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Alt 17.04.2022, 21:36
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AW: CXG Sphinx 40 most agg vs CXG Sphinx Legend

Match 70_120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 1. Partie: Schwarz (CXG Sphinx Legend) gewinnt | Mit dem angenommenen Damengambit erhält Schwarz (Legend) aus der Eröffnung her eine problemlose Stellung. Und als die "Unergründliche" ihre Königsstellung mit dem Löcher öffnenden 16.g3? schwächt, geht bald ein Bauer verloren. Die weitere Spielphase, inklusive Endspiel, behandelt die CXG Sphinx Legend erstaunlich gut und holt sich auf ruhige und überzeugende Art den verdienten Sieg.

[Event "Match 70_120'/40"]
[Site "Zürich"]
[Date "2022.??.??"]
[Round "1"]
[White "CXG Sphinx 40 most agg"]
[Black "CXG Sphinx Legend"]
[Result "0-1"]
[ECO "D29"]
[WhiteElo "1780"]
[BlackElo "1816"]
[Annotator "KUT"]
[PlyCount "165"]
[EventDate "2022.??.??"]

1. d4 d5 {Match 70_120'/40 | Bediener: Rolf Bühler | 1. Partie: Schwarz (CXG
Sphinx Legend) gewinnt | Mit dem angenommenen Damengambit erhält Schwarz
(Legend) aus der Eröffnung her eine problemlose Stellung. Und als die
"Unergründliche" ihre Königsstellung mit dem Löcher öffnenden 16.g3?
schwächt, geht bald ein Bauer verloren. Die weitere Spielphase, inklusive
Endspiel, behandelt die CXG Sphinx Legend erstaunlich gut und holt sich auf
ruhige und überzeugende Art den verdienten Sieg.} 2. c4 dxc4 3. Nf3 Nf6 4. e3
e6 5. Bxc4 c5 6. O-O a6 7. Qe2 b5 8. Bb3 Bb7 9. Rd1 Nbd7 10. Nc3 {***ENDE
BUCH***} Bd6 {***ENDE BUCH*** Schwarz beendet seine Bibliothek mit einem heute
selten angewandten Zug. So sind 10...Db6 oder 10...Db8 oder 10...Dc7 weitaus
üblicher.} 11. d5 {Das wird zu Recht selten gespielt anstelle des üblichen
11.e4, denn nun erhält Schwarz minimalen Vorteil.} (11. e4 cxd4 12. Rxd4 Bc5
13. Rd3 Ng4 14. Nd1 Qb8 15. Bg5 {1/2-1/2 (15) Vaganian,R (2590)-Ehlvest,J
(2615) Manila 1992}) 11... exd5 12. Nxd5 c4 13. Nxf6+ Nxf6 14. Bc2 Qe7 $15 {
So schön kommt man als Nachziehender selten aus der Eröffnung.} 15. Nh4 Qc7 {
Mit Doppelangriff auf den Punkt h2. Weiss steht nun vor einer schwierigen Wahl
und muss sich zwischen Sf3, h3 und g3 oder den interessanten wie unklaren
Verwicklungen nach 16.Txd6 oder 16.Sf5 entscheiden.} (15... g6 {kommt durchaus
auch in Frage, um den geplanten Rösselsprung nach f5 ad absurdum zu führen
und zu zeigen, dass das Ross auf h4 nun schlecht steht.}) {[#]} 16. g3 $2 {
Weiss entscheidet sich für die wohl schlechteste Lösung, die vor allem die
weissen Felder um den König und die Diagonale a8-h1 schwächt.} O-O $17 17.
Bd2 Qc6 {Droht zwar Matt auf h1, aber gar noch stärker scheint 17...Le5 zu
sein.} 18. f3 Be5 $1 {Nun hat Weiss die unbequeme Wahl zu entscheiden, ob er
den b2- oder f3-Bauer hergeben will} 19. Bc3 {Die weisse Wahl fällt auf die
Hergabe des f3-Bauern.} Bxc3 20. bxc3 g5 $6 {Der Zwischenzug 20...Sd5 sieht
noch besser aus und würde die schwarze Stellung maximal verstärken.} 21. Nf5
Qxf3 {Ein weisser Bauer hat damit sein Leben lassen müssen, doch können die
weissen Figuren nun wieder erwachen, was nach 20...Sd5 nicht der Fall gewesen
wäre.} 22. Nh6+ Kg7 23. Nf5+ Kh8 24. Qxf3 Bxf3 25. Rd4 {Nun zeigt sich, dass
es gar nicht so einfach sein wird, für Schwarz Fortschritte zu machen. Das
passiert oftmals - wie hier - wenn man zu früh Material einheimsen will,
statt seine Stellung weiter zu verstärken.} Ng4 26. Re1 $6 {Eine passive und
somit keine gute Reaktion. Der Turm sollt auf a1 bleiben, um gegebenenfalls
mit a2-a4 Unruhe stiften zu können. Einfach 26.h3 nebst Kf2 war sehr gut.}
Rfd8 27. Rf1 Ne5 28. Nh6 Rf8 29. Rd6 g4 30. Rf6 Kg7 31. Rb6 Rfb8 32. Nf5+ Kh8
33. Rf6 a5 {Innert wenigen Zügen hat sich die weisse Stellung verschlechtert
und Schwarz hat aktives Spiel. Statt des Textzuges war auch 33...b4 sehr gut,
um dem Tb8 rasch zu noch grösserer Aktivität zu verhelfen.} 34. Nd4 b4 $1 {
Konsequent gespielt.} 35. Rf5 Re8 36. cxb4 $6 {Dass Weiss nicht zu 36.Th5 mit
mehr Widerstand greift, ist schwer erklärbar.} axb4 {Nun besitzt Schwarz auch
noch die Kontrolle über die halboffene a-LInie.} 37. Bb1 {Zwingend notwendig,
damit Schwarz nach ...Txa2 nicht über zwei tödliche Freibauern verfügt.} Re7
38. h3 Ra6 39. Rh5 f6 40. hxg4 Bxg4 41. Rh6 Nd3 42. Kg2 (42. Rfxf6 Rxf6 43.
Rxf6 Rxe3 44. Kg2 {bringt keine Erleichterung.}) 42... Rxe3 43. Rfxf6 Rxf6 44.
Rxf6 Re4 {Die technische Verwertung des Vorteils beginnt.} 45. Rd6 Kg7 46. Rd5
Re5 (46... Kf6 $1 $19) 47. Rxe5 Nxe5 48. Kf2 h6 49. Nf5+ $2 {Weiss sollte
keinen Figurentausch zulassen und so die Stellung komplizierter halten. Der
Textzug verliert ohne Wenn und Aber. Nach 49.Le4 müsste sich Schwarz
weiterhin gehörig anstrengen.} Bxf5 {Wickelt in ein gewonnenes Endspiel ab,
was die CXG Sphinx Legend bestimmt nicht erkennen kann und deshalb vielleicht
nach dem Motto "Figuren tauschen mit Mehrbauer" handelt.} 50. Bxf5 c3 {
Systematischer gewinnt die Zentralisierung des schwarzen Königs nach f6 und
später e5 nebst Umgruppierung des Springers via d7 über b6 nach d5.} (50...
Kf6 51. Bc2 Nd7 52. Bh7 Ke5 53. Ke3 Nb6 54. Kd2 Nd5 55. Bg6 Kd4 56. Kc2 Ne3+
57. Kb2 Nf1 58. g4 Ne3 {und der g3-Bauer fällt, weil} 59. Bh5 {sofort
verliert wegen} Kd3 $19) 51. Ke3 Kf6 52. Be4 $2 {Das sollte verlieren, aber
davon kann Schwarz keine Ahnung haben, 52.Lc2 leistet am meisten Widerstand.}
Nf7 $2 {Es gewinnt 52...Kg5. Dass auch Schwarz keinen Durchblick hat, ist
wieder auf die mangelnde Rechentiefe zurückzuführen.} (52... Kg5 $1 {bringt
Weiss langsam in Zugzwang, indem entweder der c3-Bauer durchmarschiert bzw.
Weiss eine Figur kostet oder auf g3 ein zweiter Bauer verloren geht.} 53. Kd4 (
53. Kf2 Kg4 54. Bc2 Nc4 55. Bb3 Kh3 56. Bc2 Na3 57. Bf5+ Kh2 58. Ke3 Kxg3 $19)
53... Nf3+ 54. Ke3 Ne5 55. Kf2 Nc4 56. Ke2 Kg4 57. Kf2 Na3 {droht ...c2 -+} 58.
Ke3 Kxg3 $19 {und gewinnt}) 53. Kd4 Ng5 54. Bc2 Nf3+ {[#]} 55. Ke3 $2 {Jetzt
stolpert die CXG Sphinx 40 most agg und verliert doch noch. Dabei war mit 55.
Kc5 nebst Eroberung des b4-Bauern das Remis sicherzustellen.
Selbstverständlich fehlt die dafür notwendige Rechentiefe, um das zu
erkennen. Anzumerken bleibt, dass auch 55.Kc4 die Stellung hält.} (55. Kc5 Ne1
56. Kxb4 $1 Nxc2+ 57. Kxc3 Na3 58. Kb4 Nc2+ 59. Kc3 Ne3 60. a4 h5 61. a5 Nd5+
62. Kd4 Nc7 63. Kc5 Ke5 64. Kc6 Nd5 65. Kc5 Nc7 66. Kc6 Nd5 67. Kc5 $11 {
und Schwarz kann keine Fortschritte mehr machen.}) 55... Ne1 56. Bh7 Kg5 57.
Ke2 c2 58. Kd2 Kg4 59. Bxc2 Nxc2 60. Kxc2 Kxg3 $19 {Auch das Bauernendspiel
ist leicht gewonnen für Schwarz, dessen freier h-Bauer nicht mehr aufgehalten
werden kann, weil sich der weisse König dem Bauer nicht annähern kann und
der eigene a-Bauer viel nach Eroberung des b4-Bauern viel zu spät zur
Umwandlung käme. Der Rest ist selbsterklärend.} 61. Kd3 h5 62. Kc4 h4 63.
Kxb4 h3 64. a4 h2 65. a5 h1=Q 66. Kb5 Qd5+ 67. Kb6 Qe6+ 68. Kb5 Qe5+ 69. Kb6
Qd6+ 70. Kb5 Qd3+ 71. Kb6 Qd4+ 72. Kb5 Kf4 73. Kc6 Qe4+ 74. Kb5 Qd5+ 75. Kb6
Qd6+ 76. Kb5 Qd3+ 77. Kb6 Qe3+ 78. Kb5 Qb3+ 79. Kc6 Qa4+ 80. Kb6 Qb4+ 81. Ka7
Qxa5+ 82. Kb8 Ke5 83. Kb7 {***AUFGEGEBEN***} 0-1

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