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Alt 03.09.2022, 15:35
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AW: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

5. Das Fazit

Hallo zusammen,
seit Beginn meiner (P)Review bekomme ich nicht nur hier im Forum zahlreiche PNs … auch über meine Homepage erreichen mich täglich Fragen zum Phoenix. Zwei davon führen die Liste mit großem Abstand an. Darum geht es jetzt früher als geplant mit dem nächsten Teil weiter …


Zunächst kommen immer mehr Fragen zum Preis des Gerätes, sei es mit bzw. ohne Brett und auch was das Einführungsangebot betrifft. Ganz klare Aussage dazu: Es ist einzig und allein an Millennium, die offiziellen Preise (inkl. einem eventuellen „Frühbestellerrabatt“) zu verkünden. Wenn dies im Rahmen der offiziellen Ankündigung der Fall sein wird, werde ich das auch hier kommunizieren. Keinen Tag vorher, nicht hier und auch nicht per Mail oder PN. Da dies Mitte September der Fall sein soll, ist es ja nicht mehr lange hin, bis die Katze aus dem Sack ist (drei Euro ins Phasenschwein) …

Um es aber schon an dieser Stelle zu sagen: Diskussionen zum Verkaufspreis, die in die Richtung abdriften, dass man den Wert eines Produktes auf die Hardwarekomponenten reduziert oder allgemein abschätzige Diskussionen werden Michael und ich hier nicht zulassen. Wir sprechen hier über ein Hobby und nicht über lebensnotwendige Produkte des täglichen Bedarfes. Schon in meiner Review zum Revelation II schrieb ich 2013 (gekürzt):

Oftmals wird die Frage gestellt, ob der Revelation II wirklich rund 3.650,- Euro wert ist … ein wahrlich stolzer Preis. Auf der anderen Seite: … Ist der Revelation II „vernünftig“? … Der Revelation II ist aus meiner Sicht vieles, aber gewiss nicht vernünftig … das will er aber auch gar nicht sein! Er will nicht mehr und nicht weniger als der edelste, schnellste und beste Schachcomputer der Welt sein! Er will nicht kleckern, er klotzt! Und er will gar nicht unsere Vernunft ansprechen, sondern unser Gefühl … so wie Anno 1986 der Mephisto Dallas 32 Bit, als er bei Karstadt in der Hamburger Mö für 4.600,- DM stand … Wer vor ihm steht oder sitzt, entwickelt sofort das „haben wollen“ Gefühl, der Verstand ist abgeschaltet und man erinnert sich daran, wie es damals war, vor den Supercomputern gestanden zu haben.

Quelle: https://www.schachcomputer.info/foru...ead.php?t=4648

Und letztendlich hat sich seit 2013 nichts geändert: Wir diskutieren hier nicht über Ratio, sondern über Emotionen … Hobby ist reine Unvernunft … soll und muss es sein. Auch in Zeiten wie diesen. Und da muss jeder für sich selbst entscheiden, was ihm dieser neue, sehr einzigartige, Schachcomputer wert ist.

Was auch viele Interessenten bewegt ist die Frage: Lohnt sich der Kauf? Würde ich mir den Phoenix kaufen? Wie ist er im Vergleich zum Revelation, dem ich 2013 die Krone der Schachcomputer aufgesetzt habe? Hat der König einen Nachfolger?

Dazu einige Punkte vorweg:

1) Die Software auf dem Mephisto Phoenix ist noch eine Betaversion. Das bedeutet, dass sich ggf. bis zum Tag des Erscheinens noch Funktionen oder Inhalte ändern können. Ich deutete ja bereits an, dass durchaus ein bei vielen Spielen heute üblicher „Day one Patch“ sehr gut möglich bzw. aus meiner Sicht wahrscheinlich ist. Deshalb können Dinge, die ich jetzt noch kritisiere, bereits am Tag der Auslieferung implementiert sein …

Unabhängig davon hat Millennium eine eigene lange Liste mit Inhalten und Features, die künftig in Form von kostenlosen oder auch kostenpflichtigen Updates geplant sind. Dazu werde ich etwas schreiben, wenn ich dazu eine entsprechende Aussage bzw. Freigabe von Thomas Karkosch bekomme. Ich hoffe, dass dies zeitgleich mit der offiziellen Vorstellung der Fall sein wird.

Darum kann eine Aussage zum Phoenix nur eine Momentaufnahme sein … ein Fazit aufgrund dessen, was ich hier in den Händen halte. Das versuche ich zu beurteilen. Und natürlich ist mein Urteil höchst subjektiv und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Denn jeder hat andere Erwartungen, andere Präferenzen etc. pp.

2) Um nicht zu einseitig zu urteilen, hat Micha ebenfalls viele Stunden mit dem Gerät verbracht und eine Woche seines Urlaubs dafür (nicht völlig uneigennützig) geopfert. Zum Glück trennt uns räumlich nur eine gute Stunde Fahrzeit. Dies selbstverständlich mit dem Wissen und der Genehmigung von Thomas Karkosch, dafür herzlichen Dank an dieser Stelle.

Wie viele von euch wissen, sind bzw. waren wir seit langer Zeit Vereinsspieler, wir haben bzw. hatten Wertungszahlen im Bereich 2.100 Elo und sehen daher so ein Gerät nicht nur aus der Sicht eines „Schachcomputer Nerds“, sondern vor allem aus der Sicht von aktiven Spielern, die so ein Gerät selbst für das eigene Spiel nutzen. Das beeinflusst natürlich die Sichtweise auf so ein Gerät, das sich auch explizit an Klubspieler richten möchte.

Wir denken, dass wir im Bereich von Schachcomputern, aber auch im Bereich von Schachprogrammen über eine recht umfangreiche Erfahrung verfügen. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich meinen ersten Schachcomputer vor genau 40 Jahren bekommen habe … eine unglaubliche Zeitspanne …

Insofern ist mein bzw. unser Urteil (Micha möge ggf. selbst etwas dazu schreiben, wenn er etwas ergänzen bzw. eine andere Sicht auf einzelne Punkte hat) sowohl aus „Nerd Sicht“ als auch aus „Selbstspieler Sicht“ zu betrachten.

Nun gut … kommen wir zum Fazit, basierend auf der aktuellen Beta Version …

Zur Hardware: Ich finde den Mephisto Phoenix optisch wie haptisch sehr gelungen. Wenn man das Gerät in die Hand nimmt, hat man das Gefühl, ein hochwertiges Stück Technik in den Händen zu halten. Der Phoenix ist schwer, was das Gefühl der Wertigkeit nochmals positiv unterstreicht.

Es gibt keine ungleichen Spaltmaße, nichts knackt. Alles passt, bis hin zum zweiten Logo auf der Rückseite. Wenn man das Gerät öffnet (ja, auch das haben wir uns erlaubt), ist alles sehr, sehr sorgfältig verarbeitet. Man merkt sofort, dass sich bezüglich der Konstruktion Gedanken gemacht wurde. Auch das Kühlkonzept überzeugt. Trotz der Leistung bleibt das Gerät leise und kühl.

Der Touchscreen ist extrem leichtgängig, selbst mit Schutzfolie. Neben der wirklich auf Jahre ausreichend dimensionierten Leistung des Systems ist das Gerät aus meiner Sicht gut und einfach zu reparieren. Auch eine Aufrüstung sollte möglich sein. Insofern sehe ich hier eine durchaus gegebene Nachhaltigkeit, da man vermutlich sehr lange Freunde an dem Phoenix haben kann.

Wenn ich einen Abzug geben möchte, dann dass aktuell BT noch nicht aktiviert ist. Dies könnte jedoch in einem Update behoben werden. Darum gebe ich hier keine Abzüge, sondern bewerte rein die Hardware. Hier vergebe ich 10/10 Punkten.


Der Native Bereich: Die bisherige Umsetzung gefällt mir in weiten Teilen schon sehr gut. Das Spiel mit Shredder macht mir richtig Laune. Der neue Shredder NNUE spielt einfach schönes und menschliches Schach. Dazu ist die fortlaufende Bewertung der Spielstärke seines Besitzers ein tolles Feature, was eine dauerhafte Motivation und Kontrolle der eigenen schachlichen Entwicklung bietet.

Auch die anderen bereits eingebauten Engines bieten viel Spaß, den schon jetzt umfangreichen Einstellungs- und Individualisierungsmöglichkeiten sei Dank! Ich gebe zu, ich habe Hiarcs 14.2 vernachlässigt, da Hiarcs 15 als Update kommen wird, so die Aussage von Thomas Karkosch. Aber auch bereits in dieser Beta bietet sich viel Spielspaß, keine Frage.

Da das Gerät recht komplex ist, bedarf es einer Einarbeitung und der Lektüre des Handbuches. Wenn man es schafft, die eigene Ungeduld zu besiegen und sich mit der Bedienung ein wenig befasst, erkennt man ein schlüssiges Bedienkonzept, welches man, sobald man es einmal verinnerlicht hat, schnell fließend bedienen kann.

Schön finde ich zum Beispiel die Idee des Comfort Menus. Hier für die bevorzugten Schachhirne (Engines) jeweils sechs komplette Presets anlegen zu können, ist ein echter Gewinn. Allerdings gibt es in der Beta einen Punkt, der bis zum Verkauf behoben werden soll: Derzeit kann man nicht selbst aussuchen, welche drei Programme im Comfort Menu zur Auswahl stehen. Wie gesagt, das soll kurzfristig geändert werden.

Ich denke, die aktuellen Möglichkeiten haben Micha und ich einigermaßen dargelegt, wenngleich mit Sicherheit noch nicht alle, dazu bietet die Kiste einfach zu viele Möglichkeiten.

Insgesamt macht mir der Native Bereich aber schon jetzt viel Spaß. Wesentlich mehr, als ich es im Vorwege erwartet hätte. Und ich bin absolut davon überzeugt, dass es vielen Usern, die auch mal selbst spielen wollen, auch so gehen wird.

Trotzdem gibt es Punkte, die ich mir als User und Schachspieler für künftige Updates wünschen würde, die dann das Gerät aus meiner Sicht im Native Bereich perfekt machen würden.

1) In den Zeitspielstufen (mit Countdown Uhr) läuft beginnt die Uhr des Spielers zu laufen, sobald der Phoenix seinen Zug anzeigt. Sprich, die eigene Zeit läuft schon runter, während man noch den Computerzug ausführt. Das kenne ich so von keinem anderen Schachcomputer und ist aus meiner Sicht unfair und nimmt mir bei kurzen Zeiten auch den Spaß. Hier gäbe es zwei Ansätze zur Verbesserung:

a) Die Uhr erst laufen lassen, wenn der Zug ausgeführt wurde (wie im King und allen ernsthaften Schachcomputern, die ich kenne).
b) Eine einstellbare Bedienzeit pro Zug.

2) Next best / alternate Move: Eine Funktion, die ich seit über 30 Jahren bei jedem Top Gerät kenne … leider fehlt sie hier noch. Die Realisierung wäre einfach: Wenn man den Computerzug noch nicht ausgeführt hat, die „Move“ Taste betätigen, damit der Computer den nächstbesten Zug ausführt. So kann man dann eine komplette Zugliste (zum Beispiel für Stellungstests) erstellen.

3) Frei definierbare Spielstufen. Leider gibt es aktuell zwar sehr viele Spielstufen, aber derzeit keine Möglichkeit, komplett eigene Spielstufen zu definieren.

4) Leider ist der Phoenix ein schlechter Verlierer … sprich: Er will nicht aufgeben … ich denke, bei einer Bewertung unter -9.99 sollte er eine Aufgabe anbieten … die der Nutzer annehmen oder ablehnen kann.

5) Multivarianten Analyse: Wenn ich Partien nachspiele, möchte ich mindestens die drei besten Varianten sehen … allein schon zur Kontrolle, ob Züge zwingend waren etc. pp.

6) Die freie Bennung der Presets im Comfort Menu: Leider kann man die individuellen Presets derzeit noch nicht selbst benennen. Wenn man ein eigenes Set anglegt, wird automatisch ein Name von "User 1" bis "User 6" für die jeweilige Engine vergeben. Das macht bei drei Engines 18 Presets, die man sich merken soll?! Ich finde das nicht nur optisch unschön, sondern auch unpraktisch. Zumal der Phoenix eine virtuelle Tastatur hat ... die aber bis jetzt nur bei der Eingabe des WLAN Paßwortes genutzt wird ... ich denke, man sollte dem User die Möglichkeit geben, seine Presets selbst zu benennen.

7) Tablebases: Ich denke, 2022 sollte es Standard sein, vor allem da TB von jeder UCI Engine unterstützt werden. Diese sollten dann in den jeweiligen Engine Einstellungen (de-) aktivierbar sein … dann kann jeder User selbst entscheiden, ob er ein perfektes Endspiel sehen oder gegen die KI antreten möchte.

8) Ein Schachlehrer, wie es ihn seit Glasgow und Co in unterschiedlicher Güte gibt. Bei einem schlechten Zug einen Hinweis, ggf. die „Konsequenzen“ anzeigen und die Rücknahme anbieten … für Spieler, die trainieren wollen, sicher sinnvoll.

9) Nachdem der King es eingeführt hat: Fischer Random Chess.

All diese Punkte habe ich natürlich an Ruud, Thomas und Ossi übermittelt … in der Hoffnung erhört zu werden …

Der große Vorteil des Phoenix ist ja die sehr einfache Möglichkeit, via WLAN oder per USB-Stick Updates einspielen zu können … es ist wirklich so einfach, dass selbst ungeübte Anwender das problemlos hinbekommen.

Das sind die Punkte, die ich mir wünschen würde, damit der Phoenix für mich im Native Bereich perfekt würde. Natürlich neben zusätzlichen Engines, aber das hat nichts mit der Funktionalität zu tun.

Auch Stand heute, bietet mir die Kiste viel Spielspaß und ich verbringe so manche Teststunde im Native Bereich. Denn obwohl mir noch Dinge fehlen, bietet das Teil trotzdem schon jetzt unendlich viele Möglichkeiten. Eine Wertung nach Punkten werde ich dennoch aus verschiedenen Gründen nicht abgeben:

a) Die Software ist noch eine Betaversion.

b) Funktionen können noch bis zum Verkaufsstart nachgereicht werden.

c) Jeder hat unterschiedliche Wünsche und Gewichtungen. Entsprechend möchte ich hier möglichst keinen Einfluss nehmen …

Aber insgesamt ist der Spaßfaktor schon jetzt groß!


Der Retro Bereich: Ich denke, das ist der Bereich, der hier für die meisten aktiven User die größte Bedeutung hat … wobei ich betonen möchte, dass es sehr viele Mitleser gibt, die sich ausschließlich für aktuelle Geräte interessieren … ebenso Vereinsspieler bis hin zu Ligaspielern, die gerne einen Blick ins Forum werfen, um die Entwicklungen im Bereich der Schachcomputer zu verfolgen …

Nun, ich denke, man kann den Retrobereich nicht betrachten, ohne Vergleiche zum Revelation I / II oder dem Reflection Set I / II zu ziehen.

Im direkten Vergleich zum Revelation II haben wir vier Neuerungen:

Die Bedienung per Touchscreen: So sehr ich den Rev II immer geliebt habe, so sehr habe ich die Bedienung gehasst, sorry Ruud! Schon damals, noch als Tester des Rev II, wollte ich einen Touchscreen. Die Bedienung, speziell der Emulationen, ist auf dem Rev einfach grausam … nun wurde ich erhört und muss sagen: Es ist im Vergleich ein Traum! Direkt die Tasten der emulierten Schachcomputer bedienen zu können, ist kein Vergleich zur sperrigen Bedienung mittels der Tasten des Revelation II ...

Mehr Speed: Wenngleich auch irgendwann ein „Mehr“ an Geschwindigkeit immer weniger bringt und ich im Vorwege zutiefst davon überzeugt war, dass ich nicht „mehr“ Speed brauche, so muss ich dieses interne Vorurteil revidieren …

Einerseits haben wir jetzt die Tasc Modelle endlich mit einer maximalen Geschwindigkeit, die alle je gebauten Modelle übertrifft … so hat nun jeder die Möglichkeit, gegen den legendären R40 direkt in einem Schachcomputer am Brett mit allen originalen Bedien- und Anzeigemöglichkeiten antreten zu können. Und wenn ich sehe, zu welchen Glanzpartien der Glasgow im Aktivschach nun fähig ist … das macht schon richtig Laune … insofern: Ja, die zusätzliche Geschwindigkeit ergibt schon Sinn und ist ein echter Zugewinn.

Die „Speedbar 2.0“: Weit wichtiger ist jedoch die neue Speedbar. Mit einfachem Touch auf den Screen kann man zwischen allen möglichen Geschwindigkeiten der Originalgeräte umschalten … alles liebevoll anhand der Originale kalibriert! Das geht schnell und einfach … wundervoll!

Was aber noch wichtiger ist: Praktisch schaltet man mit jedem „Touch“ zwischen verschiedenen Speedbars um … so kann man dann innerhalb der jeweiligen Einstellung sehr fein weitere Anpassungen vornehmen …

So ist es jetzt erstmals möglich, wenn man möchte, gegen einen Vancouver mit 2,5 MHz spielen … oder gegen einen 1,5 MHz Glasgow, der so zu einem „Mephisto III mit dem Wissen eines Glasgow“ mutiert …

Beim Polgar geht alles ab 1 MHz … wie geil ist das denn?! Und auch die Tasc Modelle lassen sich auf 6 MHz drosseln … ja, diese Speedbar 2.0 ist der eigentlich stille Star des Retro Paketes.

Kleiner aber feiner "Bonus": Neben den Emulationen der Tasc Geräte gibt es nun auch von Lyon bis London die Figurenerkennung des Bavaria. Schön bei Stellungstests und natürlich bei Umwandlungen.

Nehme ich diese drei Punkte, dann muss ich sagen, dass die Entwicklung deutlich größer ist, als es sich vielleicht liest.


Unabhängig davon habe ich hier einige Wünsche für die Zukunft übermittelt:

1) Emulationen: Die restlichen Emulationen, die auch im Rev II möglich waren, hätte ich schon gerne ... diesbezüglich bekam ich auch sehr viel Feedback per Mail bzw. PN.

2) Ein neues Auswahlmenu: Wie ich mir das vorstellen könnte, habe ich bereits in der Review zum Retro Bereich ausführlich geschrieben.

3) Die Buttonleiste der System Bedienelemente sollten sich von denen der Emulationen zumindest optisch deutlich abheben. Ein Vorschlag: Die Systemelemente 50% dimmen, dann heben sich die Bedienelemente der emulierten Schachcomputer besser ab.

4) Den Reset Button würde ich mit dem Sound Button tauschen … mir ist es leider einige Male passiert, dass ich in einer R30 / Lang Emu statt des Pfeils nach unten den Reset Button (mit) erwischt habe und die Partie damit weg war … ja, das ist eigene Dummheit, aber den doch sehr relevanten Reset Button könnte man besser dort unterbringen, wo eine versehentliche Falschbedienung unwahrscheinlicher ist.

5) In ferner Zukunft wären grafische Overlays richtig cool … also Grafiken bzw. Fotos der echten Tastaturen, wie zum Teil in der Mess Emu … die könnte man rechts unterbringen und dann die System Bedienelemente am linken Rand untereinander … das wäre zwar mit viel Aufwand für Ruud verbunden, würde aber die ganze Geschichte optisch abrunden und zum Beispiel einer Tasc R40 Emu ein komplett anderes Spielgefühl verleihen … so rein emotional wäre das ein riesiger Gewinn für mich …

Wie bereits geschrieben, sind meine Wünsche Ruud, Thomas und Ossi bekannt und Thomas sagte mir, dass es auch Planungen im Bereich des Retro Teils gibt … schon allein deshalb werde ich hier kein Fazit in Form einer Benotung abgeben.

Aber was ich für mich sagen kann: Schon in diesem Zustand ist aus meiner Sicht der Retro Bereich aus technischer Sicht sehr gut gelungen … und macht mir weit mehr Spaß als im Rev II und ich möchte nicht wieder zum Rev II zurück …

Trotzdem habe aber ich unabhängig davon die Hoffnung, dass es für die Novag Geräte und vor allem den Fidelity Turbo-V2 eine kurzfristige Lösung gibt, im Idealfall zum "Day one Patch" ...


Und was ist nun mein Fazit zum Mephisto Phoenix … nun, ich denke, das Gerät hat das sehr große Potential, auf lange Sicht der beste Schachcomputer aller Zeiten zu sein und zu bleiben. Schon jetzt macht die Kiste mir persönlich sehr viel Spaß, in jeder Hinsicht …

Und man sollte nicht vergessen, dass mit einem späteren Update noch die Funktionalität des Spiels online kommen wird, laut Thomas Karkosch im Frühjahr 2023 … was das Gerät für viele Spieler mit Sicherheit noch einmal interessanter machen wird, keine Frage …

Unabhängig zu der von mir genannten Liste, die meine persönlichen Punkte zur Verbesserung darstellt, gibt es auch weitere Features und Inhalte, die laut Thomas in Planung sind …

Ich hoffe, zusammen mit der offiziellen Vorstellung hier mehr dazu schreiben zu können … und ja, wenn ich sehe, was an Möglichkeiten im King nachträglich sogar kostenfrei implementiert wurde, habe ich persönlich schon das Vertrauen, dass die Reise des Phoenix am Anfang ist und einen langen Weg vor sich haben wird.

Abschließend zu einer Frage, die mir oft gestellt wird: Ob ich mir den Mephisto Phoenix selbst kaufen würde … nun, die Beantwortung jetzt hier und heute ist in gewisser Weise unfair, da ich den Vorteil habe, den Preis bereits zu kennen …

Unabhängig davon: Preise sind relativ. Was für einen Menschen viel Geld ist, kann ein anderer User locker für sein Hobby aufbringen. Darum muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden, was ihm dieses einzigartige Stück Technik wert ist.

Aber um es so zu sagen: Mir persönlich bietet das Gerät schon heute genug, als dass ich sagen kann, dass ich mir zusätzlich zum Prototypen, auf dem jeweils Testsoftware läuft, ein Exemplar mit Turnierbrett zulegen werde …

Das sollte auch die Frage beantworten, wer aus meiner Sicht der König der Schachcomputer ist: Der König ist tot, es lebe der König ...

Mein Prototyp wird dann weiter für Tests von Betaversionen dienen und ansonsten in einer Vitrine mit anderen Prototypen und Einzelstücken einen würdigen Platz bekommen.

Damit ist meine Preview beendet. Ca. 150 Stunden Tests und Schreibarbeit nehmen hier ein (vorläufiges) Ende ...

Natürlich werde ich die Reise des Phoenix weiterhin begleiten ... ich werde weiterhin testen, weiter Ruud, Thomas und Ossi mit meinen Wünschen nerven und ich werde hier natürlich über Updates berichten und auch genau hinschauen, was sich in Bezug auf die aktuelle Beta bis zur Auslieferung geändert hat.

Da Micha ebenfalls viele Stunden mit dem Phoenix verbringen durfte, möchte ich ihn bitten, gerne seine eigenen Eindrücke hier wiederzugeben.

Sobald Mitte September die offizielle Ankündigung von Seiten Millenniums erfolgt, werde ich einen weiteren Teil anfügen, der nichts mehr mit der eigentlichen Preview zu tun hat, da es dann nicht mehr um meine Eindrücke geht:

1) Ich werde das Team rund um den Mephisto Phoenix vorstellen.

2) Anhand und auf Grundlage der Aussagen von Thomas Karkosch werde ich einen Ausblick auf das geben, was konkret an Updates geplant ist, sowohl was Features und Funktionen betrifft, aber auch in Bezug auf Inhalte wie zusätzliche Engines etc. pp. Soweit möglich werde ich auch die dazugehörigen Zeitfenster nennen.

3) Dann werde ich auch endlich das letzte Geheimnis lüften: Ich werde alle Preise nennen, inkl. denen für die Editionen mit Brettern und alles zu einem Einführungspreis.

Was nun aber meine (P)Review betrifft ... nun, die ist jetzt tatsächlich am Ende angekommen ... ich hoffe, ihr hattet halbwegs soviel Freude beim Lesen, wie ich beim Testen und Verfassen dieser Zeilen. Beim Schreiben dieser Zeilen ist mir aufgefallen, wie oft ich davon schrieb, dass ich "Spaß" mit dem Teil habe ... und ja, das stimmt ... und ist es nicht das, worum es bei einem Hobby geht? Spaß haben?

Vor allem hoffe ich jedoch, dass ich euch einen guten Eindruck auf das vermitteln konnte, was da kommen wird: Den Mephisto Phoenix, einem Schachcomputer, der die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des Computerschachs in sich vereinen möchte ... ob ihm das gelungen ist bzw. gelingt, das müsst ihr nun für euch entscheiden.

Danke fürs Lesen und viele Grüße,
Sascha




Nachtrag: Damit nicht der große Teil der Community, der hier sachlich und freundschaftlich über den Phoenix diskutieren will, darunter leidet, dass einige wenige User meinen, völlig unsinnige Preisdiskussionen führen zu müssen, mache ich hier wieder auf. Wenn es wieder anfängt und in unsäglichen "Wertdiskussionen" ausartet, werden die User entsprechend verwarnt und die Kommentare gelöscht. Schade, dass man das hier schreiben muss. Dabei ist es ganz einfach: Jeder muss selbst entscheiden, was ihm so ein Gerät wert ist ...
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Geändert von Mythbuster (03.09.2022 um 19:50 Uhr) Grund: Errata und Ergänzung
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