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Drahti 01.03.2017 12:32

WDC CPU im originalen Polgar 10 MHz ersetzen
 
Hallo zusammen,

Mephisto hat üblicherweise in diversen Modulen die CPUs übertaktet, um etwas mehr Rechenpower herauszukitzeln. Allein dies kann zum vorzeitigen Tod der CPU führen, erste "Opfer" sind bereits zu beklagen...

Verstärkt wird dieser Effekt noch durch Maßnahmen, herstellerseitig die Betriebsspannung zu erhöhen, damit die CPU den erhöhten Takt überhaupt verkraftet. Der Fall war dies z.B. auch beim originalen Polgar 10 MHz Modul. Hier werkelt eine WDC die für 8 MHz spezifiziert war, von H&G auf 10 MHz selektiert wurde und mit 6V (also Überspannung) betrieben wird.

Diese 6V waren auch der Grund für den beigelegten Hinweis-Zettel, keine anderen Module in dem Polgar Brett zu betreiben. Was alleine reichlich undifferenziert war, da ja durchaus Module am Markt waren die (teils sogar ausschließlich) mit 6V liefen und (schlimmer noch) auch genug Bretter existierten, die ebenso wie das Polgar 10 Brett 6V ausgeben. Und somit ja nach H&G Logik ebenso einen roten Beipackzettel hätten müssen...

Also Übertaktung und Überspannung in Kombination. Die CPU wird vorzeitig ableben.

Wenn das irgendwann der Fall ist, eignet sich als Ersatz technisch die moderne WDC die bis 14 MHz spezifiziert ist und Stand heute auch noch käuflich zu erwerben. Z.B. bei Mouser.

Nach dem Umbau bleiben zwei Probleme: die Ersatz-WDC (und viele weitere IC auf dem Modul) würde auch wieder mit Überspannung betrieben, was bei dieser absolut unnötig ist. Nun könnte man ja sagen, nehme ich halt ein 5V Brett. Und wundert sich, weil es allermeist dann nicht läuft!? Warum eigentlich?

Der Knackpunkt ist, dass H&G damals in die Reset-Logik vom Polgar 10 eine "Sperre" eingebaut hat, die ein Anlaufen des Moduls mit weniger als 6V recht sicher unterbindet. Und zwar deshalb, weil unsicher ist, ob die CPU dann noch einwandfrei funktionieren würde. Ein schönes Beispiel ist hier der (zugegebenermaßen extrem) getunte Centurion von RetroComp, welcher in einer bestimmten Stellung einen unsinnigen Damenzug macht, der sofort zum Verlust führt (nicht H8-Bug!). Ein Zug, den er mit etwas höherer Spannung an der CPU eben nicht macht. H&G hat die WDC-8 auf 10 MHz getestet bei Spannung 6V und wollte sicherstellen, dass die CPU dann auch nur mit den getesteten 6V betrieben wird.

Deshalb der folgende Tipp: der Spannungsteiler am Reset-Chip des Polgar lässt sich passend beschalten, sodass auch der Polgar 10 mit der Ersatz-CPU in einem 5V Brett läuft. Für mehr Lebensdauer und bessere Kompatibilität. :top:

Falls das Modul noch im originalen Brett mit 6V steckt, sollte man auch das Brett entsprechend anpassen.

MHz 25.08.2017 10:50

AW: WDC CPU im originalen Polgar 10 MHz ersetzen
 
1 Anhang/Anhänge
Hallo Andreas,
könntest Du vielleicht etwas genauer beschreiben, was bei
dem Umbau auf 10 MHz gemacht werden muss ?
Einige hier würden es vielleicht gerne versuchen ..
Muss an der WDC - CPU ( W65C02S6TPG-14 ) noch etwas
geändert werden, oder wird die im Polgar nur 1 : 1 ersetzt ?
Wo sitzt der Spannungsteiler, und was muss daran geändert
werden, damit die CPU auch mit 5 V läuft ?
Sorry für die vielen Fragen, aber ich bin eben neugierig ! :)

Hier mal ein Bild meiner Polgar - Platine :

Gruß
Gerd

Drahti 26.08.2017 22:49

AW: WDC CPU im originalen Polgar 10 MHz ersetzen
 
Hallo Gerd,
Du hast einen 5 MHz Polgar, damit ist die Anmerkung zum Spannungsteiler hier irrelevant, die Platine wird mit 5V laufen.

Zu Tauschen sind zunächst CPU und Quarz. Danach läuft die Uhr zu schnell und das Display spinnt. Dem ist mit Eprom Version 10.1 abzuhelfen. Benutze ein Eprom mit 100ns oder schneller. Ich befürchte, dass danach das Display immer noch nicht perfekt laufen wird. Ursache ist der HC138 von TI. Er decodiert zu langsam. Manche Polgarplatinen verwenden durchgängig Toshiba ICs, diese eignen sich besser fürs Tuning. Du kannst den 138 gegen einen aktuellen von TI tauschen, die sind interessanterweise schneller. Oder einen Toshiba besorgen, gibts noch bei ebay.

Du solltest ausführliche Tests machen. Oft muss der RAM noch gewechselt werden. Die Kiste hängt sich dann einfach auf. Daran merkst Du, dass der RAM zu langsam ist. 100ns sind grenzwertig, kann funktionieren, ist aber nicht garantiert. Es kann hier auch schon Unterschiede zwischen 5V und 6V Brett geben. Also besser tauschen.

Insgesamt also nicht unaufwendig. Ob es sich lohnt... entscheide selbst.

Die WDC W65C02S6TPG-14 hat ein leicht abweichendes Pinout. Bewährt hat sich folgendes:
Pins 1, 5, 8, und 36 ausbiegen, also keine Verbindung zum Sockel.
Pins 8 und 36 dann direkt auf der CPU verbinden.

Viel Erfolg!

Grüße
Andreas

MHz 28.08.2017 23:12

AW: WDC CPU im originalen Polgar 10 MHz ersetzen
 
Hallo Andreas,
vielen Dank für die Infos !
Ich werde es demnächst mal probieren und testen ..

Gruß
Gerd

applechess 29.08.2017 21:21

AW: WDC CPU im originalen Polgar 10 MHz ersetzen
 
Zitieren:

Zitat von Drahti (Beitrag 69085)
Hallo Gerd,
Du hast einen 5 MHz Polgar, damit ist die Anmerkung zum Spannungsteiler hier irrelevant, die Platine wird mit 5V laufen.
[...]
Grüße
Andreas

Hallo Andreas
Immer wieder wundere ich mich, was du
so alles weisst und fast immer helfen kannst.
Von Technik/Hardware verstehe ich nichts :(
Viele Grüsse
Kurt

Drahti 03.09.2017 21:41

AW: WDC CPU im originalen Polgar 10 MHz ersetzen
 
Hallo Kurt, vielen Dank für die Blumen. Ich erfreue mich gerne an Deinen Partien und Kommentaren. Weil: vom Schachspielen verstehe ich bei Weitem nicht so viel und lerne gerne dazu. :)

Viele Grüße
Andreas


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