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Alt 07.10.2019, 12:09
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AW: Millennium King Performance - Die (P)Review

Hallo zusammen,
bevor es mit dem zweiten Teil der großen King Performance (P)Review weitergeht, ein paar persönliche Worte. Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass es Personen gibt, die sich an diesem Thread und meiner (P)Review stören. Ich finde das schade und bin mir keiner Schuld bewusst, habe ich doch bereits am 16. Mai erstmals geschrieben, dass ich eine Preview schreiben würde, sobald ich ein Sample mit der endgültigen Spielfläche in den Händen halte. Was mich menschlich enttäuscht: Man(n) hat nicht einmal "die Eier", mich persönlich anzuschreiben, obwohl alle Möglichkeiten vorhanden gewesen wären, direkt auf mich zuzugehen. Nein, das macht man hinter meinem Rücken, ganz großes Kino.

Ich habe ernsthaft in Erwägung gezogen, nicht nur den ersten Teil zu löschen, sondern es auch künftig komplett zu unterlassen, Berichte wie diesen zu verfassen. Ich teste und schreibe in meiner Freizeit und bekomme dafür nicht einen Cent. Der "Vorteil" bzw. mein "Gewinn", den ich persönlich aus meiner bisherigen Testarbeit für Millennium gezogen habe, besteht darin, dass Wünsche, die ich (oder auch Micha) an Millennium herangetragen haben, umgesetzt wurden, wie die drei Userslots oder auch die Möglichkeit des Figurenschiebens auf dem CGE. Mit anderen Worten: Funktionen, die man nicht nutzen muss, wenn man sie für überflüssig hält, die aber jeder nutzen kann, wenn er möchte. Denn wie heißt es so schön: Haben ist immer besser als brauchen.

Ich habe mich letztendlich dazu entschlossen, die Preview fortzusetzen, einerseits weil ich weiß, dass einige Mitglieder und auch Leser außerhalb des Forums darauf warten, andererseits, weil ich nicht einsehe, mich auf diese Weise beeinflussen zu lassen.

Ich hoffe, auch diese (P)Review hilft dem einen oder dem anderen Leser, leichter eine Entscheidung treffen zu können ... oder sie verkürzt einfach nur kurzweilig die Wartezeit auf das neue Spielzeug ...

Zu den Fotos: Alle Fotos wurden, wie schon in anderen Reviews, mit meinem iPhone X gemacht. Alle Aufnahmen entstanden bei Tageslicht und ohne jegliche Nachbearbeitung, sie wurden nur auf 1024x768 verkleinert.

Ich nutze absichtlich keine DSLR, da ich dann vielleicht doch in Versuchung kommen könnte, die Fotos durch Adobe Lightroom zu jagen ... außerdem finde ich es besser, "natürliche" Aufnahmen zu zeigen, statt geschönter Produktfotografie.

Nun aber genug der Worte, auf zum nächsten Teil ...


Teil II: Performance, Spielfläche und die Anzeige

Der King Performance unterscheidet sich, neben dem Preis, in erster Linie in der Zugeingabe von seinem "großen Bruder", dem King Element. Wo wir grad dabei sind ... jedes Mal, wenn ich vom King Performance spreche, soll ich anderen Interessierten erklären, warum der King Performance, "Performance" heißt ... und immer wieder kann ich nur sagen: Ich habe absolut keine Ahnung, was die "PR Abteilung" (Ossi Weiner?) dazu gebracht hat, das Teil "Performance" zu nennen ...

Mit dem Begriff Performance verbinde ich Leistung ... irgendwie erwarte ich, wenn ein neues Gerät mit einem bereits bekannten Programm erscheint und den Zusatz "Performance" trägt, ein Mehr an Leistung ... aber sorry, wer das sucht, sucht vergeblich.

Der Schachmotor entspricht zu 100% dem des King Element. Alle neuen Funktionen, auf die ich im nächsten Kapitel eingehen werde, werden bei Erscheinen auch auf dem King Element als kostenloses Update zur Verfügung stehen. Per USB Verbindung lässt sich dann die neue Version schnell und einfach installieren. Sie wird nicht nur "Bugfixes" beinhalten, sondern auch komplett neue Funktionen, wie zum Beispiel Chess960. Ein aus meiner Sicht absolut vorbildlicher Service, von dem sich andere Hersteller eine riesengroße Scheibe abschneiden sollten.

Aber zurück zum Performance. Wie gesagt, die Engine ist zu 100% identisch mit der des großen Bruders. Warum ich das King Element den "großen Bruder" nenne? Nun, einerseits ist die Kombination CGE & King Element deutlich teurer, sie bietet aber auch ein Sensorbrett mit Figurenerkennung und ein größeres Display. Insofern hätte ich diesen Schachcomputer vermutlich einfach nur "Millennium King" genannt ... und mir das "Performance" für eine echte "Performance Edition" aufgespart ... aber ich wurde nicht gefragt.

Zurück zur Zugeingabe: Wie bereits erwähnt, verfügt der King Performance nicht über die bekannte Figurenerkennung mittels RFID Chips, sondern über ein klassisches Spielfeld mit Drucksensoren.

Ich gebe zu, ich bin kein großer Fan von Drucksensoren, ich habe wenige solcher Geräte, zum Beispiel den Super Conny ... viele dieser Geräte, die man im Netz sieht, haben mit der Zeit "gelitten". Viele dieser Geräte benötigen einen massiven Druck auf die Felder, um zu funktionieren. Man kann das dann daran sehen, dass der Bediener nicht einfach die Figur ein wenig niederdrückt, um den Kontakt auszulösen, sondern die Figur in die Hand nimmt, um mit dem Finger zu drücken ... oder noch schlimmer, es wird die Kante vom Figurensockel zur Hilfe genommen.

Hier zunächst einmal einige Eindrücke vom Gerät und speziell von der Spielfläche. Hier das Gerät in der Totalen.

Brettansichten 01
Brettansichten 02
Brettansichten 03

Ich muss auch an dieser Stelle nochmals betonen, dass es sich um einen handgefertigten Prototypen handelt. Ossi Weiner und Thomas Karkosch wiesen mehrfach darauf hin, dass man bei so einem Prototypen deutliche Abstiche machen muss.

Das ist natürlich kar, aber auch wenn dies "nur" ein Prototyp ist, muss ich sagen, dass mich die Verarbeitung in weiten Teilen überzeugt. Am Tag, als ich den Performance bekam und meine Frau ihn das erste Mal sah, war Ihr Kommentar: "Der ist ja richtig chic!"

Die Spielfläche ist mit einem schmalen schwarzen Rand eingefasst und sie liegt ein wenig tiefer ... keine Ahnung, ob das beim Seriengerät auch so sein wird, aber es wirkt passend und sehr stimmig.

Auch ansonsten war das Echo Dritter durchweg positiver Natur. Im direkten Vergleich mit dem King Element mit Exclusiv Brett auf die jeweiligen Preise angesprochen, empfand die Mehrheit die angepeilten 349,- Euro als günstig ... zumindest außerhalb unseres Biotops scheinen viele der Meinung zu sein, dass Drucksensoren vs. Figurenerkennung und größeres Display den Aufpreis nicht unbedingt wert sind ... hm ...

Hier ein paar Detailaufnahmen der Spielfläche:

Brettansichten 04
Brettansichten 05
Brettansichten 06
Brettansichten 07
Brettansichten 08

Wie man deutlich erkennen kann, haben die Felder eine "Maserung", diese ist bei den dunklen Feldern wesentlich deutlicher ausgeprägt als bei den hellen Feldern. Die Maserungen sind von Feld zu Feld unterschiedlich, dies verleiht der Spielfläche eine "natürliche Struktur". Ja, das geübte Auge erkennt, dass es kein echtes Holz ist, aber die Oberfläche ist gut gemacht und macht optisch wie haptisch einen wertigen Eindruck.

Die 81 Feld LED sind alle sauber eingearbeitet, aber zugegeben, da es kein Holzbrett ist, darf man das auch erwarten.

Nun zum eigentlichen Punkt, der Bedienung. Zunächst möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass zwecks besserer Bedienung für den King Performance ein eigener Figurensatz entwickelt wurde, der auf das Spielfeld angepasst wurde. Dieser Figurensatz steht mir derzeit noch nicht zur Verfügung. Sobald ich ihn habe, werde ich Fotos von allen Figuren nachreichen und auch berichten, wie er das "Bediengefühl" verändert. Bis dahin muss für diese Preview ein alter Mephisto Figurensatz herhalten.

Also, meine ersten Versuche, mit dem King Performance zu spielen, sahen so aus: Figur anheben und auf das Zielfeld setzen und sich wundern, dass nichts passiert ... dann die Erinnerung, stimmt, hier muss man ja drücken ...

Nachdem ich das verinnerlicht habe, ging die Bedienung soweit sie das Brett betrifft, gut vonstatten. Ich muss nicht mit den Fingern drücken, um den Kontakt auszulösen oder gar mit der Kante einer Figur ... in der Tat reicht es, von oben ein wenig Druck auf die Figur auszuüben, um den Bestätigungston mitsamt Feld LEDs auszulösen. Eine Bemerkung am Rande: Sollte man eine Figur ziehen wollen, die nicht ziehen darf oder die dem Gegner gehört, gibt es statt Feld LED und Bestätigungston ein tiefes Brummen und die Lichter bleiben aus ... und man begreift sofort, dass man diese Figur in Ruhe zu lassen hat.

Tja, ein Wort zum Thema "Leichtgängigkeit" der Drucksensoren. Das ist natürlich eine höchst subjektive Geschichte. Außerdem habe ich nicht so viele Drucksensorgeräte, aus den Eingangs genannten Gründen. Was ich sagen kann: Das Brett ist wesentlich leichtgängiger als das des Super Conny ... meinen Montreux schlägt er aber nicht, dessen Kontakte sind noch leichtgängiger. Ich würde das Druckgefühl mit den (kleineren) Brettern des Mephisto Collgege oder Kishon Chesster vergleichen. Dabei möchte ich es an dieser Stelle belassen. Sollten ihr Fragen haben, nur zu.

Der zweite sichtbare Unterschied ist das Display. Wie ich schon im ersten Kapitel erwähnt, ist das Display kleiner als im King Element. Dies ist dem Design des Gerätes geschuldet. Wie bereits geschrieben, lässt sich das Display sehr gut regulieren, was Helligkeit und Kontrast betrifft. Trotzdem benötige ich meine Lesebrille mit 1,0 Dioptrin, um es bequem ablesen zu können. Aber das ist halt meinen Augen geschuldet, dafür kann der Performance nichts.

Anbei ein paar Screenshots:

Display New Game
New Game 960

Auswahl einer neuen Partie ... möchte ich eine klassische Partie spielen oder doch lieber Chess960?


Während der Buchphase:

Display Buch 01
Display Buch 02
Display Buch 03
Display Buch 04

Neben der Anzeige der Uhren und alternativer Züge, kann man jetzt auch den Namen der gespielten Eröffung erfahren.


Und während der Rechenphase:

Display Rechenphase 01
Display Rechenphase 02
Display Rechenphase 03
Display Rechenphase 04
Display Rechenphase 05

Mehr Informationen kann man sich eigentlich nicht wünschen, zumindest fällt mir nichts ein, was fehlen könnte.

Eine Anmerkung möchte ich mir dann dennoch erlauben. Wenn ich ehrlich sein soll: Ja, das Display ist zweckmäßig und stellt alle Informationen dar, die der Spieler braucht und wünscht. Aber ich muss zugeben, dass hier für mich im Bereich der "passiven Displays" der Centaur mit seinem sehr scharfen Display die Messlatte ein ganzes Stück höher gelegt hat. Sein eInk Display, gepaart mit einer Hintergrundbeleuchtung, wie es bei Kindle Readern üblich ist, wäre, wenn man schon kein aktives Display einsetzen möchte, deutlich schöner und auch zeitgemäßer. Aber auch hier gilt: Das ist meine rein persönliche Ansicht ... aus "nostalgischer Sicht" ist das verwendete Display natürlich perfekt passend.

So, das war der zweite Teil meiner King Performance (P)Review. Ich hoffe, (auch) der zweite Teil hat euch gefallen und / oder konnte euch bei der Entscheidungsfindung weiterhelfen. Solltet ihr Fragen haben, nur zu.

Bis zum dritten Teil mit besten Grüßen,
Sascha
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