f5-f6 mit Zerschlagung des gegnerischen Königsflügels. Aber auch die Nachteile sind nicht zu verkennen: der f4-Bauer ist leicht angreifbar, Schwächung des Feldes e4.} Qh4 {Verhindert den geplanten Vorstoss f4-f5 wegen Lxg3 und Schwarz gewinnt wegen der Mattdrohung und Fesslung des weissen Königs.} (17... f5 {war eine interessante Option, um die Schwäche f4 festzulegen oder die weisse Stellung mit ...Df6 und ...Tab8 unter Druck zu setzen.} )18. Qf3 {Den Engines des Jahres 2016 gefällt 18.Dd2 besser.} Bg4 {Zwingt die Dame auf einen schlechteren Platz.} 19. Qf2 Rab8 {Besetzt die halboffene b-Linie mit gleichzeitigem Angriff auf b2, was gut aussieht. Aber vielleicht war das nicht die beste Fortsetzung für Schwarz, zumal auch der a7-Bauer seine Deckung verliert. Schwarz hat zwei gute Optionen mit a) 19...g5 und b) 19...19.Df6} ({a)} 19... g5 {höchst interessant} 20. Nf5 (20. fxg5 hxg5 21. Rae1 Bd7 )Qxf2 21. Rxf2 Bxf5 22. Bxf5 Bxf4 23. g3 Be5 24. Bd7 c5 25. Re1 Bxb2 26. Bc6 Rac8 27. Bxd5 {und trotz Bauernminus sichern die ungleichfarbigen Läufer dem Weissen das Remis.} )({b)} 19... Qf6 20. c4 g6 21. Rae1 Rab8 22. b3 h5 23. cxd5 cxd5 {einigermassen unklar, aber Schwarz scheint keine Schwierigkeiten zu haben.} )20. c3 {War 20.b3 besser, was den Druck auf der b-Linie neutralisiert hätte? Schwer zu sagen.} Rfe8 ({Kritisch ist} 20... g5 {was fast zwingend den Übergang in ein vorteilhaftes Endspiel ergibt} 21. Nf5 Bxf5 22. Bxf5 Qxf2 23. Rxf2 Bxf4 24. Re1 Rfe8 25. Rfe2 Rxe2 26. Rxe2 {obwohl es auch hier fraglich ist, ob Schwarz sein Bauernplus wegen der ungleichfarbigen Läufer wird verwerten können.} )21. Rae1 {Sieht logisch aus, aber mit entweder a) 21.Sf5 oder b) 21.c4 wäre Weiss besser gefahren.} Rxe1 22. Rxe1 c5 23. Bb1 $6 {Den Vorzug verdiente 23.b3, denn Weiss kommt nicht zu konkreten Drohungen auf der Diagonale b1-h7 durch Dc2.} Bd7 $1 {Ein starker Rückzug mit doppeltem Angriff auf den Bauern f4. Das brachte Weiss derart ins Grübeln, dass er sich zu einer Gewaltmassnahme entschloss.} 24. b3 $6 (24. Rf1 {war kaum zu vermeiden und nach} Bb5 25. Nf5 Qxf2 26. Rxf2 {mit schwarzem Vorteil, aber bei materiellem Gleichgewicht.} )Qxf4 {Der Computer mit Mehrbauer und Läuferpaar auf Siegerkurs.} 25. Qc2 g6 26. Rf1 Qh4 27. Qf2 {Endlich ist es Weiss, der etwas drohen kann durch den Angriff auf den Punkt f7.} Bxg3 $6 {Oops, es ist mehr als schade, diesen Läufer gegen den Springer zu tauschen. Nach dem richtigen 27...f5 hätte Weiss echt ums Überleben kämpfen müssen.} 28. Qxg3 Qxg3 29. hxg3 Re8 {Auch hier ist Maestro C18 im Besitz eines gesunden Mehrbauern bei etwas besserer Stellung.} 30. Kh2 $2 {Ein seltsamer Entscheid, denn viel besser ginge der König in Richtung Zentrum mit 30.Kg1.} Re2 31. Rf6 Bb5 $6 {Schade, denn nach 31...Le6 hatte Weiss nichts mehr zu melden.} 32. a4 Be8 33. Rd6 Kf8 $2 {Statt den Gegner mit 33...c4 noch gehörig Schwitzen zu lassen, gibt der Computer den Bauer zurück. Was mag das Programm zu diesem dummen Schritt bewogen haben?} 34. Rxd5 Rb2 {Noch immer verdiente 34...c4 den Vorzug.} 35. Bd3 Bc6 (35... Rxb3 36. Rxc5 $10 {ist eine gleichwertige Alternative} )36. Rxc5 Bxg2 {Und diese Stellung ist nicht mehr zu gewinnen.} (36... Rxg2+ 37. Kh3 Bf3 {versprach vielleicht noch gewisse Chancen} )37. Kg1 Bh3 38. Bc4 {Ob der Spielweise von Saitek Maestro C18 war ich derart frustiert, dass ich die weisse Remisofferte annahm. Dies auch in der Befürchtung, dass die Maschine dieses Endspiel wegen des c4-Freibauern gar noch verlieren könnte. Die Annahme des Remisangebots hat auch den Umstand berücksichtigt, dass der menschliche Spieler schon einen grossen Zeitvorteil angehäuft hatte. Somit steht der Saitek Maestro C18 Turbo Kit mit 2,0 Pkt aus 5 Partien (+1 -2 =2), was einer Gewinnquote von nur 40 % entspricht.} 1/2-1/2

[Event "VM 120'/40"]
[White "Saitek Maestro C18"]
[Black "Trachsler, Jakob"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "6"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1/2-1/2"]
[Date "1988.??.??"]
[WhiteElo "2100"]
[BlackElo "2080"]
[PlyCount "65"]

1. d4 {Für diese 6. Runde hatte ich mich auf einen Verlust von Saitek Maestro C18 eingestellt und somit einem Resultat von , doch in dieser Partie schafft das Computerprogramm in einem dynamisch ausgeglichenen Kampf und unter Mithilfe seines Gegners das Remis, somit also 2.5 Pkt aus 6 Partien oder 41.66 %, was noch immer weit unter den Erwartungen liegt.} f5 {Im letztjaehrigen Klubturnier hatte Jakob Trachsler (ELO 2050) mit seiner geliebten Hollaendischen Verteidigung gegen Mephisto Dallas 68000 ueberraschend verloren.} 2. c4 Nf6 3. g3 g6 4. Bg2 Bg7 5. Nf3 d6 6. Nc3 0-0 7. 0-0 c6 {J. Trachsler hat eine Vorliebe fuer diesen Zug und schon jahrelange, gute Erfahrungen damit gemacht. Jedenfalls habe ich ihn noch nie das komplexere 7...De8 spielen sehen.} 8. d5 e5 9. dxe6 Bxe6 10. Qd3 {Weiss letzter Buchzug. Eine andere Variante ist 10.b3} Re8 {!? Nur die drittbeste Wahl neben den ueblichen 10...Sbd7 oder 10...Sa6; dessen war sich Trachsler durchaus bewusst. Ihm ging es darum, mit einer selten gespielten Variante Erfahrungen zu sammeln. Zu diesem Zweck eine Computerpartie zu waehlen, schien dabei keine schlechte Idee zu sein.} 11. Bf4 $6 {Scheinbar logisch, aber falsch. Denn gerade dagegen war der vorhergehende Zug gerichtet. Viel besser geschah Sg5 Lc8, Lf4 h6, Sh3 g5, Lxd6 Se4, Tad1 Sxd6, Dxd6 Dxd6, Txd6 Le6 und es ist fraglich, ob die aktiven schwarzen Figuren zum Ausgleich genuegen.} Ne4 $1 {Das funktioniert, weil Weiss keinen Bauern gewinnt mit dem zweimaligen Schlagen auf e4, sondern nach 12.Sxe4?? fxe4, 13.Dxe4 Lf5 die Dame verlieren wuerde. Nun ist es Schwarz, der bereits eine leicht vorteilhafte Stellung aufweist.} 12. Rab1 {Wollte Weiss Bauernschwaechen vermeiden, so kam einzig das sehr passive 12.Sd1 in Frage.} Na6 13. Nd4 Nac5 14. Nxe6 Rxe6 15. Qc2 Nxc3 16. bxc3 {Weiss hat böse Bauernschwächen und man kann sich vorstellen, dass es nun langsam den Berg runtergeht. Allerdings ist es nicht so einfach, wie es aussieht, denn auch Schwarz hat einen rückständigen Bauern auf d6 und zudem verfügt Weiss über das Läuferpaar. Ohne Kampf ist hier kein voller Punkt zu holen.} Qe7 17. Rfe1 {Pariert den Angriff auf e2, wobei jedoch 17.Lf3 eine Spur besser ist. Falsch gewesen wäre Le3? Txe3!, fxe3 Dxe3, Kh1 Dxc3 =+} Re8 18. Bf3 {Eine prüfenswerte Alternative war 18.h4, um den gegnerischen Bauernvorstoss g5 zu erschweren, obwohl die Antwort 18...Se4 19.Lxe4 und die Aufgabe des Läuferpaares erzwungen hätte.} g5 {Schwarz spielt aggressiv und auf Gewinn. Sehr gut dünkt mich aber auch die Verstärkung der Stellung mit 18...Df6.} 19. Bd2 g4 {Bei genauer Betrachtung der Stellung erkennt man, dass es sehr schwierig ist, fuer Schwarz einen wirkungsvollen Plan zu finden, um seinen Vorteil zu vergroessern, und ob der Textzug dazu geeignet ist, wage ich nicht abschliessend zu beurteilen.} 20. Bg2 Qf6 ({Genauer ist} 20... Qf7 {was der Dame ermöglicht, gegebenenfalls nach h5 zu gehen.} )21. Bf4 $1 {Stellt den Laeufer auf ein besseres Feld und ohne Furcht vor dem nächsten schwarzen Zug.} Qxc3 {Mit dieser Abwicklung erhofft sich Schwarz noch gewissen Vorteil; für die Wahl dieses Zuges verbrauchte Schwarz fast 15 Min an Bedenkzeit.} 22. Qxf5 Qxc4 23. Qxg4 Qxa2 {Im Endresultat hat immerhin ein weisser Bauer sein Leben aushauchen müssen. Weshalb die Engines den Weissen trotzdem ganz leicht im Vorteil sehen nach entweder a) 24.Dh5 oder b) 24.Lf3 ist alles andere als offensichtlich.} ({Nach} 23... Rxe2 24. Rxe2 Qxe2 {und nicht 24...Txe2 wegen der Fesslung 25.Lf1} 25. Qxe2 Rxe2 26. Bxd6 Bd4 27. Bf1 Bxf2+ 28. Kh1 Rc2 29. Bxc5 Bxc5 30. Rxb7 {wär das Remis perfekt.} )24. Ra1 {Das ist dank der Fesslung des Lg7 möglich. Der Computer will seinen Bauern zurück.} (24. Qh5 {nach diesem Zug entsteht eine äusserst schwierig zu beurteilende Stellung.} Rxe2 25. Qxe8+ Rxe8 26. Rxe8+ Kf7 27. Rbe1 Bf6 28. Bxd6 Nd3 {unklar} )Qc4 {Wertvolle Minuten an Bedenkzeit hat Schwarz dafür opfern müssen, denn der Entscheid für ein Rückzugsfeld der Dame ist alles andere als einfach. Dass alle möglichen Züge wie 24...Db2 oder 24...Db3 sowie der Textzug schlussendlch fast gleichwertig sind, vermag ein Mensch bei tickender Uhr kaum berechnen.} 25. Rxa7 {Mit Frustration muss Schwarz feststellen, dass der Vorteil dahin ist, weshalb er nun eine Remisabwicklung in die Wege leitet.} Rxe2 26. Rxe2 Qxe2 27. Qxe2 Rxe2 28. Bxd6 Bd4 29. Bxc5 Bxc5 30. Rxb7 Rxf2 {Droth ein schlimmes Abzugsschach} 31. Kh1 Rf7 32. Rxf7 Kxf7 {Nun ist das Remis offensichtlich} 33. Bxc6 {Die aus Sicht des Bedieners erste von Saitek Maestro C18 Turbo Kit gut gespielte Partie.} 1/2-1/2

[Event "VM 120'/40"]
[White "Seiler, Erik"]
[Black "Saitek Maestro C18"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "7"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1988.??.??"]
[WhiteElo "1965"]
[BlackElo "2100"]
[PlyCount "79"]

{Was bringt wohl diese letzte Partie in der 7. Runde? Alles andere als ein Sieg käme für den Computer einer Schmach gleich, denn nur mit einem Sieg könnte Saitek Maestro C18 noch zu einem einigermassen würdigen 50-Prozent-Score kommen. Leider schafft das der Computer nicht, sondern versteht es gar, in einer schlecht geführten Partie zu verlieren. Mit einem Endresultat von nur 2.5 Pkt aus 7 Partien oder einer Gewinnquote von 35,71 % und einer erzielten Turnierwertung von nur ELO 1862 bei einem ELO-Schnitt von 1969, hat das Saitek-Programm weit unter den Erwartungen, aber entsprechend der in allen Bereichen gezeigten qualitativ schwachen Leistung abgeschnitten.} 1. b4 {Dass Weiss zur Orang-Utan oder Sokolsy-Eröffnung greift, ist typisch Erich Seiler (ELO 1965), der gerne unkonventionelle Stellungen auf dem Brett hat.} e5 {Die mit Abstand populärste und wohl auch beste Verteidigung gegen die Sokolsy-Eröffnung, wo wegen baldigem schwarzem Entwicklungsvorspring gar Weiss aufpassen muss, dass er nicht taktisch unter die Räder kommt.} 2. Bb2 {Weiss hat keine Lust, eine der beiden hier möglichen Alternativen wie a) 2.b5 oder b) 2.a3 zu spielen.} Bxb4 3. Bxe5 Nf6 {Schwarz letzter Buchzug. Das Programm kennt somit einen sehr guten Aufbau gegen das leicht bizarre System von Weiss.} 4. Nc3 {Kann damals als eine Neuerung von Weiss angesehen werden, zumal die theoretisch erforschten Züge mit 4.Sf3 oder 4.c4 beginnen. Objektiv betrachtet keine schlechte Lösung, denn auf diese Weise gerät Weiss kaum in Entwicklungsrückstand.} Nc6 $6 {Das Programm sieht nur den Angriff auf den Läufer und denkt offenbar nicht im Traum an die nun folgende Abwicklung von Weiss. Bessere Fortsetzungen sind hier 4...c6 oder auch 4...La5.} 5. Bxf6 {Natürlich ist es schade um den Läufer, aber nach} Qxf6 6. Nd5 Qe5 7. Nxb4 Nxb4 {hat Schwarz die Dame und den Springer im Spiel. Der Springer steht schlecht und die Dame wird wegen des kommenden Sf3 bald ein Tempo verlieren müssen.} 8. Rb1 $1 {Weiss ist zugunsten offener Linien und Entwicklungsvorsprung bereit, den a2-Bauern zu opfern} Nxa2 $6 {Eine ungesunde Mahlzeit für den Computer; das Programm hat vielleicht nur mit der unklaren Folge 9.c3 Sxc3 usw. gerechnet; doch Weiss treibt lieber seine Entwicklung voran.} 9. Nf3 Qe4 {? Hier hat die schwarze Majestät nichts zu suchen und 9...Df6 war deshalb besser, denn nun wäre das schwarze Ross nach 10.c3 dem Untergang geweiht.} 10. Rb3 {Weiss hat andere Pläne und droht vorerst Damengewinn mit Te3; Schwarz steht grottenschlecht.} Qa4 $2 {Ein erneuter Zug mit der Dame. Diese primitive Deckung des Springers schlägt dem Fass den Boden aus, zumal sie nicht mal den gewünschten Zweck erfüllt.} 11. Qb1 $6 ({Weiss verpasst} 11. Qa1 {mit Angriff auf g7} 0-0 12. Qb2 d6 13. Ra3 {und der a2-Springer geht vorloren, was dem Partieverlust gleichkäme.} )c5 12. Qb2 {Droht, mit Ta3 den gegnerischen Springer zu erobern.} Nb4 13. Qe5+ Kd8 {Nun ist auch noch die schwarze Rochade futsch.} 14. Qb2 d5 {Den Vorzug verdiente das mehr stabilisierende 14...d6, womit auch das Zentrumsfeld e5 gedeckt bliebe. Dann hätte sich Schwarz vielleicht noch aus der Affäre ziehen können.} 15. c3 Na6 ({Interessant und unklar ist} 15... a5 $5 16. cxb4 axb4 17. e3 Qa1+ )16. g3 $6 {Damit verliert Weiss den Faden und viel Zeit; besser war 16.e3.} Kc7 $6 {Statt logisch 16...Te8 zu spielen, verfällt Saitek Maestro C18 einmal mehr auf komische Ideen.} 17. Bg2 Re8 18. e3 Qg4 $2 {Was um Himmels Willen soll denn nun dieses seltsame Manöver der schwarzen Dame wieder?} 19. 0-0 c4 $2 {Unglaublich, was Saitek Maestro C18 heute für hirnverbrannte Züge auf das Brett schmettert; dem Gegner freiwillig das starke Springerfeld d4 zu überlassen und die folgende Antwort zu gestatten, grenzt schon fast an Selbstmord; ich begann langsam, mich für den Computer zu schämen. Bei einem modernen Schachprogramm wie Komodo 9.3 taucht dieser Zug nicht innerhalb der 10 besten Züge auf.} 20. Rb5 $18 {Verbessert die Turmstellung durch Tempo mit Angriff auf d5. Und hier ist die Partie für Schwarz schon nicht mehr zu retten.} Qh5 $2 {Schon fast normal, dass Saitek Maestro C18 wiederum nur einen dirttklassigen Zug findet, womit das Ende beschleunigt wird.} 21. Nd4 Rd8 {Schutz des doppelt angegriffenen Bauern d5, der sich leider wegen der Schwäche von b7 nicht mit dem Entwicklungszug Le6 verteidigen lässt.} 22. e4 $1 {Logisch und stark zugleich. Alle weissen Figuren spielen mit, die schwarzen Figuren stehen hilflos in der Landschaft herum.} Rb8 23. Rb1 {Verhindert erneut Lc8-e6 durch Erhöhung des Druckes gegen b7; der schwarze Bauer d5 rennt nicht davon} Qg6 24. exd5 {Nun ist auch der schwarze Bauer c4 bald dem Untergang geweiht.} Qd3 $2 {Es gab keine Rettung mehr, aber dieses Manöver ist besonders schlecht.} 25. Re1 {Droht Damengewinn im nächsten Zug mit Le4. Noch stärker war 25.Da3.} Qg6 26. Qa2 Rd6 27. Qxc4+ Kd8 28. Qe2 {Mit Mattdrohung auf e7.} Bd7 29. Rb2 (29. Qe7+ {ist einfacher} Kc8 30. Bh3 $1 b6 31. Nc6 $18 )Qf6 30. Nb5 Bxb5 31. Qxb5 {Nun droht Te8 Matt} Nc7 32. Qb3 g6 33. d4 Ra6 $2 {Diese Abseitsstellung des Turmes vereinfacht den Gewinn für Weiss und auch wenn Letzterer nicht immer die besten Züge findet, bekommt Schwarz doch keine Chance mehr.} 34. Qd1 Qd6 35. c4 Qd7 36. Qe2 Qe8 37. Qd2 {Mit der Absicht, auf h6 einzudringen.} Qf8 38. c5 {Schwarz wird langsam erdrückt.} b6 39. Qf4 f6 {Nach dem folgenden Zug gab der an allen Ecken und Enden gefesselte und hilflose Saitek Maestro C18 auf. Die wohl schlechteste Partie des Programms. Ich war froh über das Ende dieses für Saitek Maestro C18 miserablen Turniers.} 40. Bh3 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Altermatt, Felix"]
[Black "Novag Super Forte B"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "1"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1989.??.??"]
[WhiteElo "1665"]
[BlackElo "1900"]
[PlyCount "102"]

1. e4 {Bereits einen Tag nach der Umrüstung des Super Forte A auf die B-Version musste das Gerät gegen den schwächsten Teilnehmer (ELO 1665) antreten. Von daher eine klare Sache zugunsten des Computers, aber lassen wir uns überaschen.} e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Bc5 4. Nc3 Nf6 5. d3 d6 6. Bg5 Na5 7. Nd5 Nxc4 {Schwarz letzter Buchzug} 8. Bxf6 gxf6 9. dxc4 c6 10. Nc3 $6 {Bedeutend besser ist 10.Se3} Qb6 11. 0-0 Qb4 $6 (11... Qxb2 12. Na4 Qb4 13. Nxc5 Qxc5 {und Weiss fehlt ohne jeglich Kompensation ein Bauer.} )12. Qd3 Be6 13. b3 Qa3 {Der sechste Zug hintereinander, den das Programm ohne eine Sekunde Bedenkzeit ausspielte. Dies machte mich stutzig. Eine Kontrolle ergab, dass wohl die richtige Spielstufe eingestellt war, das Programm aber trotzdem eine Blitzpartie absolvierte. Zu meinem Glück gelang es, durch Umstellung auf Stufe A1 und erneute Umstellung auf Stufe A7 das Programm zu beruhigen. Ohne diesen unerklärlichen Flip hätte Super Forte natürlich im 11. Zug Dxb2 gespielt mit guter Stellung und einem Mehrbauer.} 14. Rfb1 $6 {Ein "mysteriöser" Turmzug.} 0-0-0 15. Qe2 f5 {Der Super Forte B wird aktiv und will seinen Doppelbauer auflösen.} 16. Na4 fxe4 17. Ng5 e3 {Eine interessante Alternative war 17...Thg8. Der Textzug hingegen ist harmlos bis nutzlos.} 18. Nxc5 Qxc5 {Die Abwicklung mit 18... exf2 bringt dem Schwarzen nichts ein.} (18... exf2+ 19. Qxf2 Qxc5 20. Qxc5 dxc5 21. Nxe6 fxe6 22. Rf1 )19. fxe3 {Weniger Freude haette mir 19.Dxe3 mit Damentausch gemacht, denn das Endspiel ist noch immer das schwächste Glied in diesem Programm.} h6 20. Ne4 {Zu bevorzugen war hier 20.Sxe6} Qa3 21. Nf6 h5 {!? Ein typisches Bauernopfer des Programms von David Kittinger, um Linien für die Türme gegen den weissen König zu öffnen. Das Programm bewertet sich mit +1.07, aber Weiss hätte sich die Sache mit 22.Sxh5 zeigen lassen und ein gewisses Risikon einghen sollen. Andererseits darf die Ablehnung des Opfers nicht kritisiert werden.} 22. Qf3 {Hier war es natürlicher und auch besser, mit 22.Tf1 die Aktivität der eigenen Figuren zu erhöhen.} h4 23. h3 {Eine unnötige Schwächung des Königsflügels und des Feldes g3, zumal ...h3 wegen g3 keine Drohung darstellte.} Rhf8 $2 {? Ein unglaublich sinnloses Manöver, das Super Forte B im nächsten Zug wieder zurücknimmt.} 24. Qe4 Rh8 25. Qf3 {Geht Weiss auf Zugwiederholung aus?} Rh6 {Das Programm will nichts von Zugwiederholung wissen.} 26. Qf2 {Weiss tümpelt einigermassen planlos in der Gegend herum. Den Vorzug verdiente beispielsweise 26.Td1 mit Druck gegen den schwarzen d6-Bauer.} Kb8 27. c3 {Warum nicht 27.Td1 oder 27.Tf1} Rdh8 {Zu lange hat Weiss nichts Konkretes unternommen. Durch geschicktes Umgruppieren gelingt es Super Forte B nun doch, einen Turm auf die g-Linie zu bringen.} 28. Rd1 Rg6 29. Kh2 {Noch herrscht materielles Gleichgewicht. Aber die schwarze Stellung ist klar vorteilhaft, weil seine Figuren aktiver stehen und die weisse Königsstellung geschwächt ist.} Rg3 ({Besser sieht} 29... Rhh6 {aus, aber nach} 30. Ne4 d5 31. b4 {diesen Bestzug, der das Feld a5 der schwarzen Dame wegnimmt, hätte Weiss bestimmt nicht gefunden} b6 32. Qd2 Rh8 {nun muss der stark stehende Se4 weichen} 33. Nf2 Rg3 {ist noch immer nichts Entscheidendes in Sicht, auch wenn natürlich die schwarze Stellung in einer praktischen Partie viel einfacher zu spielen ist.} )30. Ne4 {Dieser mit zufriedenem Gesichtsausdruck rasch ausgeführte Zug mit Angriff auf den Tg3 und d6 wird nicht im erwarteten Sinn beantwortet. Dabei konnte Weiss hier durch 30.Td2! alle Gefahren abwenden und sich auf die Belagerung des gegnerischen d6-Bauern einrichten.} Rhg8 $1 {Eine böse Überraschung für Weiss. Der freche Turm ist tabu, denn nach 31.Sxg3 hxg3 geht die weisse Dame verloren. Gleichzeitig droht aber der Einschlag auf g2. Das Blatt hat sich unerwartet gewendet.} 31. Rg1 f5 {Super Forte B in seinem Element. Das im Zentrum sehr stark stehende Ross wird vertrieben und die Stellung allgemein gestärkt.} 32. Nf6 {? Statt sich mit dem Rückzug Sd2 und nach eventuell Db2 mit Bauernverlust abzufinden, spielt Weiss mit dem Feuer. Der freche Gaul könnte nun nämlich auf raffinierte Weise erobert werden.} Rh8 $6 {Schwarz verpasst seine grosse Chance, den gegnerischen Springer zu erobern.} (32... R8g6 33. Nh5 R3g5 34. Qe2 Rh6 {mit Figurengewinn} )33. Qe2 $2 ({Am meisten Widerstand leistete} 33. Qd2 Rg6 34. b4 {Angriff auf d6} Rd8 35. Nh5 Bxc4 {mit schwarzem Mehrbauer und noch immer prächtiger Stellung für den Computer.} )Rh6 34. Nh5 Rg5 {Durch Zugumstellung entsteht nun die selbe Stellung wie in der Variante zu 32...Th8 angegeben: Schwarz gewinnt eine Figur, nämlich den weissen Springer.} 35. Nf4 exf4 36. exf4 Rg3 37. Rad1 Bc8 38. Qd2 Qa5 39. b4 Qa3 40. Rc1 Rhg6 41. Rc2 {Nochmaliger Schutz von g2.} Qa6 42. Qd4 Re6 43. Rb1 Rge3 {Geschickt hat Super Forte B seine Türme auf die e-Linie verlegt. Weiss hat keine vernünftigen Züge mehr.} 44. b5 Qa4 45. Rf2 R3e4 {Genauer war c6-c5.} 46. Qh8 Qxc4 ({Stärker} 46... cxb5 47. cxb5 Rxf4 {aber am Ausgang der Partie ändert diese kleine Ungenauigkeit nichts.} )47. bxc6 Qxc6 48. Qxh4 Qxc3 49. Rb3 Qc1 {Mit der Bewertung +4.36, Schwarz droht, seinen Turm entscheidend auf die Grundlinie zu bringen, das Ende naht.} 50. Qg5 Re1 51. Qd8 {Lustig die Bemerkung des Weissen zu diesem Zug: "Er muss es mir noch zeigen" Nach dem nächsten unerwarteten Zug gab er sich dann allerdings geschlagen, weil Matt oder Damenverlust unausweichlich ist.} Rg6 {Erwartungsgemäss hat Super Forte B den Punkt in der ersten Partie geholt, sich aber wohl weniger, aber doch einige Ungenauigkeiten erlaubt.} 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "Novag Super Forte B"]
[Black "Trachsler, Jakob"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "2"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1/2-1/2"]
[Date "1989.??.??"]
[WhiteElo "1950"]
[BlackElo "2095"]
[PlyCount "43"]

1. d4 {Nach dem erwarteten Sieg in der 1. Runde galt es nun, die erste Bewährungsprobe zu bestehen. Dabei war von vornherein klar, dass es zur Französischen oder Holländischen Verteidigung kommen würde, denn Jakob Trachsler (ELO 2095) spielt schon seit Jahren kaum etwas anderes.} f5 2. c4 Nf6 3. g3 g6 4. Bg2 Bg7 5. Nf3 d6 6. 0-0 0-0 7. Nc3 c6 {J.Trachsler war nie ein Anhänger der Variante mit 7...De8} 8. d5 e5 9. dxe6 Bxe6 10. Qd3 {Weiss letzter Buchzug. Als gefährlicher für Schwarz gilt der Aufbau mit 10.b3, in der J.Trachsler allerdings eine gute Erfolgsbilanz aufweisen kann. Als Anwender des Leningrader-Systems bin ich übezeugt, dass 10.Dd3 zu zahm ist und Schwarz keine Schwierigkeiten hat, Ausgleich zu erzielen. Jedenfalls habe ich damit noch keine Partie verloren.} Re8 {Nur die dritte Wahl neben den üblichen 10...Sa6 oder 10...Sbd7; dessen war sich J. Trachsler durchaus bewusst. Ihm ging es darum, mit einer selten gespielten Variante weiitere Erfahrungen zu sammeln. Nicht vergessen werden darf jedoch der Umstand, dass Weiss selbst gegen diese Variante nicht mit überdurchschnittlichen Gewinnquoten glänzt. Das ist fast als Beweis anzusehen, dass nichts gegen den Textzug spricht. Im letzten Jahr hatte J. Trachsler mit dieser Variante gegen Saitek Maestro C18 eine gute Stellung erhalten, aber trotzdem nur Remis gemacht. Offenbar will er nun besser agieren, wobei ich nicht glaube, dass er diese Variante auf die heutige Partie speziell vorbereitet hat.} 11. Bf4 {?! Sieht für ein Computerprogramm logisch aus: Entwicklung mit Doppelangriff auf d6. Aber gerade dagegen war der vorhergehende Zug gerichtet. Zu bemerken bleibt, dass Weiss selbst nach dem üblichen 11.Sg5 nicht wirklich einen Vorteil erhält, denn Schwarz hat aktiv stehende Figuren, die jegliche Initiative von Weiss im Keim ersticken.} (11. Ng5 Nbd7 12. Nxe6 Rxe6 13. Qc2 Nb6 14. b3 d5 {und Schwarz steht ansprechend.} )Ne4 $1 {Das funktioniert, weil Weiss keinen Bauern gewinnt mit dem zweimaligen Schlagen auf e4. Nun ist es bereits Schwarz, der leicht besser steht.} 12. Rad1 {Damit weicht Novag Super Forte B zur letztjährigen Partie von Saitek Maestro C18 ab.} (12. Rab1 Na6 13. Nd4 Nac5 14. Nxe6 Rxe6 15. Qc2 Nxc3 16. bxc3 Qe7 17. Rfe1 Re8 18. Bf3 g5 19. Bd2 g4 20. Bg2 Qf6 21. Bf4 Qxc3 22. Qxf5 Qxc4 23. Qxg4 Qxa2 24. Ra1 Qc4 25. Rxa7 Rxe2 26. Rxe2 Qxe2 27. Qxe2 Rxe2 28. Bxd6 Bd4 29. Bxc5 Bxc5 30. Rxb7 Rxf2 31. Kh1 Rf7 32. Rxf7 Kxf7 33. Bxc6 {1/2-1/2 Saitek Maestro C-Trachsler Jakob VM 120'/40, 1988} )({Aber ja nicht} 12. Nxe4 fxe4 13. Qxe4 Bf5 {und die weisse Dame geht mitten auf dem Brett verloren. Das ist übrigens die Pointe von 10...Te8.} )Na6 13. Nd4 Nxc3 14. Nxe6 Rxe6 15. bxc3 Nc5 {Mit vorteilhafter Stellung für Schwarz, wenngleich es nicht einfach sein dürfte, Fortschritte zu machen. Weiss hat nämlich das Läuferpaar und die halboffenen b- und d-Linien für seine Türme. So kam es wie es kommen musste: Trachsler verbrauchte für seinen nächsten vier Züge über eine Stunde Bedenkzeit. Deshalb wollte er sich anschliessend mit Zugwiederholungen etwas Luft verschaffen und übersah vollkommen eine dreifache Stellungswiederholung.} 16. Qc2 Qe7 {Gewinnt infolge des Angriffs auf den e2-Bauern ein Tempo für die Entwicklung des a-Turmes nach d8. Gut spielbar war aber auch 16...Df6.} 17. Bf3 Rd8 18. Rfe1 {Statt sich auf diese Weise gegen ein mögliches g6-g5-g4 und später Te6xe2 zu wappnen, sehen Alternativen wie a) 18.Dc1 und b) 18.h4 vernünftiget aus.} Ne4 (18... g5 {hat J. Trachsler als zu unklar verworfen} 19. Be3 Rxe3 20. fxe3 Qxe3+ 21. Kh1 {weil er keine Lust für die Remiswendung} Rf8 22. Rxd6 g4 23. Bg2 Be5 24. Rdd1 Bxg3 25. hxg3 Qh6+ 26. Kg1 Qe3+ {usw. hatte.} )19. Rd3 Nc5 20. Rdd1 Ne4 21. Rd3 Nc5 22. Rdd1 {Mit 1,5 Pkt aus 2 Partien (75%) darf man zufrieden sein, auch wenn vom qualitativen Partiegehalt her die Sache weniger günstig zu beurteilen ist.} 1/2-1/2

[Event "VM 120'/40"]
[White "Gosch, Manfred"]
[Black "Novag Super Forte B"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "3"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1989.??.??"]
[WhiteElo "2138"]
[BlackElo "1950"]
[PlyCount "120"]

1. Nf3 Nf6 {Mit 1,5 Punkten aus den ersten 2 Partien ging es in die dritte Runde. Mit Manfred Gosch hatte der Super Forte B gegen einen schöpferischen und unbequemen, zudem von der ELO-Wertung her (ELO 2138) starken Spieler anzutreten. Meine Hoffnung bestand darin, es möge eine komplizierte Partie werden, die dem Favoriten viel Bedenkzeit kosten würde. Zum Glueck gibt es selten ruhige Partien mit diesem Spieler, gegen den jede Vorbereitung zur Farce wird, denn er spielt alle Eröffnung mit einem oftmals die Gegner verwirrenden Eigenbau. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, durfte ich doch eine spannende und hoch dramatische Partie geniessen.} 2. c4 c5 3. g3 g6 4. Bg2 Bg7 5. 0-0 d5 {Schwarz letzter Buchzug} 6. cxd5 0-0 7. a3 {Was damit bezweckt werden soll, hat mir Gosch nicht verraten, auf jeden Fall war dieser Überdeckungszug des Feldes b4 noch nicht notwendig.} Nxd5 8. Nc3 Nc6 {Durch Zugumstellung ist eine Theoriestellung entstanden. Dann kann ja 7.a3 nicht wirklich getadelt werden.} 9. Nh4 {Will den Computer offenbar zum Schlagen Sxc3 und zur Stärkung des weissen Zentrums verleiten oder gar f2-f4 spielen, um nach einem allfälligen e7-e5 mit fxe5 oder f4-f5 die f-Linie zu öffnen.} (9. Nxd5 Qxd5 10. d3 b6 11. Rb1 Bb7 12. Be3 {ist eine mögliche Theorievariante.} )Nf6 {Unlogischer Rückzug, standen doch in 9...Le6 oder 9...e6 mit der Idee, später den Aufmarsch b6/Lb7 zu verwirklichen, zwei gute Alternativen zur Verfügung.} 10. d3 a6 {Schwächt das Feld b6 und erlaubt dem Gegner, auf der c-Linie unangenehm aktiv zu werden.} 11. Na4 Nd7 {Heutige Programme (2009) würden wohl eher zur aktiven Verteidigung ...Sd4 greifen.} 12. Be3 {Schach ist kompliziert geworden und nur ein Grossmeister - bzw. eine gründliche Analyse - dürfte die richtige Antwort finden: war es denn positionell nicht angezeigt, dem Schwarzen mit Lg2xc6 seinen Damenflügel zu demolieren und ihm tödliche Bauernschwächen anzuhängen. Bieten denn dem Schwarzen die sich öffnende b-Linie und das Läuferpaar nicht doch genügend Kompensation für die gravierenden Bauernschwächen.} Nd4 13. Rc1 Qa5 14. Rc4 $5 {Äusserst interessant und typisch Manfred Gosch, der sich nie mit einfachen Fortsetzungen abgibt, wenn er irgendwo eine Chance wittert. Beim überraschenden Textzug hat Weiss offenbar keine Angst vor der Antwort ...b5, Lxd4 cxd4, b4 Dxa4, Dxa4 bxa4, Lxa8 usw. Die Idee von 14.Tc4 besteht in der Lockerung des schwarzen Zentralspringers auf d4 mit b2-b4. Aber Weiss hatte für das wunderlich anmutende Turmmanöver immerhin 29 Min investiert und total bereits 1 Std 17 Min verbraucht. Auch die folgenden Züge kosteten den Weissen viel Zeit. Es beginnt spannend zu werden.} Rd8 {Der Textzug ist nicht besonders gut und erlaubt es Weiss, die Initiative zu ergreifen.} ({Nach} 14... b5 15. Bxd4 cxd4 16. b4 Qxa4 17. Qxa4 bxa4 18. Bxa8 Nb6 19. Be4 Nxc4 20. dxc4 {ist die dynamisch gleichstehend aussehende Stellung schwer einzuschätzen.} )15. b4 Nxe2+ {Auch das musste Weiss vorausgesehen haben.} 16. Kh1 cxb4 17. axb4 Qb5 {Weiss steht besser. Unter anderem hat der Gegner Probleme mit dem auf e2 dumm platzierten Springer, der verloren zu gehen droht. Ferner leidet Schwarz an akutem Entwicklungsrückstand. Mir als Bediener gefiel der Gang der Dinge gar nicht und meine einzige Hoffnung ruhte im (zu) hohen Zeitverbrauch von Weiss.} 18. f4 {Damit schreitet Weiss zum Angriff, vorerst soll die f-Linie geöffnet und momentan auch Sd7-e5 verhindert werden. Wichtig zu wissen, dass Gosch bis zur Zeitkontrolle im 40.Zug nur noch 14 Min verblieben. Umso erstaunlicher, was er noch aus der Stellung kitzelt.} e5 $6 {Das ist nicht die beste Verteidigung, die wohl in 18...Sf8 bestand} 19. Qxe2 ({Sofort} 19. f5 $1 {sieht sehr stark aus} g5 20. Qxe2 Qxa4 21. Bxg5 $18 )Qxa4 20. f5 Nf8 (20... gxf5 $4 21. Nxf5 {und Weiss gewinnt in wenigen Zügen.} )21. Bb6 $1 {Scheint noch stärker als das von mir befürchtete 21.Lg5 und bringt Schwarz in echte Schwierigkeiten.} Re8 {?! Präziser ist 21...Td7 oder gar 21...Ld7} 22. Bd5 {Super stark sieht hier 22.Df2 aus.} Qb5 23. Bc5 Rd8 {? Super Forte B ist der Situation nicht gewachsen und erkennt die ihm drohenden Gefahren nicht. Notwendig war 23...Dd7.} 24. Bxf7+ $5 {Ein mutiges Hineinziehungsopfer, aber nicht die beste Wahl. Der von Zeitnot geplagte Weiss-Spieler verpasst zwei Gewinn bringende Züge wie 24.fxg6 oder 24.Sxg6. Trotz des ungenauen Textzuges bleibt die Lage für Schwarz gefährlich.} ({a)} 24. fxg6 Rxd5 (24... hxg6 25. Bxf7+ Kh7 26. Bxg6+ Nxg6 27. Qh5+ Kg8 28. Nxg6 {und bald Matt} )(24... Nxg6 25. Bxf7+ Kh8 26. Nxg6+ hxg6 27. Rh4+ Bh6 28. Rxh6+ Kg7 29. Rxg6+ Kh8 30. Qh5# )25. gxf7+ Kh8 26. Bxf8 Bxf8 27. Rxc8 Rd8 28. Qg4 Qd5+ 29. Rf3 Be7 30. Rc7 Qd6 31. Nf5 Qg6 32. Qxg6 hxg6 33. Nxe7 {+-} )({b)} 24. Nxg6 Rxd5 25. Ne7+ Kh8 26. f6 Bxf6 27. Rxf6 Be6 28. Rxe6 Nxe6 29. Nxd5 Qc6 30. Qxe5+ {und gewinnt} )Kxf7 {Super Forte B sieht sich mit 1.56 im Vorteil, ich hatte meine Zweifel. Die Annahme des Opfers war übrigens erzwungen.} (24... Kh8 $4 25. Bxf8 Rxf8 26. Nxg6+ hxg6 27. fxg6 Bh6 28. Rc5 {und Weiss gewinnt} )25. fxg6+ Kg8 {Erzwungen, ansonsten Schwarz Matt gesetzt wird.} 26. gxh7+ $2 {In Zeitnot und von den komplizierten Berechnungen ermüdet, greift Weiss schliesslich fehl. Mit entweder a) Txf8 oder b) Lxf8 ist der Remisweg noch nicht verwehrt.} ({a)} 26. Rxf8+ Rxf8 {erzwungen} 27. gxh7+ Kxh7 28. Bxf8 Bxf8 29. Qh5+ Kg8 30. Qg6+ Bg7 31. Rxc8+ Rxc8 32. Qe6+ Kh7 33. Qf5+ Kg8 34. Qe6+ {Weiss kann gar mehr versuchen mit 34.Dxc8+} Kh7 35. Qf5+ Kg8 36. Qe6+ Kh7 37. Qf5+ {Remis 3x} )({b)} 26. Bxf8 Rxf8 27. gxh7+ Kxh7 28. Rxf8 Bxf8 29. Qh5+ {mit Übergang zur Variante a)} )Nxh7 27. Qh5 Be6 $2 {Nun ist es Super Forte B, der fehlgreift und dem Gegner erlaubt, doch noch das Remis zu erreichen. Mit 27...Sf6 oder 27...Dc6+ hatte Schwarz zwei gewinnträchtige Fortsetzungen.} 28. Nf5 $2 {? A tempo gespielt, aber damit gerät der Zeitnot gestresste Manfred Gosch endgültig auf den falschen Pfad. Dabei war das Remis mit dem fantastischen Rettungszug 28.Sg6!! noch immer zu haben, denn es droht Se7 gefolgt von Th4.} (28. Ng6 $3 Rd7 29. Rh4 Nf6 30. Qg5 Qxd3 31. Kg1 Bc4 (31... Ng4 32. Qh5 Nf6 33. Qg5 )(31... Qc2 32. Rxf6 Rd1+ 33. Rf1 Rxf1+ 34. Kxf1 Qb1+ 35. Kf2 Qb2+ 36. Kg1 Qb1+ 37. Kf2 )(31... Nh7 32. Qh5 Nf6 33. Qg5 )(31... Bd5 32. Rxf6 Bxf6 33. Ne7+ Kf7 34. Qh5+ Ke6 35. Qg4+ Kf7 36. Qh5+ )(31... Rf7 32. Nxe5 Qd5 33. Nxf7 Bxf7 34. Rf5 Qd1+ 35. Rf1 Qd5 )32. Rh8+ Bxh8 33. Ne7+ Kf7 34. Qh5+ Kg7 35. Qg5+ )Bxf5 29. Qxf5 Qd7 $1 {Infolge Doppelangriff auf die Df5 und den d3-Bauern erzwingt der gute Textzug den für Weiss unangenehmen Damentausch, zumal andere Fortsetzungen die weisse Stellung verschlechtern. } 30. Qh5 {Trotz höchster Zeitnot will Weiss die Damen auf dem Brett behalten.} Qxd3 31. Qf7+ Kh8 32. Rg4 {Droht Matt auf g7 und verhindert so das gegnerische Tf8. In der Folge findet der Computer nicht nur gute Verteidigungszüge, sondern versteht es, das Blatt endgültig zu seinen Gunsten zu wenden.} Rd7 33. Qf2 Rad8 {Ein heimtückischer Zug, dessen Sinn dem Weiss-Spieler in seiner hochgradigen Zeitnot entgeht.} 34. Rh4 Qxf1+ $1 {Die einfachste Abwicklung zum Gewinn.} 35. Qxf1 Rd1 36. Kg2 Rxf1 37. Kxf1 {Nun steht Weiss mit einer Minusfigur im Regen.} Rd2 38. Be3 Rb2 39. Rc4 Nf6 40. h4 {Schon zitterte das Blättchen auf der weissen Uhr bedenklich, als Gosch den letzten Zug vor der Zeitkontrolle auf das Brett schmetterte. Normalerweise hätte er nun aufgegeben, da ihm aber bekannt war, dass Computer öfters Freibauern unterschätzen, spielte er der h- und g-Bauern wegen noch weiter. Allerdings vergebliche Liebesmüh.} Nd5 41. Bc5 b6 42. Bf2 Rxb4 43. Rc8+ Kh7 44. Rd8 Nf6 45. Rd6 Ne4 46. Rxb6 Nxg3+ 47. Kg2 Rxb6 48. Bxb6 Nh5 49. Kf3 Kg6 50. Ke4 Nf6+ 51. Kf3 e4+ 52. Kg3 Nd5 53. Bc5 Kf5 54. Kh3 e3 55. Kg3 e2 56. Kf2 Nf4 57. Be3 Bc3 58. Kf3 e1=Q 59. Bd4 Qe2+ 60. Kg3 {Welch eine Drama für Weiss und was für ein Glück für Super Forte B, der nun mit 2,5/3 Punkten (83%) sehr gut im Rennen liegt.} Qg2# 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "Novag Super Forte B"]
[Black "Hugentobler, Patrik"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "4"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "0-1"]
[Date "1989.??.??"]
[WhiteElo "1950"]
[BlackElo "2160"]
[PlyCount "80"]

1. e4 Nf6 {Gegen den Turnierfavoriten Patrik Hugentobler (ELO 2160) durfte ich mir nicht einmal Hoffnungen auf ein Remis machen. Im Gegensatz zu den meisten übrigen Teilnehmern des Klub-Turniers, spielt Hugentobler nämlich grundsolide in allen Phasen und zweifelhafte Experimente sieht man bei ihm kaum. Überdies versteht er es ausgezeichnet, in ausgeglichenen Stellungen stundenlang zu manövrieren und auf Fehler des Gegners zu warten. Kurzum, die Voraussetzungen für einen Schachcomputer waren denkbar ungünstig, zumal Hugentobler auch das Endspiel gut behandelt.} 2. e5 Nd5 3. d4 d6 4. Nf3 Bg4 5. h3 {Weiss letzter Buchzug. Diese Variante gefiel mir wenig, denn hier hat Schwarz dank des Druckes auf den weissen e5-Bauern nicht die geringsten Eröfnungsprobleme zu lösen.} Bxf3 6. Qxf3 dxe5 7. dxe5 e6 8. Nc3 (8. c4 {ist ungesund, weil nach} Nb4 9. Qxb7 $2 {nicht funktioniert wegen} N8c6 $19 {und Schwarz steht auf Gewinn} )c6 9. Bd2 Nd7 10. Qh5 $2 {Ein lächerlich anmutendes Manöver, um den e5-Bauern zu decken. Nun wird die weisse Majestät mit Tempogewinn (g6) verjagt und gelangt der schwarze Lf8 mit erneutem Tempogewinn nach g7. Richtig war z. B. 10.Dg3.} g6 11. Qe2 Bg7 12. Nxd5 $6 {Das stärkt nur das gegnerische Zentrum.} (12. f4 Qh4+ 13. Qf2 Qxf2+ 14. Kxf2 $10 {war eine gut spielbare und ausgleichende Fortsetzung} )cxd5 13. Bc3 $2 {Richtig war 13.f4, denn nach der folgenden Abwicklung verbleibt Weiss mit einer ruinösen Bauernstruktur.} Qg5 14. Qb5 $2 {Der e5-Bauer ist futsch, somit will sich der Computer auf b7 revanchieren. Keine gute Lösung des Stellungsproblems.} (14. h4 {kommt in Frage} Qf5 15. Qe3 Nxe5 16. Bb5+ Kf8 17. 0-0-0 {und diese Stellung mit nicht rochiertem schwarzen König und dem eingeklemmten Th8 ist zumindest unklar bis gar chancenreich für Weiss.} )Bxe5 15. Qxb7 {Besser war es wohl, vorerst Ld2 einzuschalten} Bxc3+ 16. bxc3 Qe5+ {Vermasselt dem Gegner auch noch die Rochade.} 17. Kd2 Qf4+ 18. Kd1 Qb8 $17 19. Ba6 {Gegen das Zulassen des Damentausches spricht, dass es Schwarz einfach fallen wird, im kommenden Mittel- und Endspiel die weissen schwachen Bauern zu massieren. Für den Damentausch spricht, dass Weiss mit seinem nicht rochierten König recht windig dasteht.} Qxb7 20. Bxb7 Rb8 21. Bc6 Rb6 22. Ba4 Ke7 23. Bb3 $2 {Vor zwei Zügen hat es Weiss verpasst, seinen Läufer gegen den schwarzen Springer zu tauschen, was allerdings eine nur zweifelhafte Rettung im Turmendspiel bedeutet hätte. Der Textzug jedoch ist schecklich, steht nun doch der Lb3 nur wie ein grosser Bauer in der Landschaft herum, denn zu c3-c4 wird Weiss nie kommen.} Rc8 {Der Druck auf der c-Linie gegen die schwachen Doppelbauern beginnt. Eine schönere und einfach zu spielende Stellung hätte sich Patrik Hugentobler nicht wünschen können.} 24. Kd2 Rbc6 25. Rab1 Rxc3 {Schon ist ein Bauer gefallen bei noch immer klar nachteiliger Stellung für Weiss. Eigentlich ist der Kampf hier bereits entschieden.} 26. Rhe1 Kd6 {Behebt die Drohung Lxd5, die wegen ...Txc2 nicht mal eine echte Drohung darstellt. Immerhin steht der schwarze König im Zentrum auf jeden Fall gut.} 27. Red1 f6 28. Re1 e5 29. a4 $2 {Das schlägt dem Fass den Boden raus. Super Forte B mauert sich den Läufer endgültig ein.} a5 {Die natürliche Riposte, die a4-Bauern festlegt.} 30. Re2 Nb8 {Guter Plan: das Ross strebt nach b4 mit Druck gegen c2.} 31. Rb2 {Weiss hat nicht das geringste Gegenspiel und muss tatenlos zusehen, wie sein Gegner die Stellung zu verstärken gedenkt.} Na6 32. Rb1 Nb4 33. Rb2 f5 {Langsam aber sicher verwertet Schwarz seine Vorteile. So sang- und klanglos habe ich schon lange keinen Computer mehr untergehen sehen.} 34. Re1 e4 35. Reb1 Ke5 36. h4 f4 {Fortsetzung der schwarzen Einschnürgungspolitik gegen Weiss.} 37. h5 g5 {Schwarz lässt sich auf gar nichts ein und verstärkt einfach seine Stellung.} 38. h6 e3+ 39. Kd1 R8c6 40. fxe3 fxe3 {Es geht weiteres Material verloren, deshalb Aufgabe für den Computer. Nun steht das Programm von David Kittinger mit 2,5 Pkt aus 4 Partien [62.5 %] noch immer passabel da.} 0-1

[Event "VM 120'/40"]
[White "Scheidegger, Andreas"]
[Black "Novag Super Forte B"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "5"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1989.??.??"]
[WhiteElo "2025"]
[BlackElo "1950"]
[PlyCount "49"]

{Heute habe ich einen spannenden Kampf erwartet. Der immer dynamisch agierende e4-Weiss-Spieler, Andreas Scheidegger (ELO 2025), liebt beispielsweise das Göring-Gambit, das Belgrader-Gambit und das Morra-Gambit. Tatsächlich entwickelte sich eine spannende Partie. Nach gutem Eröffnungsaufbau wurde der Computer dann habgierig, ging auf Bauernfrass aus. Selbst das hätte sich die Maschine erlauben können. Erst ein fehlerhafter Springerzug brachte dann die Wende mit einem tödlichen Angriff zugunsten von Weiss. Und Novag Super Forte B ging in einer Kurzpartie schmachvoll unter. Damit also 2.5 Pkt aus 5 Partien (50%) für die Maschine.} 1. e4 c5 2. d4 cxd4 3. c3 Nf6 4. e5 Nd5 5. Bc4 Qc7 6. Qe2 Nb6 7. Bd3 Nc6 8. Nf3 g6 9. 0-0 dxc3 10. Nxc3 Bg7 11. Re1 0-0 12. Bg5 d5 {Erst hier endet die gut aufgebaute Eröffnungsbibliothek des Super Forte B. Scheidegger zeigte sich überrascht und bekannte, dass dieses Abspiel seiner Meinung nach die beste Wahl gegen das gefürchtete Morra-Gambit darstellt.} 13. exd6 Qxd6 14. Rad1 Qb4 {Geht aus der Gegenüberstellung des weissen d1-Turms und droht auf c3 Bauerngewinn. Wie eine Fernschachpartie zeigt, scheint 14...Lg4 eine gute Alternative für Schwarz zu sein.} (14... Bg4 15. Bxe7 Nxe7 16. Qxe7 Qxe7 17. Rxe7 Rab8 18. Be2 Bxc3 19. bxc3 Be6 20. Nd4 Bxa2 21. Re5 Bc4 22. Bf3 Na4 23. Ra5 Nxc3 24. Rc1 Rfd8 25. Rxc3 Rxd4 26. Rxa7 b5 27. Rc7 Kg7 28. g3 Be6 29. Re3 b4 30. Rb3 Rc4 31. Rb2 Rc6 32. Bxc6 b3 {0-1 Wolfram Reinhard-Isigkeit Hans Juergen, corr EM/CL/Qualif, 2002} )15. Bxe7 Nxe7 16. Qxe7 {Bislang hat der Super Forte B durchwegs die besten Züge gefunden.} Qxb2 $5 {Der Super Forte B will den die grosse Diagonale beherrschenden Lg7 behalten, verzichtet also auf den möglichen Bauerngewinn mit 16...Lxc3. Dafür greift die Dame auf b2 zu, was für Schwarz ebenfalls noch erträglich scheint. Und da Schwarz auch mit 16...Lxc3 gemäss der folgenden Fernschachpartie eine gute Stellung erhält, dürfen ob der Korrektheit des weissen Bauernopfers doch Zweifel angebracht sein.} (16... Bxc3 17. bxc3 Qxe7 18. Rxe7 Nd5 19. Ree1 Nxc3 20. Rc1 Nxa2 21. Rc7 Be6 22. Rxb7 Rfb8 23. Rc7 Rc8 24. Rb7 a5 25. Ng5 Bd5 26. Rbe7 a4 27. Be4 Bxe4 28. Nxe4 Rc1 29. Nf6+ Kg7 30. Ne8+ Kf8 {0-1 Kunz Harry-Schulz Hans Juergen, corr QTV-24 Hohenhorst, 1991} )17. Nb5 {Diesen Springerzug verstehe ich nicht und frage mich, ob denn nicht das zentralsierende 17.Se4 die bessere Wahl darstellt.} Bf6 {Offenbar darf man auch den a2-Bauern nehmen.} (17... Qxa2 18. Bb1 Qa4 19. Nc7 Rb8 20. Ne5 Be6 21. Nxe6 Rbe8 22. Qxb7 Rxe6 23. Nd3 Rfe8 24. Qf3 Re2 25. Rc1 Rxe1+ 26. Rxe1 Rxe1+ 27. Nxe1 Qb4 28. Qd1 Nd5 29. Bc2 Qe7 30. Nf3 Nc3 31. Qd3 a5 32. Qa6 Qb4 33. Ng5 a4 34. Qa8+ Qf8 35. Qa6 Qa3 36. Bd3 Qc1+ 37. Bf1 h6 38. Ne4 Nxe4 39. Qa8+ Kh7 40. Qxe4 a3 41. Qd5 Qb2 {0-1 De Coninck Georges-Voelkler Bernd, corr NED-ch M, 1990} )18. Qc7 Qxa2 {Es ist verrückt, aber gegen diesen zweiten Bauernraub ist keine Widerlegung ersichtlich. Wohl stehen alle weissen Figuren gut, aber wie kann Weiss die Stellung verstärken?} 19. Nd6 Nd5 ({Sofortige Entwicklung mit} 19... Be6 {und Rückgabe eines Bauern scheint hier die beste Wahl für Schwarz.} )20. Qc5 {Droht vernichtend Lc4, so dass Schwarz zu 20...Sb6 greifen müsste. Und Weiss hätte sich dann mit 21.Dc7 Sd5, 22.Dc5 Sb6 und Remis durch Zugwiederholung zufrieden geben müssen.} Nc3 $2 {Schliesslich greift die Maschine doch noch fehl, was sich erklärt durch den Umstand, dass Super Forte B sich nach dem schlechten Textzug mit +1.06 im Vorteil sieht.} 21. Bc4 Qa4 {Etwas Besseres ist nicht zu sehen und obwohl es im nächsten Zug bei Schwarz kracht, sieht sich der Computer unverändert im Vorteil, auch wenn die Bewertung auf +0.96 gefallen ist.} 22. Nxf7 $1 {Vor Ausführung dieses Gewinnzuges gab es viel zu berechnen.} Nxd1 $2 {Das Computerprogramm zeigt sich der Lage nicht gewachsen, denn nur mit dem giftigen Zwischenzug 22...b5 war grösserer, wenn auch ungenügender Widerstand möglich.} (22... b5 23. Bd5 Nxd5 24. Qxd5 Qc4 25. Nh6+ Kg7 26. Qxa8 $18 )23. N7g5+ Be6 {denn 23...Kg7 hat die toedliche Antwort 24.Te7 zur Folge} 24. Rxe6 Kh8 25. Rxf6 {und angesichts von 25...Txf6, 26.De7 nebst Matt auf h7 gibt Schwarz auf.} 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Novag Super Forte B"]
[Black "Seiler, Erik"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "6"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1989.??.??"]
[WhiteElo "1950"]
[BlackElo "1956"]
[PlyCount "85"]

1. e4 {Heute war mindestens ein Remis gefordert, damit der Computer nicht das erste Mal unter die 50%-Marke fällt. Keine leichte Aufgabe gegen seinen 1956 ELO starken Gegner, der einen komplizierten Stil pflegt} d6 2. d4 Nf6 3. Nc3 g6 4. f4 Bg7 5. Nf3 c5 6. e5 {Weiss letzter Buchzug} (6. Bb5+ Bd7 7. e5 Ng4 {ist die normale Fortsetzung} )Ng4 {Ein dummer à tempo Zug, bzw. ein Fingerfehler, denn Schwarz stellte diesen Springer automatisch nach g4, ohne sich bewusst zu sein, dass Weiss nicht die übliche Aufstellung 6.Lb5 Ld7 7.e5 Sg4 gewählt hatte, sondern das direkte 6.e5. Selbst wer die Theorie gut beherrscht, tut also gut daran, seine Züge nicht automatisch auszuspielen.} 7. dxc5 {Erst jetzt bemerkte Schwarz seinen Fehler, nachdem er sich vorerst wunderte, weshalb dxc5 noch nie jemand gegen ihn gespielt hat} 0-0 (7... dxc5 8. Qxd8+ Kxd8 9. h3 Nh6 10. Be3 b6 11. 0-0-0+ {war für den sich ärgernden Schwarzspieler keine erstrebenswerte Stellung, denn Weiss steht positionell bereits auf Gewinn. Trotzdem hätte sich der menschliche Spieler auf diese Variante einlassen müssen. Dann wäre wenigstens noch echter Kampf möglich gewesen.} )8. cxd6 exd6 9. h3 Nh6 10. Qxd6 Qxd6 11. exd6 Re8+ (11... Nf5 {war die spürbar bessere Fortsetzung} 12. Nb5 Na6 13. Bd3 $16 )12. Kf2 {Hier steht der König völlig sicher.} Bf8 $2 {Mit seinen zwei Minusbauern hat Schwarz wirklich nichts zum Lachen, aber deshalb gab es keinen Anlass, mit diesem unbedachten Läuferrückzug noch die Qualität herzugeben.} 13. Nd5 {Mit der Doppeldrohung Sf6 oder noch schlimmer Sc7.} Rd8 14. Nc7 Bxd6 15. Nxa8 b6 16. Bd3 Bb7 17. Rf1 {Es ist schwer zu verstehen, was Novag Super Forte B vom weiteren Bauerngewinn 17.Sxb6 abgehalten hat.} (17. Nxb6 axb6 18. Be3 $18 )Bxa8 {Die schwarze Stellung ist aufgabereif, aber Erik Seiler wollte nicht der erste sein an diesem Abend, der das Brett räumen musste.} 18. Be3 Nd7 19. Rad1 Nc5 20. Nd4 Re8 21. f5 Be5 (21... Rxe3 22. Kxe3 Bxg2 23. Rg1 Bxh3 24. Rh1 Bg4 25. Be2 {ist ebenfalls hoffnunglos} )22. fxg6 hxg6 23. Bxg6 $2 {Eine schliesslich nicht ins Gewicht fallende Fehlberechnung des Computers.} fxg6 24. Bxh6 Kh7 {Wiederum ungenau, aber leider kann sich Weiss - im Mehrbesitz von Qualität und 2 Bauern - solche Schlampereien leisten.} (24... Ne4+ 25. Kg1 Ng3 26. Rf2 Bxd4 27. Rxd4 Ne2+ 28. Rxe2 Rxe2 29. Rd8+ Kh7 30. Rxa8 Kxh6 31. Rxa7 Rxc2 {war objektiv die beste Variante, hätte Schwarz damit seinen materiellen Nachteil doch auf das Minimum von 2 Bauern beschränkt.} )25. Bc1 (25. Be3 {ist offensichtlich besser} )Bh2 (25... Ne4+ {besser, aber leider nutzlos wegen} 26. Kg1 Ng3 27. Rf2 Bxd4 28. Rxd4 Re1+ 29. Kh2 Nf1+ 30. Rxf1 Rxf1 31. Be3 {und wiederum verbleibt Weiss mit 2 Mehrbauern.} )26. g4 Rf8+ 27. Ke2 Re8+ 28. Be3 Bd5 {Mit seinen grundsätzlich gut stehenden Figuren und der Beherrschung der e-Linie mit dem Turm gegen den weissen im Zentrum postierten König hat sich Schwarz noch Hoffnung gemacht für Gegenchancen, die sich zu seinem Leidwesen indessen nicht erfüllen. Die weisse Materialüberlegenheit ist einfach zu gross.} 29. a3 {Genauer 29.b3} Bc4+ 30. Kf2 Bd6 {Verschmäht die Qualitaet, vermag aber natürlich den Verlust nicht aufzuhalten.} 31. Rfe1 Ne4+ 32. Kg2 Bg3 33. Rg1 Be5 34. Nc6 Bg7 (34... Bxb2 35. Rd7+ Kg8 36. Bd4 {ist ebenfalls hoffnungslos.} )35. Rge1 Bb5 $2 {Gestattet dem Gegner einen weiteren Bauerngewinn mit Tempo, weshalb 35...La6 besser war.} 36. Nxa7 Ba6 37. Bd4 Bxd4 38. Rxd4 Ra8 $4 {Der letzte grosse Bock, denn Weiss nimmt nicht sofort auf e4, sondern deckt mit einem Turmschach auf der 7. Reihe vorerst noch den angegriffenen Springer. Schwarz ist in dieser Partie wirklich von der Rolle.} 39. Rd7+ Kh6 40. Rxe4 Kg5 41. Re6 {Der Computer übersieht ein Matt in 5, beginnend mit 41.Te5+ usw.} (41. Re5+ Kf4 42. Nc6 Bf1+ 43. Kf2 Bd3 44. cxd3 Ra4 45. Rf7# )Rf8 42. Kg3 Rf1 {Nun wird Schwarz Matt in drei Zuegen} 43. h4+ {und mit diesem leicht erspielten Sieg, hat Super Forte B mit 3.5 Pkt aus 6 Partien 58 % wieder ein positives Gesamtscore erzielt. } 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Gfeller, Andreas"]
[Black "Novag Super Forte B"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "7"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1989.??.??"]
[WhiteElo "2080"]
[BlackElo "1950"]
[PlyCount "79"]

1. Nf3 {Mit Optimismus und 3.5 Pkt aus 6 Partien (58 %) für den Computer nahm ich die vorletzte Runde in Angriff. Der heutige Gegner (ELO 2080) gehört wieder zur ganzen soliden Sorte. Allerdings hat Andreas Gfeller die Tendenz, für den Partieaufbau stets (zu) viel Zeit zu investieren. So gerät er oftmals in Zeitnot und kann seine erspielten Vorteile ncht immer nach Hause bringen.} Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 {Fruehzeitig ist Super Forte B dieses Mal auf sich alleine gestellt} 4. g3 0-0 5. Bg2 Nc6 {Das sieht auf den ersten Blick etwas seltsam aus, aber ist gemäss meiner Datenbank durchaus spielbar.} 6. 0-0 {Besser als 6.d4 was mit 6...Se4 beantwortet werden kann.} d5 {Diesen Zug darf ich - wiederum mit Blick auf die Ergebnisse in meiner Datenbank - nicht kritisieren. Persönlich gefällt mir jedoch der Aufbau mit 6...d6 besser, weil er nach meinem Empfinden optimal zum gewählten Aubau passt.} 7. cxd5 exd5 8. d4 Ne4 {Ein interessanter Springerzug, dessen Beantwortung dem Weissen 12 Min an Bedenkzeit kostete. Dazu findet man in der ChessBase Datenbank nur gerade mal 10 Partien mit +6/=3/-1 zugunsten von Weiss. Für Schwarz einiges besser sieht die Bilanz aus mit 8...Te8.} 9. Qb3 {Entwicklung mit Tempo und Doppelangriff auf den schwarzen d5-Bauer.} Bxc3 10. bxc3 Na5 {Neben 10...Te8 die einzig gute Antwort.} 11. Qb4 {Ansonsten kam nur noch der Rückzug 11.Dc2 in Frage, zumal man dem Gegner durch 11.Da3 Sc4 kein Tempo schenken will. Die mit 11.Db4 gefundenen Partiebeispiele können wegen der vielen gegenseitigen Fehlern nicht als Masstab für eine Bewertung genommen werden. Da die Dame auf b4 einigermassen exponiert steht und Angriffen ausgesetzt ist, würde ich 11.Dc2 bevorzugen.} Nc4 12. a4 {A.Gfeller hat in der Eröffnung nicht mehr als knappen Ausgleich erreicht. So schlecht kann also der Zug 8...Se4 nicht sein.} (12. Rd1 Qf6 13. Bf4 g5 14. Be5 Qc6 15. g4 Bxg4 16. Rac1 a5 17. Qb3 Ra6 18. Re1 Rb6 19. Qd1 f6 20. Bg3 Nb2 21. Qc2 Bf5 22. Ne5 fxe5 23. Bxe4 Bxe4 24. Qd2 Qg6 25. dxe5 Nc4 26. Qd4 g4 27. h3 Qh5 28. h4 Re6 29. Rb1 b6 30. Rb5 c5 31. Qd1 Nxe5 32. Rb2 Nc4 33. Rd2 Nxd2 34. Qxd2 Qh6 35. Qd1 Qf6 36. Qd2 b5 37. Kh2 b4 38. Rc1 Re5 39. cxb4 Rh5 40. f3 Rxh4+ {0-1 Branimir Vujic-Juergen Eugen Roth, Oberliga Wuert 1996} )c5 $5 {Einmal mehr kann Super Forte B die Stellung nicht ruhig halten, indem er einen zweischneidigen Weg wählt; so macht Schach aber auch Spass. Und objektiv: der Textzug ist wirklich nicht übel und verdient eher ein Ausrufezeichen.} (12... a5 13. Qb3 Ra6 14. Rd1 Qf6 15. Ba3 Re8 16. Bc5 Rc6 17. Rac1 b6 18. Ba3 Ba6 19. Rc2 Qf5 20. Bc1 Rf6 21. Rf1 h6 22. Bf4 g5 23. Bc1 Kg7 24. Qa2 Rc6 25. Qb3 Qe6 26. Ne1 f5 27. Nd3 h5 28. f3 Nf6 29. Bxg5 Ne3 30. Ne5 Nxc2 31. Qxc2 Rd6 32. Bh3 Bc8 33. e4 Nd7 34. exf5 Qg8 35. f6+ Nxf6 36. Bxc8 Rxc8 37. Qg6+ Kf8 38. Qf5 Kg7 39. Bxf6+ Rxf6 40. Qg5+ {1-0 Sandra Djukic-Maria Fragaki, Graz op 2015} )13. dxc5 a5 {Sieht logisch aus; der Computer bewertet sich mit -0.56 leicht negativ.} 14. Qb3 {Eher hätte man den Rückzug nach b1 erwartet, um dem Gegner nicht noch ein Tempo zu schenken, sollte Schwarz den c5-Bauer mit dem Springer nehmen.} Nxc5 {Nichts sprach auch gegen 14...Te8, denn der Bauer rennt nicht davon.} 15. Qc2 b6 {Bei einer Bewertung von -0.36 erwartet der Super Forte B nun 16.Sd4.} 16. Ng5 {Sieht nur gefährlich aus, aber stellt dem Gegner keine Probleme. Die Mattdrohung auf h7 ist leicht abzuwehren.} g6 $6 {Nun greift die Maschine fehl; gut war 16...f5 zur Abwehr der Mattdrohung und zwecks nochmaliger Kontrolle des Feldes e4.} 17. Rd1 Bb7 {Überdeckt den zweifach angegriffenen d5-Bauer.} 18. e4 {Nutzt die Fesslung der schwarzen Dame aus für einen erneuten Angriff auf den d5-Bauer, der nun verloren geht. Diesen Vorstoss hätte das im vorigen Zug empfohlene f7-f5 verhindert.} h6 $6 {Eine weitere Ungenauigkeit, weil nach dem Wegzug des Springers der h6-Bauer dem Angriff des gegnerischen Lc1 ausgesetzt ist. Deshalb besser 18...f6.} 19. Nh3 Re8 20. exd5 {Nun ist Weiss im Besitz eines Mehrbauern.} Kg7 21. Nf4 Rc8 {Richtig: auf der c-Linie ist Weiss einigermassen schwach.} 22. Nd3 Qd7 {Und nicht 22...Lxd5?? wegen 23.Sf4 und Weiss gewinnt eine Figur. Der Textzug ist etwas zurückhaltend und das aktivere 22...Df6 gefällt besser.} 23. Nb2 {Sehr gut gespielt: Deckung des a4-Bauern und Angriff auf den starken Sc4, nach dessen Wegzug endlich der weisse Lc1 zur Entwicklung gebracht werden kann.} Ne5 {Für das Programm von David Kittinger kam nur dieser Springerzug - möglichst nah zum Königsflügel - in Frage. Nicht gut war der Tausch des gut postierten Springers c4 gegen seinen weissen Kontrahenten auf b2. Positionell macht jedoch der Rückzug 23...Sd6 zwecks Blockade des d5-Bauern der beste Eindruck.} 24. Be3 Qg4 {Im Stil von Super Constellation, dem legendären Vorgänger von Super Forte, gespielt. Schwarz will auf f3 mit dem Springer Schach geben.} 25. h3 Qh5 26. g4 {Zu meinem Leidwesen als Bediener musste ich mit ansehen, dass sich Weiss diese Schwächung erlauben und damit gar seine Stellung stärken kann.} Qh4 27. Bd4 {Eine lästige Fesslung, wobei der Läufer gleichzeitig gut im Zentrum postiert wird. Schon droht Figurengewinn mit f2-f4. Schwarz hat nichts anderes als 27...f6.} Qf6 $4 {Ich, und auch der weisse Spieler, trauten ihren Augen nicht ob dieses schwachen Zuges.} 28. Nc4 {Erneuter Angriff auf den gefesselten Se5. Die Antwort ist erzwungen.} Ncd7 29. Nxe5 Nxe5 {Schwarz steht bereits auf Verlust.} 30. Re1 $6 {Dieser impulsiv ausgeführte Gewinnzug sieht riesenstark aus, erlaubt dem Gegner jedoch eine Kombination, die A.Gfeller übersehen hat. Zu seinem Glueck verbleibt dem Weissen hernach trotzdem eine Gewinnstellung.} (30. Qd2 $1 {hätte den sofortigen Gewinn nach} g5 {verhindert f2-f4} 31. Rab1 {sichergestellt.} )Nf3+ {Ein Blitz aus heiterem Himmel, möglich dank der Fesslung des weissen c3-Bauern.} 31. Bxf3 Rxe1+ 32. Rxe1 Qxd4 33. cxd4 Rxc2 {Die Lage hat sich geklärt und in diesem Endspiel hat Schwarz auf den ersten Blick nur einen Bauern weniger; allerdings erweist sich der weisse d5-Bauer als riesenstark und Spiel entscheidend.} 34. Re7 Ba6 {Besser, wenn auch ungenügend, war Lc8.} 35. d6 $1 {Dieser Freibauer ist nicht aufzuhalten.} Rd2 36. d5 Kf8 37. Ra7 {Dieser gute Turmzug gewinnt noch eine Figur.} Bc8 38. Ra8 {Macht endgültig alles klar, denn 38...Tc2 hilft nichts wegen 39.d7, weil der Lc8 auf der 8. Reihe gefesselt ist.} Ke8 39. Rxc8+ Kd7 40. Rf8 {Die gute Eröffnungsanlage hat sich Super Forte B durch nachträglich ungenaues Spiel und besonders durch einen stümperhaften taktischen Fehler verdorben. Nun ist seine Leistung mit 3.5 Pkt aus 7 Partien auf 50% gesunken.} 1-0

[Event "VM 120'/40"]
[White "Novag Super Forte B"]
[Black "Kindler, Udo"]
[Site "Pfaeffikon"]
[Round "8"]
[Annotator "Utzinger,K"]
[Result "1-0"]
[Date "1989.??.??"]
[WhiteElo "1950"]
[BlackElo "2110"]
[PlyCount "53"]

1. e4 {Bereits ein Remis genuegt dem Super Forte B, um in diesem Turnier mit einem 50-Prozent-Resultat abzuschliessen. Hatte ich das Programm bislang in der Normaleinstellung spielen lassen, so wollte ich in der letzten Runde experimentieren. Dazu aenderte ich die selektive Einstellung auf 7, weil mir beim Studium der vorhergehenden Partien aufgefallen war, dass Super Forte B mit selektiv 7 einige schwache Zuege durch bessere ersetzt haette. Auch habe ich mich vergewissert, dass das Programm in dieser Einstellung taktisch fast gleichwertig spielt. Jedenfalls gibt es im Vergleich mit selektiv 3 keine identischen Partien. Vom Gesamteindruck spielt das Programm nach meinem Empfinden etwas spritziger.} e6 {Udo Kindler (ELO 2110) hat sich in wenigen Jahren von einem mittelmaessigen Klubspieler zu einem starken Gegner entwickelt. Dass er nun gar die Franzoesische Verteidigung spielt, hat mich wegen seines sonst eher offenen Stils doch etwas verwundert} 2. d4 d5 3. Nd2 Nf6 4. e5 Nfd7 5. Bd3 {Bewaehrt hat sich auch die Alternative 5.f4} c5 6. c3 Nc6 7. Ne2 cxd4 8. cxd4 f6 9. exf6 Nxf6 10. 0-0 Bd6 11. Nf3 {Der letzte Buchzug in einer bekannten theoretischen Variante} Qc7 12. Bd2 $6 {Schon der erste selbstaendige Zug vermag nicht zu ueberzeugen; ueblich sind 12.Sc3 oder 12.Lg5 mit der Idee, Lg5-h4-g3 und Abtausch der dunkelfarbigen Laeufer} 0-0 13. Rc1 Nh5 14. h3 $2 {Eine unnoetige Schwaechung; gut war 14.Dc2 Sf6} Qd7 $6 {Fragwuerdig, bzw. nur im Hinblick auf das geplante Qualitaetsopfer gut} 15. Qc2 Rxf3 $5 {Zerschlaegt die weisse Koenigsstellung mit einem Opfer, das kaum berechnet werden konnte} 16. gxf3 e5 {Die kritische Stellung, der sich das Computerprogramm nicht gewachsen zeigt} 17. Bxh7+ $2 {Das haette Super Forte B nicht tun und an dessen Stelle 17.f4 oder 11.Lb5 spielen sollen} Kh8 18. Rfe1 {Zu langsam, dafuer kam 18.Lg6 in Frage} Qxh3 19. dxe5 {?? Ein Riesenbock, der verliert; zu versuchen war einzig noch 19.Dg6} Qxf3 $6 {Auf Schoenheit gespielt, dabei haette 19...Sxe5 die Sache sofort klar gemacht} 20. exd6 Bh3 {droht Dg2 Matt} 21. Qg6 Rf8 {Mit der vernichtenden Drohung Dxf2 gefolgt von Sg3} 22. Be3 {?? verpasst die Rettung Sf4 Sxf4, Dg3 Se2, Txe2 Dxe2, Lg6 usw., denn nach dem Textzug muesste Weiss mit wehenden Fahnen untergehen} Rf6 23. Qg5 Kxh7 24. Kh2 {Es gibt keine Rettung mehr, doch stellt Weiss mit dem Koenigszug dem Gegner noch eine miese Falle ... und hat gar noch Erfolg damit} Rg6 $4 {Statt die Sache mit 24...Se5 endgueltig klar zu machen, wird Schwarz sorglos und durch einen einfachen Rettungszug des Computers ueberrascht und von der Gewinnzone in die Verlustzone gedraengt} 25. Ng1 $1 {Das haette Weiss nicht haben sollen. Statt eines verdienten Verlustes, gewinnt Super Forte B diese Partie gar noch. Mit 4.5 Punkten aus 8 Partien ein gutes Abschneiden in diesem Turnier. Vom reinen Partiegehalt her haette die Ausbeute geringer ausfallen muessen. Der komplizierte Spielstil des Super Forte B 6 MHz hat aber immer wieder die Nerven seiner Gegner wie auch seines Betreuers beansprucht} Qg2+ {Verzweiflung} 26. Qxg2 Bxg2 27. d7 1-0


Gruß
Micha
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Folgender Benutzer sagt Danke zu Chessguru für den nützlichen Beitrag:
Wolfgang2 (08.11.2018)
  #6  
Alt 08.11.2018, 16:54
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AW: Mensch - Maschine (Computer)

 Zitat von Chessguru Beitrag anzeigen
Hallo Kurt,

natürlich immer sehr gerne.

Aber du hast dir die Arbeit schon einmal gemacht. Die 1.Partie Amsterdam - Udo Kindler kam mir doch recht bekannt vor.

Schau mal in diesen Thread:
https://www.schachcomputer.info/foru...ead.php?t=5348

Gruss
Micha
Hallo Micha

Oops, daran habe ich nicht mehr gedacht. Vielen Dank für den Hinweis.

Gruss
Kurt
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