Thema: Info: Millennium - The King
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Alt 25.03.2018, 13:54
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AW: Millennium - The King

Hallo zusammen,
ich habe gestern und heute 15 Partien auf den Easy Stufen gespielt. Mein erster Eindruck dazu: Diese Spielstufen unterscheiden sich deutlich von dem, was man von anderen Schachcomputern kennt. Bei anderen Schachcomputern ist es ja in der Regel so, dass sie auf den ganz einfachen Stufen massive Fehler machen und einfach Figuren ungedeckt stehen lassen ... auf den höheren Stufen spielen die Computer dann ein paar Züge saustark, um dann eine massive Graupe einzustreuen.

Das ist hier nicht der Fall: In den Easy Spielstufen wird beim King nicht die Rechentiefe beschränkt oder schlechte Züge eingestreut ... nein, es wird die Anzahl der berechneten Knoten begrenzt.

Auf der Stufe 1 sind das 125 Knoten ... von Stufe zu Stufe verdoppelt sich die Anzahl der Knoten, bis sie auf Stufe 8 maximal 16.000 Knoten erreicht ...

Wie wirkt sich das nun aus? Im aktuellen Beta Stadium würde ich die Spielstärke der Stufe 1 bei ca. 1.250 bis 1.300 Elo einordnen ... auf Stufe 8 bei ca. 1.850 bis 1.900 Elo ...

Vermutlich wird das jetzt viele User, die sich mit den Hintergründen von Leistungssteigerung bei jeweils doppelter Leistung beschäftigt haben, verwundern ... denn würde man sieben Verdoppelungen ab 1.250 Elo mit jeweils 50 Elo gleichsetzen, wären wir bei 1.600 Elo auf Stufe 8 ...

Das kommt hier nicht hin, da das Programm bei Stufe 8 durchaus die genannten 1.850 bis 1.900 Elo aufweist ... aber in den Schwächeren Stufen dann deutlicher abfällt ...

Warum? Nun, das recht selektive Programm bekommt offenkundig immer stärkere Lücken, je weniger Knoten berechnet werden. Somit bleibt dann in Stufe 1 nur noch ein Basiswissen bestehen, was kein Wunder ist, wenn man überlegt, dass zwei Halbzüge bei vollem Brett 1.600 Zugmöglichkeiten bieten, aber nur 125 Knoten berechnet werden dürfen.

Was aber wichtiger ist: Wie wirkt sich das auf das Spiel des Computers aus?

Nun, die taktischen Lücken werden größer ... wie bei jedem anderen Computer der entsprechenden Stufen auch ... aber das Spiel bleibt „natürlich“ ... sprich, man kann es nicht vom Spiel eines anderen Computers mit der jeweiligen Spielstärke unterscheiden ... ein aus meiner Sicht wichtiger Punkt, weil man nie das Gefühl hat, der Computer zieht absichtlich schlecht.

Was man jedoch sagen muss: Im Endspiel wirkt sich die Abschwächung subjektiv deutlicher als im Mittelspiel aus ... wobei ... andere Computer in der Klasse spielen im Endspiel auch „bescheiden“ ...

Aus meiner Sicht fast optimal gelöst ... warum nur fast? Nun, wenn die Kiste auf 300 MHz läuft, zieht er selbst auf Stufe 8 fast unmittelbar ... psychologisch verleitet das dazu, den Computer zu unterschätzen und man selbst zieht unwillkürlich schneller, als man dies tun würde, wenn der Rechner sich auch zum Beispiel 30 Sekunden gönnen würde ...

Man kann das ein wenig „abfedern“, wenn man den King auf 10 MHz drosselt, dann braucht er bei Easy 8 im Schnitt 20 Sekunden pro Zug!

Insofern denke ich, dass auch Selbstspieler mit einer schwächeren Elozahl durchaus Spaß haben können ...

Grüße,
Sascha
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