Einzelnen Beitrag anzeigen
  #1  
Alt 01.03.2017, 12:32
Drahti Drahti ist offline
Revelation
 
Registriert seit: 27.02.2016
Ort: An der Schleuse
Land:
Beiträge: 683
Abgegebene Danke: 578
Erhielt 296 Danke für 203 Beiträge
Activity Longevity
0/20 7/20
Today Beiträge
0/3 ssssss683
Daumen hoch WDC CPU im originalen Polgar 10 MHz ersetzen

Hallo zusammen,

Mephisto hat üblicherweise in diversen Modulen die CPUs übertaktet, um etwas mehr Rechenpower herauszukitzeln. Allein dies kann zum vorzeitigen Tod der CPU führen, erste "Opfer" sind bereits zu beklagen...

Verstärkt wird dieser Effekt noch durch Maßnahmen, herstellerseitig die Betriebsspannung zu erhöhen, damit die CPU den erhöhten Takt überhaupt verkraftet. Der Fall war dies z.B. auch beim originalen Polgar 10 MHz Modul. Hier werkelt eine WDC die für 8 MHz spezifiziert war, von H&G auf 10 MHz selektiert wurde und mit 6V (also Überspannung) betrieben wird.

Diese 6V waren auch der Grund für den beigelegten Hinweis-Zettel, keine anderen Module in dem Polgar Brett zu betreiben. Was alleine reichlich undifferenziert war, da ja durchaus Module am Markt waren die (teils sogar ausschließlich) mit 6V liefen und (schlimmer noch) auch genug Bretter existierten, die ebenso wie das Polgar 10 Brett 6V ausgeben. Und somit ja nach H&G Logik ebenso einen roten Beipackzettel hätten müssen...

Also Übertaktung und Überspannung in Kombination. Die CPU wird vorzeitig ableben.

Wenn das irgendwann der Fall ist, eignet sich als Ersatz technisch die moderne WDC die bis 14 MHz spezifiziert ist und Stand heute auch noch käuflich zu erwerben. Z.B. bei Mouser.

Nach dem Umbau bleiben zwei Probleme: die Ersatz-WDC (und viele weitere IC auf dem Modul) würde auch wieder mit Überspannung betrieben, was bei dieser absolut unnötig ist. Nun könnte man ja sagen, nehme ich halt ein 5V Brett. Und wundert sich, weil es allermeist dann nicht läuft!? Warum eigentlich?

Der Knackpunkt ist, dass H&G damals in die Reset-Logik vom Polgar 10 eine "Sperre" eingebaut hat, die ein Anlaufen des Moduls mit weniger als 6V recht sicher unterbindet. Und zwar deshalb, weil unsicher ist, ob die CPU dann noch einwandfrei funktionieren würde. Ein schönes Beispiel ist hier der (zugegebenermaßen extrem) getunte Centurion von RetroComp, welcher in einer bestimmten Stellung einen unsinnigen Damenzug macht, der sofort zum Verlust führt (nicht H8-Bug!). Ein Zug, den er mit etwas höherer Spannung an der CPU eben nicht macht. H&G hat die WDC-8 auf 10 MHz getestet bei Spannung 6V und wollte sicherstellen, dass die CPU dann auch nur mit den getesteten 6V betrieben wird.

Deshalb der folgende Tipp: der Spannungsteiler am Reset-Chip des Polgar lässt sich passend beschalten, sodass auch der Polgar 10 mit der Ersatz-CPU in einem 5V Brett läuft. Für mehr Lebensdauer und bessere Kompatibilität.

Falls das Modul noch im originalen Brett mit 6V steckt, sollte man auch das Brett entsprechend anpassen.
Mit Zitat antworten
Folgende 7 Benutzer sagen Danke zu Drahti für den nützlichen Beitrag:
achimp (01.03.2017), Boris (27.08.2017), DarkStar (23.04.2017), Egbert (01.03.2017), MaximinusThrax (01.03.2017), MHz (25.08.2017), RolandLangfeld (01.03.2017)